Zum Karriereende von Jérôme Boateng: Das Thema, das chronisch zu kurz kommt

Veröffentlicht unter: Jérôme Boateng: Das Thema, das zu kurz kommt

Jérôme Boateng hat seine Karriere beendet. Wir nehmen das zum Anlass, um das Thema Gewalt gegen Frauen in den Mittelpunkt zu rücken. Am Freitag verkündete Jérôme Boateng sein Karriereende. Für uns ist das ein Anlass, um ein Thema in den Mittelpunkt zu rücken, das diesbezüglich in bisher allen reichweitenstarken Artikeln zum Weltmeister von 2014 nur noch beiläufig erwähnt wird. „Sein Privatleben beschäftigte den Boulevard und lange die Gerichte“, schrieb der kicker, als hätte er als „Fachmagazin“ nicht die Aufgabe, sich mit dem zu befassen, was seit Jahren offenkundig auf dem Tisch liegt. Keine Einordnung, keine Informationen darüber, was konkret passiert…

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Sehr guter Artikel
Danke an Katrin und Miasanrot
Das ist die EINZIGE Art über das Karriereende von Boateng zu sprechen.

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Die einzige vielleicht nicht - aber völlig klar die wichtigste?

Denn ja, das Thema kann eben gar nicht genug Aufmerksamkeit bekommen: Denn eben jene Aufmerksamkeit ist das einzige Mittel das Thema wenigstens eingedämmt zu bekommen - komplett lösbar wird es leider nie sein und damit wird es leider auch immer aktuell bleiben!

Auch von mir großes Danke an @Katrin und die MSR Redaktion allgemein, dass diese Vorlage so perfekt verwandelt!

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tausend DANK wieder einmal, dass ihr nicht müde werdet, die wirklich wichtigen Themen immer wieder in den Fokus zu rücken - dafür lieb ich euch hart!

:heart::raised_fist:t2::rainbow_flag::heart:

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Da muss ich noch paar „Boomer Emojis“ drauflegen!

MSR:

:100:
:heart:
&
:brain:
:infinity:

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Danke für den Beitrag @katrin und die vielen guten weiterführenden Links! Es lohnt sich sehr für alle, die noch skeptisch über die vermeindliche (Un-)Schuld von Jerome Boateng sind und zu lernen warum es so schwer ist, vor Gericht in einem solchen Prozess Erfolg zu haben.

Warum hat Kasia Lenhardt Jerome Boateng Gewalt vorgeworfen, aber nie vor Gericht ausgesagt? NDA: Die Akte Kasia Lenhardt

CORRECTIV und SZ haben monatelang recherchiert und sind Fällen von insgesamt neun Ex-Frauen und -Freundinnen von Profi-Fußballern nachgegangen, die von körperlicher, psychischer und ökonomischer Gewalt sprechen. Die Vorwürfe betreffen sechs ehemalige Nationalspieler, einen Bundesligaspieler, zwei sind oder waren im Kader einer Mannschaft in einer der höchsten Spielklassen in Europa. Viele der Frauen sagen, dass die Männer von einem Schutzpanzer aus Macht, Geld und totaler Kontrolle umgeben sind, der die Frauen daran hindert, sich zu wehren oder die Taten publik zu machen.

Die Männer bestreiten die Vorwürfe. Textnachrichten, Gerichtsunterlagen, Fotos, Videos und andere Dokumente erhärten aber die Angaben der Frauen. Soweit möglich, haben CORRECTIV und SZ auch mit Zeuginnen und Zeugen gesprochen. Doch alle Frauen sprechen nur unter der Bedingung, dass sie anonym bleiben. Auch die Namen der Fußballspieler bleiben daher ungenannt. Sonst wären Rückschlüsse auf die Identität der Frauen möglich. Die Angst sitzt tief. „Mein Ex kann mein Leben zerstören“, sagt eine. Zwei erhalten Todesdrohungen.

Eine zentrale Rolle spielen Verschwiegenheitsverpflichtungen. In mehreren der Fälle haben die Frauen solche Schweigeklauseln unterzeichnet. Sie nehmen ihnen das Recht, ihre eigene Geschichte zu erzählen.

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Nochmal genauer aus dem Podcast NDA, unfassbar…

In diesem Sommer wird der Prozess neu verhandelt. Der Boateng streitet ab Sherin S. jemals Gewalt angetan zu haben Die Anwälte von Boateng sagen vor Gericht, ihr Mandant würde nichts außer einem Freispruch akzeptieren.

Ich habe den Prozess in München im Herbst 2022 als Journalistin begleitet. Während Sherin S. befragt wird, sitze ich vor Ort im Gericht. Boateng verweigert die Aussage. Das ist sein Recht als Angeklagter, er schweigt. Sherin S. muss aussagen, weil sie Opfer und damit Zeugin ist. Sherin S. muss Fragen beantworten von der Staatsanwaltschaft, der Verteidigung, dem Richter.

Das sind Fragen wie an welcher Stelle soll Boateng sie angeblich im Urlaub in der Karibik in den Kopf gebissen haben? Wie fest, als er ein knapp einen Meter hohes Windlicht nach ihr geworfen hat, hat er dabei in Kauf genommen, sie tödlich zu verletzen. Hat er es geworfen oder umgetreten, war es ein Versehen? Woher will sie das mit Sicherheit wissen?

