Vor der Wiederwahl: Fünf Dinge, die Hainer besser machen muss

Beim BVB hat man, sprich das Watzke-Lager, als man eine solche Gefahr durch den „ultranahen“ Amtsinhaber Lunow gesehen hatte, flugs eine Hybridversammlung anberaumt.
Die Satzung des FCB würde so etwas auch hergeben.

2 „Gefällt mir“

In so einer hitzigen JHV wie 2021 hielte ich es aus der Emotion heraus schon für möglich, dass spontan ein Kandidat gewählt wird, der nicht wirklich tauglich ist. Das Präsidum hatte da mehrere Wahlen verloren mit teilweise sehr bedeutenden Inhalten.

Es gibt so einige Beispiele für Klubs, die von ihren Fans ins Chaos gestürzt oder in diesem festgehalten werden. Siehe z.B. den FC Schalke 04, der es bis heute nicht geschafft hat, eine Profiabteilung auszugliedern. Wie das im Extremfall dann aussieht, kann man aktuell in Jena beobachten. Der mdr hat dazu eine Reportage gebracht: exactly: Die Machtgier der Ultras - hier anschauen (Ja, der Titel ist sehr click baitig, aber die Reportage ist auch für uns nicht unbedeutend, da die Akteure dort mit der Schickeria befreundet sind).

Es ist daher schon nachvollziehbar, dass die Vereinssatzung so gestaltet ist, dass es keinen spontanen „Putsch“ geben kann. Zumindest sollte es so etwas nicht aus der Emotion herausgeben. Ein mehrstufiges System ergibt da Sinn. Diskutieren kann man meiner Meinung nach darüber, ob es wirklich so viele Stufen braucht. Also muss es noch einen zweiten Kandidaten des Verwaltungsbeirat geben, oder kann schon bei der 2. Wahl ein Gegenkandidat gestellt werden?

4 „Gefällt mir“

Aber wie viele Klubs gibt es, die von Unternehmern und Leuten „vom Fach“ ins Chaos gestürzt wurden?

Ich sehe es auch so, dass es vermieden werden sollte, dass eine Wahl aus der spontanen Emotion heraus entsteht. Aber es wäre ja nicht so, dass ein Kandidat plötzlich auftaucht und innerhalb von fünf Minuten entschieden wird: So, wir machen das jetzt. Die theoretisch-realistische Chance, einen Kandidaten aufzustellen, verändert auch den Verlauf vor der JHV massiv. Es gäbe richtigen Wahlkampf.

Ein mehrstufiges System fände ich in Ordnung. So wie es jetzt ist, finde ich es in jedem Fall falsch.

Btw: Dass Schalke 04 vor allem durch seine Fans ins Chaos gestürzt wurde, empfinde ich als sehr einseitig. Da hängen schon viele Inkompetenzen auf der Führungsebene mit drin.

4 „Gefällt mir“

Legion.

Mir kommt es, Verzeihung für das Klischee, sehr deutsch vor, die Fehlleistungen derer, die sich irgendwas auf der Visitenkarte schimpfen, nicht so wahrzunehmen wie die sehr, sehr geringe Studienlage bezüglich Fehlleistungen aus der Fan-Szene.

Ich finde, das demokratische Defizit beim FC Bayern ist offensichtlich und wurde von @Georg treffend benannt.

Außerdem missfällt es mir, wenn man alle Fan-Szenen in einen Topf wirft. Oder alle Fans. Da gibt es viele Lager. Ich habe übrigens durchaus Kritik an manchen Ultra-Handlungen, aber wenn ich mir anschaue, wie der FC Bayern zum Beispiel dazu gebracht wurde, seine Zeit im Nationalsozialismus aufzuarbeiten, oder wenn es wie grade eben um gesellschaftliche Wertedebatten geht - da würde ich glatt mit gewissen Ultra-Haltungen auch im Präsidium sympathisieren.

5 „Gefällt mir“

Könnte gut weden, Ja. Es könnte dann aber auch eintreten, was UH mal an ner denkwürdigen Rede sinngemäß an der JHV gesagt hat: gewisse Gruppen würden es feiern, mit 1860 ein Derby zu spielen- im grünwalder am besten. Dann auch gern in der 3. Liga.

