Der FC Bayern und Katar

Hallo @HorstMohammed, nun, hinter vorgehaltener Hand und nur unter uns beiden wäre meine selbstverständlich vollkommen abseitige Spekulation die, dass diese Spendierfreudigkeit im Zusammenhang mit der WM 22 stehen könnte, Stichwort lieb-Kind-machen im deutschen Fußball, goodwill einkaufen u. ä. Die Doku von Jochen Breyer und Julia Friedrichs fand ich in dieser Beziehung sehr aufschlussreich. Du musst sehen: Für Katar, money is no object. Aber die WM 22 ist alles. Da zahlt man gerne auch mal €10m pro Jahr über den Durst, und sei es auch nur für einen noch so indirekten und marginalen Einfluss auf den Weltfußball. Am Ende rechtfertigt selbst ein minimaler angenommener Imagegewinn gigantische Ausgaben. In dieser Frage verläuft die Grenznutzenfunktion des Geldes für Katar vermutlich fast schon parallel. :slightly_smiling_face:

Nö. Hat man nicht. (Im Sinne von: Ich stimme dir zu.)

Mir nicht. Ich schätze deine ausgeprägte Nerdigkeit, wenn es um Clubs, Investitionen und Zukunftsperspektiven geht, aber vor allem im Abstrakten, als Gedankenspiel und um sich darüber aufzuregen, zur Unterhaltung, oder um Geldflüsse in europäischen Fußball zu analysieren.

Aber würdest du wirklich einen Investor bei den Bayern sehen wollen? Wirklich? Ernsthaft? Einen Hunt aus Dallas oder so? Bei den Bayern?

Ich … irgendwie nicht.

Ich bin eigentlich ganz froh, dass die Bayern mit AAA als soliden, berechenbaren und nicht zu Sperenzchen neigenden Minderheitseignern ganz konservativ und langweilig aufgestellt sind. Das darf von mir aus gerne so bleiben.

Die Idee, dass die Bayern sich um ein Farmteam bemühen sollten, finde ich allerdings verlockend. Das bietet Chancen vielfacher Art. Wenn ich im Management des Clubs etwas zu sagen hätte, würde ich Gedankenspiele in diese Richtung anregen und forcieren.

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Die Aussage des Wespennests bezog sich nicht auf die Firma RB allgemein, sondern eher auf die Tatsache, dass RB von deutschen Fußballfans-auch hier im Forum - als das ultimative Böse angesehen wird.

Ich weiß nicht, ob der Konzern tatsächlich bereit wäre, sich jetzt zu fokussieren. Ich denke dass durch mateschitz’ Tod auch erstmal eine Art Konsolidierungsphase begonnen hat.

Am Anfang 1-2% und am Ende ‚Think Big‘

Aber sonst geht’s dir gut?

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@918: Gut, über 1, 2 oder 5 % - von mir aus auch 10 - im Rahmen von 50+1 können wir gerne reden. Ich dachte, du warst gedanklich schon ein paar Schritte weiter, also bei Abschaffung von 50+1 und dann den ganzen Club an den Investor verkloppen, eben genauso, wie es bei den Clubs in England der Fall ist, die du sonst immer erwähnst.

@wohlfarth: Die Gefahr des slippery slope ist real, aber bei den Bayern satzungsgemäß ausgeschlossen, da in der Satzung verankert ist, dass der Verein immer mindestens 70 % der Anteile an der AG halten muss. Man hat also einen logischen Abbruchpunkt auf der Eskalationsleiter.

Wenn wir ein Einkaufszentrum in Fröttmaning und die Allianz Arena um einen Stock erweitern und umbauen wollen, damit Helene Fischer dreimal im jahr drin jodeln kann, dann müssen wir dem Amis schon mehr geben als 2%.
Think Big.

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@918: Ich finde eher die Frage interessant, wofür die Bayern zusätzliches Geld brauchen?

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Letzendlich stiegen die Spitzengehälter in den letzten 10-15 Jahren um 10 Millionen. Und die folgende Wertschätzungskolone will eben nicht abreissen lassen. Von daher muss man sich was einfallen lassen, der Bundesliga TV Vertrag wird wohl nicht besser und das oberste Regal sollte es bei Bayern wohl immer sein.

@anon54756526: Und genau das ist ja das Problem. Wo ist die Grenze? Man kann seine Gegner ja nicht aus dem Markt konkurrieren, weil die Anzahl der Teilnehmer durch die Anzahl der Startplätze in den Ligen und Wettbewerben definiert ist.

