Der Politik- und Gesellschafts-Thread (Teil 2)

Konsequent. Ich wünschte man hätte hier einen Bundeskanzler der ebenso mutig ist

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Schwer vergleichbar. Macron bleibt ja als direkt gewählter Präsident bis 2027 im Amt und dann ist Schluss, weil nur 2 Amtszeiten erlaubt sind.
Wenn Scholz Neuwahlen durchsetzen würde, dann wäre er wohl weg vom Fenster.

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In Frankreich ist die sog. Cohabitation nichts Ungewöhnliches:

"In der V. Französischen Republik gab es bisher drei solcher Phasen:

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:disappointed:
#…>(Bewusster)RechtsruckStatt(Beschwerlicher)Klimaschutz(…oderÜberDieAmpelZurFahrerflucht). :face_with_monocle: :face_with_spiral_eyes:
:confused:
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:face_with_thermometer:
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:nauseated_face:

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Macron riskiert ja eigentlich nichts. Er selbst steht nicht zur Wahl und kann nach dieser Amtszeit nicht wiedergewählt werden.

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Als ausgewiesener Europäer riskiert er aber eine drastisch verschlechterte Situation im Europäischen Rat.

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Noch schlechter? 20 Zeichen

Vermutlich. Mit dem Rassemblement National als mutmaßlicher Regierungspartei. Das wird die Kooperation - neutral formuliert - beeinflussen.

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Gestern haben alle verloren. Ganz besonders aber Europa.

Das Wahlverhalten hat sich längst von der Realität entkoppelt. Die globalen Herausforderungen werden mit zunehmendem Nationalismus beantwortet. Die dringlichsten Probleme werden ignoriert oder nach hinten geschoben.

Wenn sich jemand wie Manfred Weber (den ich mal für relativ vernünftig und seriös hielt) ernsthaft hinstellt und die EVP als „Brandmauer gegen die Rechtspopulisten“ bezeichnet, dann frage ich mich, wen er damit veralbern will.
Von der Leyen fehlen genau wie letztes Mal etwa 100 Stimmen, um zur Kommissionspräsidentin gewählt zu werden, und von wem sie diese beabsichtigt zu bekommen, hat sich angedeutet - angeblich versteht sie sich ja ach so gut mit Giorgia.
Es scheint offensichtlich die Strategie der Konservativen zu sein, die Rechtspopulisten zu umarmen, um sie zu kontrollieren. Ich halte das für extrem naiv, zu glauben, dass eine Meloni so handzahm bleibt wie sie sich bisher eingefügt hat. Dass auch die Rechtsnationalen aller Länder eine Strategie besitzen könnten, nämlich Europa von innen heraus zu zerstören, scheint den Konservativen noch nicht in den Sinn gekommen zu sein. Oder, wahrscheinlicher, es ist ihnen qua Machterhalt und Postengeschacher vollkommen egal.
Statt eine breite Front der Demokraten zu bilden, lässt man zu, dass sich Radikale immer tiefer in die Adern Europas reinwühlen. Wie es auch @anon10958403 mit seiner unnachahmlichen Art auf den Punkt gebracht hat.

Brandmauer?
Steigbügelhalter, nichts anderes.

National sollte man von der Union erwarten, dass sie aus der Suggestion aufwacht, 30% seien angesichts eines desaströsen Bildes der Ampelpolitik in irgendeiner Weise eine gute Leistung. Es ist das glatte Gegenteil. All die Häme, Hetze, Kampagnen haben die Union nicht über diese Latte hieven können. Alle Taktiken, die Ampel madig zu machen, zahlen nicht auf das Konto der Union ein - sondern auf das aller Radikalen. Wie man diese Realität noch leugnen oder sich schönreden kann, ist mir schleierhaft. Auch hier gilt: Demokraten wurden als Hauptfeind tituliert, während sich das Wahlvolk zunehmend radikalisiert, zersplittert, Realitäten zugunsten Demagogie und Manipulation im Netz verweigert. Die AFD ist stärkste Fraktion bei den 16-24-Jährigen. Warum wohl?

Die Zahlen wirken bezüglich der üblichen Vier wie festgemeißelt. Nur die Zerfaserung nimmt zu. Und eben die Radikalisierung. Man könnte einen positiven Ansatz im relativen Erfolg einer Partei wie VOLT sehen, die dezidiert europäisch auftritt, auf der anderen Seite soll es immer noch ein paar Traumtänzer geben , die glauben, dass das BSW der AFD schon Stimmen abspenstig machen werde - stattdessen hat man als sich Radikalisierender noch ein Angebot mehr, ist doch super.

Übrigens wurde gestern Toni Hofreiter von der Springer-Presse hämisch geifernd gefragt, ob sich die Aufstellung einer Kanzler-Kandidatur angesichts der Prozent-Zahl der Grünen denn überhaupt lohnen würde.
Meine Antwort wäre gewesen, dass ich auf diese Frage erst antworte, wenn dieselbe Frage der SPD gestellt wird.

Und natürlich ist die Ampel tot. Ein dysfunktionales Bündnis mit einem somnambulen Kanzler, der nichts im Griff hat, nicht mal im eigenen Laden. Die bereiten sich alle schon auf den Wahlkampf vor, Scheiß auf einen gemeinsamen Haushalt.

