In dieser Deutlichkeit hatte ich das noch nirgends gehört oder gelesen. Danke für diesen Gedanken!
Wobei, oh je, wenn es wirklich so ist, wie Du sagst, wie kann ich die Verantwortlichen jemals wieder dafür kritisieren, dass sie nur den kurzfristigen Erfolg im Blick haben?
Aber im Ernst: wenn Du wirklich Recht hast, dann ist ja alles noch viel schlimmer als es sich im Moment anfühlt!
@Klaus3 : Ich danke ausdrücklich für den nachgereichten Link!
Wer Eberl in Gladbach verfolgt hat, der hat auch mitbekommen, dass er sich im Winter 20/21 eine vierwöchige Auszeit genommen hat (steht ja auch deinem verlinkten Artikel). Das ist schon eher ungewöhnlich für einen in dieser Position Verantwortlichen. Spätestens da war klar, dass da jemand auf der „letzten Rille“ läuft. Und ein Jahr später war dann Schluss bei Gladbach - wegen Erschöpfung.
Ich kenne selbst in meinem privaten Umfeld einige Menschen, die aus ähnlichen Gründen beruflich kürzer treten mussten. Mit professioneller Hilfe und etwas Abstand gelingt dann auch wieder der Einstieg zurück. Deshalb würde ich Eberls Ende in Gladbach auch nicht als „merkwürdig“ bezeichnen (um zum Ursprungspost zurückzukommen), sondern als etwas, was jedem von uns passieren kann - es ist zutiefst menschlich.
Und wie gesagt: den Wechsel zu RB und das Ende dort betrachte ich als eine ganz neue Geschichte.
Dass Fans vordergründig nicht die ökonomischen Zwänge im Blick haben und bei jeder Transferphase Bundesligamanager spielen, finde ich gar nicht unverständlich. Da schließe ich mich selber auch nicht aus.
Und wir haben jetzt mal eine Delle, die auf unsere Beliebtheit bei hochklassigen Spielern und Trainern schlägt nebst vielen unnötigen internen Turbulenzen, aber noch sind wir auch nicht am Ende. Die Risiken mögen groß sein, aber die Chancen sind es ja auch. Der Kader ist besser als sein Ruf, er ist vor allem unbalanciert, weil wir Schlüsselpositionen nicht adäquat besetzen können, und leider auch zu klein (und eine Vergrößerung vergrößert auch das finanzielle Risiko). Einige unserer Spieler machen selbst im Ligaalltag haarsträubende individuelle Fehler, die sind einfach nicht zuverlässig genug auf diesem Niveau. Wenn wir besseren Ersatz für nicht zu viel mehr Geld bekommen könnten, sollten wir die austauschen. Theo Hernandez für Davies und Tah für Upamecano empfände ich als echte Upgrades, die sich sofort positiv bemerkbar machen würden.
Aber wir haben die enorm wichtige Mittelstürmerposition höchstwertig nachbesetzen können, das ist vielleicht der größte Erfolg dieser Saison. Auch die neuen Laimer und Guerreiro sind auf ihre jeweilige Art sehr interessante Spieler, auch wenn sie manches drängende Problem im Kader nicht lösen. Ein wirklich guter 6er (statt Goretzka), defensiv stark, pressingresistent und mit solidem Spielaufbau und ein robuster, dribbelstarker Flügelstürmer (statt Gnabry), der auch echte Torgefahr ausstrahlt, und wir wären schon gut im Geschäft. Die nächsten zwei Sommertransferperioden sollten dafür genutzt werden.
Der Rest wird sich aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht revolutionär ändern können, weil man nicht einfach die alte Mannschaft verkaufen, eine neue einkaufen und ein völlig neues Spielsystem einführen kann. Deswegen ist ein Flick, der mit sehr vielen vorhandenen Spielern in seiner Spielphilosophie umgehen könnte, vielleicht auch gar nicht der schlechteste Kandidat. Tuchel hat bewiesen, dass er damit große Schwierigkeiten hat, und Rangnick hätte genau die gleichen Probleme gehabt. Wer weiß, wofür es gut ist. In einem Jahr oder in zweien klopfen wir dem Graugans-Hansi vielleicht schon entzückt auf die Schulter, die Kohle fließt in Strömen und von Dellen und Absturz spricht kein Mensch mehr.
Ich bin wirklich der allerletzte, der das jemanden, der das behauptet seinen Burnout nicht abnimmt. Rangnick zum Beispiel ist für mich da über jeden Zweifel erhaben, aber der redet auch immer Klartext, bei dem weiß ich immer woran ich bin. Bei Tuchel ists genauso. Beides in Ihrer direkten, unverfälschten Art für viele nicht so angenehm, aber immer mit offenen Visier. Bei Eberl habe ich das bei seiner PK auch geglaubt, aber seine gesamtes Verhalten danach stützt das Krankheits-Bild halt nicht. Aber wie immer bei allen meinen Beiträgen gilt: just my2cts
Und klar ist deine Meinung auch valide.
Genau, ignorieren wir einfach mal komplett die totale Sondersituation (die krasseste in 60 Jahren Profifußball) Ende seiner ersten Bayern Saison.
Das einzige Mal wo das mit Flick in insgesamt 4 Jahren bei Bayern und in der Nationalmannschaft mal länger am Stück so richtig wie geschnitten Brot lief, klar.
Dass wir beim Finalturnier mit einem Monat Pause auf Gegner trafen die am Wochenende davor das letzte Ligaspiel hatten - nicht erwähnenswert.
Ebenso wie dass wohl kein Fussballstil von diesem Fitness Vorsprung so profitiert hätte wie der extrem auftreibende Flick Fussball…
Und Ende nächster Saison stehen wir dann wieder da und fragen uns wieso das schon wieder so schnell vorbei war mit dem nächsten Trainer und dürfen wieder schön jahrelange Ablöse blechen. Anders als bei Tuchel wars dann aber sowas von mit Ansage wies nur geht fürchte ich…