Letztendlich übersetzen sich steigende Einnahmen in immer nur noch weiter steigende Ausgaben für Gehälter und Transfers bei relativ geringen gleichzeitigen Zugewinnen der Vereine in ihrer Wettbewerbsposition. National gesehen geht besser als Dauermeister nicht und international gesehen sind die Kosten für Dauer-Champions-League-Sieger prohibitiv hoch (man müsste ja noch einmal deutlich zahlungskräftiger sein als der zweitstärkste Konkurrent - illusorisch), und aufgrund des stark zufallsabhängigen Turnierformats schon konzeptionsbedingt so gut wie unerreichbar.

@918: Diese Umsatzbegrenzung der payroll ist eine völlige Scheindebatte. Ob sich die max. Ausgaben an 100% des Umsatzes, der natürlichen langfristigen Obergrenze, wenn ein Unternehmen nicht pleite gehen will, oder an 70% davon orientieren, ist vollkommen nebensächlich und läuft letztendlich aufs selbe hinaus. Das einzige, was man sich über die relative Komprimierung des Ausgabenspielraums der Vereine für ihre Mannschaften erkauft, ist ein paar Jahre Zeit, bis die Umsatzdifferenzen zwischen den Teams so groß geworden sind, dass die dann gültigen 70% so viel sind wie die heutigen 100% und wir wieder back to square one sind (nur dass dann die Spieler noch teurer geworden sein und noch mehr verdienen werden).

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So ist es, stell ich ja auch wertungsfrei fest. Aber bis auf kleine Ausnahmen (10 Mio für Ballack 2006, , 12 Mio für Kroos 2014, 20 Mio für Alaba 2021, 25 Mio für Lewa 2022) wurde teilweise an Hürden kurz gescheut, letztendlich werden sie aber immer übersprungen. Und die 15 bis 25 Mio von heute sind die 20 bis 30 Mio von morgen. Und da die Weltklasse „Bayernbettwäscheschläfer“ immer seltener werden, muss man da eben mitspielen, auch wenn man gegen mit Ölquellen unterlegte Mitbewerber nur schwerlich auch zukünftig mithalten kann. Die Frage ist eben ob die Amerikaner wie gerne von 918 dargestellt bei Bayern als Sponsor oder Investor händeringend einsteigen wollen. Befürchte eben, dass nach Katar der meist bietende Ärmelsponsor irgendeine deutsche Firma ist, die nur 12 Mio bietet

Benötigen wir eigentlich 2 Threads zum FCB und Katar?

Siehe Toxisches Katar ist auch für den FC Bayern Gift - #13 von TomDugson

Genau das. Wir haben den Nahen Osten trotz der bekannten ideologisch-religiösen Differenzen einfach voll integriert.

Ein Thema, das ganz weit über den Fußball hinaus weist.

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  1. das alles sollte aber bei der Beurteilung dieses Falls (meines Wissens nicht ständig gelebte Praxis) aber nun überhaupt keine Rolle spielen, wenn du mit „Menschenrechten“/„menschenverachtend“ argumentierst. Oder wäre es OK schlecht intergierte, nicht deutsch-sprechende und weniger „dringend gebrauchte“ (bei der Formulierung bin ich eh zusammengezuckt) Asylbewerber auf die Art und Weise zu täuschen?
  2. Ja. Und Nein: Was die Vereine ja beständig machen, ist auf die Belastung hinzuweisen und damit der FIFA mehr „Entschädigungen“ aus den Rippen zu leiern. der FCB erhält ja mehrere (ich glaube um die 5) Mio EUR Abstellungsgebühr. Einig sind wir uns darin, dass das viel zu wenig Widerstand und zu viel „gut wir machen mir, wenn ihr uns zahlt“ ist!
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Ohne jetzt auf alle Punkt eingehen zu wollen (am Ende mache ich es wahrscheinlich doch wieder…):

Dass Uli Hoeneß in der Nacht sein zuvor noch flammendes Katar-Plädoyer kassiert, ist kein Zufall, sondern viel mehr ein Zeichen, dass der FC Bayern sich bewegt. Er hat die Zeichen der Zeit erkannt. Viel zu spät, gewiss, aber jetzt wird man wahrscheinlich sogar den Doha-Trip im Januar auf dem Prüfstand stellen. In jedem Fall wird der FC Bayern das Qatar-Airways-Sponsoring im Angesicht dieser Weltmeisterschaft meiden, wie Nico Schlotterbeck den Zweikampf.

Ja, der Pate bewegt sich. Und macht sich doch im gleichen Atemzug lächerlich. Denn: war er es nicht, der vor 2 Wochen (!) die WM und den Ausrichter noch bis aufs Blut verteidigt hat? Der Fans vorgeworfen hat, keine Ahnung zu haben? Der meinte, man müsse doch auch mal andere Werte akzeptieren? Es wäre einfach gewesen zu sagen „sorry, ich habe mich geirrt. Die WM ist ein Fehler und das Sponsoring ist es auch“.

