Der FC Bayern und Katar

Ja und dieser Weg findet im Fussball auf dem Platz statt. Da sollte man attackieren und eben nicht im Zuge der vermeidlichen Moral. Ansonsten wirkt man irgendwann wie der liebevolle echte Liebe Bergmännerklub aus Dortmund —> Schlicht lächerlich
Wenn man sich als Moralapostel aufspielt gewinnt man nicht zusätzliche bzw. monetär attraktivere Sponsoren sondern man schreck Adidas und Co ab

Ich denke durch ein Ärmelsponsoring wird man nicht zum „Schosshund“, da sind die ewigen „es braucht Investoren“ Inputs deines Freunds 918 eine deutlich grössere Gefahrenquelle

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Also wenn ich das Geld aus Katar nehme, kann ich mich schwer gegen die Machenschaften des Katar Klubs PSG stellen. Fußball auf dem Platz ist das eine. Der Fußball wird aber auch über die Verbände gelenkt. Da braucht es einen Gegenpool zur „Scheich Fraktion“.

Wenn du nur auf dem Platz attackierst, gewinnst du ein Spiel, vielleicht einen Titel und dann ändert aber der Scheich & Co. in den Verbänden die Spielregeln so, dass man ohne einen solchen „Patenonkel“ nie mehr etwas gewinnen kann.

Sportlich sein, bedeutet auch Fairness, Anstand und sich an die Regeln und Gesetze zu halten. Ich sehe darin keine Ideologie.

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Genau der Verbände. Namentlich Uefa.
Aber nicht des Vereins Bayern München. Ansonsten wirkt das „sich dagegen stellen“ wie das Dortmunder pfeifen im Walde „die haben viel mehr Geld….weil….wegen der Kirch Millionen und ……weil Kalle Uhren schmuggelt“

Es ist nicht der Job von Vereinen auf Fehlverhalten anderer Vereine aufmerksam zu machen. Siehe Nagelsmann Aussagen zu Juves Training und Barcas Finanzen. Dafür gibt es die Medien bzw. im regulatorischen/ kontrollierenden Bereich Verbände

Und da in all diesen zahnlosen Vereinsgremien gerne mal Khelaifi und Co an die Spitze wählen, werden bringt es auch nichts wenn Bayern sich da als grosse moralische Instanz aufspielt

Al-Khealifi hat ja diesen taktisch ausgezeichneten move gemacht, dass er sich gegen die Super League stellte. Damit ist er jetzt bei der. UEFA mehr als nur best friend. Sie gehört ihm beinahe. Er präsentiert sich auf der Seite der „Guten“ prangert das Finanzgebaren von Barca & Real an.

Beim ECA Meeting geht er dann zu Kahn und sagt, schau Oli, wir sind auf der gleichen Seite. Gegen die Super League und für das neue FS (FFP ist ja passé). Und übrigens, der Flughafen lässt ausrichten, sie möchten gerne 5 Mio. mehr bezahlen. Sie sind sehr zufrieden mit Euch als Partner.

Wird schwer mit der Opposition innerhalb der UEFA und der ECA unter diesen Umständen. Nicht?

Im übrigen geht es nicht darum sich als Moralapostel und Ritter der freien Welt hinzustellen. Das kann man anderen überlassen. Man muss einfach gewisse Dinge tun oder eben nicht tun und sich bei Sachfragen klar positionieren. Der Rest kommt dann von ganz alleine.

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Macht Bayern ja wahrscheinlich „Katar entspricht nicht umbedingt westlichen Standards, ihre Fluggesellschaft sollte man daher trotzdem nicht verteufeln und daher kommt er als potentieller Sponsor in Frage. Und wenn es dann noch monetär stimmt…wo sollen wir unterschreiben? Schliesslich sind wir ja nicht die Moralapostel und die Ritter der freien Welt“

Nur eine kurze Rückfrage. Hast du die Suchmaschine mit deinem normalen Browser durchgeführt oder mit einem anderen Browser und im inkognito Modus? Ggf. dann noch über vpn z.B. Hamburg eingestellt?

Soll keine Kritik sein, v.a. inhaltlich nicht. Ist nur eine technische Rückfrage. Da du sehr wahrscheinlich oft hauptsächlich Sport über Google suchst, werden dir entsprechend nur diese Treffer gezeigt. Heutzutage hat jeder seine eigene Trefferbubble :man_shrugging:t2:

unser Sponsor zeigt sich von seiner besten Seite…

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Hey, so nicht - wir sind doch hier nicht bei Amnesty International :stuck_out_tongue_winking_eye:

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Teil 3 der Doku über die WM in Katar.

