WM 2026: Sané überrascht mit Bestwerten der bisherigen Weltmeisterschaft

Und deshalb arbeiten da ja auch Profis und nicht Leute, die mit Zahlen um sich werfen. Wer Daten kontextualisieren kann, hat ein mächtiges Tool in seinen Händen, um exakt in den Fragen, die du nennst, Annäherungen zu bekommen, die einen in der Transferplanung extrem weiter bringen. Dass Datenanalysen für viele in Deutschland nicht so greifbar sind, hängt mMn auch damit zusammen, dass viele, die öffentlich damit arbeiten, das nicht hinbekommen und dann schnell einen Eindruck vermitteln, der Leute dazu verleitet, so etwas zu schreiben wie “deutlich überschätzt”. Ich würde sogar das Gegenteil behaupten: Professionelle Analyst*innen werden massiv unterschätzt.

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Ich sehe das anders. Selbst wenn Profis die Daten kontextualisieren, bleibt das Problem: Die besten Annäherungen aus Zahlen sagen auf dem Platz nicht, ob ein Spieler in Mannschaft B wirklich funktioniert. Ein Spieler kann bei Verein X perfekte Werte haben und bei Verein Y im eigenen System völlig verloren wirken. Genau das ist der Punkt.
Datenanalyse ist sicher ein mächtiges Tool, aber sie ist kein Ersatz für die praktische Erfahrung, ob jemand in das konkrete Team, die Abläufe und die Rollen passt. Und genau das wird oft unterschätzt: Die Transferplanung lebt von der Frage, ob der Spieler im eigenen Konstrukt funktioniert, nicht von der besten ZahlenAnnäherung.
Dass viele in Deutschland Datenanalysen nicht greifbar finden, hat für mich auch damit zu tun, dass die Praxis oft widersprüchlich ist: Die Zahlen können toll aussehen, aber der Spieler passt nicht. Professionelle Analysten werden vielleicht nicht unterschätzt, aber ihre Ergebnisse werden oft überbewertet, weil sie die menschliche Komponente und den Kontext nicht vollständig abbilden können :man_shrugging:

Hattest du mal Einblicke in die Arbeiten von Analyst*innen, was dahinter steht und was die den ganzen Tag so tun?

Damit kann man doch aber jegliches Scouting totschlagen. Sei es das klassische “ich schaue mir einen Spieler jetzt mal einmal im Stadion an und beurteile ihn dann” oder “der war gegen uns gut” oder sonst was. Dieses Risiko hast du immer. Mit den heutigen Möglichkeiten kannst du dieses Risiko aber minimieren. Und Daten sind da definitiv ein Teil davon. Zumal der Umfang der Möglichkeiten im Scouting bei Vereinen nochmal so viel größer ist, als man sich das vorstellen kann, wenn man mal auf SofaScore vorbeischaut oder sonst wo. Das ist nicht mal ein Bruchteil dessen, was Scouts zur Verfügung haben.

Ich fremdle sehr mit deiner Meinung zu diesem Berufszweig, muss ich zugeben. Und ich sehe auch kaum Argumente, die das wirklich stützen würden, dass sie “überbewertet” wären. Den zwischenmenschlichen Bereich abzubilden, ist doch sowieso kaum möglich. Am Ende stellst du eine Shortlist zusammen und sprichst dann mit den Parteien und bei den Gesprächen merkst du dann, ob es grundsätzlich passen könnte. Das eine schließt das andere doch nicht aus. Warum du datenbasierte Erkenntnisse gegen zwischenmenschliche Bewertungsgrundlagen ausspielst, erschließt sich mir nicht.

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Stimme dem Beitrag weitestgehend zu, aber ich möchte klarstellen, dass sich meine Antworten eher darauf bezogen haben, wie der FCB bei der Thematik eingestellt ist. Das FCB‑Scouting ist (denke ich) sehr spieler- und erlebnisbasiert, nicht extrem datengetrieben. Extrem datenbasiertes Scouting nehmen eher Teams mit weniger finanziellen Möglichkeiten in Anspruch, die versuchen, mit Daten den nächsten Rohdiamanten zu schürfen, weil sie sich kein riesiges Scouting Netzwerk leisten können.
Der FCB hat genug Ressourcen, um klassische Scoutings, persönliche Treffen und viel Erfahrung einzubringen. Daten sind dort ein Werkzeug, aber nicht der treibende Faktor. Und genau das ist für mich der Punkt: Wenn man Daten als alleinige Wahrheit nimmt, übersieht man, dass die menschliche Komponente, der Kontext und die Passung im eigenen System oft wichtiger sind.
Natürlich sind Daten und Statistiken EIN Teil des Ganzen

Das stimmt so auch nicht ganz. Der FC Liverpool ist als einer der größten Klubs einer der Vorreiter des modernen Datenscoutings. PSG nutzt in der Analyse beim Scouting moderne Methoden. Ich bin sicher, viele andere große Klubs ebenfalls.

