Der Politik- und Gesellschafts-Thread (Teil 1)

Und es hängt NICHT an der Nationalität, die ungebildeten Biodeutschen haben da auch ein Problem mit. Von daher geht die ganze (oft von „rechts“ geführte) Diskussion vollkommen in die falsche Richtung.

Sehr breite Zustimmung von mir zu deinem Post, auch wenn wir wahrscheinlich im Konkreten, was „Die jetzige Regierung sollte mal damit anfangen und Politik und Gesetzte machen, die die mehrheitlichen Interessen vertreten“ bedeutet, teilweise auseinanderliegen würden.

Zum Thema Canceln und Fängers Text oben: Das ist ja der Witz, dass das „das darf man ja auch nicht mehr sagen“ meist in dem Zusammenhang genannt wird: „blablabla („kritisches Statement“), ABER das darf man ja auch nicht mehr sagen“ - also NACHDEM man „es“ gerade gesagt hat und keinerlei Konsequenzen erlebt hat. Diese „Opfermasche“, kontrafaktisch, bar jeder Realität, nervt einfach. Am deutlichsten wird dieser Widerspruch, wenn auf Demos (!, die zugelassen und beobachtet wurden!) vollkommen ungestraft dagegen protestiert wurde, dass man nicht mehr protestieren darf (etwas überspitzt). Und 30 m weiter Putin abgefeiert wurde. Was denken denn diese Leute, wie es in Russland mit der entsprechenden „Meinungsfreiheit“ aussieht??? Wo im übrigen jetzt reihenweise „kritische“ Menschen, Oligarchen, Verbandsführer*innen etc „auf ihre Yacht ausrutschen und beim Sturz sterben“ oder „aus dem Fenster fallen“. DAS ist „Cancel Culture“ - auf die konsequente Art.

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Witzigerweise hast du meine These bestätigt.
Nichts, aber auch gar nichts an den Plakaten ist irgendwie rassistisch oder rechtsextrem.
Aber an der Reaktion von Folkfriend siehst du, dass solche Aussagen heutzutage als „rechte Positionen“ wahrgenommen und als solche auch benannt werden.

Danke. Das war wirklich sehr gut um das Aufzuzeigen.

„Auf dem linken Auge blind“ nennt man sowas wohl.

Ja, folkfriend. Aber möchtest Du mir erzählen, dass folkfriend mit seiner Weltsicht repräsentativ für die politische Haltung oder Position einer allgemeinen Öffentlichkeit steht?

Er steht mit seiner Haltung definitiv repräsentativ für einen nicht kleinen Teil der Öffentlichkeit.

Das ist ein sehr kleiner, aber lauter Teil, der allerdings Schlüsselpositionen in der Gesellschaft und auch in der Regierung und vor allem in den Medien innehat.

Und genau da muss ich dann Alex in die Verantwortung nehmen, wenn er so tut, als wäre seine doch relativ neutrale und pragmatische Ansicht übertragbar auf den Alltag in Deutschland.

Dem ist nicht so.

ich muss immer herzlich lachen wenn ihr von meiner Weltsicht palavert…

um es ein letztes Mal deutlich zu sagen:
ich bin Demokrat durch und durch - Antifaschist (das sollte wohl normal sein) - bewege mich im politischen Spektrum von SPD, Grünen und Linken und stelle mich schlicht Rassisten, Faschisten und Antidemokraten entgegen - und das halt sehr deutlich!

und mir ist es durchaus möglich Kontexte zu verstehen, Querverbindungen zu erkennen, Zwischentöne rauszufiltern und zu begreifen, welcher Sinn dahinter steht, wenn man z.b. vermeintlich harmlose Wahlplakate nutzt um Stimmungen zu erzeugen…

und wir alle erleben, was geschieht, wenn man bewusst die Grenze des sagbaren immer weiter verschiebt!

das ist doch eigentlich nicht so schwer zu verstehen!

leider fallen selbst hier genug auf die Tricks der Rechten rein und gehen mit ihnen in den Diskurs und verschaffen ihnen somit Reichweite und Legitimation - es ist erschreckend!

und jeder, der das tut macht sich mitschuldig am erstarken der Rechten!

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Das ist halt die große Lüge von Leuten wie ihm. Die Grenze WURDE bereits verschoben und jetzt wird von Rechten dafür gekämpft, dass sie in zu einem erträglichen Stand zurückgesetzt wird.

