WM-Boykott: Dreesen, der FC Bayern und die Angst vor dem Präzedenzfall

So viel zum Thema sachliche Argumente.

War mir klar, dass du jetzt selber keinen Inhalt bringst, sondern den Beitrag von @patricksaint zitierst. :grinning_face_with_smiling_eyes:

Ist es auch den meisten Menschen. Man braucht sich dann aber nicht beschweren, wenn wir irgendwann Fußball nur noch in Saudi-Arabien spielen und wenn Fußball für normale Menschen nicht mehr zugänglich ist. Es war egal.

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Und wer entscheidet das? Die Ultras der Münchner Süd?

Also ich wäre ja dann für ein Verbot von Randsportarten bei Olympia! Genau genommen sollten da nur noch Leichtathletik Wettbewerbe ausgetragen werden :+1:

Was haben die Randsportarten mit dem Austragungsort zu tun?

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Möchtest du dich inhaltlich dazu äußern?

Kann ich gerne machen. Du schaffst es ja nicht.

Im Artikel wird genau eine Reform aus 2017 angesprochen, die man nicht direkt mit der WM in Verbindung bringen kann. Man könnte aber argumentieren, dass die WM dafür mehr Aufmerksamkeit gebracht hat, wenn man es optimistisch sehen möchte. Bei den Dingen, die direkt mit der WM zusammen hängen, wird dort geschrieben, dass sich seit der WM nichts mehr bewegt hat.

Der Satz „No tangible progress has been made.“ fasst es perfekt zusammen.

Finde ich ehrlich gesagt nicht. Ich würde gerne alle Interessierten hier einladen, diesen hochqualitativen Artikel ohne Paywall in seiner Gänze zu lesen. Ich habe dadurch jedenfalls viele Dinge gelernt.

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Die Zustimmung die Trump in Amerika verliert, gewinnt er ja in Europa, bei der AFD, in Ungarn und so weiter. Ich glaube vielen geht es einfach so schlecht bzw. sie sind so wütend, dass sie wirklich glauben, dass Autoritarismus ihnen helfen würde. Auch wenn die Zustimmung bei Trump sinkt, es gibt immer noch hunderte Millionen auf der Welt, die ihn feiern und sich ebenfalls in ihrem Land jemanden ähnliches wünschen.

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C’est le ton qui fait la musique…
Die Frage ist eher, ob du ohne Sticheleien auch noch bei den Fakten bleiben kannst.

Du zitierst eine FIFA-Baustelle und tust so, als wäre das ein Beweis gegen Reformen in Katar. „No tangible progress…“ meint Infantinos Hub/Migrant-Centre. Also FIFA-Ankündigungen ohne Lieferung. Genau das war auch mein Punkt

Ich habe nie Katar ist reformiert behauptet, sondern dass es einzelne Schritte gab, während die großen Baustellen Umsetzung/Entschädigung/Accountability bleiben und dass FIFA daraus zu wenig gelernt hat (was niemanden überrascht).

Diese einzelnen Schritte sind im Kern genau das, was der Artikel auch anspricht.
Mindestlohn, erleichterter Jobwechsel ohne Arbeitgeber-Freigabe (Kafala-Aufweichung) und Mechanismen gegen Lohnbetrug/ausstehende Gehälter (Wage-Protection/Fonds/Schlichtung).

Das ist nicht alles gut, aber es ist eben auch nicht überhaupt nichts wie du ständig behauptest.

Es gab da genau eine Reform und diese wurde weit vor der WM angestoßen. Katar will ein großer Player in der Weltpolitik sein. Das funktioniert schlecht, wenn man die Bürger seiner Nachbarländer versklavt. Daher hat Katar die Ausreisegenehmigungen abgeschafft. Du behauptest jetzt, dass diese Reform wegen der WM kam. Kann man glauben, kann man auch sein lassen. Belegen kann man das nicht.

