Wie oft haben wir uns hier schon die Köpfe heiß geredet, weil der FC Bayern nach Expected Goals hätte gewinnen müssen, real aber verloren oder nur unentschieden gespielt hat … jetzt haben wir halt mal ein Spiel gesehen, das die Statistik wieder ein bisschen ins Lot bringt.
Plus: der Gegner war ja nun auch kein Fallobst - haben in der Vorrunde gegen Chelsea gewonnen, die nun wiederum Benfica mit 4:1 abgefiedelt haben …
Und er hat es wieder genauso gemacht, wie ich es schon zum Benfica-Spiel angeprangert hatte: läuft zu nahe an den Torwart und versucht, mit links flach links am Torwart vorbei zu schieben … um es drastisch zu sagen: so blöd kann ein einzelner doch gar nicht sein, das er immer wieder das gleiche probiert, obwohl es fast nie funktioniert …
Mir geht es ja nur darum, dass Bayern neben den Toren keine wirklich guten Chancen hatte, wenn man den Kopfball von Upamecano und den Schuss von Sané (der auch erst in der Nachspielzeit kam) rausrechnet.
Normalerweise regen wir uns darüber ja auf, dass Bayern so viele Chancen vergibt. Im Spiel gegen Flamengo war man effizient und das darf man auch loben, aber die Effizienz kam dadurch zustande, dass man sich überhaupt nur drei gute Chancen herausgespielt hat. Sich nur wenige gute Chancen herauszuspielen ist viel besorgniserregender als (gute) Chancen zu vergeben, da sich die Qualität einer Mannschaft, eines Systems oder eines Spielzugs nicht daran messen lässt, ob der Ball am Ende im Tor landet oder nicht, sondern ob man überhaupt zu der Chance kommt den Ball ins Tor zu schießen. Das Tor zu schießen hängt oft von ein bis zwei einzelnen Spielern ab, die Chance wird bzw. sollte mehr oder weniger vom Großteil des Teams herausgespielt zu werden. Und wenn das nicht klappt, deutet das darauf hin, dass das System, die Mannschaft oder der Spielzug nicht gut genug sind. Jedenfalls in diesem Moment bzw. Spiel.
jaja, passt schon. Meine Prognose ist, dass das mit einem fitten Musiala, einem frischen Olise und einem integrierten Bischof nächste Saison schon wieder besser aussieht. Die verk*** Club WM im Anschluss an eine lange Saison (mit etlichen Verletzten) sieht halt jetzt so aus. Da habe ich (unter den vieldiskutierten Rahmenbedingungen) nicht viel mehr erwartet.
ach a propos: Die Ablöse für die Klub-WM war auch wieder so ein Rohrkreppierer. Einen Einsatz als es um nichts mehr ging, dazu einen recht gebrauchten Tag erwischt und im Gegenzug das geile Turnier mit der U21 verpasst. Lose-lose-lose Situation würde ich meinen.
Deswegen hat man ihm auch mitgenommen, genauso wie die anderen Talente. Und man braucht ja auch einfach Spieler um die Trainingsteams zu füllen. Das machen dann die Jugendspieler. Ob daraus dann langfristig etwas wird, wird man sehen.
Das stimmt für sich genommen natürlich; hier sollte man aber schon einbeziehen, dass es nach 10 Minuten 2:0 stand. Dass die Mannschaft da bei 30°C Außentemperatur ein bisschen Tempo rausnimmt und, zumal wenn Pavlovic und Musiala nicht auf dem Platz stehen, nur wenige Chancen herausspielt, scheint mir normal.
Die Frage ist für mich, ob die Mannschaft bei Bedarf hätte zulegen können … aber dass man bei dem Spielverlauf, wenn schon Tore ohne xG gefallen sind, nicht auf Teufel komm raus Chancen erzeugen will/muss, finde ich a priori erstmal sinnvoll; es gibt ja noch mehr Spiele (mindestesn eins )
Man hat Flamengo ja zurück ins Spiel kommen lassen und das Spiel eigentlich nie beruhigen oder gar entscheiden können. Ich glaube mit einer 3-0 Führung wäre das Spiel tot gewesen und die Möglichkeit dazu hatte man theoretisch gehabt. So war es dann doch ein ziemlich kräftezehrendes Spiel. Wenn man sich dann in der ersten Halbzeit noch 20 Minuten länger mehr angestrengt hätte, wäre vielleicht ein 3-0 rausgekommen und die übrige Spielzeit hätte man entspannter spielen können. Aber da kann man natürlich unterschiedlicher Meinung sein, denn möglicherweise hätte man die Kräfte da auch verbraucht ohne am Ende ein weiteres Tor zu schießen und dann hätte es noch enger werden können am Ende.
So kann man es auch sehen. Auch wenn der Vorsprung erst durch die Chance von Sané in der Nachspielzeit zustande kam. (Hoffe das kommt nicht zu hart rüber ) Deswegen würd ich unserer Offensive ja mit Ausnahme von Kane nur ein ausreichend als Note verleihen.
Das beliebte Henne-Ei-Problem: hat man den Gegner „ins Spiel kommen lassen“ oder hat er die Unverschämtheit besessen, das Spiel aus eigenem Antrieb an sich zu reißen … !?
