also hat er nicht gepasst… ![]()
Ich muss hier leider widersprechen. Ancelotti war die letzte wirklich durchdachte und strategisch richtige Trainer-Entscheidung des Vereins, bevor man in den Hire&Fire-Modus kam, in dem wir uns nun befinden.
Pep hatte eine Mannschaft mit einem System und fest etablierten Spielern geformt; sie war spielerisch auf ihrem Zenit. Sie scheiterte immer knapp, u.a. weil Pep am Ende zu viel zockte und die Mannschaft taktisch wohl überforderte. Ancelotti war die logische Entwicklung: ein Typ, der einem erfahrenen Team aus Schlachtrössern eine ruhige Hand gab. Er war die väterliche Antwort auf den ungestümen Pep, der Souverän, der einer Mannschaft, die ziemlich genau wusste was sie kann, zum Ziel führen würde. Ja, etwas weniger Zauberei unter der Saison aber dafür mehr Erfolg im März.
Dass man Ancelotti damals feuerte war der zugrunde liegenden „CL oder nix“ Mentalität geschuldet. Bayern schied durch zwei Abseitstore von Ronaldo in der CL aus und danach verließen einige der etablierten Spieler den Verein. Ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl wäre damals wohl hilfreich gewesen. Aber zu der Zeit dachte der Verein, dass der Erfolg ein Automatismus ist und nur der Trainer fehlt. Davon abgesehen hat Ancelotti als Typ auch gut hierher gepasst. Während Tuchel’s PK inzwischen Fremdschmerzen bereitet, bot Ancelotti überhaupt keine Angriffsfläche für den Verein, was nicht zu unterschätzen ist, um für Ruhe zu sorgen.
Alles klar, Du hast Recht (und ich meine Ruhe) ![]()
In Bezug auf Pressekonferenzen bzw. Interviews vor und nach dem Spiel frage ich mich mittlerweile, ob es nicht besser wäre, wieder mal einen Trainer zu haben, der gar kein oder nur sehr wenig Deutsch spricht.
Dann können erst gar keine so wirklich kontroversen Gespräche entstehen bzw. man hat einen Dolmetscher dabei, der evtl. verhindert, dass es zu sehr zur Sache geht.
Witzige Argumentation…Smile… gefällt mir…aber es gibt auch deutschsprachige Trainer die sowas souverän Meistern…glaub auch ein Favre oder der eine oder andere Österreicher würde das souverän machen…auch wenn Bayern vielleicht Nr. zu groß ist…
Weiß zwar jetzt nicht genau, wann ich das gesagt habe, aber ich kann mit dieser Aussage leben und möchte dieses Thema aufgreifen.
Mit dem Duo Sabitzer/ Kimmich gab es tatsächlich zu Beginn der Saison 2022/23 ein paar gute Spiele. Bei den 4 Spielen, die zu Beginn der Saison nicht gewonnen wurden, stand allerdings auch 2mal das Duo Sabitzer/ Kimmich und 2mal das Duo Kimmich/ Goretzka in der Startelf. Es war also sicher nicht alles Gold was glänzte. Ein Wechsel wäre allerdings nicht unbedingt nötig gewesen. Der Wechsel hat allerdings die Mannschaft nicht nachhaltig behindert, denn bei der Siegesserie, die das Team dann nach dieser Ergebniskrise bis zur WM hinlegte, war das Duo in der Mitte meistens Kimmich/ Goretzka. Die beiden haben auch schon über weite Strecken der Rückrunde 2019/20 nach der Corona-Pause gut harmoniert, als Thiago längere Zeit ausfiel. Sogar das Duo Goretzka/ Sabitzer hat im Übrigen eine Halbzeit lang beim 2:2 in Dortmund ebenfalls gut funktioniert.
Für mich gibt es einfach zu wenig statistische Aussagekraft, dass die eine Kombination so deutlich besser wäre als die andere. Angesichts der aktuellen Leistungen von Sabitzer beim BVB erscheint es mir allerdings nicht gerade sehr wahrscheinlich, dass gerade er derjenige gewesen wäre, mit dem es dauerhaft besser gelaufen wäre.
Was wirklich durchgehend überzeugend war, war die Kombination Goretzka/ Thiago, während es bei Kimmich/ Thiago immer mal wieder den Anschein hatte, dass die beiden sich auf den Füßen stehen.
