Veröffentlicht unter: WM 2026: Leroy Sané überrascht mit Bestwert, liebe Kritiker!
Deutschland ist sich einig: Leroy Sané muss auf die Bank. Oder nicht? Daten liefern eine Antwort auf die Frage, was Sané besser macht als gedacht. Beim 7:1 gegen Curaçao blieb Leroy Sané als einziger Offensivspieler ohne Scorerpunkt, obwohl er 90 Minuten durchspielte. Landauf, landab hagelte es schlechte Noten, egal ob von Menschenhand oder datenbasiert, und Verrisse. Für die 11 Freunde rückte der Linksfuß gar unter die Top Drei der frustrierendsten Nationalspieler. Nachvollziehbare Kritik. Sané wirkte oft unglücklich, schien einige falsche Entscheidungen zu treffen, vergab drei Torchancen. Werbung: Das neue Bayern-Trikot und 50 Prozent auf Klassiker sparen – JETZT bei Kitbag (Affiliate-Link)…
Bin mir sicher, wir werden im Laufe der kommenden Tage und Wochen noch den „Prime Prime Leroy Aziz Sané“ zu sehen bekommen und er wird seine Kritiker hierzulande verstummen lassen.
Randnotiz: Ich habe soeben einen Kommentar von miasanfcb gelöscht, der rein provokativ, sarkastisch gegen uns schießend und abwertend-negativ der Arbeit gegenüber war, die Georg in diesen Artikel gesteckt hat (sinngemäß: Es werde jetzt absichtlich nach Gründen gesucht, zu rechtfertigen, was nicht sein kann). Ist nicht das erste Mal, dass er uns provoziert und seine Grenzen austestet.
Mir ist dieses Projekt hier so schon zeitfressend genug und ich würde die Zeit, die ich reinstecken kann, gern mit Content verbringen und nicht mit Usern, die mir auf der Nase herumtanzen und mir mit jedem Post zeigen, wie kacke sie mich finden und wie wenig Respekt sie vor der Arbeit haben, die hinter all dem steht. Deshalb habe ich ihm jetzt eine Denkpause von einem Tag verpasst.
Leider hinter der paywall: Wer sind denn die anderen beiden Spieler?
Marco Reus und Effe wurden genannt
Danke Dir! Auf Effe hätte ich blind gewettet.
Ach, dann ist er sogar historisch nervig? Ich dachte, das bezieht sich nur auf das gegenwärtige Team.
Nein, hier wurde Geschichte geschrieben ![]()
Top Artikel. Vielleicht verstehen jetzt die letzten Kritiker wie wichtig Sane für jedes Team ist!
Wird Sané also flächendeckend zu Unrecht kritisiert? Nein, das wäre eine Überreaktion in die andere Richtung. Es geht nicht darum, das öffentliche Narrativ durch Rosinenpickerei zu widerlegen. Gerade im Vergleich zu seinen gegen Curaçao erfolgreichen offensiven Mitspielern fiel seine Leistung ab. Daran ändert diese Metrik nichts. In anderen Metriken schneidet er schlechter ab. Insbesondere verwandelte er seine Ballaktionen in gefährlichen Räumen zu selten in Zählbares.
Das steht doch da sogar?
Unbhängig davon können auch “hot takes” manchmal interessant sein, um der Wahrheit näher zu kommen.
Ich denke, dass genau die Anschlussaktionen uns alle verrückt machen. Man schaut einem Künstler zu, der regelmäßig beginnt, eine tolles Werk zu erstellen und kurz vor Vollendung über den Farbeimer stolpert und die Leinwand umwirft und zerstört.
Wenn er sich erst nicht in die guten vielversprechenden Situationen bringen würde, würden wir “nur” darüber reden, dass er keine Einbindung ins Spiel hat. So wie gefühlt im 2. Viertel gegen Curacao. Mein Eindruck war, dass er einfach 20 Minuten komplett von allen gemieden wurde, weil er zu viel Ausschuss produziert hatte.
Die eine Statistik aus dem einen Spiel ist mir jetzt etwas zu dünn als Erklärungsansatz.