Mit welchen Ausdrücken hat er sie beschimpft? Nutte, Schlampe, Fotze? War die Verletzung an der Hand, rechts oder links war der Biss am Kopf mittig, war’s ein Schlag oder ein Stoß, passt es zu den Fotos, hat er mit rechts oder links zugeschlagen, wie hat er seinen Daumen in ihre Augenhöhle gedrückt, hat sie geblutet?

Wenn nicht, woher kam das Blut? Auf ihrem T-shirt hatte sie ihre Periode, war es Boatengs Blut, warum hat er geblutet, wer hat wen angegriffen, wann genau hat er ihr Blut ins Gesicht gespuckt, als sie auf dem Boden der Terrasse des Hotels lag? Warum weiß sie das nicht? Hat sich überhaupt irgend etwas von dem abgespielt, was sie sagt? So geht das stundenlang.

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Deshalb seid ihr die Besten :ok_hand:t2:

Auch @patricksaint danke für deine Ergänzungen.

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selbstverständlich ist der (erzwungene) „Wunsch“ der Frauen zu respektieren - ich wünschte mir allerdings eine Enttarnung der Täter um sie (und ja, da bin ich ehrlich und unversöhnlich) möglichst persönlich komplett zu ruinieren!

leider sehen wir ja am Fall Boateng - und auch hier im Forum - dass es selbst enttarnte Täter unbeschwert weiter leben dürfen!

es ist so zum kotzen - und ja:
da empfinde ich nur noch Hass!

und es war, ist und bleibt:
der Mann an sich ist ein Problem - auf so vielen Ebenen!

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Muss man so etwas pauschal denken und schreiben? Damit machst Du pauschal Dein eigenes Geschlecht klein und gemein. Klingt für mich nach den Kampfrufen extremer Feminist:innen - abwertend und diskriminierend.

Es gibt ausreichend Gründe, Boateng und Konsorten widerlich zu finden. Aber die Pauschalverurteilung aller Männer ist für mich drüber.

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Männer unterjochen seit Menschengedenken in jedweder Art die Menscheit - mir doch vollkommen wurscht ob es mein Geschlecht ist, das habe ich mir nicht ausgesucht!

Männer morden, unterdrücken, betrügen systematisch - bevorzugt Frauen!

und die Männer, die dies nicht tun, profitieren zumindest indirekt von dem Dreck, den ihre Geschlechtsgenossen verzapfen!

ich wüsste nicht, weshalb man dies nicht eindeutig benennen sollte?

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Oh je… das ist mir viel zu unterkomplex argumentiert und mit einem absurd negativen „Bias“ versehen. Sorry, dass ich das Fass aufgemacht habe. Ich klinke mich hier aus, obwohl ich die Abscheu gegenüber „männlichen Gewalttätern“ komplett mit Dir teile.

Zurück zum Spocht.

wenn dir die bittere Realität zu unterkomplex ist - dann ist das so! :man_shrugging:t3:

Deine „bittere Realität“ list sich für mich wie „Alle Männer sind Schweine.“ Das ist mir in der Tat zu unterkomplex und vor allem diskriminierend. Ich hoffe, dass Du mit dem Makel, ein Mann zu sein, trotzdem leben kannst.

Wie gesagt, ich verurteile übergriffiges Verhalten von Männern und Frauen und ich mag Dich auch als Foristen gern. Aber das geht mir persönlich zu weit. Guads Nächterl.

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Hoffentlich nicht (bei uns)

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Da mach ich mir leider wenig Hoffnungen, unter Tuchel ist es doch auch nur an sportlichen Gründen gescheitert, oder? Wenn ich mich recht erinnere hat der Verein damals schon ein ziemlich schlechtes Bild abgegeben.

Davon abgesehen möchte ich auch ich danke sagen für den wichtigen Artikel. Großes Lob!

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Anm. d. Moderation: Bitte auf persönliche Angriffe verzichten. Das hilft der Diskussion keinen Schritt weiter und macht sie eher schwieriger.

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Was folkfriend beschreibt ist meiner Ansicht nach in der Intention genau das Gegenteil von diskriminierend, denn es hängt zusammen mit dem Versuch diskriminierende Machtverhältnisse zwischen Geschlechtern innerhalb der patriarchalen Realität entgegenzutreten. Dabei geht es nicht darum zu sagen „Alle Männer sind Schweine“, sondern dass Männlichkeit in der gesellschaftlichen Geschlechterrolle mit Gewalt verbunden ist.

Die Realität ist also leider, dass Männer, die keine Gewalt ausüben, eher die Ausnahme sind, als umgekehrt und deswegen ist es so wichtig, diese Machtverhältnisse und Geschlechterrollen zu hinterfragen. Vielleicht kennst du den Begriff „kritische Männlichkeit“, der ordnet das alles noch ein bisschen mehr ein.

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Also das halte ich bei aller Sympathie für das Thema für daneben. Männer, die keine Gewalt ausüben, sollen in der Gesellschaft die Ausnahme sein? Dann kenn ich nur Ausnahmen. Es gibt diese toxische Männlichkeit ohne jeden Zweifel, aber dass das die Regel sein soll, da gehe ich nicht mit.

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Sorry, aber das ist im Konflikt zu den Fakten. Hab auf die Schnelle eine australische Erhebung gefunden, derzufolge 17% der Frauen und 6% der Männer schon Partnergewalt erleben mussten.

Insofern stimmt es zwar, dass die Mehrzahl derer, die Gewalt ausüben, Männer sind. Aber über 80% der Männer sind eben nicht gewalttätig. Und deine/eure Pauschal verurteilung ist somit unangemessen.

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