Das einzige was man mMn ableiten kann, ist dass seitdem Thiago nicht mehr im Mittelfeld spielt die Schwankungen viel größer geworden sind. Beim Blick auf Thiagos Verletztenakte ist allerdings davon auszugehen, dass er auch bei uns nicht mehr so häufig einsatzfähig gewesen wäre. Einen Spielertyp wie ihn sowohl von den technischen Fähigkeiten als auch vom Stellungsspiel her, bräuchte Bayern wohl sehr dringend.
Absolut, Tuchel hat eben nicht seinen Wunschspieler bekommen, Rice nicht Kane war seine Toppriorität. Vorwerfen kann man Tuchel,dass er dann seine 6er öffentlich schlecht gemacht hat. Gerade Kimmich,der schon medial im Kreuzfeuer stand. Immer wieder bringe ich das Beispiel Vidal von dem Pep wohl erst überhaupt nicht begeistert war. Man kann auch fragen hätte es für Tuchel nicht die Möglichkeit gegeben Kimmich zu stärken und ihn defensiv zu erziehen und gleichzeitig intern weiter Druck wegen der H6 zu machen? So nach dem Motto : Josh ,die Adults haben es mit Palinha versemmelt,zeig dass du besser bist und dann, nächste Saison explodierst du auf der 8. Aber ich war immer auf der pro Tuchel Seite, bis er Kimmich gegen Kusen draußen gelassen hat und vor allem nach den letzten echt beleidigten PKs. In der Situation öffentlich den Vorstand zu kritisieren weil Eberl ein Tag vor einem Spiel sich in der Kabine vorstellt, das geht nicht und auch nochmal kKimmich rausnehmen für Laimer und danach kritisieren. Ich kann einen Führungsspieler eines Vereins, mit dem Marktwert und den Statistiken nicht während der Saison so abservieren
Danke,dass du deine Argumente nochmal schilderst. Klingt plausibel. Der Einbruch von JN ist aber weiter somit ungeklärt. War Kondition nicht eine Theorie?
Es wäre wirklich sehr entspannend nach den Dauerrednern Nagelsmann und Tuchel mal wieder jemanden zu haben, der die Medienaufgaben seriös und routiniert abarbeitet und sie nicht zu seiner persönlichen Showbühne machen will.
Die AZ bringt Arne Slot von Feyernoord als Alternative ins Spiel, sollte der Alonso-Deal nicht klappen.
Wahrscheinlich auch nur Namedropping. Muss auch ehrlich zugeben, dass ich Slot so gar nicht auf dem Schirm habe.
Ich fand Tuchel gerade am Anfang ziemlich seriös und souverän.
Doch irgendwann haben seine „Kleinkriege“ gegen die sogenannten Experten angefangen und mittlerweile brennt das Lichterloh.
Ich habe keine Pressekonferenzen gehört. Nach den bisherigen Kommentaren in der Vergangenheit habe ich allerdings den Eindruck gehabt, dass die Mehrzahl der User von der Eloquenz und Kompetenz des Herrn Tuchel sehr angetan war.
Tja, „Wunschspieler“ triffts schon ganz gut, denn das hatte schon schwer was von „wünsch Dir was“!
Rice ging für satte 120 Mio „über den Tisch“ und kurz vorher hat Tuchel auf seinen ausdrücklichen Wunsch schon den teuersten Transfer der Vereinsgeschichte (absolut eh, aber insbesondere wenn man Kane’s Alter berücksichtigt auch allemal einer der relativ gesehen teuresten!) bekommen.
Satte 220 Mio wäre dann also fällig gewesen - so ein Investment hat selbst relativ zum Umsatz noch kein einziger Bayern-Trainer in einer Transferperiode bekommen würde ich mal behaupten!
Aber das „wünsch Dir was“ wird noch besser: Rice hat nämlich schon den ganzen Sommer verkündet (man konnte es jedenfalls endlos oft so lesen) dass für ihn nur ein Wechsel innerhalb London (als selbst Londoner kann ich das schon ganz gut nachvollziehen) in Frage kommt und da hat dann Arsenal im Höhenflug wunderbar gepasst für ihn - von daher hatte man da wahrscheinlich nie nen Hauch einer Chance den zu bekommen.