Wenn man es negativ sehen wollte dann könnte man auch sagen ein Spieler der einen hohen BAA Wert hat, aus diesen Situationen aber nichts macht ist eher negativ fürs Team weil damit effektivere Spieler weniger Situationen bekommen.
Der eher sachliche Ansatz ist dann, die Statistik, dass er den Ball oft in offensiven Positionen hat, bringt mir keine Aussage über seinen Wert fürs Team solange ich nicht weiß was er aus diesen Situationen heraus dann nutzbringendes fürs Team macht (oder eben nicht).
Letztlich passt die Statistik ja genau zu dem was man ständig sieht, er hat viele Aktionen, es sieht oft gut aus, die letzte Aktion sitzt selten.
Absolut. Sogar der Gegner war froh, das LS am Sonntag durchspielen durfte.
So wurde es zumindest nicht historisch. ![]()
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Aber, jetzt wo er endlich den Trainer hat, der auf ihn baut, wird das sicher anders werden. Dann geht’s ab
.
(Den Text aus einem beliebigen Jahr seit dem Transfer von ManCity zum FCB hierhin kopiert.)
Hat ja auch niemand behauptet, dass es deshalb keine Gegenargumente mehr gibt. Dass Nagelsmann ihn aber aufstellt, weil er gern mit ihm abends am Pool liegt, ist mir persönlich zu dünn als Erklärungsansatz. Und wenn Debatten so geführt werden, das bezieht sich jetzt auf die Gesamtdebatte und nicht auf dich persönlich, dass in Gemeinschaft so getan wird, als gäbe es so gar keine legitimen Argumente für diese Entscheidung und als würde sich das Trainerteam hier keine Gedanken machen, sondern einfach aus persönlichen Vorlieben heraus Rage Bait betreiben, dann finde ich die Qualität der Debatten noch einen Tick unter dem Level, das Sané weitestgehend unterstellt wird.
Und wenn man dann versucht, sich dem Thema differenzierter anzunähern und Argumente zu finden beziehungsweise sich in das Trainerteam hineinzuversetzen und zu schauen, was abseits der Oberfläche dafür sprechen könnte, wird man mit Sarkasmus, Abwertung und Lächerlichmachung konfrontiert, als würde man allen gerade erklären wollen, dass die Erde eine Scheibe sei. Vor allem aber wird oftmals auf die Argumente gar nicht eingegangen und wenn man auch noch Journalist oder Autor oder Blogger oder whatever ist und über beide Seiten der Medaille schreibt, wird so getan, als würde man eine Agenda verfolgen.
Da ist es dann auch egal, ob man im Artikel ausdrücklich erwähnt, dass die Kritik ganz das Gegenteil von unberechtigt ist.
Manchmal wünsche ich mir zwei Dinge:
- Das bewusste Zurücktreten von der eigenen Meinung über einen Spieler und damit direkt verbunden das Zulassen der Möglichkeit, dass sich hier zumindest in der dargebotenen Schärfe eine Dynamik verselbständigt, die unverhältnismäßig ist.
- Und das Zulassen von Ambiguität und der Möglichkeit, dass beides stimmen kann: Sané spielt weit unter seinen Möglichkeiten, es gibt sehr gute Gründe dafür, ihn nicht mal mit zur WM zu nehmen UND GLEICHZEITIG gibt es auch Argumente, die nicht nur dafür sprechen, ihn mitzunehmen, sondern ihn auch in der Startelf spielen zu lassen.
Vielleicht ist das alles dann doch gar nicht so albern und lächerlich, wie die Mehrheit glaubt. Vielleicht gibt es ja doch einen Weg, Sané sehr kritisch zu sehen und trotzdem einzuräumen, dass Nagelsmann kein unfähiger und unprofessioneller Depp ist, der Sané einfach nur eine Freude machen möchte. Und damit dann auch alle abzuwerten, die Sané entweder nicht ganz so kritisch sehen wie man selbst oder sich darum bemühen, die Argumente zu ergründen, die für ihn sprechen. Und auch wenn man sie womöglich nicht teilt, gibt es diese.