Und im Herbst wählt Amerika.
Und weniger als 50% dieses Volkes begraben endgültig das Zeitalter der Demokratie.

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Du sagst es, lieber @cheffe .

Ein dunkler Tag für die Demokratie…

Und um die Stimmung noch „besser“ zu machen, liefern uns die Kommunalwahlen in Brandenburg eine traurige Vorschau auf die Landtagswahlen im Osten …

Einfach nur ekelhaft.

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Genau so. Ich kann gerade nicht genug Herzchen verteilen.
Danke!

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Sag es mir. Würde mich echt interessieren.
Die müssten doch eigentlich mehrheitlich grün wählen. Warum machen sie das nicht? Was läuft falsch?

Insgesamt hat die AfD erfreulicherweise ihren Zenit überschritten.
Nach Umfragen mit bis zu 24 Prozent am Jahresanfang stehen jetzt gerade noch 15,9 zu Buche. In Thüringen hat die selbsternannte Volkspartei alle neun Stichwahlen verloren.
Sieger sehen anders aus.

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Es läuft falsch, dass die Meisterung des Klimawandels persönliche Opfer verlangt; das ist jetzt so deutlich geworden wie nie zuvor, nicht nur in Deutschland. Und wenn dann eine Partei sagt, das sei doch alles Quatsch, und damit den menschengemachten Klimawandel einfach leugnet, dann macht sie das für viele attraktiv.

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Das ist der Grund warum so viele 16-24jährige AfD wählen?
Sorry, kann ich mir nicht vorstellen.

Grüne Politik muss man sich leisten können. Die wird wahrgenommen, als etwas für Leute, die ihre Schäfchen im Trockenen haben.
Weil junge Menschen aber auch ihren Traum vom Eigenheim, mit Jägerzaun und etwas Rasen haben, wenden sie sich von den Grünen ab.
Weltrettung ist nur solange interessant, wie es nicht die eigene Komfortzone betrifft.

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Lieber @cheffe: ich stimme dir in fast allen Punkten deines Beitrags ohne Zweifel zu. In einem einzelnen Punkt aber möchte ich widersprechen:

Dass es gerade eine schwierige Zeit für die Demokratie in Europa ist, kein Zweifel. Aber ich bin im Kern ein Optimist und bin wirklich sehr überzeugt davon, dass sich die demokratische Idee durchsetzen wird. Wir müssen uns heute, mehr als vor 20 Jahren zum Beispiel, mit rechten Ideologien auseinandersetzen, und das geht nur durch konsequente Abgrenzung nach extrem rechts, durch wehrhafte Demokratie und Engagement des „Bürgers“ (der die Demokratie trägt). Und vielleicht auch - auch wenn ich mich nicht als Konservativen bezeichnen würde - durch mehr Akzeptanz der konservativen, aber nicht rechten Parteien.

Die Idee der Demokratie ist mehr als 2000 Jahre alt. Sie wird überdauern, ohne Zweifel. Es liegt an jedem Einzelnen von uns dazu beizutragen, dass sie sich auch heute behauptet. Es ist eine Herausforderung - aber keine, die nicht machbar ist. Immer noch ist der Großteil der Wähler in Europa den gemäßigten Parteien zuzuordnen, das ist Fakt. In den USA ist die Situation anders aufgrund des de facto Zweiparteiensystems. Dabei ist es geradezu ein Treppenwitz der Geschichte, dass Deutschland unter anderem durch die USA nach dem zweiten Weltkrieg eine Verfassung erhalten hat, die der der USA heute überlegen erscheint…

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Müssten sie? Ich fürchte, die Zeiten sind schon wieder vorbei, als man dachte, die gesamte Jugend läuft bei FFF und Letzter Generation mit (letztere konnten ja diesmal sogar direkt gewählt werden).

Nein, die offensichtliche Antwort würde lauten:
Internet.
Wieviel Zeit man in diesem Alter im Netz verbringt, dürfte außer Frage stehen. Und nach allem, was ich von Experten so höre, sind die Rechtspopulisten den „alten“ Parteien diesbezüglich um einige Schritte, wenn nicht Sprünge voraus, was Professionalität (das Wort meine ich nicht nur positiv, weil es Manipulation und Fake News umfasst) des jeweiligen Auftritts im Netz betrifft.

Abgesehen davon ist der Jugend, wenn ich das mal so sagen darf, eine gewisse Sprunghaftigkeit, Neigung zu Radikalität oder „rebellischem“ Denken zu eigen, das ist quasi ihr Vorrecht. Ich meine, ich selbst hab in dem Alter auch mal fest an die Thesen von Erich von Däniken geglaubt :wink:, einfach weil ich’s so faszinierend fand… Jedenfalls, dem alten Mainstream zu folgen, ist in dem Alter sicher weniger attraktiv.

Vielleicht ist da etwas dran, aber ich glaube, das betrifft eher ältere Semester. Ich bin nicht sicher, ob der Konservatismus schon derart fortgeschritten ist, dass man als 20-Jähriger vor allem ans künftige Eigenheim denkt.

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Ich kriege das u.a. so zu hören, wenn ich mit den jungen Kollegen spreche.

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Ehrlich gesagt hoffe ich, dass Du nicht der letzte bist, der mir diesbezüglich widerspricht…

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