Um das Thema noch ein wenig am köcheln zu halten 
Du bist natürlich nicht alleine. Es gibt gute Gründe, warum die aktive Fanszene sich gegen RB ausspricht. Wer für 50+1 ist, dem kann das RB-Konstrukt kaum gefallen.
Auch die politische Ausrichtung ihres TV-Kanals ist umstritten. „Talk im Hangar“ gibt Leuten ein Sprachrohr, bei denen man sich zumindest fragen kann, ob das wirklich sein muss.
Eitel Sonnenschein und dieses „ich weiß jetzt auch nicht, was du da hast“ ist da sicherlich etwas blauäugig.
Wir bewegen uns im Fußball ohnehin in einer Welt, die schon sehr viele unsympathische Züge mit sich bringt. Aus meiner Sicht ist RB einer der Fische die da schwimmt. Nicht der Größte, aber sicherlich einer der sich für einiges Kritik gefallen lassen muss.
Mir ist auch klar, dass einige Menschen in Österreich, die auf diesen Weltkonzern stolz sind, und ein Teil der Menschen im Osten Deutschlands das oft anders sehen. Dank RB Leipzig ist dort ein Topklub der Bundesliga entstanden. Das bewerten viele positiv.
Für mich ist der Sportler, der am Ende dafür Werbung macht, trotzdem das kleinste Glied in der Kette. Ich glaube, wer als Alpiner an der Weltspitze mitfahren möchte, wäre fast verrückt, nicht Teil der RB-Familie zu sein. Sportler wollen das bestmögliche Umfeld, um Spitzenleistungen zu bringen. Und das geht mit RB im Rücken oft einfach besonders gut. In anderen Sportarten ist das wahrscheinlich sogar noch extremer, auch wenn ich mich da ehrlich gesagt zu wenig auskenne.
Um wieder auf Phonzie zurückzukommen: Der interessiert sich ziemlich sicher nicht für die 50+1-Debatte, und er kennt vermutlich auch weder Hangar 7 noch weiß er, wer da alles sitzt. Wahrscheinlich ist ihm das schlicht egal.
Das muss man nicht gut finden. Und wenn einem ein Sportler dadurch sofort unsympathisch wird, dann ist das eben so. Dann hat man andere Anforderungen an jemanden, der in der Öffentlichkeit steht. Auch das ist eine Haltung, die man haben kann.
Ich persönlich habe diese Anforderungen an Spitzensportler nicht. Das sind für mich erst einmal ganz normale Menschen, die ein außergewöhnliches Talent mitbekommen haben und dann extrem hart dafür arbeiten, dieses Niveau überhaupt zu erreichen und möglichst lange zu halten. Dazu sind sie berühmt und stehen in der Öffentlichkeit. Das macht sie natürlich schneller angreifbar als mich (solange ich nicht Papst bin
).
Bei vielen imponiert mir vor allem die sportliche Leistung. Wenn sie dann noch sympathisch sind, umso besser. Wenn sie sich zusätzlich Gedanken über unsere Welt und soziale Belange machen, noch besser. Aber ich setze das nicht voraus.
Die Welt des Spitzensports ist ein Haifischbecken. Viele wollen darin einfach lange genug schwimmen, erfolgreich sein und finanziell einen guten Schnitt machen. Mit dieser Realität kann ich leben.