Das musste mal raus. Was ihr damit macht, ist euch überlassen. Und nochmal: das bezieht sich nicht auf dich, auch nicht ausschließlich aufs Forum. Es ist etwas, was ich überall beobachte und was nicht nur bei Sané auffällig ist.
Also jetzt erst einmal Allgemein. Warum diskutiert man denn oder sollte diskutieren? Um Argumente der Gegenseite zu hören, die mich vielleicht weiterbringen oder die mir neue Erkenntnisse bringen.
Ich bin zugegebenermassen kein Freund (mehr) von Sani. Der hat über einen zu langen Zeitraum zu wenig gezeigt. Zugegebenermassen ist das Urteil jetzt sehr pauschal.
ABER; Deine Analyse hat mir jetzt schon gezeigt, dass es sicherlich auch Argumente für eine Aufstellung Sanés gibt. Du zeigst ja auch die Schwächen, aber eben auch die Stärke.
Meine Frage als Laie ist jetzt aber, was bringt denn wie bei ihn der Ballkontakt in der gefährlichen Zone, wenn er dem Ball (gefühlt) nicht entgegengeht und dann permanent einen Pseudorückpass über 5 Meter spielt. Das ist jetzt eine von mir gefühlte Aussage. Ich denke da nur an Karl, der mit vollem Risiko, Speed und unbekümmert in den Mann geht. Das vermisse ich halt bei Sané schon komplett.
Aber genau deshalb bin ich für Deinen Artikel dankbar, da er eine total interessante Diskussionsgrundlage bietet, die auch mich weiterbringt.
Erstmal: Das war nicht meine. Georg hat den Artikel geschrieben.
Muss ich mir nochmal anschauen, habe gerade aber einen grundlegend anderen Eindruck. Ich finde, er macht in der Bewegung mehr richtig als falsch. Sein Problem ist oft die Entscheidungsfindung anschließend.
und was bringen Ballkontakte vorne? Druck. Selbst wenn nichts daraus wird. Du verlagerst das Spiel nach vorn, bringst die Abwehr in Bewegung und hast wichtige Aktionen, die dein Aufbauspiel entlasten.
Ich finde es schon nachvollziehbar, dass Sané nach dem bedauerlichen Ausfall von Lennart Karl in der Startelf spielt. Leroy ist schon ein wertvoller Baustein fürs Gesamtsystem.
Aber es ich finde es bemerkenswert, dass der 30-jährige erfahrene Sané so oft im letzten Moment die falsche Entscheidung trifft, während ein 18-jähriger Karl ziemlich oft die richtige trifft sprich einen perfekt getimten Pass spielt oder einen super gefährlichen Abschluss produziert.
Das Dumme ist halt, dass wir aktuell nur hoffen können, dass Sané schnell den Weg findet, die richtigen Entscheidungen zu treffen; denn die Chancen, die dank ihm nicht entstehen, könnten bzw. werden in engen Spielen gegen Top-Gegner den Auschlag geben. Dass Nagelsmann ihn mit Vertrauensvorschuss dahin bringen will, ist genau der richtige Ansatz. Eine Garantie, dass es klappt, gibt es aber natürlich nicht.
Versteh mich nicht falsch, ich finde es prinzipiell einen guten Ansatz aus sachlichen Statistiken herauszuarbeiten was für die Aufstellung Sanes spricht. Ich denke einfach nur dass diese eine Statistik für sich genommen da noch keine Aussagekraft hat. Ich müsste erstens herausarbeiten warum er diese vielen Situationen hat (bewegt er sich besser? kommen versuchte Zuspiele öfter bei ihm an? Werden andere Spieler konsequenter gedeckt?…) und müsste zweitens schauen was aus diesen Situationen heraus dann in Folge passiert, den Ball nur zu bekommen hat ja erstmal keinen Wert. Das ist alles schwer zu quantifizieren, vielleicht gibt es noch andere Metriken die in Kombination dann ein Bild erzeugen aus dem man wirklich Schlüsse ziehen kann.
