Tabea Kemme und die Spieler des FC Bayern – ein Kommentar

Natürlich wurde das Thema ernsthaft beleuchtet: Dass Friedrich noch mehr ignoriert wurde als Kemme, zeigt, dass die große Patriarchatskeule hier fehl am Platz ist. Wenn, dann kann man den Bayernspielern Unhöflichkeit und Arroganz vorwerfen, da würde ich sogar ein bisschen mitgehen (auch wenn ich glaube, dass das so ein Gruppendynamikding (2-3 Leute kennen Kramer und Hummels und wollen mit denen abklatschen und der Rest läuft hinterher) ist und keine böse Absicht dahinter steckte), aber das war einfach keine Frauenfeindlichkeit.

Mir ist schon klar, dass Du das anders siehst, das sollte aber nicht dazu führen, dass nur Dir genehme Meinungen sich polemisch äußern dürfen sollten.

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Dass das Quatsch ist, zeigt sich ja schon daran, dass der Kommentar von „Gast“ immer noch online ist. Setz mal da an, wie du hier Dinge formulierst, statt die Zensurkeule zu schwingen.

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BTW: Hättest du dir die Mühe gemacht, den Kommentar zu lesen, würdest du auch nicht behaupten, ich hätte den Spielern Frauenfeindlichkeit unterstellt.

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Ich denke schon, dass ein Großteil der Spieler, die bei Prime noch nie im Interview standen, die nicht kennen. Die werden auch nicht viel Berichterstattung gucken (viele können nicht gut deutsch, zudem kriegen die taktische Einordnungen auf nem ganz anderen Niveau als das, was dem TV-Zuschauer dargeboten wird, was sollen die sich den Quatsch angucken?) und ich kannte die auch nicht, bevor ich sie als Expertin gesehen hab. (Deutscher) Frauenfußball ist eine kleine Nische. :man_shrugging:t2:

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Von Zensur war nie die Rede. Es war Kritik an (kommentarloser) Löschpraxis bei einem selbst aufgemachten politischen Thema, kein Zensurvorwurf. Mir ist bewusst, dass Zensur von staatlichen oder quasi-staatlichen Stellen ausgehen muss und verwende den Begriff auch entsprechend trennscharf.

Dann nimm halt das nächstschwächere Wort, das

beschreibt.

Auch wenn Du nicht von Feindlichkeit, sondern von kulturellen Verhaltensmustern schreibst, ist die noch größere Ignorierung Friedrichs der direkte Gegenbeleg.

6 oder 7 deutsche Spieler - nur einer geht zu ihr… alle anderen kennen sie nicht? ernsthaft, das glaubst du?

Tabea Kemme ist als TV-Expertin tätig, seit 2021/22 bei Übertragungen des Senders Amazon Prime Video,[13][14] seit 2022/23 bei Sky Sport.[15]

Bei der WM 2022 in Katar war sie als Expertin für Magenta TV im Einsatz. Ihr Einsatz wurde sehr positiv bewertet. Der Sportjournalist Jens Weinreich bewertete ihre Arbeit als „herausragende WM-Performance“.[16] Seit dem Jahr 2023 ist sie zudem Kolumnistin für t-online.[17]

Champions-League-Siegerin: 2010
Olympiasiegerin 2016
U-20-Weltmeisterin 2010
Deutsche Meisterin: 2009, 2010, 2011, 2012
DFB-Hallenpokalsiegerin: 2009, 2010, 2013, 2014
Deutsche Meisterin der B-Juniorinnen: 2008
U-17-Europameisterin: 2008
Bronzemedaille bei der U-17-Weltmeisterschaft: 2008
Algarve-Cup-Siegerin 2014
Englische Meisterin: 2018

Tabea Kemme – Wikipedia Tabea Kemme – Wikipedia

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Friedrich stand sehr seitlich am Tisch. Vermutlich nicht mal wirklich zugewandt. Kemme stand DIREKT daneben. Sie hat die Spieler alle angeguckt. Jetzt hier eine Causa Friedrich aufzumachen, um das Thema zu relativieren, ist aus meiner Sicht nicht richtig.

