Es ist nicht nur ein Wunsch, es ist Realität und wird gelebt, nur nicht überall und längst nicht in den Köpfen Betroffender und allen anderen Personen.
Natürlich gibt es Ausnahmen, natürlich habe ich Rassimus selbst erlebt.
Ich sage nicht, dass das Thema erledigt ist und ich sage nicht, dass der Kampf vorbei ist.
Ganz im Gegenteil, es muss weiter gegen den Rassismus angegangen werden. Aber das gelingt nicht, wenn wir wieder und wieder die Unterschiede aufzählen oder besonders erwähnen. Das ist der falsche Weg.
Der richtige Weg ist, Menschen anderer Herkunft nicht als Ausnahme zu verstehen, sondern als Sebstverständlichkeit. Und dabei selbstvertändlich die Probleme nicht außer acht lassen. Denn es gibt einige formale und institutionelle Diskriminierungen, die müssen nicht sein.
Die Idee einer farbenblinden Gesellschaft halte ebenso für falsch. Diese Begriff halte ich für deplatziert. Das ist nicht meine Idee. Die Gesellschaft lebt von ihrer Vielfalt, da wäre eine Ignoranz der Farben fatal.
Das Zauberwort wäre hier Integration. So lange in den Köpfen Schranken vorhanden sind (und zwar von allen Personen!), werden wir den Rassismus nicht besiegen können. Und leider muss ich es sagen: die Erwähnung, dass Kompany der erste schwarze Trainer der Bundesliga sei, ist so eine Schranke.
Es hat Gründe, warum diese Personen bisher nicht so oft vertreten waren: und das sind hauptsächlich statistische Gründe:
Menschen mit afrikanischer Herkunft sind in Europa bzw. Deutschland nicht so häufig vertreten. Für die EU sind es ewa 2%
Alleine aus dieser Zahl resultiert die Erkenntnis, dass es noch viel weniger schwarze Trainer gibt. Und aus dieser Gruppe wiederum schaffen es die wenigsten nach ganz oben. Der Leistungsport ist da brutal.
Mehr möchte ich dazu nicht sagen, denn das ist in meinen Augen irrelevant.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich das ändern wird. In vielen Berufen sieht man diese Veränderung deutlich, z.B. bei der Polizei (z.B. türkischstämmige Polizisten)
Der Leistungssport ist so brutal, dass die immerselben weißen Nasen auch nach fünf gescheiterten Anläufen und zwei Skandalen wieder einen Job kriegen. Mehr möchte ich wiederum nicht dazu sagen. Du marginalisierst aus meiner Sicht die Probleme, die es auch im Jahr 2026 noch gibt und wir werden hier keinen Mittelweg finden. Ich bin in der Sache komplett bei @ChrisCullen und Katrin.
Sorry Justin, ein bisschen Polemik ist OK, zu viel ist billig.
Was meinst du, wie viele asiatische Trainer ich im Volleyball sehe? Oder in der Volleyballbundesliga?
Oder warum so wenige Frauen (Volleyball-)Trainerin sind?
Du brauchst auf diese Fragen nicht antworten. Das stell ich dir frei. Erwarten tu ich es nicht.
Blockzitat
Du marginalisierst aus meiner Sicht die Probleme,
Das ist wirklich bemerkenswert. Ich marginalisiere…
Ich, der als Flüchtling nach Deutschland kam, der hier aufgewachsen ist, der Deutscher geworden ist, der den Zivildienst ableisten musste, der ehrenamtlich seit Jahrzehnten in Vereinen tätig ist… ich marginalisiere… genau. Aber wenn du der Meinung bist, dann ist es deine Meinung.
Der Artikel ist gut, aber die Aussage, dass Kompany der erste schwarze Trainer in der Bundesliga ist, ist leider falsch. Valerien Ismael kam ihm viele viele Jahre in Wolfsburg zuvor.