Hier geht es auch ein Bisschen um unseren FCB und wie sie sich, aus Sicht eines Human Rights Mitglieds, bei den Auswirkungen der Partnerschaft auf die Lage dort unten, in die Tasche lügen.

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Das ist ja immer das Totschlagargument, dass nur durch Dialog Dinge verändert werden können. Und damit rechtfertigt der FCB den Qatar Deal. Aus meiner Sicht ein Scheinargument, weil der FCB über gar keine Instrumente verfügt, um dort Änderungen zu erwirken. Und Klartext redet der FCB sicher auch nicht mit den Kataris. Von daher ist mir die Argumentation von Hainer und Konsorten viel zu dünn und durchschaubar. Wenn der Club wenigstens konkret belegen könnte, was sich durch sein Engagement verändert hat, aber statt dessen bleibt es bei den Worthülsen.

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@zip: Man sollte moralische Fragen nicht nach der politischen Großwetterlage entscheiden. Entweder das, was die Bayern machen, ist moralisch falsch, dann ist es das auch vor und nach dem Anti-Katar-Hypetrain noch, oder es ist moralisch akzeptabel, dann ist es das auch inmitten des größtmöglichen Empörungsorkans noch. In beiden Fällen sollte die zugrundeliegende Frage unabhängig davon beurteilt werden, nämlich nach ethischen Kriterien. Politische Fragen entscheidet man politisch, moralische entscheidet man nach ethischen Kriterien. Katar ja/nein ist in diesem Kontext eine ethische Frage.

I. Als Endkunde habe ich gar nicht die Wahl, welches Gas woher an meiner Therme ankommt (das ist also kein besonders starkes Argument)…
II. …womit diese Entscheidung auf der übergeordneten, politischen Ebene gefällt werden muss, und aus ethischer Sicht steht für den Staat bei der Frage, ob Deutschland Gas aus Katar beziehen soll, wesentlich mehr auf dem Spiel als, wie für die Bayern, nur das wirtschaftliche Wohlergehen eines einzelnen Unternehmens. Der Staat hat eine Verantwortung für das Wohlergehen von Millionen von Gaskunden auf seinem Staatsgebiet, die auf Gas angewiesen sind, und diese Verantwortung ist abzuwägen gegen die Verantwortung, nicht von moralisch defekten Handelspartnern zu kaufen.

Diese Frage ist als moralisch durchaus komplexer gelagert als die Frage, ob man als Verein sein Wertefundament, dessen Wichtigkeit man zudem bei jeder sich bietenden Gelegenheit auch noch extra betont, für +/- 10 oder 20 Mio. EUR an Sponsorgeldern preisgeben möchte.

Das ist in der Tat ein valides Argument. In einer reinen Netto-Nutzenbetrachtung könntest du recht haben. Die in Katar unter teils menschenunwürdigen Bedingungen arbeitenden Wanderarbeiter wären zu Hause mutmaßlich ganz häufig noch schlechter dran.

Allerdings legst du damit auch die moralische Latte sehr niedrig an. Ist es ein gutes moralisches Zeugnis für einen Staat X, wenn die Arbeitsbedingungen bei ihm im Land nicht ganz so schlecht sind wie in den Nachbarländern, aus denen seine Gastarbeiter kommen? Oder sollte er nicht, unabhängig davon wie gut oder schlecht es Menschen in anderen Ländern geht und unter welchen Bedingungen sie dort arbeiten müssen (wenn sie überhaupt Arbeit finden), in seinem Gebiet ein gewisses Minimum an universell akzeptierten moralischen Mindeststandards im Umgang mit Menschen einhalten?

Wie Katar mit seinen Wanderarbeitern umgeht, ist kein Ruhmesblatt für das Land. Und es geht mit ihnen auch nur deshalb so schlecht um, weil es das kann, weil diese Leute trotzdem kommen, weil es ihnen zu Hause noch schlechter geht und es keine internationalen Repressionen für dieses Verhalten gibt.

Du lieferst besten Anschauungsunterricht für ein Strohmann-Argument in Reinstform. Wenn die Bayern aus der Geschäftsbeziehung mit Katar aussteigen, sind sie damit noch nicht automatisch versanktpaulisiert und auch nicht zwingend auf dem besten Weg dorthin. Wenn ich heute mein SUV gegen ein Lastenfahrrad tausche, gehe ich deshalb morgen noch nicht automatisch in den Eine-Welt-Laden, esse nur noch Müsli aus regionalem Getreide, kaufe Klamotten aus biologisch angebauter Baumwolle und ernähre mich vegan. Die Bayern können sehr wohl gleichzeitig Katar kündigen und trotzdem ein hochkapitalistischer Verein bleiben.