„Kriminelle Ausländer abschieben“ darüber gibt es überhaupt keine 2 Meinungen. Völlig egal, was demjenigen im Heimatland droht. Er war kriminell und gehört nicht zu unserer Gesellschaft. Weg. Einfach nur weg! Das ist das Normalste auf der Welt. Und eine Gesellschaft in der das nicht mehr normal ist, die ist krank. Und Krankheiten müssen geheilt werden.

Und da ist es völlig egal, ob dann die Spitzfindigkeiten kommen, mit „Kriminelle Ossis“ oder „Biodeutsche“. Alleine, dass manche solche Gedanken haben, zeigt doch, wie degeneriert das hier alles geworden ist.

Wie kann man Fremdes vor dem Eigenen schützen?

wenn du dich weiter anstrengst wird aus dir nochmal ein passabler Goebbels-reloaded in der Rassisten–Partei…

So eloquent bin ich dann doch nicht. Ich lasse mich nämlich gerne von meinen Gefühlen leiten. Ich denke Goebbels war da eher der kalkulierende Typ.

das stimmt auch wieder… was es nicht besser macht :face_vomiting:

Die AfD ist doch aber das bürgerliche Lager.

Es tut mir leid, aber der CDU ist auf keinen Fall zuzutrauen, dass sie das Ruder rumreißt. Sie ist einfach nicht glaubhaft. Die SPD natürlich noch viel weniger. Ein Schwenk wie in Dänemark ist den Parteien einfach nicht zuzutrauen. Simple as that.

Wer CDU wählt, bekommt grün.

Die AfD ist die einzige Partei, die die Systemänderung verspricht. Das heißt ja nicht, dass sie ein Heilsbringer darstellt. Auch Meloni zb muss Realpolitik betreiben.

Ich will eine komplette Wende der Status Quo. Aber ohne die AfD ist das unmöglich. Ich verstehe, dass du viel auf die „Mitte“ hältst, aber für mich ist das keine Option mehr.

2017 habe ich noch FDP gewählt. No way. Nie wieder.

Wieder einmal eine mehrdeutige Formulierung von Dir. Aber keine Sorge, ich weiß schon, was Du meinst.

Wer sich mit diesem Themenkomplex - also etwa den Ängsten, die der oder das Fremde auslösen kann, woher sie kommen und wie man ihnen am besten begegnet; oder z.B. auch mit der Revitalisierung des Feindesbegriffs - etwas tiefergehend befassen will, dem empfehle ich das aktuelle „Kursbuch 214 Freund & Feind“, das eine Reihe interessanter Aufsätze verschiedener Autoren enthält.

Halte ich bei Palmer auch für abwegig, der Mann ist nicht rechts. Bei Frau Wagenknecht wird höchstens ihre in der Tat von der der Rechten nicht zu unterscheidende Haltung gegenüber Russland als „rechts“ bezeichnet, aber nicht die Person schlechthin.

Darf ich dich mal fragen, ob du Höckes Buch „Nie zweimal in denselben Fluß“ von 2018 gelesen hast? Nein? Ich auch nicht, aber Markus Pretzell, den Du sicher kennst. Hier seine Einschätzungen zu ein paar Schlüsselaussagen aus dem Buch auf Twitter, ist lang, aber lohnt sich:

Im Gegensatz zu vielen seiner Anhänger habe ich Höckes Buch gelesen und insbesondere den politischen Teil einer Prüfung unterzogen. Dieser Teil beginnt auf S.257 seines Buches und ist mit „Krise und Renovation“ überschrieben. Ich zitiere hier Stellen aus seinem Buch und kommentiere sie. Das Buch ist als Dialog geschrieben. Höcke beantwortet also Fragen. Höckes Zitate sind mit Anführungszeichen gekennzeichnet, die Fragen an ihn mit vorgestellter „Frage“ markiert.

S.263/264
In der von Ihnen genannten Dichtung Ovids erfahren wir von Jupiters Entscheidung, das unfähige und gottlose Menschengeschlecht mittels Sintflut zu vernichten – aber mit dem Versprechen, ein neues, besseres Geschlecht zu schaffen. Vor diesem drastischen göttlichen Eingriff sollten wir Menschen selbst einen Versuch der Erneuerung wagen.

Höcke sieht die Menschheit vor dem endgültigen existenziellen Ende. Seinen politischen Ansatz, betrachtet er als letzte Möglichkeit der Menschheitsrettung.

