Der Politik- und Gesellschafts-Thread (Teil 1)

An der Stelle kann und sollte man auch noch erwähnen, dass der Politiker, der Hitler letztendlich zum Reichskanzler machte, nämlich Reichspräsident Hindenburg, u.a. auch deshalb 1925 zum Reichspräsidenten gewählt wurde, weil die KPD meinte, im 2. Wahlgang mit dem bereits im 1. Wahlgang chancenlosen Ernst Thälmann erneut einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken zu müssen. Hätten sie damals darauf verzichtet, wäre wohl der Zentrumspolitiker Wilhelm Marx, für den sich SPD, Zentrum und die meisten der restlichen demokratisch gesinnten Parteien aussprachen, 1925 Reichspräsident geworden. So war der Weg für den autoritären Führungsstil Hindenburgs frei, den dieser ab 1930 dann so richtig auslebte und eine Notverordnung nach der anderen erließ.
Hier noch das, was in der Parteizeitung der KPD stand:
„Es ist nicht die Aufgabe des Proletariats, den geschicktesten Vertreter der Bourgeoisieinteressen auszusuchen, zwischen dem Zivildiktator Marx und dem Militärdiktator Hindenburg das kleinere Übel zu wählen. Wir rufen die Massen auf: Organisiert den Massenkampf gegen die Bourgeoisiediktatoren, gegen Hindenburg und Marx! […] Jeder klassenbewußte Arbeiter stimmt gegen Hindenburg und Marx für Thälmann!"

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Und daran ist nichts auszusetzen. Wären heute noch alle so konsequent, hätte es nie eine Ampel gegeben.

Naja, die Weimarer Republik war wohl eher ein Freistoß aus 30m als ein Elfmeter. Eine schlechte konzipierte Verfassung, diverse Wirtschaftskrisen (Reparationszahlungen, Hyperinflation, Weltwirtschaftskrise) dazu diverse Gruppen die gezielt die Republik bekämpften (Nazis, Kommunisten, Königstreue, Miltärs). Eher erstaunlich wie lange sich das gehalten hat. Obwohl, ohne Brünings Austeritätspolitik oder den Preußenschlag gäb es die Weimarer Republik vielleicht noch immer.

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Interessanter finde ich allerdings gewisse Parallelen. Da wäre zum einen der Gegensatz zwischen Stadt und Land zu nennen. Das Großstadtleben der 1920er Jahre (v.a. das in der Hauptstadt Berlin) nach dem Ende der Hyperinflation sorgte auf dem Land häufig für Kopfschütteln, was Kunst, Kultur, Lebensweise, Sexualität etc. betraf. Ähnliches lässt sich auch heute wieder verstärkt beobachten. Gerade in ländlichen Gegenden hat man mit so mancher Entwicklung, die in der Stadt fest verankert zu sein scheint, so seine Probleme und damals wie heute hat man das Gefühl, dass sich da teilweise zwei unvereinbare Blöcke gegenüberstehen.
Wobei zumindest meiner Einschätzung nach die Tendenz in die Richtung geht, dass die Politik (zumindest bei 2/3 unserer Regierungsparteien) eher bestrebt ist, das was in der Stadt schon in weiten Kreisen akzeptiert ist auch der Bevölkerung auf dem Land als die einzige Alternative zu verkaufen. Man will quasi mit missionarischem Eifer die Landbevölkerung „erhellen“. Als Beispiele fallen mir hier v.a. Gendern, Geschlechterfragen, Familienbild und natürlich Klimaschutz ein. Hier wird mMn eine Agenda ohne Rücksicht auf Verluste durchgepeitscht.
Anders herum kommt es mir eher so vor, dass weite Teile der Landbevölkerung es durchaus akzeptieren, wenn es in der Stadt anders läuft, solange man sie in Ruhe lässt. Man kann natürlich auch trefflich darüber streiten, ob „Stadtmenschen“ besser als die Landbevölkerung einschätzen können, ob große Beutegreifer wie Wolf oder Bär durch die ländlichen Gegenden streifen sollten, oder ob die Zeiten sich vielleicht dahingehend geändert haben, dass mittlerweile im 21. Jahrhundert nicht mehr genug Platz für Mensch und dessen Nutztierhaltung auf der einen und Raubtiere auf der anderen Seite ist. (nur eines von vielen Beispielen bei denen die Volksseele an den Stammtischen der Dörfer überkocht)