Kann man gut finden. Muss man aber nicht.
:nerd_face:

1 „Gefällt mir“

Was wäre daran eigentlich so verkehrt? Ich würde ja schon alleine für rot-weiße Trikots ein ganzes Dutzend Herbert Hainers hergeben.

also wenn man sich Berichte und Fotos etc. von den JHVs der letzten 20 Jahre anschaut, ist dem mitnichten so…

1 „Gefällt mir“

Mit der „Koan Neuer“ Fraktion im Vorstand hätte ich meine Zweifel ob wir genauso sportlich erfolgreich gewesen wären.

1 „Gefällt mir“

Darum ging es ja…

Ich denke nicht, das man sich einen Gefallen tut, wenn da „die Türen offen“ wären. Wie jeder weiß, der schonmal in Amt udn würden stand :wink:

1 „Gefällt mir“

Mitbestimmung ist ein hohes Gut. Sie gehört zum Selbstverständnis eines Vereins wie dem FC Bayern.

Wer Mitglied ist, soll das Gefühl haben, mehr zu sein als bloßer Konsument. Diese Idee – dass der Klub seinen Mitgliedern gehört – ist tief in der Geschichte des deutschen Fußballs verankert. Aber jede Form von Mitbestimmung braucht auch eine klare Definition ihrer Grenzen.
Denn der FC Bayern ist heute ein komplexes Gebilde, das sportlich, finanziell und organisatorisch auf einem internationalen Niveau agiert.

Entscheidungen über Personal, Finanzen oder strategische Ausrichtung bewegen sich längst in einer Sphäre, die hochgradig professionelles Wissen erfordert. Wer in solchen Strukturen Verantwortung trägt, muss nicht nur Fußball „fühlen“, sondern ihn auch führen können.
Das bedeutet: ökonomische Zusammenhänge verstehen, strategische Prozesse steuern, internationale Märkte kennen, Vertragsarchitekturen begreifen. All das sind Kompetenzen, die weit über Fansein oder Vereinsliebe hinausgehen.

Natürlich ist Input aus dem Profisport dabei wertvoll – Menschen, die wissen, wie der Fußballbetrieb funktioniert, bringen Perspektiven ein, die kein Lehrbuch ersetzt. Aber sie müssen Teil eines Teams sein, das auch betriebswirtschaftlich und organisatorisch denkt. Dasselbe gilt umgekehrt: Manager ohne sportliches Verständnis verfehlen oft den emotionalen Kern des Spiels. Ein erfolgreicher Klub braucht beides – Leidenschaft und Professionalität.

Die Mitglieder wiederum haben ihre stärkste Rolle dort, wo es um die Werte, das Selbstverständnis und die Fankultur geht. Überall dort, wo Entscheidungen den Charakter des Vereins berühren, ist Mitbestimmung unverzichtbar.
Wie steht der Klub zu Themen wie sozialer Verantwortung, Nachhaltigkeit oder Kommerzialisierung (natürlich ein heikles Thema)? Wie bleibt er zugänglich für normale Fans? Wie werden Ticketpreise, Stadionkultur oder Kommunikationsformen gestaltet?

Das sind keine Nebenschauplätze, sondern die moralische Infrastruktur eines Vereins. Hier ist die Stimme der Mitglieder nicht nur erwünscht, sondern notwendig.

Die Kunst besteht darin, zwischen diesen Sphären zu unterscheiden ohne sie gegeneinander auszuspielen.

Ein moderner Fußballklub muss sich professionell führen lassen, aber er darf dabei nicht seelenlos werden. Und die Mitglieder sollten Mitbestimmung nicht als Machtinstrument begreifen, sondern als Verantwortung: den Verein zu schützen, ohne ihn zu blockieren.

So entsteht im besten Fall eine produktive Balance
Kompetenz führt, Leidenschaft wacht – und beide Seiten wissen, dass sie sich gegenseitig brauchen.

6 „Gefällt mir“

Die spannende Frage wäre eher, bei wie vielen Klubs die Wahl eines Fans gut verlaufen ist. Mir fällt da nur die Hertha ein, wo das Experiment leider auf Grund eines viel zu frühen Todes gestoppt wurde.

Schalke wurde nicht durch die Fans ins Chaos gestürzt, sondern wird darin gehalten, weil sie es nicht schaffen, die Profi-Abteilung getrennt aufzustellen. Wenn das operative Geschäft von Präsidiumswahl zu Präsidiumswahl denken muss, ist kontinuierlich Arbeit kaum möglich. Ist bei Barca auch so. Da übertönen sich die Kandidaten mit den tollsten Versprechungen und Prestige-Transfers.