Und den 28 jährigen Palhina mit gerade mal einer PL Saison für satte 65 Mios - das wäre wohl durchaus auch wieder einer auch relativ gesehen teuresten Transfers ever gewesen bei den Bayern. Nicht von ungefähr also hat man da zögerlicher verhandelt und vor allem - nicht von ungefähr hat man sich dann im Winter auch doch gegen den Transfer entschieden.
Es ist jedenfalls schon Jammern auf sehr hohem Niveau bei Tuchel mit seiner Holding 6 - insbesondere wenn dann offenbar auch ausschließlich Spieler aus der teuersten Liga der Welt für ihn in Frage kamen - nicht von ungefähr hat der FCB da noch fast nie (Sane als deutscher Nationalspieler ist da sicherlich ein klarer Sonderfall) teuer zugeschlagen: Die Preise sind halt schon ziemlich inflationär dort, aber halt kein Wunder in einer Liga wo der Letzte mehr Fernsehgelder bekommt als der FCB als Serienmeister…
Matthäus ist für Gerland
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#…>Über(Rummenigges)AlonsoImpossibleZumEigentlichAnvisierten(Stand…Vettern-)Ziel? ![]()
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@anon49020724, @KurtRambis: Ich möchte weder die Mannschaft noch das Management von einer Mitverantwortung an dem gegenwärtigen sportlichen Zustand des FC Bayern freisprechen. Ihr habt ja beide gute Punkte, sowohl Du, @anon49020724, hinsichtlich der Leistung der Mannschaft auch schon unter anderen Trainern, als auch Du, @KurtRambis, hinsichtlich der ausbleibenden Bereitschaft des Managements, Tuchels Spielerwünsche zu erfüllen.
Ich habe versucht, mich in meinem Beitrag ausschließlich auf Tuchel selbst und seinen Beitrag zum dem gegenwärtigen Zustand zu konzentrieren.
Über Tuchel wurde in den Medien und hier in der Kurve in den letzten Monaten so viel diskutiert, aber die eine wirklich dramatische Aussage Tuchels, dass er seine Mannschaft nicht verstehe, ist als von einem Trainer auf sich selbst bezogene Aussage in der ganzen Tragweite dessen, wie er damit sich selbst die Eignung zu seinem Amt abspricht, meines Erachtens noch gar nicht richtig begriffen worden. Von allen Aussagen von Tuchel und über Tuchel ist dies in Bezug auf seine Eignung als Trainer die verheerendste, die entweder er selbst über sich oder jemand anders über ihn während seiner Amtszeit bei den Bayern je gemacht hat.
Aber dieses Problem einmal ausgeklammert, zurück zur Frage der Kompatibilität zwischen Trainer und Mannschaft und dem, was einen guten Trainer in dieser Hinsicht ausmacht:
Für mich hat ein guter Trainer fußballerische Prinzipien, eine eigene Vorstellung von gutem Fußball, das also, was wir gemeinhin als „Handschrift“ bezeichnen, aber ein sehr guter Trainer hat über diese Prinzipien hinaus die Fähigkeit zu erkennen, wann er im konkreten Umgang mit einer konkreten Mannschaft in einem konkreten, gegebenen Kontext mit dem Festhalten an seinen Prinzipien nicht (mehr) weiterkommt, und daraus die Konsequenz zu ziehen, seine Prinzipien pragmatisch zu opfern und sein Handeln den Umständen anzupassen, anstatt zu versuchen, die Umstände seinem Handeln unterzuordnen.
Ein wirklich guter Trainer hat für mich starke ideologische Überzeugungen, ist aber im Kern ein Pragmatiker und kein Ideologe.
Tuchel hat sich für mein Dafürhalten während seiner Zeit bei den Bayern zu sehr als Ideologe und zu wenig als Pragmatiker gezeigt - dies unbeschadet der von Euch angesprochenen Punkte, die gleichzeitig wahr sein können.