In der Weimarer Republik gelang der Ausgleich zwischen den verschiedenen Ansichten nicht und ein Grund, warum die parlamentarischen Mehrheiten letztendlich scheiterten und es in der Schlussphase nur noch Minderheitsregierungen von Gnaden des Reichspräsidenten gab, war auf jeden Fall die fehlende Kompromissfähigkeit der demokratisch gesinnten Parteien, die die eigene Klientel und die eigene Ideologie zu sehr in den Vordergrund stellten und dadurch die extremen Parteien stärker werden ließen.

In einem Land, in dem man sich in weiten Teilen noch immer auf den Grundsatz „Nie wieder Faschismus“ einigen kann, ist es eben auch wichtig, zu schauen, wie der Faschismus an die Macht gelangen konnte.
Beim Blick in die Geschichte fällt aber auch auf, dass Verbote in der deutschen Geschichte eher kontraproduktiv waren. Nach dem Wiener Kongress verboten die Landesfürsten im Deutschen Bund nationale und liberale Bestrebungen und ernteten dafür 1848 eine Revolution. Bismarck wollte im Kaiserreich durch die Sozialistengesetze die SPD schwächen, was ganz und gar nicht gelang. Hitler hat vor der Wahl im März 1933 andere Parteien massiv eingeschüchtert und ihren Wahlkampf komplett verboten bzw. sogar führende Funktionäre bereits einsperren lassen. Trotzdem gelang ihm keine absolute Mehrheit. Irgendwie scheint der „deutsche Michel“ nicht unbedingt revolutionslüstern zu sein, aber zumindest ist es ein Wesenszug, eine gewisse Trotzhaltung an den Tag zu legen, wenn die Obrigkeit meint, ihm sagen zu müssen, was gut und was böse ist. Von daher sehe ich persönlich die Gefahr für ein weiteres Ansteigen der AfD-Stimmen tatsächlich eher gegeben, wenn Parteien, die momentan auch nicht gerade höchste Glaubwürdigkeit ausstrahlen, meinen, sie müssten die Demokratie durch Verbote anderer Parteien schützen.

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Jetzt gibt’s sogar noch Geschichtsstunden hier und Buchtipps! Find ich super, bitte weiter so.

Mein heutiger Senf unter dem Eindruck der tagsüber verpassten Debatte:

Wir befinden uns im Zeitalter hybrider Kriegsführung (falls sich das noch nicht rumgesprochen hat). Das heißt, es wird nicht nur mit Waffen geschossen, sondern alle modernen Kanäle bespielt: Des-Information, Cyber-Angriffe, Giftanschläge. Großer Mastermind auch hier: Russland. Wie längst bekannt, subventioniert der Kreml finanziell, gar nicht mal besonders heimlich, praktisch den gesamten populistischen, nationalkonservativen, illiberalen Parteien-Sumpf in Europa. Also auch die AFD. Nur, wenn sich mal wieder jemand fragt, warum AFD-Fuzzis zu Besuch in Moskau weilen.
Derweil werden Fakten und Worte fachmännisch umgedreht. Das geht ganz einfach. Nicht wir sind die Faschisten, die sind es. Nicht wir die Kriegsverbrecher, sondern die. Wenn du das oft genug wiederholst, ist es völlig wurscht, was die Fakten sagen oder was Wahrheit oder Lüge ist, füttere deine Kanäle, multipliziere die Fakes, am Ende müssten die Leute soviel Checks machen, die Mühe sparen sie sich doch, und in naher Zukunft erledigt noch unsere KI-Abteilung den Job und liefert tolle Bilder.

Dass irgendwelche verweichlichte Intellektuelle im Westen ihre Warnlampen anschmeißen, interessiert doch niemanden. Die Welt ist zu schnell, zu modern, zu komplex. Die Leute wollen nix ändern, und ihren Wohlstand verlieren schon gar nicht.

