Tabea Kemme und die Spieler des FC Bayern – ein Kommentar

Veröffentlicht unter: Tabea Kemme und der FC Bayern: Es geht um mehr als Grüßen

Nach dem Sieg gegen Atalanta klatschten die Spieler des FC Bayern mit den Experten von Amazon Prime ab – aber nicht mit der Expertin Tabea Kemme. Ein Kommentar. Viele Fans des Männerfußballs sind mal wieder genervt. Boah, schon wieder diese Sexismusnummer. Schon wieder Leute, die sich über absolute Nichtigkeiten beschweren. Schon wieder wird aus einem Thema viel mehr gemacht, als eigentlich notwendig wäre. Wie anstrengend. Und ja, vielleicht fühlt sich das sogar wirklich anstrengend an, wenn die eigenen Verhaltensmuster plötzlich kritisiert werden. Oder wenn vermeintlich kleine Details dafür verwendet werden, um große Probleme anzusprechen. Letztendlich aber bestätigen Kommentare mit diesem…

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Ich kann den Vorgang schon deshalb nicht verstehen, weil es mir nie in den Sinn kommen würde, an einer Gruppe vorbeizugehen und dann nur einzelnen Personen die Hand zu geben. Das ist per se absolut unhöflich. Dabei interessiert es mich auch nicht, ob Mann, Frau oder sonst jemanden. Wenn ich jemandem in der Gruppe nicht die Hand geben möchte, gebe ich persönlich niemandem die Hand.

Im vorliegenden Fall würde ich die Unhöflichkeit der Spieler auf jeden Fall thematisieren. Ob das wirklich taugt, das Ganze mit Sexismus zu begründen, würde ich arg infrage stellen. Ich vermute eher, dass es um das abfeiern mit zwei ehemaligen Kollegen und auch um ein gutes Stück Ignoranz (Unhöflichkeit) geht. Es wurde ja auch auf Friedrich hingewiesen.

Das anschließend Kemme im Fokus von Kritik steht, ist natürlich ein absolut hässlicher Wahnsinn. Dafür muss man sich als Mann schämen. Fußball ist leider ein von asozialen Elementen / Proleten durchsetzter Sport, auch wenn das bedauerlich ist.

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Zwei Sachen dazu:

  • Ich habe nicht geschrieben, dass das Nicht-Grüßen expliziter und bewusster Sexismus ist. Es sind aber Verhaltensmuster, die im Alltag häufig auftreten. Wie gesagt: Sehr viele Frauen kennen diese Situationen. Und ob man nun gewollt sexistisches Verhalten an den Tag legt oder Verhalten, das sexistisch wirken kann, ist da erstmal nebensächlich. Die Wirkung ist da. Und damit sollte man umgehen können. Das “Abfeiern” mit den “Bros” ist ja Teil dessen, was innerhalb sexistischer Strukturen definitiv eine Rolle spielt.
  • Und zu Friedrich: Der stand halt räumlich sehr weit weg. Kemme stand zugewandt und mit Augenkontakt direkt daneben. Das ist eine sehr relevante Unterscheidung.

Und das ist der eigentliche Sexismus, der aus meiner Sicht eine Rolle spielt. Es ist mir persönlich nicht so wichtig, ob Leute – und wir werden hier noch ganz andere Kommentare lesen, I promise – das nun als Sexismus oder als Unhöflichkeit bewerten. Aber nahezu alle Reflexe, die darauf folgten, sind klar sexistisch.

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Da stimme ich Dir absolut zu. Auf Seiten der Spieler ist entscheidend, wie sie persönlich mit der Kritik an ihrem Verhalten umgehen und ob sie sich im Nachinein der Wirkung bewusst werden. Dies ist dann die anschließende Weggabelung zwischen Bedauern einer Unhöflichkeit und einem nachhaltigen Lernprozess oder einer sexistischen Ignoranz.

Was den Rest angeht, sind wir uns ja sowieso absolut einig.

Und ja, es ist höchstwahrscheinlich, dass der eine oder andere sich seiner Männlichkeit verunsicherte Mensch hier noch seine reflexartigen Beißattacken setzen wird. Mal schauen.

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Oh weh, was für eine Verfehlung!

Die Spieler haben großartiges in diesem Spiel gezeigt.
Da können einige wichtige Personen nichts kritisieren, wo sie doch sonst immer kritisieren können, also werden von denselben Nebenkriegsschauplätze aufgetan:

erst die unglaubliche gelbe Karte (obwohl es ähnliche gelbe Karten in tausend anderen Spielen mit nachträglichen Sperren gab und immer wieder geben wird) und dann noch dieses Thema on top!
Unglaublich.

Wir werden beobachten müssen, wie sehr der hoffentlich erzieherische Kontext demnächst bei allen Spielern durch hoffentlich braves Abklatschen mit allen nach dem Spiel Wirkung erzielt hat.

Was in social Media Kanälen abgeht ist natürlich oft genug mehr als daneben - unabhängig vom Verhalten einzelner Spieler in einer Situation xy.

Hoffentlich übernehmen hier bald KI - Programme entsprechende Löschungen bei Beleidigungen oder sonstigen Verfehlungen.