De facto tust du das halt, wenn du von deiner Erfahrung auf die Erfahrung aller schließt und quasi sagst, dass die Bezeichnungen, die zahlreiche Organisationen, Schwarze Menschen und Aktivist*innen für sich selbst gewählt haben, nicht mehr verwendet werden sollten, weil du diese Erfahrung gemacht hast. Wie Katrin richtig sagt, sind Erfahrungen unterschiedlich. Wenn du so damit umgehen möchtest, ist das in Ordnung. Ich finde deinen Umgang damit eben falsch. Das hat auch nichts mit Polemik zu tun, sondern irgendwann kann man eine Diskussion, bei der man keinen Mittelweg findet und die Argumente ausgetauscht wurden, auch einfach beenden.
Und auch marginalisierst du, wenn du schreibst, dass es rein statistische Ursachen hat. Erzähl das mal den Schwarzen Menschen und auch anderen Menschen mit Migrationshintergrund oder Frauen oder anderen marginalisierten Gruppen, die tagtäglich in diesem Business zu spüren bekommen, dass sie deutlich schlechtere Chancen haben als der x-beliebige weiße Mann mit Kontakten und irgendeiner Hintergrundgeschichte im Business. Ich sage nicht, dass Statistik gar keine Rolle spielt. Aber wenn wir nach Statistik gehen, müsste der Fußball trotzdem mal ganz anders aussehen. Es ist schön, dass du die optimistische Haltung hast, dass alles besser werde und es in Zukunft kein Problem mehr sein wird. Aber von “die Statistik wird mit der Zeit dafür sorgen” wird sich an den strukturellen Problemen bei den Verbänden wenig ändern.
Und damit bin ich jetzt wirklich raus. Ich will keinen Streit mit dir, ich kann deine Sichtweise nur nicht verstehen. Belassen wir es einfach dabei.
Da ich unnötigen Diskussionen über Zugehörigkeiten aus dem Weg gehen möchte (ich bin hier zugegebenermaßen massiv unsicher und hatte auch in Erinnerung, dass mehrere darüber berichtet hatten, dass er der erste sei), habe ich die Passage nun erstmal so angepasst, dass er der erste beim FC Bayern ist und Schwarze Menschen in der Bundesliga generell rar sind – und Katrin eine Nachricht geschrieben, sodass sie es bei Bedarf selbst nochmal anpassen kann. Vielen Dank für den Hinweis.
Moin Justin, kein Problem. Es schmälert einen ansonsten guten Artikel ja auch nicht grundsätzlich. Die Zeit von Ismael war zudem nicht sonderlich lang noch erfolgreich. Insofern kann es schon einmal unter den Radar fallen.
Ich weiß jetzt schon, dass meine Aussagen (zumindest von einigen) anders aufgefasst werden, als von mir gewollt - und ich beziehe mich auf keinen und keine Aussage direkt, sondern vielmehr allgemein.
Ich habe das Glück, dass ich aufgrund von Lebensumständen, Herkunft/Hautfarbe, politischen Umständen etc. als ziemlich unpolitischer Mensch aufwachsen konnte - wie etliche meiner Generation. Und somit tue ich mich oftmals mit “Stellvertreter Diskussionen “ schwer; wenn also nicht die “Betroffenen “ selbst ihre “Betroffenheit”/Anliegen selbst vorbringen, sondern andere an ihrer Stelle. Mir ist dabei vollkommen klar, dass das oftmals absolut notwendig ist (aus verschiedensten Gründen), weil diejenigen sonst kein Gehör fänden. Dennoch wünschte ich mir des Öfteren, dass die Anliegen/Argumente zunächst von “Betroffenen “ (ich finde dieses Wort unpassend, aber mir fällt gerade leider kein passenderes ein - ich ändere es sonst gerne!) vorgebracht und “nur” von den Unterstützern aufgenommen und verstärkt/verbreitet würden. Das hätte für mich eine deutliche stärkere Wirkung.
Was ich aber grundsätzlich schräg finde und womit ich mich daher schwer tue, ist, wenn “Betroffene “, die aber vielleicht nicht dieser Richtung/Haltung folgen, dann von Nicht Betroffenen in Diskussionen versucht werden, dahin zu bewegen doch ihre Meinung/Haltung zu ändern.