S. 265/266
Ein funktionierendes Gemeinwesen bedarf auch einer produktiven Wirtschaftsordnung, die ein ausgewogenes soziales Gefüge generiert und nicht die Kluft zwischen Reich und Arm vergrößert – sie wird als post-kapitalistisch sein, ohne in einen lähmenden Sozialismus alter Machart zu verfallen.

Höcke lehnt den Kapitalismus ab. Den Sozialismus lehnt er hingegen nur in seiner
„alten Machart“ ab. Daraus folgt logisch, dass es um einen neuen Sozialismus geht, sofern man ihm nicht Ungenauigkeit in der Wortwahl vorwerfen möchte, was an einer so wesentlichen Stelle des Buches kaum anzunehmen ist, wenn er schon darauf verzichtet, die Wirtschaftsordnung positiv zu beschreiben und eine Abgrenzung nur als Ablehnung vornimmt.

S. 267
Frage: Für die drohende Nachtmeerfahrt bedarf das Volk einer spirituellen Orientierungshilfe?
Ja, auf jeden Fall. Aber angesichts des schlimmen Zustandes unserer christlichen Kirchen wird es ohne eine erneute Reformation in Deutschland nicht gehen.

Höcke betrachtet eine Reformation des christlichen Glaubens in Deutschland als Voraussetzung für eine Umsetzung seiner Politik.

S.268
Wir brauchen im Grunde eine neue Volkskirche, […] Sicherlich sollte sie fest in der
Kultur des Volkes verankert sein. […] Eine neue Volkskirche müßte die tradierte Volksfrömmigkeit, die sich bis heute in verschiedensten Bräuchen und Ritualen erhalten hat, mit der idealistisch-romantischen Vorstellung einer beseelten Natur und dem ursprünglichen spirituellen Impuls des Christentums verbinden – ohne gleichzeitig in Widerspruch zu den Erkenntnissen der Naturwissenschaften zu geraten.

Wie er zuvor eine neue Religion schon zur Voraussetzung seiner Politik gemacht hat, so setzt er hier detaillierter fort. Mit Bräuchen und Ritualen sind eindeutig nicht christliche gemeint, sonst müsste man sie mit dem christlichen spirituellen Impuls nicht verbinden. Näher liegt es, Reste heidnischer germanischer Bräuche anzunehmen, die sich im Osterfest oder dem Weihnachtsfest auch des Christentums wiederfinden. Auch hier bleibt Höcke aber im Ungefähren und gibt nur mit der „beseelten Natur“ einen weiteren entsprechenden Hinweis in diese Richtung. Die Forderung nach einer Volksreligion findet sich aber auch an anderer Stelle des Buches, sodass man von einiger Wichtigkeit dieser Frage für Höcke ausgehen darf.

S.271
Die damit verbundene Beschränkung in einer Dimension kann zu einer verstärkten Entfaltung in einer anderen Dimension führen. Zum Beispiel, indem man die Bescheidung im Materiellen mit der Vertiefung des Immateriellen sinnvoll kompensiert.

Der Gang ins Kloster wäre sicher eine nützliche Erfahrung für Herrn Höcke, für ein Volk aber wohl kein allgemeingültiger Lebensentwurf.

S.280
Wie eine neue europäische Architektur genau aussehen wird, kann man jetzt noch nicht sagen. Grundlage sollte, wie gesagt, die Achtung der nationalen Souveränität sowie der kulturellen und ethnischen Eigenständigkeit sein.

Die ethnische Eigenständigkeit der europäischen Völker untereinander verlangt Höcke. Mithin die ethnische Trennung von Spaniern, Franzosen, Briten, Deutschen.

S.280
Allein aufgrund unserer geopolitischen Lage haben wir Deutschen ein großes Interesse an einem gedeihlichen Modus vivendi mit unseren Nachbarstaaten und befreundeten Völkern und Stämmen.

Das steht da wirklich: „Völkern und Stämmen“!

Darauf folgt die Frage: „Das geht in Richtung einer neuen Großraumordnung, wie sie von Carl Schmitt Ende der 1930er Jahre entwickelt wurde.“ Höcke bleibt schwammig, aber lehnt es nicht ab. Deutschland quasi als regionale Hegemonialmacht Europas in Abgrenzung und in Ablehnung jeder Einmischung anderer regionaler Hegemonialstaaten wie den USA in Amerika, Russland und China in Asien. Ist es das, was Höcke tatsächlich glaubt, umsetzen zu können? Dass das friedlich nicht umsetzbar ist, versteht sich eigentlich von selbst.

