Ich klinke mich mal hier ein: was genau empfandest du bei seinem Abgang aus Gladbach als „merkwürdig“? Für mich saß da in der Pressekonferenz ein Mensch, der offensichtlich am Ende seiner Kräfte war. Das war durchaus erschütternd - und wie der Gladbacher Präsident Königs damit umgegangen ist, das empfand ich persönlich eher als „merkwürdig“.
Was Leipzig angeht, da kann man eher diskutieren denke ich. Das fehlende „Commitment“ war durchaus erkennbar.
Eigentlich bin ich, wie Viele hier, der Meinung, der Verein solle einem Trainer endlich mal die Zeit geben, eine neue grosse Mannschaft zu entwickeln, und sich auch bei den zu erwartenden Leistungsdellen uneingeschränkt zu diesem Trainer zu bekennen.
Mittlerweile ertappe ich mich aber bei dem Gedanken, dieses Vorgehen möge doch bitte erst ab dem übernächsten Trainer umgesetzt werden.
Sich jetzt so kompromisslos einem Trainer zu verschreiben, von dem der Verein gar nicht so überzeugt sein kann, wie es nötig wäre, könnte den Weg für deutlich bessere Lösungen in einem Jahr verstellen.
Aber wer soll denn auf der anderen Seite jetzt übernehmen, wenn schon klar ist, dass man eigentlich auf den Markt im Sommer 2025 schielt?
Ich sehe da im Moment überhaupt keine gute und sinnvolle Lösung.
Mir ist es auch völlig egal, ob die Suche morgen beendet ist oder noch Wochen andauert. Für mich ist im Moment das Wichtigste, dass Freund und Eberl das Ganze unbeschadet überstehen und irgendwann wirklich ihre eigene sportliche Vision umsetzen können.
Ich verstehe einfach nicht, wieso die Bosse sich nicht eingestehen können bei der Trennung von Tuchel einen Fehler gemacht zu haben. Die können doch nicht ernsthaft glauben, dass man mit Flick irgendwie besser dastehen wird als mit Tuchel. Man könnte Tuchel eine zweite Chance geben und schauen, was dabei rauskommt. Wenn es nichts wird kann man ihn ja 2025 gehen lassen (also zum Ende seines ursprünglichen Vertrages) und neu umschauen, wenn der Trainermarkt wieder besser ist. Flick bekommt mindestens einen Drei-Jahres-Vertrag und wenn man dann nach einem Jahr merkt, dass es mit ihm nichts wird, zahlt man (mal wieder) eine saftige Abfindung.
Der FC Bayern finanziert sich - anders als viele andere Vereine aus der europäischen Spitzengruppe - laufend aus dem eigenen sportlichen Erfolg. Rein ökonomisch kann man gar nicht ein oder zwei Jahre auf diesen Erfolg verzichten, um „eine neue große Mannschaft zu entwickeln“, weil dann bei den laufenden Ausgaben längst das eigene Geschäftsmodell implodiert. Wir sind dazu verdammt zu gewinnen, weil wir sonst abstürzen werden wie schon viele deutsche Traditionsvereine vor uns. Eben durch die horrenden laufenden Ausgaben ist die Fallhöhe für uns viel größer als für andere.
Das große Problem ist das wir nur die „Aussensicht“ kennen. Also eigentlich nur Gerüchte.
Ich verstehe jeden der sich wünscht mit Tuchel weiterzumachen.
Aber es weiß halt auch keiner wie die internen Gespräche/Diskussionen gelaufen sind. Vor allem am Anfang dieser Saison.
Und Fakt ist auch Tuchel hat sich mit vielen zerstritten (Mainz,BVB,PSG). Zu diversen Zeitpunkten hat es da überall geknirscht.
Letzte Woche hat Tuchel die Tür für einen Verbleib ja nochmal aufgemacht. Eberl würde wohl auch mit ihm weitermachen. Aber zwischen Tuchel und den anderen Verantwortlichen muss irgendwas passiert sein, sodass sie eine weitere Arbeit mit ihm gar nicht in Betracht ziehen können. Wer weiß, vielleicht haben sie ihrer Meinung nach den Antichristen persönlich in ihm entdeckt.