Nochmals, da ich mich hier (vermutlich) auf sehr dünnem Eis bewege: Das ist allgemein gehalten und an keinen persönlich gerichtet. Insbesondere NICHT an Dich, Justin, da Du die Meinung des Users (dessen Username mir leider gerade entfallen ist) ja eben NICHT ändern willst, sondern sagst, dass die Diskussion an der Stelle beendet werden sollte - was ich außerordentlich schätze: Wenn sich beide Seiten die Sichtweise des jeweils anderen anhören - und dann akzeptieren, dass sie unterschiedlicher Auffassung sind.
So, jetzt bin ich gespannt, ob ich mich damit jetzt hier ins Aus geschossen habe.
Dein Gedankengang ist prinzipiell nachvollziehbar.
Ich würde dem folgendes entgegenhalten:
Ich nehme Themen wie das dem Artikel zugrundeliegende nicht als Stellvertreter-Diskussionen wahr. Ein weiteres Beispiel hierzu.
Von einer bekannten Schriftstellerin stammt der Satz:
We should all be feminists.
Wir alle. Auch Männer. Obwohl die doch angeblich nicht Betroffene sind.
Das hat zwei Hintergründe. Zum einen wäre die Vorstellung wohl falsch, patriarchalisches Machtgebaren und selbige Strukturen seien einzig Problem von knapp 50% der Gesellschaft. Zum anderen dürfte klar sein, dass man besser Fortschritte erreichen kann, je mehr Menschen sich einem Ziel verschreiben und sich dafür einsetzen.
Und vielleicht entscheidend:
Du schreibst, Du seist als ziemlich unpolitischer Mensch aufgewachsen. Ich verstehe Anliegen wie die genannten jedoch gar nicht als so eminent politisch, jedenfalls nicht im parteipolitischen Sinne oder bezüglich eines politischen Farbenspiels. Vielmehr geht es um eine humanistische Grundhaltung. Rassismus, Sexismus - das geht uns alle an. Ob wir ganz direkt betroffen sind, ist fast sekundär und obendrein von kulturellen Spezifika und sogar Zufällen abhängig. Aber prinzipiell sind wir von Verhaltensweisen oder strukturellen Missständen gesellschaftlicher Art alle betroffen, sofern sie einem humanistischen Weltbild widersprechen. Indem ich mit anderen debattiere, die dies womöglich anders sehen oder nicht so sehen, setze ich mich also lediglich für letzteres ein. Es geht nicht darum, “Recht zu behalten” oder zu bekommen oder eine Meinung zu ändern. Ich will mich nur für eine Gesellschaft einsetzen, die humanistischen Kriterien gerecht wird, wovon nach meiner Überzeugung alle profitieren - nicht nur diejenigen, die akut und spezifisch betroffen sind.
Auch von mir noch mal letzte Worte:
Nein, ich schließe nicht von meiner Person aus auf alle anderen, das habe ich nicht geschrieben. Da hast du mich missverstanden.
Und ja, ich habe Probleme mit dem Begriff „Schwarze“. Ich finde ihn nicht gut. Denn damit schließt man alle anderen Benachteiligten aus, die genauso unter Rassismus leiden könnten. Bin ich nun ein „Schwarzer“? Mit Sicherheit nicht. Ist Katrin eine „Schwarze“? Ich glaube auch nicht. Vielleicht sieht sich Katrin selbst anders. Das ist ihre Sache.
Ja, Schwarz kann verschiedene Bedeutungen haben, es gibt in der Hinsicht keine eindeutige Definition oder Zuordnung. Für die einen ist es die Hautfarbe, für den anderen ist es eine Gruppe mit Rassismuserfahrung. Es macht in meinen Augen wenig Sinn, unter den Benachteiligten die Gruppe nochmals zu unterteilen. Da wären wir dann nämlich wieder bei den gedanklichen Schranken. Ich würde den Begriff „Schwarze“ einfach nicht benutzen.
Dem Rassismus ist es nämlich egal, ob jemand eine dunkle Hautfarbe hat oder eine zu große Nase hat oder Rassismus als solche wahrnimmt oder auch nicht wahrnimmt.