Die alte Maggie Thatcher hat mal gesagt, was wollen diese Linken immer mit ihrer „Gesellschaft“, so was wie eine Gesellschaft gibt es gar nicht. Im Falle Russlands hat sie teilweise Recht: es gibt in Russland keine Zivilgesellschaft (mehr). Die gesamte Intelligenzia ist geflüchtet oder hockt im Gefängnis oder hält die Beine still. Und der Westen? Den hält Putin, und mit ihm alle populistischen, autokratischen Führer in der Türkei, in Polen, in Ungarn, mittlerweile sind sogar die Skandinavier infiziert (Finnland, Schweden), für schwach, verweichlicht, dekadent. Die reden immer nur mit ihren woken Themen, derweil drehen wir das Rad mal schön zurück, bis die was merken, regiert in USA der nächste irre Republikaner, dann können wir aber richtig aufdrehen.

Wenn ich euch jetzt erklären soll, wie ich zu diesen leicht zynischen Einschätzungen komme, die übrigens auch von konservativen Intellektuellen und Außen-Politikern geteilt werden (wie etwa Norbert Röttgen über Russland spricht), könnte ich mit Quellen arbeiten. Der Witz ist nur, heute wurde mehrmals bewiesen, dass keine Quelle der Welt mehr von allen als seriös genug eingeschätzt wird, die nicht ausdrücklich die eigenen Gehirnwindungen bestätigt. Also überlasse ich euch die Wahl, ihr werdet schon wissen, welche Medien oder Bücher noch als vertrauenswürdig gelten dürfen. Und ja, das ist ne Menge Arbeit.

Warum schreibe ich all das?
Nun, weil ich heute erlebe, dass ein engagierter Verteidiger der Demokratie sich vorwerfen lassen muss, antidemokratisch zu sein, weil er am liebsten den Anti-Demokraten den Mund verbieten würde. Und ja, stellt euch vor, das Paradoxon fällt mir auch auf. Was aber vielen hier nicht auffällt, sonst würde man nicht weiter mit Samthandschuhen gegenüber den wirklichen Anti-Demokraten agieren: in welcher Welt wir mittlerweile leben. Es ist eine Welt, in der liberale Demokratien mit dem Florett gegen autokratische Regimes antreten: und die wiederum benutzen die Streitaxt.

Das Ganze passiert, während eigentlich die ganze Bevölkerung des Planeten mehr als genug damit um die Ohren haben müsste, gemeinsam das Problem mit dem Klima anzupacken. Tut aber keiner. Weil: „man kann nicht Politik gegen das Volk machen.“ Woraus unweigerlich volkt, ich meine, folgt: Massen von Migration (wohin wohl?), ganze Landstriche unbewohnbar, Kampf um Wasser, Bürgerkrieg. Hängt alles zusammen.
Oh, ich vergaß: das ist ja nur eine „Agenda“. Interessiert nur mich woken, (ein-)gebildeten Stadt-Bewohner. Da bin ich natürlich froh. Ich dachte bisher, die Entwicklung des Weltklimas mit all seinen von 99% der Wissenschaftler bestätigten Auswirkungen, beträfe jeden, egal, wo er wohnt. Aber ich vergaß tatsächlich, in Russland und Aiwangers Dorf gibt’s gar keine Klimakrise. Na, dann ist ja alles gut.

Klingt kompliziert, das alles? Macht nichts. Die Hauptsache ist, wir verlieren unseren Wohlstand nicht, und Faschisten dürfen Fakten fälschen und abstruse Weltbilder kreieren, äh, Verzeihung: ihre Meinung sagen.

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Die Stadt/Land-Theorie greift zu kurz. Es geht um mehr. Nämlich „Somewheres“ vs. „Anywheres“.

Könnte daran liegen, dass einige Leute im Geschichtsunterricht aufgepasst haben.
Folkfriends Vision hatten wir nämlich schon, nannte sich DDR.
Alles voll von engagierten Verteidigern der Demokratie und Kämpfern gegen den Faschismus.
Hatten sogar einen antifaschistischen Schutzwall.
Und genau wie Folkfriend es in seinem Freundeskreis praktiziert, wurden die Menschen da streng überwacht und ggf. bestraft, wenn sie die „falschen“ Sachen gesagt haben.
Da wurden soviele Leute Mundtot gemacht, für Folkfriend wäre es ein reines Paradies gewesen.

War letztlich nicht so die Erfolgsgeschichte und sollte sich besser nicht ansatzweise wiederholen.