Meine sehr oberflächliche und nicht zahlengestützte These ist eine Kombination aus schwacher Konkurrenz (Leweling z.B. ist jetzt auch nicht der offensichtliche Pick für die Startelf) und einer Rollenfrage.
Sane gibt Breite und muss mit Tempo nach hinten mitarbeiten, wenn ich jetzt Musiala da hinstelle um in der Mitte Platz für Undav zu machen dann weiß ich weder ob er läuferisch schon die Form dazu hat noch ob das in Nagelsmanns Offensivkonzept so richtig passt mit dem sich eher nach innen orientierenden Musiala. Ähnlich sähe es wohl mit Havertz außen aus.
Die offensichtliche Alternative als 1:1 Ersatz wäre Karl gewesen, wenn ich davon ausgehe dass wir gegen Finnland Nagelsmanns A-Elf gesehen haben (ausgenommen Havertz wegen CL Finale) dann war das ja auch sein ursprünglicher Plan.
Am Ende kommt Nagelsmann vielleicht einfach zu dem Schluss dass er diese Rolle braucht und in dieser Rolle keine bessere Alternative hat, und das kann ich nachvollziehen. Der Versuch mit Undav statt Sane würde mich dennoch interessieren.
das sané in der startelf spielt finde ich mangels alternativen eigentlich kein problem.
was mich eher stört ist das ich ständig nur darauf warte von sane wieder enttäuscht zu werden und in 80% der spiele trifft das auch zu.
Schafft er es in den nächsten Spielen, nicht nur in “advanced Stats”, sondern auch im Box Score gut abzuschneiden, gibt es vielleicht doch noch eine Chance auf eine Versöhnung mit Fußball-Deutschland.
es ist nicht wichtig sane zu verteidigen oder zu unrecht zu kritisieren - es ist wichtig ihn korrekt einzuordnen.
sané ist ein überdurchschnittlicher fußballer mit guten leistungen die aber viel zu stark schwanken um ihn dauerhaft ins oberste regal zu stellen. so eine einordnung wird ihm wesentlich gerechter als ein ständiges warten auf ihrgendeine explosion oder eine versöhnung mit fußball deutschland
Ich stimme dir in vielen Punkten zu, hier nicht. Gleich mehr dazu.
Erstmal: der Artikel erhebt doch überhaupt nicht den Anspruch, die vollständige Analyse dahinter zu liefern. Georg erwähnt mehrfach explizit, dass diese Statistik für sich genommen nicht berechtigte Kritik widerlegt. Und verzeih mir die etwas polemische Bemerkung: Wenn der Anspruch ist, dass wir solche Artikel nur noch schreiben, wenn danach 5.000 Wörter In-Depth-Analyse folgen, dann gibt es zwei Möglichkeiten:
- wir informieren gar nicht mehr über solche Statistiken, die nur wenige Leute kennen
- wir brauchen in etwa das Dreifache der aktuellen finanziellen Unterstützung, dann bin ich höchstpersönlich den ganzen Tag nur für euch da.
Nun zum Eingangspunkt: Den Ball vorne „nur“ zu erhalten, hat einen immensen Wert für die Mannschaft. Du erzeugst damit Druck, du drückst den Gegner hinten rein, bringst die Abwehr in Bewegung und Stress, du kommst tendenziell häufiger in gefährliche Bereiche, du hast Tiefe im Spiel und und und.
Der Punkt ist, dass Sané weniger bullshit macht, als viele annehmen. Gefühlt schaut ganz Deutschland auf ihn mit einem bias. Jede schlechte Situation wiegt tausendmal mehr als jede gute. Das verzerrt enorm und wird potenziert durch die Bestätigung der Menge. Sané brachte 40/50 Pässen an, hatte einen Ballverlust und 71 Kontakte. Niemand sagt, er war großartig. Aber kann es nicht doch sein, dass er im Kombinations- und Offensivspiel seinen Wert hat, wenn er im Team und beim Trainer so angesehen ist?