Ein Trauerspiel also. Wahrnehmungen sind so eine Sache. Vor einer Woche nach dem 8:0 noch überall Jubel und volle Zufriedenheit, man sei auf dem richtigen Weg. Ein zugegeben sehr schlechtes Spiel danach ist alles nichts und ein Trauerspiel. Was ist wenn wir heute gewinnen?
Sollte Bayern heute gewinnen ist wieder alles gut.
Nur Hamann wird meckern.
Fakt ist das die Ergebnisse die letzten Wochen passen, hätten wir nicht so starke Konkurrenz hätten wir guten Vorsprung.
Spielerisch ist das dennoch in Summe mau, auch die Gegentore für die wir gut sind. Ob wir einen Schritt nach vorne gemacht haben seit Nagelsmann kann ich schwer beurteilen.
Ich denke man hat mehr Struktur im Spiel. Weg von diesem Chaos Fußball. Die Spieler hatten sich in den letzten Spielen ja mehrmals geäußert, dass man das Spiel X oder Y im letzten Jahr wahrscheinlich verloren hätte.
Spielerisch in der Offensive ist es doch wunderbar anzuschauen. Kane & Sanè harmonieren doch auszgeichnet. Bei Kane ist natürlich trotz der vielen Tore noch Luft nach oben, was ja völlig normal ist.
Dass wir keinen defensiven Spieler haben, der gutes Aufbauspiel beherrscht ist ja ein Problem des Kaders. Wer bis Mitte 20 den öffnenden Pass nicht spielen kann, wird es auch nicht mehr lernen. Dieses Problem ist erkannt, aber ob man da diese Saison noch eine Lösung finden wird, steht in den Sternen.
Die Kaderplanung ist schlecht.
Ausbaden muss es Tuchel.
Dass Goretzka heute mit Schiene eventuell wieder IV spielt und völlig unklar ist wer im Mittelfeld aufläuft hat die Taskforce verbockt.
Das die medial nicht im Kreuzfeuer stehen soll verstehen wer kann…
Es wird/kann diesmal kein normales Aufbauspiel geben. Lange Abschläge, ansonsten Dortmund erst in der eigenen Hälfte pressen und nach Ballgewinn mit Sane Musiala Coman Kane kontern.
Das stimmt doch einfach nicht: Die ersten Halbzeiten gegen Leipzig, Kopenhagen und Istanbul waren gruselig. Auch die erste Halbzeit gegen Darmstadt mehr schlecht als recht. Gegen Gladbach und Mainz ist man nicht wirklich überzeugend zu Siegen gekommen. Gegen Leverkusen ist man phasenweise 20 Minuten nicht konstruktiv aus der eigenen Hälfte gekommen. Es war bei weitem viel mehr als „ein“ schlechtes Spiel. Bei weitem. „Trauerspiel“ klingt vielleicht hart - aber die Fakten im Post drüber stimmen nun mal. Die Vermutung, wie es mit anderem Trainer gelaufen wäre bleibt eine Vermutung. Und die persönliche Meinung von albboy bleibt eben das: eine persönliche Meinung. Die ich aber angesichts der Fakten und des Anspruchs des FCB nachvollziehen kann.
Bin zur Zeit beruflich viel in NRW unterwegs. Ein BVB Fan beim Kunden konnte sich „Saarbrücken“ Kommentare nicht verkneifen - geschenkt. Dann hat er aber gesagt, dass das ja eigentlich gegen das Interesse es BVB wäre, weil „wütende Bayern und so“. Ich habe ihm diese Sorge genommen, da ich befürchte, dass diese Bayern eher keine solche Reaktion zeigen. Gleichzeitig habe ich gesagt: Der BVB hat mich diese Saison auch nicht überzeugt, daher rechne ich mit einem torreichen Unentschieden.
Ich habe jetzt zum ersten Mal gelesen/gehört, dass irgendjemand die letzte Saison als „sehr gut“ bezeichnet. Eine Saison, die die schlechteste seit über 10 Jahren war.
Wenn du über 50 Jahre alt bist, müsstest du eigentlich wissen, dass sich die Fußballwelt verändert hat und der FC Bayern der nationalen Konkurrenz mittlerweile so weit überlegen ist, dass er sich nur selbst schlagen kann. Der sportliche Maßstab wird in München schon lange nicht mehr in der Tabelle der Bundesliga angelegt. Die Meisterschaft ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit und das absolute Mindestmaß, damit eine Saison keine Katastrophe ist.
Im Klub scheint man das auch so zu sehen, denn sonst hätte man nicht erst den Trainer und dann den halben Vorstand entlassen.
Ja, das ist unser Level. Es gibt vielleicht 5-6 Mannschaften auf der Welt, die unsere Konkurrenz darstellen. Finanziell gibt es dann noch 2-3 weitere, die das theoretisch könnten. Der Rest ist so weit weg, dass er gar keine realistische Chance hat. Wir zahlen mehr als doppelt so viel Geld an unsere Spieler als Leverkusen und Leipzig und 1,5x so viel wie Dortmund. Wenn man die nicht über 34 Spieltage schlägt, haben entweder die genannten eine extreme Ausnahmesaison gespielt oder unsere Leute ihren Job nicht gemacht.
Warum ich Tuchel nicht als kritisch sehe:
Mir ist mittlerweile klar geworden, dass es fast nicht am Trainer liegen kann.
Ancelotti, Kovac, Flick, Nagelsmann - alle gescheitert (mehr oder weniger).
Bei Flick habe ich mich gewundert und er wollte je mehr oder weniger weg.
In Nagelsmann hatte ich viel Hoffnung gesetzt, als dann irgendwann die Ergebnisse nicht mehr stimmten, habe ich auch gemeint es liegt an ihm.