S.285/286
Wir haben natürlich eine idealtypische Vorstellung, ein vielleicht etwas verklärtes Bild von unserem Volk, aber es dient als Leitstern für unsere Aufgabe der Selbstveredelung – wie es heute bereits in viel kleinerer Dimension bei der individuellen „Selbstoptimierung“ verbreitet ist. […]
Jedem Ding und Leben dieser Welt – auch einem Volk – ist die Aufgabe der Selbstentfaltung mitgegeben. Um nun als Deutsche wieder zu einem vollwertigen, eigenständigen und differenzierten Volk zu werden, brauchen wir weniger die Not als Zuchtmeister, als eine fordernde und fördernde Elite, die unsere Volksgeister wieder weckt.

Die politische Linke nennt es die Schaffung des neuen Menschen. Der alte muss verschwinden, damit der neue Mensch entstehen kann. Bei Höcke gilt diese Vorstellung für das Volk. Wir brauchen eine Fortentwicklung zur Existenzberechtigung. Das Individuum spielt hier längst keine Rolle mehr. Man denkt unwillkürlich an das „Lebensborn-Projekt“, auch weil Höcke es tunlichst unterlässt, seine Vorstellung einer Fortentwicklung zu beschreiben. Wie muss ein Angehöriger des deutschen Volkes denn aussehen und seinem Wesen nach sein, damit er als Mitglied des vollwertigen, eigenständigen und selbstoptimierten Volkes durchgeht?

Der zweite Aspekt ist der Eliten-Gedanke. Nicht das Volk aus sich heraus entwickelt sich fort, sondern eine Führungs-Elite weist dem Volk den Weg dorthin.

Ganz neu ist der Gedanke nicht.

Die SS war ein Männerorden. Heinrich Himmler verkündete 1929, er wolle zukünftig aus der SS eine Sippengemeinschaft von Männern und Frauen formen, eine rassische Oberschicht des germanischen Volkes als Führungselite eines von den Nazis beherrschten Europas.

S.286
Frage: Aber ist das Volk überhaupt in der Lage, sich selbst aus dem Sumpf herauszuziehen?
„Machiavelli bestritt das ja vehement. Er ging von einem „Uomo virtuoso“ aus, der nur als alleiniger Inhaber der Staatsmacht ein zerrüttetes Gemeinwesen wieder in Ordnung bringen könne.

Na endlich, möchte man fast sagen. Da ist er, der finale Gedanke vom Führerstaat. Machiavelli beschreibt mit dem „Uomo virtuoso“ den Anführer, der nach einem totalen Zusammenbruch der staatlichen und moralischen Ordnung die alleinige Führung übernimmt und das Volk als guter Despot in eine segensreiche Zukunft führt.

In diesem Satz liegt die ganze kühl kalkulierte Perversion des Höckeschen Politikansatzes. Er verlangt nämlich zunächst den totalen staatlichen und moralisch-sittlichen Verfall, also die Verzweiflung der Massen, ohne die niemand sich auf einen Despoten Höcke einlassen würde. Der virtuose Höcke braucht das totale Scheitern und Versagen anderer Ideologien und alter Ordnungen. Erst danach kann er sein Genie entfalten. Primärziel ist nicht die Verhinderung der schlimmsten Auswüchse dessen, was man von Grünen Ideologen zu befürchten hat, sondern vielmehr deren möglichst zügige und vollständige Umsetzung und nachfolgendes Scheitern. Eine AfD bei 30% zum jetzigen Zeitpunkt wäre für Höcke ein Problem, die von ihm formulierten Bedingungen für den Erfolg seines Politikansatzes wären nicht gegeben.

Höcke beschreibt in seinem Buch vage, aber erkennbar nahezu alle Aspekte des deutschen Faschismus, des Nationalsozialismus. Beginnend mit einem anderen Sozialismus über die Anknüpfung an germanische Volksreligionen, Optimierung des Volkes, ethnische Abgrenzung, Führungselite des Volkes, bis hin zum Führergedanken, findet man das gesamte Arsenal dieser Ideologie.

Man könnte schmunzeln bei dem Gedanken, so absurd wirkt das Ganze auf mich, wenn da nicht ein Satz wäre, bei dem ich geneigt bin, ihm zuzustimmen:

S.257/258
Ein paar Korrekturen und Reförmchen werden nicht ausreichen. Aber die deutsche Unbedingtheit wird der Garant dafür sein, daß wir die Sache gründlich und grundsätzlich anpacken werden. Wenn einmal die Wendezeit gekommen ist, dann machen wir Deutschen keine halben Sachen.