Was den Ausschnitt anbelangt: Kontext ist wichtig. Der Tenor im gesamten Kommentar ist:

  • Es geht nicht darum, die Spieler an den Pranger zu stellen. Es geht nicht darum, ihnen expliziten Sexismus vorzuwerfen.
  • Der Punkt des Nicht-Grüßens zeigt vor allem in der Reaktion darauf viele sexistische Verhaltensmuster. In Kommentaren, im Umgang damit, im Kleinreden dessen, was passiert ist, im Ablenken, beim Schweigen uvm.
  • Ja, das Verhalten an sich ist typisch für Muster, die stark männlich geprägt sind und die teilweise auch in sexistischen Verhaltensmustern vorkommen. Das heißt nicht, dass das alles Sexisten sind. Das schreibe ich auch nirgends. Jemand, der eine Frau unwissentlich ignoriert, obwohl sie direkt vor ihm steht, ist nicht zwingend sexist, Aber er sollte reflektieren, warum das passiert ist. Und erschreckend oft kommen wir dann zu sexistischen Beweggründen. Nehmen wir mal an, Kemme ist denen wirklich kein Begriff (glaube ich nicht, aber machen wir’s einfach mal), dann muss man die Frage stellen, wie das sein kann. Und da müssen wir gar nicht auf ihre Erfolge als Spielerin schauen. Sie ist ja dauerhaft präsent mittlerweile im Männerfußball. Ob dort oder bei Sky oder bei Magenta. Dass Frauen im Fußball generell weniger bekannt sind, hat, surprise, nicht nur, aber AUCH(!) sexistische Gründe. Tief in der Vergangenheit verankert.
  • Der Kommentar zielt darauf ab, dieses Verhalten zu reflektieren. Nicht alle in eine Schublade zu stecken und zu damit. Er zielt darauf ab, darauf aufmerksam zu machen, was gerade mit Kemme in so mancher Kommentarspalte passiert.

Wenn du nun nach allem herausliest, ich würde die Spieler des Sexismus beschuldigen, weil ich ihre Handlung in dem Moment mit sexistischen Handlungsmustern vergleiche, dann verstehe ich das nicht. Ich habe den Kommentar gerade nochmal auf Formulierungen geprüft und kann das nicht nachvollziehen. Sexistisch handeln kann auch der größte Feminist.

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Und dazu noch: Ich hätte dir sicher auch noch dazu schreiben können, warum ich den gelöscht habe. Habe ich ja jetzt auf Nachfrage getan. Das hatte nichts mit dem Inhalt zu tun, sondern mit einem Übermaß an Provokation und Polemik, das solche Debatten vergiftet. Und ja, da greife ich in Zukunft härter durch bei sensibleren Themen.

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Bei allem Respekt aber ich halte das für sehr wahrscheinlich. Und wenn, dann nur vom Kommentatorentisch.
Ich vermute auch, das einige Spieler nicht mal Christoph Kramer direkt zuordnen können.

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Well, ich habe mir das Video des Anstosses jetzt ein paar Mal angesehen, kann darin aber null Sexismus und ehrlich gesagt auch nicht wirklich mangelhafte Kinderstube erkennen.

Das Defilee startet mit Leon Goretzka. Der hat in der Nationalmannschaft noch mit Christoph Kramer und Mats Hummels gespielt. Da den alten Bro’s Hallo zu sagen - und nur denen - ist IMO recht normal. Weil man sich als Spieler ja nicht unbedingt mit “irgendwelchen” Kommentatoren/Experten abklatscht.

Danach schließen sich andere Spieler an und folgen dem Beispiel von Goretzka, obwohl sie wohl noch nie mit den beiden gespielt haben, aber die halt trotzdem aus “ihrer” Liga kennen. Also quasi erst einmal Verbrüderungskopie nach Vorlage Goretzka. Mehr nicht.

Dann kommen irgendwann Gnabry und Jackson. Dass Gnabry auch Tabea Kemme* die Hand gibt ist aus meiner Sicht ein Zeichen seiner guten Kinderstube ohne den Vorgängern die Kinderstube absprechen zu wollen. Warum siehe oben. Und der gute Jackson kann mit allen Nasen wohl nichts anfangen, aber orientiert sich an seinem Vorgänger Gnabry und sagt zu allen Hallo. Wiederum ein Zeichen seiner guten Kinderstube und weniger ein Versäumnis der anderen.

Das war mein Take zu der Sache. Der bewertet und interpretiert nur das Video (und selbst das eben nur aus der auf X vorliegenden Perspektive). Wenn sich draus dann Empörung und ein Shitstorm bzw. etliche Dumpfbacken-Kommentare auf Social Media entwickeln, dann finde ich persönlich die Empörung too much, aber muss dazu ja nix sagen. Etwaige sexistische Kommentare dazu sind aber selbstredend unterste Schublade.