Das sind Menschen, die eine Szene mit tausenden Mitgliedern und Anhängern organisieren. Die Ultra-Vorstände haben offensichtlich mehr Erfahrung und Kompetenzen darin einen Verein zu führen als ein Hainer.

Jedoch sind es auch Menschen mit einem besonderen Verhältnis zu unserem Rechtsstaat, Menschen, die gestern in der Allianz Arena „Die ganze Welt hasst die Polizei“ skandierten. Das ist der Kern des Problems in Jena. Dort steht jemand am Wochenende in der Kurve, hetzt gegen Polizisten und sitzt dann montags auf dem Präsidium, um mit den Personen, die er 2 Tage zuvor noch beleidigt hat, das Sicherheitskonzept für das nächste Heimspiel zu besprechen.

So eine Konstellation kann und möchte ich mir bei unserem Verein nicht vorstellen.

2 „Gefällt mir“

… und euch - Denke ich mir bei solchen Aktionen im Stadion immer (Wenn man die selbe, falsche, pauschalisierende Logik anwendet. Und da hört eben auch "die sprechen ja nur für sich blablabla auf. Sie machen mich und tausende andere, die hinter/über ihnen sitzen/stehen zu vermeintlichen Brüdern im Geiste. Nur dass es uns einfach zu blöd ist, während des Spiels dann dagegen (etwa mit Pfiffen oder „sch… Schikeria“ Rufen) zu reagieren..) Ist aber offtopic hier in den Thread.

3 „Gefällt mir“

Ich hatte extra dazu geschrieben: „absichtlich zur Verdeutlichung übertrieben“. Weil ich genau das, was du mir unterstellst, nicht möchte.

„Vor allem“ und „oft“?
Sorry, aber das ist für mich mehr politische Einstellung als tatsächliche Beobachtung. Wer im oberen Regal des Profifußballs arbeitet denn noch so? Das ging m.E. früher, aber heute nicht mehr - fehlende Führungsprofessionalität wird ab einem bestimmten Grad der Schwere zum Erfolgskriterium.

Da können wir uns sehr gerne drauf einigen.

Vermutlich war der Patron zu häufig mit Florentino zusammen…. das färbt ab

Herbert Hainer mit überwältigender Mehrheit gewählt, ein schönes Zeichen, das man doch sehr viel richtig gemacht hat. Und besonders hat mich gefreut das mehrmals erwähnt wurde das es sehr wohl erwünscht ist Ratschläge von Uli und Kalle zu erhalten, ein Top Statement. Genau wie die Aussage, die Frauen müssen eben ihr Budget erwirtschaften, völlig korrekt. Es wär der völlig falsche Weg auch nur ein Promile vom Männerbudget dafür abzuzweigen. Denn dann könnte auch die TT Abteilung kommen und sagen warum bekommen wir nichts von dem Budget etc…
Hier muss man einfach Geduld haben und wenn man dann erst in 10 Jahren in der Lage ist die CL zu gewinnen, dann ist das so. Die Männer Fussballabteilung hat über 70 Jahre auf den „CL“ Titel gewartet. Ein guter Schritt ist ja schon mal das man das Thema Stadion angeht, wenn man dann regelmäßig über 10.000 Zuschauer begrüssen kann, dann erledigt sich das Thema Budget von alleine.

Ansonsten alles richtig gemacht Herr Hainer und beim bewährten bleiben und trotzdem immer versuchen jeden Tag ein bisschen besser zu werden, aber sich auch nicht neuem verschließen, aber mit bedacht.

Die eindeutige Wiederwahl hat mE ausschlaggebend mit dem Hype zu tun und die Vorjahre (Nagelsmann-Tuchel-Brazzo-Kahn) des Missmanagements wohl verdrängt.

1 „Gefällt mir“

das man Fehler korrigiert gehört dazu, und das Votum zeigt man ist mit der Korrektur zufrieden, es gibt ja immer paar meckerer kennt man ja, selber nichts auf die Kette bringen aber alles kritisieren.

Aber 95 % sind ja dann wohl zufrieden :joy::joy::joy:

Gut, dass du dieses unsägliche und unakzeptierbare Geschrei "„Die ganze Welt hasst die Polizei“ vom Samstag ansprichst. Ich muss es leider auch so sagen, seitdem sind die bei mir komplett unten durch. Ich finde es nur noch peinlich. Da waren auch nicht einzelne, das war komplett und in der Aggressivität nicht zu überbieten.

1 „Gefällt mir“

Aber deine angewiderten Übertreibungen und harten Urteile sind ganz was anderes?

2 „Gefällt mir“