Seine Anhänger und Verteidiger werden darauf verweisen, dass auch ich Höcke bewusst falsch und nachteilig interpretiere, wie er selbst in seinem Buch beklagt, dass das häufig geschehe.
Er erwähnt das von ihm so genannte „Denkmal der Schande“ und beklagt die Fehldeutung dieser Bezeichnung des Holocaust-Mahnmals durch ihn. Er schreibt: „Gemeint war eindeutig: Wer sonst außer den Deutschen stellt seine eigene Schande in den Mittelpunkt des nationalen Gedenkens?“ Der Redeabschnitt über das „Denkmal der Schande“ ist häufig zitiert, aber er wird immer verkürzt und damit verfälschend zitiert. Üblich und bekannt ist das folgende Zitat: „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“
Und in der Tat, ersetzt man „Denkmal der Schande“ in diesem Zitat, mit der Deutung „Denkmal unserer Schande“, ergibt der Satz immer noch Sinn. Man könnte also zu Gunsten von Höcke annehmen, dass er es so gemeint hat, wie er dies nun auch in seinem Buch selbst schreibt.

Schauen wir aber auf das vollständige Zitat, wie Höcke es in Dresden sagte: „Wir Deutschen – und ich rede jetzt nicht von euch Patrioten, die sich hier heute versammelt haben – wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“
Und jetzt lesen wir die Sätze mit der von Höcke behaupteten Auslegung: Wir Deutschen – und ich rede jetzt nicht von euch Patrioten, die sich hier heute versammelt haben – wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal unserer Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.

Der Einschub zu den anwesenden Patrioten, belegt Höckes unehrlichen Umgang mit seiner Rede; sie ist ihm offenkundig peinlich. Von einem Denkmal „unserer“ Schande kann gar nicht die Rede sein. Er nimmt die anwesenden Patrioten nämlich ausdrücklich davon aus, sich dieses Denkmal zu Eigen gemacht zu haben.
Als weiteres Indiz kann folgender Ausschnitt aus derselben Rede Höckes herhalten:
„Liebe Freunde, die Bundespräsidenten dieser Republik, die haben keine Geschichte geschrieben…
[Gelächter]
…und sie haben sehr wenig bedeutsame Reden gehalten. Eine der bedeutsamsten Reden, die von einem Bundespräsidenten gehalten wurde, das war die Rede von Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985.
[Applaus]
Das war eine rhetorisch wunderbar ausgearbeitete Rede, stilistisch perfekt. Richard von Weizsäcker war ein Könner des Wortes. Aber es war eine Rede gegen das eigene Volk
und nicht für das eigene Volk.“
Man kann die Weizsäcker-Rede schwerlich als Rede gegen das eigene Volk interpretieren, wenn man das Mahnmal als „Denkmal unserer Schande“ betrachtet.

Höcke selbst zitiert die Passage nie vollständig, was zumindest den Schluss zulässt, dass ihm die Schwäche seiner Argumentation bewusst ist.

Dem Bürger und Wähler sollte eine Warnung sein, was Höcke schreibt und sagt. Jeder kann sich mal vergreifen. Die wenigsten tun es ständig.
Wenn Höcke im Oktober Fraktionsvorsitzender der AfD im Deutschen Bundestag ist und kurz darauf Parteivorsitzender, ist das kein Spiel mehr. (Anm. von mir: Der Thread stammt aus dem Frühjahr 2021)
Ende

Frage damit beantwortet?

Man, man, man, Du steckst wirklich ganz tief drin. Ist Dir schon mal der Gedanke gekommen, Dich in Deinem Leben einfach weniger mit Politik zu beschäftigen, unabhängig davon welcher Couleur? Vermutlich würde Dich das glücklicher machen. Wie wär’s stattdessen mit Fußball? Oder Grillen mit Freunden im Park? Jede Stunde weniger Streaming von die Welt nur in katastrophischen Semantiken begreifenden politischen Podien auf YouTube wäre eine Stunde gewonnene Lebenszeit und eine Stunde weniger eines erstarrten Nachhängens dystopisch-apokalyptischer Zukunftsphantasien, wie sie offenkundig Deinen Tag bestimmen. Wie kann man mit Deiner Sicht auf das Leben überhaupt einen angenehmen Alltag erfahren? Wartet auf Dich nicht überall Verderb, Unheil, Niedergang und Gefahr? Traust Du Dich noch vor die Tür?