Funktioniert laut dem Artikel nicht und ist mehr Schein als Sein.

Genau, eine Reform ist schon sportlich. Du reduzierst das auf die Ausreisegenehmigungen und blendest den Rest aus:

Jobwechsel ohne Arbeitgeber-Freigabe (Kafala-Aufweichung), Mindestlohn und die ganzen Mechanismen rund um Lohnzahlungen/Schlichtung/Fonds. Ob die perfekt greifen oder nicht, ist eine andere Frage.

Ich habe nicht behauptet monokausal wegen der WM. Ich sage: Die WM hat den internationalen Scheinwerfer draufgehalten und damit Druck/Anreize verstärkt. So laufen politische Reformen nun mal, da gibt’s kein Labor-Experiment als Beleg. Wenn du meinst, Katar hätte das alles in Tempo und Umfang genauso ohne dieses Spotlight gemacht: kann man glauben, kann man lassen – ist aber dann Meinung, nicht Fakt.

Dass vieles in der Umsetzung lückenhaft ist und Remediation/Entschädigung fehlt, bestreite ich übrigens gar nicht. Nur: „nicht ausreichend“ ist etwas anderes als „überhaupt nichts“

Ja, eine Reform kann mehrere Unterpunkte haben.

Laut dem Artikel greifen die gar nicht und es wird sogar behauptet, die Situation sei schlimmer geworden…

Das kann ich nicht beurteilen.

Dafür müsste man den Artikel mal lesen. Dort wird ausführlich beschrieben, dass beispielsweise Gerichtsverfahren so lange hingezogen werden, bis die Betroffenen aufgeben müssen. Damit hat man auf dem Papier ne schöne Reform, die man international vermarkten kann, aber die tatsächlichen Auswirkungen für die Betroffenen sind viel kleiner. Willkommen beim Sportswashing. Das einzige, was laut dem Artikel wirklich eine nachhaltige Veränderung bewirkt hat, ist eben das Thema Ausreise. Das lässt sich auch objektiv feststellen, weil die Anzahl an Ausländern im Land drastisch zurückgegangen ist. Steht alles im Artikel.

Das war nicht mein Punkt.

Werter @Gut_Kick : auch wenn man bei einem Thema sehr unterschiedlicher Meinung sein kann und sich vielleicht auch manchmal unverstanden fühlt vom Diskussionspartner, möchte ich freundlich darum bitten, auf persönliche Spitzen wie die obige zukünftig zu verzichten. Man kann in einer Sache SEHR unterschiedlicher Meinung sein wie hier z. B. in der Haltung zu einem möglichen Boykott, aber bitte nur in der Sache. Und dann muss man vielleicht auch einfach mal akzeptieren, dass unterschiedliche Sichtweisen existieren können und sie einfach nebeneinander stehen lassen. @ChrisCullen hat seine Argumente vorgebracht. Vielleicht siehst du sie nicht als deine Argumente - völlig ok.

Wieso sollte nur einer auf persönliche Spitzen verzichten? :smiley: Das wäre ziemlich langweilig und unfair.

Ich sehe oben vor allem diese deine persönliche Spitze.

Ich weiß. @ChrisCullen macht es geschickt. Ist ja nicht das erste Mal. Ich bin ehrlich und mache es direkt.

Ich bin mir sehr sicher, Herr Dreesen hat sich im Zusammenhang mit einem „deutschen“ WM-Boykott darauf bezogen, dass Deutschland noch nie eine WM boykottiert hat, nicht einmal 1978, als in Argentinien eine Militärjunta regierte. In sofern finde ich es nicht richtig, eine Aussage völlig aus dem Kontext zu reißen und allein hinzustellen. Denn nochmal: Die Diskussion beim DFL-Empfang bezog sich klar auf einen deutschen WM-Boykott. Hier übrigens empfehle ich, zunächst einmal die Politik in die Pflicht zu nehmen, die ist auch zuständig.