Ich denke, bei Goretzka war man sich einig, dass man nicht zusammen finden wird. Goretzka hat in seinem „Abschieds-Interview“ Anfang des Jahres nochmal das Thema Gehalt betont und dabei vor allem, dass es ihn weniger der absolute Betrag interessiert, sondern viel mehr, wie viel er im Vergleich zu den anderen Spielern verdient.
Er ist aktuell einer der 1,5 Topspieler pro Position, wird daher wahrscheinlich den Anspruch auf ein Stammspielergehalt haben. Der FC Bayern wird ihn vermutlich lieber in die Rotationsspieler-Riege drücken wollen. Da gibt es dann keine Verhandlungsgrundlage, weil die Ansichten zu weit auseinander liegen.
Pavlovic spielt bei uns als Holding Six. Palhinha hingegen ist ein weiträumiger Spieler, der Wege geht, um sich Zweikämpfe zu suchen. Es ist also eher das gegenteilige Problem von dem, was du beschreibst.
Palhinha hat sicherlich die Disziplin, um seinen Bewegungsradius einzuschränken, wenn das taktische Konstrukt es erfordert. Er hatte auch schon in der ersten Kompany-Saison für ihn ungewöhnliche Aufgaben übernommen. Ich sehe da eher seine Fähigkeiten mit dem Ball als den kritischen Aspekt.
Bzgl. Urbig kann man schwer davon sprechen, dass hier jemand sukzessive aufgebaut wird. Es gab nur ein oder zwei Spiele, die er machen durfte, obwohl Neuer voll einsatzfähig war. Ende der Hinrunde stand sogar die Debatte im Raum, ob es überhaupt sinnvoll ist, so weiter zu machen, da Urbig keine realistische Chancen bekommen hat.
Erst jetzt, wo Neuer regelmäßig aufgrund von Verletzungen ausfällt, bekommt Urbig seine Einsatzzeiten. Er wurde sogar zweimal eingewechselt, weil man lieber einen angeschlagenen Neuer aufgestellt hatte, der dann die 90 Minuten nicht durchhielt. Nach diesen beiden Spielen kam dann endlich ein Einsehen, dass man Urbig vertrauen kann.
Kompany hat sich diese Saison sehr stark dafür geöffnet, jungen Spielern Einsatzzeiten und Chancen zu geben. Das ist ein sehr wichtiger Schritt. Aber gezielt einen Spieler aufbauen? Das steht aktuell noch nicht auf dem Programm. Karl hat letztlich funktioniert, weil wir in der Offensive unterbesetzt sind und Kompany keine andere Wahl hatte.
Bei anderen jungen Spielern sieht das nicht so aus. Hätte man bei Bischof für die aktuelle Saison eine Art Aufbausaison eingeplant, dann müsste er genau jetzt immer öfter im Mittelfeld zum Einsatz kommen und immer mehr Spielzeit von Goretzka übernehmen, um dann ab Sommer für die Stammpositionen in Frage zu kommen. Man hat jetzt den sportlichen Puffer in der Bundesliga und möchte mehr Rotation, um die Etablierten für die CL zu schonen und der Goretzka-Abgang ist besiegelt. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Stattdessen darf Bischof Goretzka zu schauen und dann eine halbe Stunde als Außenverteidiger aushelfen. Es fällt mir schwer, da einen Entwicklungsplan zu erkennen.