Sorry, ich gebe zu, ich provoziere Dich ein bisschen, aber ich mag es, wenn Menschen glücklich sind, und Du scheinst mir ein unglücklicher Mensch zu sein, und ich mag Dich irgendwie.

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Damit meine ich, dass CDU, SPD, GRÜNE, FDP und auch LINKE (wobei eher Schmuddelkind) die ungesteuerte Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme nicht abstellen wollen. Es geschieht nichts um die bisher ausreisepflichtigen Ausländer aus diesem Land zu schaffen. Die AfD ist die einzige Partei, der ich abnehme relevante Schritte einzuleiten, um diese Veränderungen umzusetzen.

Das heißt, ohne AfD-Beteiligung an einer Regierung wird es zu keiner dieser Veränderungen kommen. Das demokratische System so wie es aktuell aufgebaut ist, wird ohne die AfD nicht dazu kommen, die rechtlichen Möglichkeiten auszunutzen. Dafür sind zuviele Hemmschuhe in den Parteien.

Die AfD, deren Parteiprogramm 2021 nicht unwesentlich von Höcke mitbestimmt wurde, und in dem u. a. gefordert wird, dass Deutschland aus der EU austreten soll? Ich stimme durchaus zu, dass ein Großteil der Wähler der AfD durchaus eher bürgerlich-konservativ als rechts ist und von der CDU z. B. enttäuscht ist. Und auch ich halte es für wichtig, obwohl ich mich selbst nicht als konservativ bezeichnen würde, dass es eine konservative Partei in Deutschland geben muss, die sich eindeutig zu unseren Grundwerten bekennt. Da würde ich eine AfD eben nicht zuzählen.

Für mich ist das, was die AfD fordert, eher so das, was Jochen Malmsheimer in „Das bürgerliche Wohnzimmer“ einmal exzellent beschrieben hat: „ein bierfurzsaurer Orkus der Gemütlichkeit“ - und blendet dabei die Welt drum herum aus.

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letztlich verfasst der Faschist hier „Mein Kampf light“ - es steht alles schwarz auf weiß in seinem Buch…

Geprellte Verlierer als Kronzeugen nehmen, ich weiß ja nicht. Pretzell war ja auch schon Nazi damals. Insofern nennt jetzt ein Faschist einen anderen Faschist? So richtig will mir das nicht einleuchten.

viel wichtiger wäre in dem Zusammenhang aber, ob dir die zitierten Textstellen von Höcke oder die Kommentare drunter „einleuchten“. Die Quelle zu diffamieren ist ja auch nur ein beliebtes Ablenkungsmanöver, was aber vor allem dann ins Leere geht, wenn die Originalzitate aus dem Buch dastehen. MIR kommen Pretzells Einordnungen nicht allzu weithergeholt vor. Welche denn dir?

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Ich rede hier ja nicht vom großen System (auch wenn ich innerlich vielleicht durchaus größer denke/fühle). Mir ist es auch völlig wumpe wer am Ende dafür sorgt, dass es hier wieder normal zugeht, aber du kannst mir doch zumindest nachempfinden, dass ich es denen nicht zutraue, die dafür verantwortlich sind.

Ich teile deinen Optimismus nicht, dass die Union oder die SPD Realpolitik betreiben können, wenn nicht ein Umdenken in der kompletten Kulturlandschaft einhergeht. Die Medien zb haben viel zu viel Macht und die sind grün. Die Schulen sind grün. Die Universitäten sind grün.

Mittlerweile müssen MINT-Studenten gendern. Du glaubst doch nicht, dass wir ohne den großen Besen einfach so mir nichts dir nichts zu einer Normalität zurückkehren können?

Wichtig ist, dass die Regierung wieder anerkennt, wer zur Bevölkerung gehört und wer nicht.

Welche konservativen bürgerlichen Parteien meinst du denn? Die CDU die sich mit Rainbowflag ablichten lässt?

Tagein tagaus wird einem MERZ vorgeworfen AfD-Parolen zu verbreiten. AfDler können da nur lachen drüber. Der ist Blackrock. Quasi die Antithese zur AfD: Aber das raffen die Wokies nicht, weil die sich schon längst vor den Globalistenkarren spannen lassen haben.