Die Wahrheit liegt wie immer wohl eher in der Mitte, aber worauf es mir ankommt: es ist ja keine bewusste Entscheidung, dass man nach 2:0 die Offensivbemühungen einstellt und den Gegner „kommen lässt“ - die Bayern hätten bestimmt gerne noch das 3:0 gemacht und anschließend eine ruhige Kugel geschoben, aber da stehen halt noch 11 andere auf dem Platz und die sind bei Rückstand natürlich besonders motiviert. Wenn die dann richtig Gas geben, hält man sich ganz automatisch erstmal zurück und hofft auf Konter.
Ein Eigentor und ein abgefälschter Distanzschuss sind meine Meinung nach keine Effizienz oder Qualität. Kanes zweites Tor ist Qualität.
3 Tore aus etwa 0,3 xGoals schafft man vielleicht ein oder zwei mal pro Saison. Das ist rein statistisch betrachtet ein Extremfall.
Die Südamerikaner haben bei dem Turnier generell den Vorteil, dass sie mitten in der Saison sind und somit die Fitness auf dem Höhepunkt ist. Man konnte auch sehen, dass sie wissen wie man mit der Hitze umgeht. Flamengo hat beispielsweise öfters mal einen Konter abgebrochen, wenn er nicht aussichtsreich war. Da wurde dann lieber die Energie gespart.
Man kann es unserer Mannschaft daher auch nicht vorwerfen, wenn das Pressing nicht wie gewohnt läuft. Die sind aktuell eigentlich in der Urlaubsphase. Die Fitness ist am Tiefpunkt und dann kommen noch die extremen Bedingungen dazu. Die (meisten) Spieler holen mit ihrem Einsatz raus, was noch irgendwie geht.
Die Idee ist an sich ja auch vollkommen okay und wenn sie funktioniert, kann sie auch sehr erfolgreich sein. Aber ich würde behaupten, dass es jedenfalls in diesem Spiel nicht so erfolgreich war. Nach dem Tor von Kane in Minute neun und vor dem Tor von Gerson in Minute 33 ist Flamengo mehrere Male gefährlich vor das Tor der Bayern gekommen, der gefährlichste Abschluss kam dabei von Luiz Araujo in Minute 15. Dagegen hat Bayern nur einen Abschluss in diesen knapp 23 Minuten und zwar ein Distanzschuss von Laimer. Danach folgen noch zwei Distanzschüsse von Goretzka, einer davon mündet im Tor und der Kopfball von Upamecano. Also auch der Aspekt des Konterns hat nicht so ganz geklappt. Wenn man durch das teilweise Zurückziehen, weniger intensive Spiel und den „Gegner kommen lassen“ weder in der Defensive sicherer steht noch in der Offensive wirklich kontern kann, würde ich in Frage stellen, ob dieser Schritt sich teilweise zurückzuziehen, weniger intensiv zu spielen und den „Gegner kommen zu lassen“ überhaupt auszahlt. Für mich wirkt Bayern passiv und so als würde man Probleme haben wieder in den nächsthöheren Gang zu schalten zu können. Dieses Muster gibt es immer wieder und auch schon über verschiedene Trainer hinweg. Deswegen würde ich da Kompany auch erstmal keinen Vorwurf machen, aber ich denke schon, dass man bis jetzt gelernt haben sollte, dass Bayern eigentlich immer das aktivere Spiel besser steht, als das abwartende Spiel.
Goretzkas Tor war auch sowas von Qualität.
Und zum Eigentor: Das war ja kein unbedrängtes Slapstickeigentor, sondern Folge einer gefährlichen Ecke. Das können wir plötzlich, da muss man Kimmich jetzt mal loben.
Das war die zweite Ecke in Folge, die an den kurzen Pfosten geschlagen wurde wohin Goretzka einläuft und dieser soll den Ball aufs Tor bringen oder gefährlich verlängern. Die erste war schon gefährlich und beim zweiten mal hats gescheppert. Schwer für den Verteidiger und da rutscht dir schon mal einer selber rein. Hat in der Saison auch schon geklappt.
Solche Standards sind auch Qualität.
"Glauben Sie hier ist unter den letzten 16 irgendwie ne Karnevalsgruppe? Die haben uns das Spiel hier richtig schwer gemacht über [90] Minuten und wir haben gekämpft bis zum Ende. […] Darüber hinaus haben wir dann zum Ende hin verdient gewonnen. [Wir] legen uns jetzt erst mal drei Tage in die Eistonne und dann analysieren wir das Spiel und dann sehen wir weiter.
Wat wollen se? Wollen se ne erfolgreiche WM oder sollen wir wieder ausscheiden und haben schön gespielt? Also ich verstehe die ganze Fragerei nicht. Wir sind weitergekommen, wir sind super happy, haben heute alles gegeben und bereiten uns jetzt auf Frankrei…äh PSG vor."
Grosse Analyse „wo stehen wir im Moment“ kann man sich am Saisonende und im Angesicht von einigen bevorstehenden Veränderungen im Kader wohl sparen. Man sieht die bekannten Stärken und Schwächen unter Kompany und das Fazit ist doch eigentlich bekannt: wir haben eine gute Mannschaft, die attraktiven Fussball spielt, sind aber noch lange keine Maschine von einer Spitzenmannschaft.