(Von all dem völlig abgesehen finde ich es traurig, dass Tuchel gescheitert ist. Ich mag Tuchel, er ist mir sympathisch. Ich mag, dass er in Gesprächen seinen Gesprächspartnern auf Augenhöhe begegnet, sie und ihre Fragen ernst nimmt und ernsthaft zu beantworten versucht und nicht irgendwelche möglichst wenig greifbaren Floskeln absondert. Ich mag die Ernsthaftigkeit, mit der er seinem Job nachzugehen scheint, die Abwesenheit von Theater, Exzentrik und Selbstproduktion. Für ihn ist Fußball mehr als nur ein Show-Business, in dem die Außen- und Darstellungswirkung von Handlungen oft gleichwertig zu ihrem sachlichen Inhalt zu sein scheinen, für ihn ist sein Beruf des Trainers ein echter Beruf, den er mit Gewissenhaftigkeit und professionellem Anspruch ausfüllt. Es ist bedauerlich, dass Tuchel, je nach Interpretation, an sich selbst gescheitert ist oder vom System zerrieben wurde. Ich hätte ihn unheimlich gerne bei den Bayern eine harmonische, erfolgreiche Ära begründen sehen.)
Deinem ganzen Post stimme ich zu 100% zu. In erster Linie ist es einfach schade, so wie es gekommen ist. Wenn ich an die ersten Wochen von Tuchel zurück denke, da war ich ein Fan von seinen PKs. Ich kann mich nicht erinnern, jemals bessere PKs von einem unserer Trainer gehört zu haben. In Inhalt und Sprache. Es war einfach vielversprechend. Der Zustand jetzt stimmt mich nur noch traurig, vor allem weil Tuchel sich mit seinem öffentlichen Auftreten gerade selbst schadet.
Ist jetzt Pep Guardiola ein nur ein guter oder ein sehr guter Trainer?
Kannst du den Gedanken etwas weiter ausführen?
Das war vielleicht einmal so. Mittlerweile ist das nur noch selektiv so. Wenn der Gesprächspartner oder die Frage genehm sind.
Was mich z.B. sehr stört ist, dass er ständig den Leuten ins Wort fällt, die Frage gar nicht zu Ende stellen lässt bzw. die Aussage unterbricht.
Das stört mich allerdings auch bei jeder beliebigen Talkshow. ![]()
Da ist schon was dran an dem, was Du sagst, @Alex.
Wieder van Gaal: Er war ja vor seiner Bayernzeit bei Alkmaar. Dort ist er nicht nur niederländischer Meister geworden. Sondern vorher ist er sogar mal zurückgetreten. Weil er seine Idee vom Spiel mit den vorhandenen Spielern nicht umsetzen konnte. Die Mannschaft hat ihn dann gebeten, weiterzumachen. Und er hat den Wunsch der Manschaft befolgt und sich und sein System wohl auch etwas angepasst.
Man kann natürlich Tuchel vorwerfen, dass er mit den vorhandenen Spielern nicht klarkam. Andererseits wurde der eigentliche Bruch doch erst nach der Winterpause offensichtlich (ob er vorher schon da war, kann man nicht ausschließen). Offenbar hat er auch in diesem Winterfenster nicht die Spieler bekommen, die er wollte. Ich habe schon das Gefühl, dass man vereinsseitig eher gegen ihn gearbeitet hat.
Jedenfalls hat die Bayernmannschaft Tuchel wohl nicht gebeten, weiterzumachen bzw. durchzuhalten. Da war das damalige Alkmaar besser als das Bayern von heute. Und vielleicht war auch van Gaal reifer, und veränderungsbereiter, als Tuchel.
Ob es wirklich „die untrainierbare Mannschaft“ ist, wie @anon49020724 meint, oder ob man vielleicht doch beim Vorstand anfangen muss, will ich auch nochmal thematisieren. Nachdem letztlich, bis auf Guerreiro, nur Mittelfeldspieler im Team sind, die das Management rausgesucht hat (eben auch Laimer), sind die Vorgaben von ganz oben vielleicht einfach zu eng.
Es gab ja jetzt nicht nur die interessante Aussage Eberls, dass man erst den Trainer und dann die Spieler suchen würde. Sondern es gab die IMHO ebenfalls sehr interessante Aussage, dass man den Vorstand auf drei Leute verkleinert. Kein Vorstand „Internationalisierung“, kein Vorstand „Marken und Sponsoren“, kein Vorstand „social media Reichweite“ mehr. Nicht unwichtig, wenn offenbar nur noch sportliche Kriterien den Ausschlag geben sollen.
Der Nachfolger von Tuchel - wer auch immer das sein wird - wird es hoffentlich leichter haben.