@Klaus3 : ich verstehe ja durchaus den Satz: „manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte“. In diesem Zusammenhang jetzt gerade nicht, wenn ich ehrlich bin…
Ich weiß es natürlich nicht was vorgefallen ist.
Ich vermute nur das die sich in der so tollen Transferkommission auf nix außer Kane und Kim einigen konnten.
Billig waren die beiden ja nicht.
Palinha hat bekanntermaßen nicht geklappt.
Und Stanisic wurde verliehen.
In Summe war das dann der kleinste Kader in der BL und Tuchel schimpft öffentlich das Kimmich keine Defensive 6 ist.
Nach dem ersten Spiel heißt es „Ich verstehe die Spieler nicht“.
Daraufhin geht den Verantwortlichem das erste mal der Hut hoch.
Schön spielen die Bayern nicht und die Kimmich/Goretzka Diskussionen halten sich die ganze Saison.
Beim Spiel gegen Lev geht Bayern unter… und Stani macht das 1:0. Da geht zumindest Hoeneß das 2te mal der Hut hoch.
Hinzu kommen Verletzungsprobleme und die Sicht das man „Stani“ vielleicht doch ganz gut hätte gebrauchen können.
Ich glaube an dem Punkt hatten die Verantwortlichen die Schnauze voll und wollten mit Tuchel nicht weiterplanen.
Arsenal und Real kam dann „zu spät“ bzw ist nicht gewichtig genug.
Ich glaube man muss irgendwo auch mal Eberl vertrauen das der Inhalte mit Flick erarbeitet und löst.
Total dumm ist Flick auch nicht, das der nen „Thiago“ braucht weiß er auch. Vielleicht auch nen „Alaba“.
Ich fühle mich nicht wohl mit Flick, aber wer weiß. Letztendlich muss man den handelnden Personen vertrauen, auch Eberl.
alleine deshalb frage ich mich, warum Flick das machen sollte… entweder er ahnt, dass ihn sonst niemand mehr nehmen wird und es dann auch egal ist…
oder er weiß, dass er sich mit einem (wahrscheinlichen) Scheitern das letzte bißchen Ruf zerstört und lässt es…
Bayern hatte vor der Saison ein Transferplus. Dass die Spieler nicht billig waren, stimmt, aber dass man auch sehr viel Geld eingenommen hat, stimmt ebenfalls.
Dass Tuchel bereit war, Stani abzugeben, ohne einen Ersatz zu bekommen oder mit Pavard zu spielen, halte ich für nahezu ausgeschlossen.
Ich persönlich sehe einen Zusammenhang zwischen dem kleinsten Kader der Bundesliga bei einem Verein, der normalerweise Spieler hat, die die meisten Spiele pro Jahr absolvieren, und vielen Verletzungen.
Mal schauen ob Kimmich nächstes Jahr im 4-2-3-1 der defensive 6er sein wird. In der NM wird er es mindestens für die EM nicht mehr sein.
Ich weiß es schlicht nicht …
Es hat manchmal schon den Eindruck Tuchel würde sich in irgendwas verrennen.
Wie nahe die Walker/Palinha Verpflichtung je war weiß ich nicht.
Es ging mit Tuchel nicht gut los und eigentlich wurde es nie so gut, dass ihm im Klub mal wirklich vertraut wurde. Die Nagelsmann-Entlassung war schon umstritten im Klub. Dann „verspielt“ Tuchel fast alle Titel und Kahn und Salihamidžic, diejenigen die ihn geholt haben, werden entlassen. Er hat dann im Klub wohl nicht mehr wirklich viele Befürworter und in beiden Transferfenstern wird ihm deswegen auch nicht vertraut. Die Stanišić-Abgabe kann man kritisieren, aber wie @chr schon geschrieben hat, glaube ich nicht, dass er ihn ohne Ersatz gehen lassen wollte. Die HInserie war ja noch gut, Risse waren aber ausgrund des fehlenden Personals schon zu sehen. Da man im WInter nicht wirklich gut was machen konnte, sind diese Risse in der zweiten Saisonhälfte eben komplett aufgebrochen.