Jetzt Tuchel, der mit dem (fast) gleichen Kader zwar oft gute Ergebnisse einfährt, jedoch auch nicht so richtig überzeugt, bin ich auch der Meinung es muss am Kader liegen.
Denn wie viele Trainier will man denn noch versuchen und scheitern lassen?
Flick wurde ein Mitspracherecht bei Transfers eingeräumt bevor er den Vertrag unterschrieben hatte. Man hat Thiago nicht adäquat ersetzt,
Auch Flick musste die zweite Saison mit einem geschwächten Kader spielen.
Kahn und Salihamidzic sind ihm in den Rücken gefallen, natürlich wollte er dann weg.
Der fundamentale Unterschied, den ich sehe, zwischen Tuchel und Nagelsmann: Tuchel versucht System-Fußball zu installieren, Nagelsmanns Herangehensweise verstärkte durch den Fokus auf Individualismus im Grunde die Schwächen des Teams noch mehr. Das war, zumindest bei uns, Gift für den Kader, und der Umstand, dass jeweils die zweite Saisonhälfte schwächer war als die erste, sollte auch zu denken geben. Nagelsmann bekam darüber hinaus auch noch seine Wünsche erfüllt, was die Kaderbestückung angeht.
Flick ist als Bundestrainer gescheitert! Der erste Bundestrainer der gefeuert wurde!! Lags an Brazzo und Oli oder daran, dass er in der N11 nicht so einen tollen Kader hatte wie in seinem ersten Bayern Jahr? Vielleicht ist Flick aber auch nur ein Blender der zur richtigen Zeit am richtigen Ort war?!
Da müsste man erstmal überhaupt wissen, bei wie vielen Transfers er wirklich mitgemacht hat. Sabitzer wollte er haben und das ist nicht so gut gelaufen, auch wegen Nagelsmann, aber man konnte Sabitzer schlussendlich noch gut verkaufen. Das würde ich als minus für Nagelsmann werten.
Dazu hat er dem Verkauf von Lewandowski zugestimmt und wollte keinen neuen Mittelstürmer. Das war sein größter Fehler, aber ob es mit einem neuen Stürmer besser gelaufen wäre ist fraglich.
Worauf ich hinaus will ist, dass ich nicht glaube, dass Nagelsmann mehr Mitspracherecht bei der Zusammenstellung des Kaders hatte als andere Trainer und die aktuellen Probleme des Kaders eher durch eine langfristig fehlende Spielphilosophie und dazugehörige Kaderplanung zustande gekommen sind. Nagelsmann hatte seinen Anteil, aber 3 Trainer in drei Jahren plus Salihamidžić, der nicht immer souverän wirkte eben auch.
Ich habe nicht geschrieben, dass die letzte Saison jetzt zwingend „sehr gut“ im Vergleich zu der ein oder anderen Saison wenige Jahre vorher war. Ich habe geschrieben, dass jede Saison, in der man Meister wird per se als eine sehr gute gewertet werden sollte.
die Fußballwelt verändert hat und der FC Bayern der nationalen Konkurrenz mittlerweile so weit überlegen ist, dass er sich nur selbst schlagen kann. Der sportliche Maßstab wird in München schon lange nicht mehr in der Tabelle der Bundesliga angelegt. Die Meisterschaft ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit und das absolute Mindestmaß, damit eine Saison keine Katastrophe ist.
Genau damit gehe ich eben nicht konform. Wenn ich das lese, dass die Meisterschaft das absolute Mindestmaß ist, dass eine Saison keine Katastrophe ist, dann weiß ich nicht Recht, was ich dazu sagen soll. Für mich ist die Meisterschaft definitiv keine Selbstverständlichkeit. Und der Kalle in mir ist der Meinung, dass wir gut daran tun würden, das lieber alle so zu sehen.
Denn: Die Konkurrenz wird besser (was gut ist) und offensichtlich konstanter. Und wir müssen uns die nächsten Jahre auch neu erfinden. Denn auch Manu/Ulle machen es nicht ewig. Genausowenig wie der Thomas. Und der Grund für die aktuellen spielerischen Ausschläge nach unten ist nun mal aus meiner Sicht die aktuelle Unwucht im Kader. Plus das Setzen falscher Schwerpunkte in den letzten Jahren. Ist erst mal nicht großartig aufgefallen. Tut es aber jetzt immer deutlicher. Ewig ganz oben gibt es nicht. Wird spannend sein zu sehen welche Ausfahrt wir nehmen werden: die von Real, von Barca oder - ich hoffe es mal nicht - die von ManU.
Insofern: Ja, in der letzten Saison hat man sich mit mehr Glück als Verstand zum Titel gewürgt. Ergebnistechnisch war die Saison damit aus meiner Sicht trotzdem sehr gut, wenngleich mal viele andere Sachen bemängeln darf. Sollten wir dieses Jahr - vielleicht auch dank ein paar Einkäufen im Winter - spielerisch langsam aber sicher wieder die Kurve bekommen (und das ist jetzt schon wieder Jammern auf hohem Niveau bei voller Punktzahl in CL und zwei Unentschieden in der Liga bislang), dann könnte für mich die Saison auch dann eine zufriedenstellende bis sogar ganz gute sein, wenn am Ende 1-2 Teams vor uns stehen.
Ein Mann, der garantiert mehr Fußballsachverstand hat als ich, hat 1990 in Anbetracht von WM-Titel und der Wiedervereinigung gesagt, dass eine gewisse Mannschaft auf Jahre unschlagbar sei. War dann nicht der Fall. Aber war auch OK so.