Dito.

Außerdem: Ist die Gefahr, lächerlich zu wirken, nicht vielleicht größer, wenn man einerseits Themen wie Gleichberechtigung, Inklusion, Antirassismus usw. wie mit der Monstranz vor sich her trägt, aber andererseits mit Staatsunternehmen in einem Land wie Katar Verträge abschließt?

Man wird nicht zum Schoßhund, aber man wird mittelbar zum Label-Porter für Werte, die man eigentlich mit seiner Vereinsidentität für unvereinbar hält. Aus Sicht des Vereins finde ich das ein suboptimales Arrangement.

Nichts, bis auf die Tatsache, dass man als FCB-Verantwortlicher am Abend noch ohne vor sich selbst erschrecken zu müssen in den Spiegel schauen kann.

Auf der anderen Ebene, ob der richtige Weg, gegen einen Missstand im Fußball wie Katar (wenn man ihn als solchen identifiziert) vorzugehen, der Gang durch die Institutionen ist, stimme ich dir zu. Allerdings darf man meines Erachtens auch als einzelner Verein hin und wieder ruhig mal kritisch gegen die Konkurrenz schießen und Missstände anprangern, wenn man sie entdeckt. Psychologische Feindbearbeitung gehört zum Handwerk. :wink:

Und @Zip, das hier ist als positive Auseinandersetzung mit deinen auf angenehme Weise provokanten Kommentaren gemeint und nicht als Rundum-Generalabrechnung mit all deinen Äußerungen, ich hoffe, du verstehst mich auch so. :slightly_smiling_face:

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@918: Man kann nicht jede seiner Unternehmensentscheidungen nur nach dem Kriterium größtmöglicher moralischer Unverfänglichkeit fällen, das ist richtig, aber auch das ist wieder ein Strohmann. Denn das habe ich ja auch gar nicht gesagt und du legst es mir dennoch in den Mund.

Wie würdest du denn als FCB konkret im Fall des Ärmelsponsorings von Qatar Airways handeln, unter Einbeziehung aller politischen, moralischen und ökonomischen Interessen und Faktoren? Aussteigen oder weitermachen?

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Nein, tut er nicht. Hass macht blind.

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@918: Jetzt mal knallhart aus FCB-Geschäftssicht argumentiert, Advocatus Diaboli.

  1. Geschäftsbeziehungen zu Katar sind in Deutschland erlaubt und versehen sogar mit höchsten staatlichen Weihen (Gas), warum also sollten wir als FC Bayern uns da zurückhalten? Wir brechen kein Gesetz und keine internationale Konvention.

  2. €25 Mio. pro Jahr zahlt uns kein anderer auch nur annähernd, wir brauchen jeden Cent im Kampf mit den Großen! €10 Mio. pro Jahr haben oder nicht haben macht einen Unterschied!

  3. Geschäftsbeziehungen sind Geschäftsbeziehungen, keine Moral-Transmissionsriemen. Wir sind ein im Wettbewerb stehender Fußballverein, keine Vorfeldorganisation der UN. Das Thema Weltverbesserung ist bei anderen besser aufgehoben.

  4. Wenn wir mit Katar Geschäfte machen, haben wir immerhin noch eine kleine Chance, im Land positiven Einfluss zu nehmen. Ohne Geschäftsbeziehungen geht das prinzipiell nicht.

  5. Unser geldwerter Vorteil besteht nicht nur aus dem Ärmelsponsoring. Wir kriegen in Katar auch Zugang zu vergünstigten Trainingslagern unter exzellenten Bedingungen und Zugriff auf vergünstigte Flüge mit Qatar Airways. Das muss man in die Rechnung einbeziehen.

  6. Durch unser gutes Verhältnis und unsere engen Beziehungen zu Katar haben wir mehr politisches Gewicht im europäischen Fußball. Al-Khelaifi ist ein Powerbroker in der UEFA, ECA. Wir sind eng an seiner Seite.

  7. Unter dem Strich haben wir durch die Geschäftsbeziehung zu Katar einen positiven Netto-Nutzen. Wir haben mehr geldwerte Vorteile, als wir durch vergraulte Fans und Sponsoren Nachteile haben. Wen außer ein paar hundert Ultras interessiert schon Katar?

Grundsätzlich keine schlechte Idee, aber eine Markterweiterung in die USA kostest erstmal Geld, statt welches zu bringen, wie jede gewöhnliche Investition. Und wenn man sich die USA wirklich ernsthaft als Markt erschließen wollte, könnte man dafür jede zusätzliche Millionen aus Katar eigentlich nur allzu gut gebrauchen, oder nicht? Außerdem, wenn’s um einen Sponsortausch geht, kann der FCB ja kein amerikanisches Unternehmen zwingen, bei sich als Sponsor einzusteigen, schon gar nicht in der finanziellen Größenordnung von Qatar Airways + Trainingslager.