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Einverstanden.
Aber ich sprach nicht über Folkfriend, sondern über die fehlenden Reaktionen auf offensichtlichen Radikalismus. Und ich sprach über den fehlenden Fokus auf die wirkliche Bedrohung, auf die wirklichen Probleme.

Aber das wäre auch das erste Mal, dass du dich um das kümmerst, was die relevante Aussage eines Textes ist. Irgendwann wirst du noch ein „und“ markieren und widersprechen. Hast du schon mal daran gedacht, einen originären Gedanken zu fassen und mitzuteilen, statt ständig nur zu reagieren? Ich habe von dir noch nie auch nur irgendein konstruktives, lösungsorientiertes Statement gelesen. Nur die anderen sind immer falsch gepolt, und du bist der Hüter der Moral (weswegen nur noch drei Parteien wählbar sind, schon klar).

Ich bin heute auf Krawall gebürstet. Dafür entschuldige ich mich. Aber wenn ich verfolge, wie sämtliche gut vorgetragenen Argumente von @jep, @Andy, @anon47051198 etc. quasi ignoriert werden, geht’s offensichtlich nicht anders.

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Dann hab ich dich falsch verstanden.
Wen meintest du denn mit dem engagierten Verteidiger der Demokratie?

Ich dachte, der Teil sei relevant, weil du ihn mit „Warum schreibe ich all das?“ eingeleitet hast.

Gedacht hab ich dran, aber als es dann mit einem Weltuntergangsszenario weiterging, hab ich den Gedanken wieder verworfen.

Jetzt bin ich überrascht.
Du bist doch sonst immer dafür alle Aspekte zu berücksichtigen.
Und wenn ich darlege, dass ich nicht nur die AfD für unwählbar halte, maulst du mich an?
Das ist ja drollig.

Musst du nicht.
Für mich völlig okay. Solche Tage hat man.


:face_with_spiral_eyes:
„Mmh“, „(ab…äh…aufgebrühter) Brenn…Pfeffer-minztee“ - in „Schnabeltassen“ … „visiert…ähm…versiert…äh…serviert“. :smirk:

:disguised_face:

gruselig, wie bereit- oder besser mutwillig du mich wahlweise missverstehst oder mir irgendwelche dinge unterstellst, die schlicht nicht der realität entsprechen!

und keine sorge - ein unrechtsregime wie die ddr mit seinen stasi-schergen ist mitnichten das was ich will! wie abstrus so etwas in erwägung zu ziehen und vor allem damit den kern der sache auszuhölen!

das einzige, was mich antreibt, ist der kampf gegen rechte, rassisten, faschisten, antidemokraten, religiöse fanatiker und ähnliches gedöns - inklusive deren parteienvertretung!

und es ist nunmal be- und erwiesen, dass man den großteil dieser menschen nicht auf „unsere“ seite (zurück)holt und dass sie jeden versuchs des dialogs für ihr zwecke missbrauchen und parteien, die sich ihrer sprache und denke bedienen an sie verlieren…

das sind doch alles keine neuen erkenntnisse…

und da könnt ihr alle zigmal neunmal klug philosophieren, geschichtslektüre wälzen und die großen und kleinen geister unserer zeit zitieren - das hilft niemandem weiter! (kenne ich übrigens alles - ich bin nicht vom wickeltisch gefallen oder in die baumschule gestolpert…)

das einzige was hilft, ist ein bedingungsloser schulterschluss der demokraten und das totale ausgrenzen der gegner eben dieser demokratie!
doch daran haben genung (ehemalige) demokraten wie merz und konsorten kein interesse - aus gier, habsucht, größenwahn, besitzstandswahrung, ignoranz und selbstverliebtheit!

diskutiert euch zu tode und wundert euch, wenn ihr es irgendwann nicht mehr könnt/dürft - ich trete dem feind solange noch aug in aug entgegen - und verschwende hin und wieder meine energie an solche „diskussionen“!

p.s.
danke für alle persönlichen, unterstützenden nachrichten von denen, die hier nichts mehr schreiben wollen - das lässt mich den glauben nicht ganz verlieren…

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Glaube, das ist ganz interessant zu diesem Thema:

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Danke für diesen Post.