*Nur zur Sicherheit: Ich will nicht sagen, dass die Kinderstube von Gnabry dafür sorgt, dass er “auch einer Frau” die Hand gibt, sondern weiteren am Tisch stehenden Personen, unabhängig von Geschlecht und Profession.

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Zu Gnabry noch: Der war 2016 bei Olympia. Ebenso wie Kemme. Ich gehe davon aus, dass die beiden sich von dort kennen und es danach halt lose immer wieder ein paar Kontaktpunkte medial gab.

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Schön wäre es, wenn die Spieler beim nächsten Mal darauf achten und sich eine kleine Aktion für Kemme einfallen lassen um den ganzen Knallköppe, die diese angreifen, ein Zeichen zu senden.

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Hier ergreift Kemme selbst das Wort … bedauerlicher Tenor: Für mich ist das nichts Neues

Und es sind auch weitere nachdenkliche Anekdoten und beschähmende Erlebnisse enthalten. Sehr lesenswert.

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Er ist sogar der einzige, der auch Friedrich (oder wer auch immer da außerhalb des Bildes steht) die Hand gibt. Denke auch, der kannte in dem Moment keinen davon und dachte sich, na gut, dann eben alle.

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Puh. Nenne mir 5 Ideen, die dann nicht “ja das mussten sie jetzt machen, schrecklich aufgesetzte, peinliche Aktion” oder “typische toxische männliche Arroganz, wie sie jetzt gönnerhaft und von oben herab…” hervorrufen. Kemme selbst nennt den Vorfall übrigens explizit ein Zeichen für “Sexismus”. Im Vergleich zu Kompanys Statement leider eher den von ihr selbst beklagten Graben weiter aufreißend als versuchend, Brücken zu bauen. In dem verlinkten Artikel missfällt mir auch die Aussage (der Autoren?), dass die Trennung der Frauen und Herren Teams in den Vereinen eine “künstliche” ist. Das finde ich geht an der Sache vorbei, da es bestimmt mehr gute sachliche Argumente für eine (räumliche) Trennung gibt als dagegen. Und diese Argumente sind wieder je nach Infrastruktur bei jedem Verein andere. Wäre es wirklich von Vorteil für den Frauenfußball, wenn sie sich überall die Infrastruktur mit dem Profiteam der Herren teilen würden? Das wäre eine vertiefte Analyse wert, ich zweifle daran. Ich würde sogar erwarten, dass dann bemägelt wird, dass sie nie aus dem Schatten rausgelassen werden, fehlende Sichtbarkeit und Unabhängigkeit etc. In anderem Zusammenhang wurde ja diskutiert, dass die Frauen, vor allem Torwärtinnen, unter den “männlichen” Trainingsmethoden eher gelitten haben, weil Frauenkörper eben ganz anders sind. Jetzt sind gemeinsame Gyms (da haben Frauenkörper keine anderen Anforderungen als die der männlichen Athleten?) plötzlich das Mittel der Wahl, Sexismus zu bekämpfen. Etwas kurz gesprungen.

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Ich kenne/kannte sie vor der Experten Tätigkeit nicht. Was nicht am Menschen Kemme liegt, sondern weil ich mich so gut wie nicht für Frauen Fußball interssiere - ich würde mir auch schwer tun, zb nur einen NFL Profi namentlich zu bennen- oder gar zu erkennen.

Ob die Spieler sie kennen “müssen”? Keine Ahnung. Wahrscheinlich schon. Gehört ja auch zum “Zirkus”. Unhöflich sieht die Szene aus- aber ich kenne die Hintergründe nicht.

Ps: Als expertin mag ich sie nicht. Kramer zB aber ebenso nicht. Letztendlich ist es mir egal, da ich die Expertenrunden im Normalfall nicht schaue- weder vorher, noch Halbzeit, noch danach. ist bei mir eben so…keine ahnung warum.

Sie sagt „Das Video aus der glitzernden Champions-League-Nacht ist der Beweis, dass Sexismus weiterhin existiert. Wir dürfen nicht in der Wut und Scham feststecken, denn die ersticken uns. Es gilt die Probleme zu erkennen und selbst die Lösung im eigenen Handeln zu sein.“

Wen du von Vorfall sprichst, meinst du dann das Video mit dem Titel “Alle Bayern-Spieler klatschen mit unseren Experten ab” oder das Verhalten der Spieler?

Als Jugendtrainer kann ich dir bestätigen, dass ein Männertraining immer nur für Männer geeignet ist. Das gilt für Frauen genau wie für Kinder und Jugendliche. Auch diese litten jahrelang (und leiden heute immer noch) unter einem Männertraining Light.