Beim FC Bayern stimme ich zu. Die kaufen überspitzt formuliert lieber nach Vibes ein. Aber auch die nutzen datenbasiertes Scouting rund um den Campus und auch im Profibereich. Sie würden enorm davon profitieren, sich damit noch mehr auseinanderzusetzen, um nicht immer wieder ins Wettbieten mit Klubs zu kommen, die sie auf dem Markt eh nicht schlagen können. Um Wege zu finden, früher an den nächsten Top-Stars dran zu sein.

Ich habe Eschers Buch noch nicht gelesen, aber ich gehe sehr davon aus, dass man dort hervorragende Einblicke bekommt, wie heute mit Daten gearbeitet wird. Und das nicht nur bei kleinen Klubs.

Zumal Daten auch super teuer sind, auch hier haben große Klubs also Vorteile. Da sprechen wir schnell mal von Summen im sechsstelligen Bereich pro Jahr. Mindestens.

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Volle Zustimmung!!!

Das liest man ja immer wieder.
Hat Liverpool dann TROTZ oder WEGEN dieses Datenscoutings zuletzt in einer Transferperiode ca. 483 Mio. € Ablösen für neue Spieler ausgegeben?
Oder bezieht sich das eher auf den Nachwuchsbereich?

Ergänzung: Da Du dich von meinen Beiträgen ja manchmal angegriffen gefühlt hast… das ist definitiv nicht so gemeint, sondern eine ernstgemeinte Frage.

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Bayern hat sicher alle möglichen Tools zur Verfügung. Einfach weil sie es können. Für das Umsatzvolumen des FCB sind so ein paar Scouting-Tools doch nur Peanuts.
Was man dann daraus macht, ist die andere Frage. Und im Grunde nur von Insidern zu beantworten.
Bei Luis Diaz wurde irgendwann berichtet, dass solche Daten eine gewissen Rolle bei seiner Verpflichtung gespielt hätten. Da gab es die Pole „ist schon gut“ aber „alt und teuer“. Etwas überspitzt.
Der Daumen ging dann dann auch hoch, weil durch datengetriebene Analyse dargestellt werden konnte, dass sein Profil perfekt zu den Kompany-Bayern passen würde.

Liverpools Weg zurück nach oben war klar gekennzeichnet durch datenbasiertes Scouting und Datenanalyse im taktischen Bereich. Sie nutzen diese Tools natürlich immer noch, aber mit viel Geld geht auch immer viel … wie soll ich sagen … Reiz einher. Wenn du dir Spieler von diesem Kaliber leisten kannst, dann kommst du ins Grübeln, ob du sie holen sollst.

Am Ende sind Daten ja nie eine Garantie für irgendwas. Sie können Risiken minimieren, sie können dir dabei helfen, gewisse Dinge vorzuzeichnen und in der Analyse die Richtung zu schärfen. Sie können Abläufe vorfiltern und dafür sorgen, dass du nach den richtigen Spielertypen suchst. Sie können dabei helfen, Spiele zu analysieren und Fehler klar zu adressieren oder Dinge, die man gut macht. Aber sie nehmen dir nicht die Arbeit ab, kluge Entscheidungen zu treffen.

Ich persönlich glaube aus der Distanz, Liverpools Problem lag weniger darin, dass sie viele teure Spieler gekauft haben, sondern eher darin, dass sie einen Trainer hatten, der nicht optimal reingepasst hat. Ich kann mir einen “Flick/Kovac”-Effekt schon vorstellen, wenn sie den richtigen Mann finden sollten. Ob Iraola das ist, weiß ich nicht. Man muss aber auch sagen, dass es schwer ist, auf jemanden zu folgen, der so dominant und erfolgreich war wie Jürgen Klopp.

Ich denke, das Optimum wäre, erst nach allen Regeln der Kunst datenbasiert die besten Kandidaten herauszuarbeiten, und dann on top nochmal den Faktor “Vibes” für die letztgültige Auswahl zu nutzen. Denn im aktuellen Kader des FC Bayern ist doch ein Erfolgsfaktor, dass man keine “Stinkstiefel” dabei hat, die intern die Stimmung vergiften, und auch keine Schönwetterspieler, die abtauchen, wenn es kritisch wird.

Wenn eben ein Kane oder Diaz (und auch alle anderen) bis zur letzten Sekunde ackern und sich von keinem Rückschlag entmutigen lassen, dann ist das einfach ein Charakterzug von denen; und ich bezweifle, dass man das direkt aus den Daten gut ablesen kann - oder werden solche “soft skills” heutzutage auch in den Daten mit erfasst (wenn ja, wer beurteilt das bei den Datenerhebern) ??

hört sich an als müsste man mal bei Bianca Rech nachfragen weil die hat das ja quasi perfektioniert :smiley: