Unverhoffte Chance? Warum eine Rückkehr von João Palhinha für den FC Bayern sinnvoll sein könnte

Ich denke, bei Goretzka war man sich einig, dass man nicht zusammen finden wird. Goretzka hat in seinem „Abschieds-Interview“ Anfang des Jahres nochmal das Thema Gehalt betont und dabei vor allem, dass es ihn weniger der absolute Betrag interessiert, sondern viel mehr, wie viel er im Vergleich zu den anderen Spielern verdient.

Er ist aktuell einer der 1,5 Topspieler pro Position, wird daher wahrscheinlich den Anspruch auf ein Stammspielergehalt haben. Der FC Bayern wird ihn vermutlich lieber in die Rotationsspieler-Riege drücken wollen. Da gibt es dann keine Verhandlungsgrundlage, weil die Ansichten zu weit auseinander liegen.

Pavlovic spielt bei uns als Holding Six. Palhinha hingegen ist ein weiträumiger Spieler, der Wege geht, um sich Zweikämpfe zu suchen. Es ist also eher das gegenteilige Problem von dem, was du beschreibst.

Palhinha hat sicherlich die Disziplin, um seinen Bewegungsradius einzuschränken, wenn das taktische Konstrukt es erfordert. Er hatte auch schon in der ersten Kompany-Saison für ihn ungewöhnliche Aufgaben übernommen. Ich sehe da eher seine Fähigkeiten mit dem Ball als den kritischen Aspekt.

Bzgl. Urbig kann man schwer davon sprechen, dass hier jemand sukzessive aufgebaut wird. Es gab nur ein oder zwei Spiele, die er machen durfte, obwohl Neuer voll einsatzfähig war. Ende der Hinrunde stand sogar die Debatte im Raum, ob es überhaupt sinnvoll ist, so weiter zu machen, da Urbig keine realistische Chancen bekommen hat.

Erst jetzt, wo Neuer regelmäßig aufgrund von Verletzungen ausfällt, bekommt Urbig seine Einsatzzeiten. Er wurde sogar zweimal eingewechselt, weil man lieber einen angeschlagenen Neuer aufgestellt hatte, der dann die 90 Minuten nicht durchhielt. Nach diesen beiden Spielen kam dann endlich ein Einsehen, dass man Urbig vertrauen kann.

Kompany hat sich diese Saison sehr stark dafür geöffnet, jungen Spielern Einsatzzeiten und Chancen zu geben. Das ist ein sehr wichtiger Schritt. Aber gezielt einen Spieler aufbauen? Das steht aktuell noch nicht auf dem Programm. Karl hat letztlich funktioniert, weil wir in der Offensive unterbesetzt sind und Kompany keine andere Wahl hatte.

Bei anderen jungen Spielern sieht das nicht so aus. Hätte man bei Bischof für die aktuelle Saison eine Art Aufbausaison eingeplant, dann müsste er genau jetzt immer öfter im Mittelfeld zum Einsatz kommen und immer mehr Spielzeit von Goretzka übernehmen, um dann ab Sommer für die Stammpositionen in Frage zu kommen. Man hat jetzt den sportlichen Puffer in der Bundesliga und möchte mehr Rotation, um die Etablierten für die CL zu schonen und der Goretzka-Abgang ist besiegelt. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Stattdessen darf Bischof Goretzka zu schauen und dann eine halbe Stunde als Außenverteidiger aushelfen. Es fällt mir schwer, da einen Entwicklungsplan zu erkennen.

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Das heißt ja nicht zwangsläufig, dass es keinen gibt.
Es kann ja gut sein (ist sogar sehr wahrscheinlich), dass Vincent Kompany eine ganz andere Vorstellung von einer „Aufbausaison“ hat als Du … und, ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber es besteht durchaus die Möglichkeit, dass er davon noch ein wenig mehr versteht als Du ? :wink:

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Für mich ist das a) eine Frage des Anforderungsprofils des Vereins an seinen Trainer und b) eine Frage, wie denn Kompanys Ziele sind.

a) Anforderungsprofil des Vereins
Was will der Verein denn von seinem Trainer? Maximaler sportlicher Erfolg, möglichst kurzfristig? Langfristige Entwicklung von Talenten? Was steht in seiner Aufgabenbeschreibung, was sagt ihm der Sportvorstand?
Beim FC Bayern wohl eher „gewinne was geht“?

b)
Was sind Ziele von Vincent Kompany?
Was ist realistisch beim FV Bayern?
Ich befürchte - wenn er es nicht muss, baut er keine Jungen auf. Einfach weil sein Job davon abhängt, dass immer die aktuell elf besten Spieler spielen.

Wenn ein Profitrainer auf junge Spieler setzt, die noch nicht „fertig“ sind - dann eher, weil er das aus intrinsischer Motivation macht,.

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Er versteht davon sogar mehr als wir alle zusammen. Was willst du damit jetzt sagen? Dass wir das Forum zu machen sollen, weil wir eh alle keine Ahnung haben?

Nö, so wars nicht gemeint, daher ja auch der Zwinkersmiley, habe mich nur explizit auf deine Bemerkung bezogen, dass du darin keinen Entwicklungsplan erkennen kannst …

Ich gehe halt positiv davon aus, dass VK mit Tom Bischof ziemlich genau besprochen hat, was er von ihm erwartet, und zum Plan könnte ja gehören, mit der Aufstellung als AV zwei bis drei Fliegen mit einer Klappe zu erschlagen: Bischof Spielzeit geben, ihm Erfahrung im Defensivverhalten ermöglichen und gleichzeitig den Kaderengpass beim linken AV zu schließen. Wenn man mag, könnte man die Aufstellung sogar als besonderen Vertrauensbeweis sehen: VK setzt ihn nicht nur auf der Position ein, auf der schon seine BL-Tauglichkeit gezeigt hat, sondern traut ihm sogar die AV-Position zu - ganz analog zu Joshua Kimmich auf rechts … alles eine Frage der Perspektive :slight_smile:

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Ich habe bisher wenig Unverständnis dazu gelesen, dass Bischof eine Zeit lang als AV spielte. Es wurde sogar oft als Argument geliefert, um die These abzulehnen, dass Goretzka vor Bischof stehen würde. Deine Perspektive streitet kaum jemand ab.

Worum es jetzt geht, ist die Transition aus dieser Lernphase in eine Zukunft als Stammspieler im zentralen Mittelfeld. Wenn er das ab August sein soll, bleibt dafür nicht mehr viel Zeit. Gerade jetzt hat man den Puffer dafür, diesen Schritt zu gehen, doch Bischof bekommt weiterhin vor allem Zeit auf der Ersatzbank. Die Entwicklung ist sogar eher negativ, weil er weniger Einsatzzeit durch Verletzungen bekommt.

Er hat stand jetzt gerade mal zwei volle Spiele als ZM vorzuweisen. Das ist erscheint mir keine gute Grundlage, um auf Ebene der Kaderplanung entsprechende Entscheidungen für den Sommer zu treffen. Die Unsicherheitsfaktoren sind recht groß.