Niemand hat das Problem je besser beschrieben als Popper.

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Popper: ein ganz Großer!

Punker: ein ganz Kleiner!

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Hab dich nur zitiert.
Unterstellt ist da gar nichts. Waren deine Ausführungen.

Gegen die AfD hilft vielleicht nur die Schließung aller Freibäder…

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In der Vorstellungsrunde habe ich nichts von dir gefunden.

Es ist interessant für mich zu sehen, dass du bei deinem eigenen Verhalten nicht in schwarz-weiß-Muster denkst. Man kann also Fan eines Vereins sein, der sich offen gegen Rassismus einsetzt und gleichzeitig Rassismus ein ganz gute Idee zur Lösung unserer Probleme finden.

Wundert dich das? Ich würde mit Bekannten in meinem Freundeskreis ähnlich umgehen. Wenn du in deinem Freundeskreis mit der selben Absolutheit („alle“, „immer“) „argumentierst“ wie hier, überrascht mich das nicht mal ansatzweise.
Wenn du Quellen, die deine „Fakten“ widerlegen, ohne sie zu betrachten als „Fake News“ betitelst, nur weil sie nicht in dein Weltbild passen, auf welcher Basis soll diese Freundschaft funktionieren?
Auf die gemeinsamen Erlebnisse? Auch Erinnerungen sind höchst subjektiv geprägt und verändern sich über die Zeit, genau wie sich eine Gesellschaft permanent ändert.
Als ABI-Scherz haben wir damals mit Sturmmasken und Wasserpistolen die Schule „erobert“ und alle Klassen und Lehrer aus den Klassenzimmern geholt - heute sowas von undenkbar.

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Ja, stimmt. Etwas offtopic, wobei, ist ja der Gesellschaftsthread: So etwas wäre undenkbar. Weil das Adrenalin und Testosteron sowie Dopamin/Serotonin, der „gefährliche“ Transmittercocktail, den die jungen Menschen in der Situation im Blut haben, sich aber trotzdem Bahn brechen will, werden jetzt, so meine unmittelbare Erfahrung, Lehrer persönlich beleidigt/mit Häme überzogen, oder es entsteht ein nicht unerheblicher Sachschaden beim „Abi Streich“. Da weiß ich nicht, was ich besser finde.

Zu Kurts Weltbild: Wenn jemand meint, (nur) die AfD habe aus der „Geschichte gelernt“ und daraus abgeleitet, dass Putin doch der bessere Freund ist (als die Bösen Amis), gleichzeitig Nazi Parolen aufgreift UND die „Entnazifizierung“, die Putin angeblich in der Ukraine gerade vornimmt „feiert“, dann muss man schon an der Bereitschaft, sich kritisch mit den eigenen Glaubenssätzen auseinander zusetzen, zweifeln. Insgeheim habe ich mir gedacht, wie lange AfD Anhänger wohl Putin „gut“ fänden, wenn er dann mal in D mit der Entnazifizierung beginnt… Aber warte, auch dafür hat das Narrativ ja seine Erklärung: „Bei der AfD gibt es keine Nazis!“

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Vielen Dank @kurt, dass Du meiner Bitte um eine Erläuterung Deines Standpunktes vom letzten Wochenende tatsächlich entsprochen hast und auch anschließend an der weiteren Diskussion teilgenommen hast. Das freut mich.

Vielen Dank auch für die ganz überwiegend im Ton gesittete und im Inhalt fruchtbare Diskussion an alle Teilnehmer, und das trotz der kontroversen Natur der verhandelten Themen, welch wohltuende Oase der Entspannung für mein sonst in den meisten Threads hier oft so gepeinigtes Moderatorenherz. Auf diese Weise darf es gerne weitergehen.

In der Sache hatte ich mir in meinem stillen Kämmerlein über die letzten Tage trotz Zeitmangels häppchenweise eine recht ausführliche Erwiderung auf Kurts Beitrag zusammengebastelt (wenn ich schon frage…), aber die ist inzwischen inhaltlich und zeitlich von der Diskussion völlig überholt worden. Sei’s drum. Mein Beitrag fehlt dieser Diskussion nicht.

Bitte genauso höflich und zivil wie bisher weitermachen, und bitte auch genauso fruchtbringend.

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