Die Verletzungssituation ist extrem. Woran es liegt, muss unbedingt ernsthaft untersucht werden.
Seit Mitte Februar (Ende des Transferfensters und der Afrika- bzw. Asienmeisterschaft) haben wir eigentlich einen Kader, der auf jeder Position mindestens doppelt besetzt ist und außer dem Kreuzbandriss bei Sarr auch keine monatelangen Ausfälle. Es gibt (abzüglich Sarr) also 21 Feldspieler, die nur für den Profikader vorgesehen sind.
4 AV (Davies, Guerreiro, Mazraoui, Boey)
4 IV (De Ligt, Dier, Kim, Upamecano)
4 ZM (Kimmich, Goretzka, Pavlovic, Laimer)
7 Spieler für 3 Positionen hinter der Sturmspitze (Sane, Musiala, Müller, Gnabry, Coman, Zaragoza, Tel)
2 MS (Kane, Choupo-Moting)
Mehr Auswahl gab es z.B. 2012/13 auch nicht und seitdem ist die Belastung nicht enorm gestiegen. War es nur Glück, dass damals in der Schlussphase der Saison bis auf Badstuber und Kross alle fit waren? Oder haben Faktoren wie Trainingsplanung, Rasen oder medizinisches Personal einen Anteil?
Soll man den Kader weiter vergrößern, oder ein paar Spieler, die zu oft ausfallen durch andere Spieler mit dünnerer Krankenakte ersetzen und hoffen, dass sie bei Bayern stabil bleiben?
Das sind Fragen, die es unabhängig von jeder Trainerdiskussion zu klären gilt.
edit:
Dass es auch mit kleineren Kadern funktionieren kann, zeigt der Blick in die jüngere Vereinsgeschichte.
2011/12 (letzte titellose Saison vor 2023/24) war der Kader übrigens sogar deutlich kleiner und bestand aus 19 Feldspielern, zu denen aber mit Usami und Petersen zwei Spieler gehörten, die zu dem Zeitpunkt nur bedingt für dieses Niveau tauglich waren.
4 AV (Alaba, Contento, Lahm, Rafinha)
3 IV (Badstuber, Boateng, van Buyten)
4 ZM (Schweinsteiger, Luiz Gustavo, Tymostschuk, Pranjic)
5 Spieler für die 3 Positionen hinter der Sturmspitze (Ribery, Robben, Müller, Kroos, Usami)
3 MS (Gomez, Olic, Petersen)
Obwohl die Saison sogar noch anstrengender war (man kam ins Pokalfinale und hatte somit 3 KO-Runden mehr zu spielen, von denen 2 in der Rückrunde waren) war der Kader bis zum Schluss eigentlich voll verfügbar. Es waren damals auch nur 3 Wechsel pro Spiel erlaubt, was die Belastung also eigentlich nochmal erhöhte. Beim CL-Rückspiel in Madrid konnte trotzdem die Wunschelf auflaufen und Heynckes sich sogar den Luxus erlauben, Müller erst einmal auf der Bank zu lassen.
Nach den Erfahrungen der Saison entschied man sich schon während der Rückrunde dafür, den Kader zu vergrößern und zu verbessern, um quantitativ und qualitativ mehr Optionen zu haben, vor allem für Wechsel in der Bundesliga.
2012/13 hatte man dann 20 rein für den Profikader eingeplante Spieler und die 2 Talente Can und Hojbjerg. Das ist rein von den Zahlen her etwa vergleichbar mit dem aktuellen Kader.
Auch hier war es so, dass trotz noch mehr Spielen in der Rückrunde am Ende der Saison bis auf Badstuber und Kroos alle fit waren.
20-21 Feldspieler sollten also eigentlich schon reichen.