Aber erkläre mir bitte mal inwiefern sich so ein Männer-Gym von einem Frauen Gym unterscheidet? Der eine Blau und Schwarz und 1-2 Pinups an der Wand und der andere Rosa und Lila mit Blümchen?

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Warum differenzierst du da? Meinst du sie meint das Video und nicht das Verhalten der Spieler? Und wo ist da der Unterschied? Vielleicht bin ich ja vollkommen auf dem Holzpfad. Aber: Der ganze Artikel bezieht sich ja auch auf Spieler und Vereine und nicht auf Medien.

Ausgehend von der Tatsache, dass Frauenkörper ganz anders trainiert werden müssen als die der Männer habe ich, vielleicht etwas naiv, angenommen, dass auch andere Gerätschaften, mindestens aber vollkommen andere Einstellungen an den Geräten erforderlich sind. Und dann kann es doch logisch sein, das auch gleich zu trennen, damit man nicht immer umbauen, umstellen etc muss. Müßten jetzt Fitnesstrainer sagen, in wie weit das ein Thema ist.

Was du dir auf jeden fall im Sinne Justinschen “no polemik” Post sparen kannst, sind deine witzigen ironischen Bemerkungen, die mir eine sexistische Sicht auf weibliche Gyms unterstellen. Das verbitte ich mir.

Bitte nicht aus den Augen verlieren, dass es explizit nicht (nur) um diese eine Szene nach Schlusspfiff geht. Tabea Kemme hat vollkommen Recht, wenn sie darin allerdings ein Muster erkennt, das ihr nur allzu bekannt vorkommt. Es ist auch nicht weiter von Nutzen, nun ellenlange Debatten zu führen, inwieweit man den Spielern nun Unhöflichkeit oder unterschwelligen Sexismus unterstellen darf, zumal bereits festgestellt wurde, dass man sich auch unbewusst sexistisch verhalten kann.

Wie immer man jedoch auf diese eine Szene blickt, so ist doch eines klar:

Man kann sie einbetten in ein allgemeines Umfeld, wo Frauen nach wie vor auf eine unangemessene Weise behandelt werden. Und wenn sie oder andere sich dann noch erdreisten, darauf aufmerksam zu machen, folgt sogleich ein Shitstorm sondergleichen, mindestens aber kann man die Uhr danach stellen, dass Relativierungen erfolgen.

Letzteres will ich gar nicht per se kritisieren, zumal es sein kann, dass man in seiner Verzweiflung über patriarchale Strukturen und Reaktionen auch mal verbal übers Ziel hinausschießt, was zumindest mir selbst schon passiert ist. Aber die Frage, warum sich Männer so außerordentlich auf den Schlips getreten fühlen, wenn sie lediglich etwas reflektieren sollen, was unser aller Verhalten nun mal über Jahrzehnte geprägt haben muss, stellt sich immer wieder aufs Neue. Warum diese Abwehrhaltung? Wenn man das Ganze als Teil einer eigentlich natürlichen Persönlichkeitsentwicklung betrachtet, verstehe ich weder diese Abwehrhaltung noch das offenbar instabile Selbstbewusstsein dahinter. Wäre letzteres nämlich stabil, warum dann nicht hinzulernen?

Es mag sein, dass ich persönlich allzu geprägt (und damit sensibilisiert) von der langjährigen Vereinskarriere bin. Wenn man jedoch die Rolle von und das Verhalten gegenüber Frauen in einem Fußballverein so lange erleben und betrachten durfte/musste, dann ist es wirklich schwer, diese oben genannten Muster zu übersehen. Und ich habe selbst lange genug gebraucht, um auch meine persönlichen Verhaltensmuster auf einen Stand zu bringen, mit dem ich leben kann und will.

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Sollte kein großes Thema sein, wenn selbst der kleine Fitnessraum bei meiner Physiotherapie innerhalb von Sekunden die Gewichte usw. switchen kann. Andere Geräte braucht es eher nicht. Viel mehr andere Belastung. Das geht auch wunderbar in einem Gym. Zumal erwartbar ist, dass der FC Bayern von jedem Gerät mehr als eins hat und sich das sehr gut leisten kann.

Was das generelle Thema des Aufeinandertreffens anbelangt, so hört man von Vereinen, die das so praktizieren, oft nur Gutes. Und zwar beidseitig. Von den Männern und den Frauen. Neue Perspektiven und so. Ich hatte mich dazu auch mal mit Julia Simic unterhalten, die erzählt hat, dass das in England für beide Seiten ein Gewinn war.

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