Und trotzdem gehe ich beim Fazit mit: man wird das Sponsoring nicht mehr verkaufen können. War es bisher „nur“ eine große Anzahl an Fans bei der JHV, haben wir nun zwei sichtbare Dinge: ein Land, das Absprachen zwei Tage vor der WM kassiert und andere einfach ignoriert. Dazu (und das ist für die FC Bayern München AG sicher wichtiger) ein Image, das in der Öffentlichkeit sowas von beschissen ist, dass auch andere Sponsoren überlegen dürften, ob das der ideale Mit-Sponsor ist. Öffentlich wird das sicher keiner sagen, aber bei internen Gesprächen wird da schon das eine oder andere Wort fallen.

Doch die Dinge laufen anders. Die WM ist schon jetzt eine einzige Katastrophe. Waren Katars Verbrechen konkret bis dato nur der Fußball-Blase ein Begriff, ist nun der gesamte aufgeklärte Teil der Welt im Bilde.

Kleiner Punkt: was das bisher wirklich nur Fans ein Begriff? Oder musste man sich nur oberflächlich einlesen, um mitzubekommen, was da mit toten Arbeitern war?

Die Einschaltquoten sprechen eine deutliche Sprache. Katar ist toxisch. Gift für jedes westliche Unternehmen. Die sind nämlich auf “brand-safety” aus, wollen mit positiven Dingen in Verbindung gebracht werden, nicht mit Homophobie und Sklaverei. Bei der Rede von Unternehmen, sind hier nicht nur die REWEs der Welt gemeint, sondern auch der FC Bayern.

Korrekt. Man könnte auch mit „selling point“ argumentieren. Wie will ich meinen Verein bei jungen, noch unentschiedenen Fans verkaufen? Als der, der mit dem Regime in Doha kuschelt? Wohl eher nicht.

Was mir aber insgesamt etwas untergeht: warum sollte Qatar Airways mit Bayern verlängern wollen? Es ist ja wohl kein Geheimnis, dass der Staat lange versuchte, sich als fortschrittlicher Staat, der sich gesellschaftpolitisch langsam aber sicher Richtung Moderne entwickelt darzustellen.
Mit WM-Beginn zeigte man dann aber, dass dies genau in diesem Moment die Fassade eingerissen wurde. Heisst aber auch: man wird künftig nicht mehr dieses Spiel spielen. Man hat, was man wollte, der Verein, der hierzu genutzt wurde, ist nun nutzlos und kann gehen.

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Alles klar, danke für die Moderation.

So. Mit der heutigen Nachricht über das Gas-Abkommen mit Katar dürfte dann ja auch die Kritik am FC Bayern verstummen.

Was für unsere Rot-Grüne Regierung recht ist, kann für den FCB ja nicht schlecht sein.

Katar ist angekommen, würde ich mal salopp sagen.

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Ja, das habe ich auch nicht verstanden: warum müssen die Amerikaner wieder mitverdienen? Nicht falsch verstehen, ich bin alles andere als Anti-Amerikanisch, aber diese Charaktereigenschaft, überall mit verdienen zu wollen, macht sie nicht unbedingt sympathischer. Aber wer weiß, vielleicht haben wir ihnen diesen Deal überhaupt zu „verdanken“. Keine Ahnung.

zu 1. da hast du was nicht verstanden, vielleicht wars auch schlecht erklärt:
unser Umgang mit Menschen erlaubt uns nicht auf andere mit Finger zu zeigen!
Wir werben durch staatliche Stellen (auf Länderebene) Leute z.B. in Vietnam an, damit sie unterbezahlte Arbeit in der Pflege bei uns übernehmen, d.h. wir nutzen ihre Lage im Heimatland aus, auch eine Art der Ausbeutung. Menschen die schon da sind, integriert sind werden wieder abgeschoben.

zu 2. Ist wohl als (schlechter) Witz gedacht: 5 Mio sind nur etwas mehr als 10% der Gehälter in 2 Monaten. Dazu kommt das Risiko , s. Hernadez!!!

Neuer und Goretzka haben das ganze ja angestoßen. Da sollten sich die Bosse bedanken, dass sie ihnen die Entscheidung abgenommen haben.

PR-mäßig schwimmen ja Qatar die Felle gerade weg: Bestechung im EU-Parlament aufgedeckt, schlechte Presse in den nordeuropäischen Ländern … Qatar wird sich auf den Süden konzentrieren: Spanien, Italien, Griechenland (bei Kaili hat es ja auch ganz gut geklappt :slight_smile:

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