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Ich liebs wie du n Wespennest siehst, und mit Schwung draufhaust.

Prinzipiell finde ich die Idee aber nicht schlecht mit RB zu kooperieren, da die scheinbar die einzigen im deutschsprachigen raum sind, die einen ordentlichen, funktionierende sport’konglomerat’-Infrastruktur aufziehen können.

Und da mateschitz jetzt nicht mehr ist, fallen die Moralischen Aspekte was dessen Weltanschauung angeht nicht mehr so ins Gewicht.

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Perfekt geschildert! „Kosten-Nutzen-Abwägung“ nennt sich das im geschäftsdeutsch.

Ähnliche 5-7 gute Gründe wirst Du dafür finden, dass wir seit 30 Jahren Waffen an Saudi-Arabien liefern, 17% von VW an Katar verkauft haben und etliche wirtschaftlich-industrielle Kooperationen mit Dubai unterhalten.

Und dann noch der allen gemeinsame Punkt 8: „Wenn wir es nicht machen, macht es ein(e) Andere(r).“
Moralischer Relativismus at its finest!

In diesem Gesamtkontext dann seitens Politik und Medien plötzlich alles auf den Fußball abwälzen zu wollen, ist Doppelmoral und Scheinheiligkeit vom Allerfeinsten.

Die mMn in diesem Kontext sinnvoll zu führende Diskussion müsste folglich in die Richtung „wieviel Globalisierung wollen und brauchen wir und wo gibt es Grenzen für die globale Expansion“ gehen. Dieses Thema ist für den Fußball aber viel zu groß.

Volle Zustimmung!

Touché!

Ich sehe nicht, dass alles auf den Fussball abgewälzt wird. Im Gegenteil werden doch momentan auch die Themen diskutiert, die Du hier angerissen hast.

Und dass es rund um die WM und die Gastgeber (Qatar und FIFA) einiges zu besprechen gibt, war und ist ja der gemeinsame Nenner von so ziemlich allen Fussballinteressierten (ausser der Handvoll Leute, die die WM an Qatar vergeben haben).
Ich finde es schiesst weit über das Ziel hinaus, wie dieser Tage alles an Kritik als Scheinheiligkeit betitelt und somit kassiert wird.

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Natürlich kann das ganz und gar nicht Sinn und Zweck der Sache sein. Mir ging es um das Wort „alles“: Debatten, die seit 20 Jahren nicht ernsthaft geführt worden waren, entluden sich nun in Katar so heftig, dass die Spieler für das Nichttragen einer verbotenen Binde kritisiert wurden. Diese Art von Doppelmoral greife ich an - keinesfalls die Kritik an sich.

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Wenn dem wirklich so ist, dann sollten wir uns schon fragen, warum Qatar (Airways) denn bereit ist, uns so viel mehr als der nächste Mitbewerber zu zahlen. Bekommen die ausser dem unmittelbaren Werbeeffekt noch etwas anderes von uns? Oder warum ist ihnen sonst der Bayern-Ärmel so viel wert?

Und wenn man selber bei solchen Partnern die Hand aufhält, hat man auch kein Recht mehr, das Gebaren von PSG & Co. zu kritisieren. Die machen ihre Bilanzen ja eben FFP-konform, indem sie durch völlig überhöhte Werbeverträge ihrer Eigentümer bzw. deren Staatsunternehmen bezuschusst werden.

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Servus zusammen,

aktuell sorgt das Thema Qatar im Zuge der WM für Aufsehen. Doch auch rund um den FC Bayern gibt es seit geraumer Zeit genügend Diskussionsstoff bezüglich der Sponsoring-Aktivitäten hinsichtlich der Partnerschaft mit Qatar Airways. Das wisst Ihr besser als jeder andere! :yum: Ich suche hinsichtlich meiner Studienarbeit explizit FC Bayern-Fans, die zu diesem Thema Stellung beziehen. Die Umfrage dauert nicht länger als 10 min und geht relativ schnell zum Durchklicken. Eure Meinung würde mir sehr weiterhelfen. Link: Survey WICHTIG: Am Ende der Befragung bitte folgenden CODE angeben: 212201.

Ansonsten zählt Eure Stimme nicht! Schonmal Danke im Voraus!!! :handshake:

Es wäre super, wenn Ihr mir mit einem Like signalisieren könntet, dass Ihr teilgenommen habt. :+1:

#miasanmia

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