Ich würde per se gar nicht erwarten, dass die Bayern-Spieler am Kommentatorentisch vorbeidefilieren. Und ich kann mir gut vorstellen, dass die ersten, die da in die Nähe kamen, gedacht haben, “Oh, da ist ja der Chris, und da steht ja auch der Mats, mal hallo sagen!” Aber selbst wenn man Kemme nicht kennt, gebietet es allein schon Höflichkeit 1.0, ihr zumindest auch zuzunicken oder ihr die Hand zu reichen - man muss ja wirklich nicht eine möglicherweise unbekannte Frau gleich umarmen.

Justins Kommentar war angemessen, und je mehr Geheule hier und anderswo ertönt, umso notwendiger.

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Ich bin mir nicht sicher ob alle Bayern-Spieler Christoph Kramer kannten. Mats Hummels ja, aber bei Kramer bin ich mir echt nicht sicher.
Warum sie überhaupt mit dem Expertentisch abklatschten ist mir sowieso ein Rätsel.

Da würde ich ehrlich gesagt zwischen „Vorbeigehen“ und „Hingehen“ unterscheiden. Wenn ich bei einem Event zu einer Gruppe von Leuten hingehe mit dem Ziel, z.B. dort mit ins Gespräch zu kommen und nur einen kenne, dann werde ich zuerst meine(n) Bekannte(n) begrüßen und mich dann reihum dem Rest vorstellen.
Wenn ich wirklich nur im Vorbeigehen jemand erkenne und dem schnell die Hand schüttle, kann ich auch dem Rest nur kurz zuwinken, mich für die Störung entschuldigen und weitergehen.

Ich weiß jetzt nicht, wie die Szene abgelaufen ist (habe sie nicht gesehen), aber für mich würde es einen Unterschied machen, ob die Spieler wirklich nur im Vorbeilaufen abgeklatscht haben oder stehen geblieben sind, kurz geredet und Tabea Kemme dabei ignoriert haben. Im ersten Fall fände ich es eine läßliche Sünde, im zweiten in der Tat eine grobe Unhöflichkeit.

Unabhängig davon geht es natürlich gar nicht, dass darüber im Nachgang jetzt ein Flut abwertender und/oder sexistischer Kommentare abgesetzt werden …

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Damit alle wissen worum es geht ist hier das Video und ich finde man kann eindeutig sehen und es quasi spüren, wie unangenehm Kemme die ganze Situation ist.

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Ohne damit das Gegenteil für die anderen ausdrücken zu wollen, kann man auch hier sehen, was Jackson scheinbar für ein guter Typ ist.

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Ok, krass … aber auch schön zu sehen, das Serge Gnabry die Situation erfasst und direkt zuerst zu ihr hingeht. :clap:

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Das habe ich auch gedacht, als ich das Video gestern oder vorgestern gesehen habe. Serge schnallt als Erster, dass da was komisch ist und registriert ganz genau, wie unwohl sich Tabea Kemme fühlt. Seine Empathie ist regelrecht zu spüren. Nicht jeder muss so sein wie er, aber es ist gut, dass er es ist.

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Du hattest die Chance einen wirklich guten, inhaltsstarken Post abzusetzen.

Leider hast Du Dich entschieden, diesen vollkommenen Blödsinn zu schreiben und auch noch abzusenden.

Schade…

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Serge absolut top. Hat nicht Kathleen Krüger mal in einem Podcast gesagt; wenn Sie nachts eine Panne hätte und Sie jemanden aus der Mannschaft anrufen müsste, würde Sie immer Serge nehmen. Der würde kommen.

Aber auch Jackson sehr höflich und freundlich. Auch hier meine ich in Erinnerung zu haben, dass es vor kurzem ein Video gab, wo er sehr angenehm wirkte und rüberkam.

Ich will die Spieler gar nicht in Schutz nehmen. Dass es anders geht haben die beiden genannten ja gezeigt. Aber auf dem Video wirkt es so, dass Leon am Anfang direkt auf die beiden zugeht und der Rest einfach hinterläuft (Lemminge). Und gerade Leon würde ich das schon auch zutrauen, dass er da niemanden stehen lässt. Zum Ende hin wird die Schlange abgeflachter und Gnabry und Jackson sind ja auch die letzten beiden, die man sieht.
Nochmals: keine Entschuldigung, ich beschreibe nur, was ich sehe.

Der Reflex, seine Lieblinge zu verteidigen, ist leider immer groß - weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Tabea Kemme anzugreifen und dann noch in der genannten Art und Weise, ist unterste Schublade.

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In dieser Situation kann man eben das perfekte Beispiel für den Bystander-Effekt sehen. Jemand legt los und alle anderen folgen weil sie nicht darüber nachdenken es anders zu tun. Ist die gleiche Situation wie bei einem Unfall, wo keine_r helfen möchte, weil auch vorher keine_r geholfen hat.

Finde ich auch einen gutes Beispiel für den Effekt!

Genau für solche Artikel unterstütze ich euch auch finanziell. Es ist so schön, dass es auch Menschen mit Empathie im fussball gibt die sowas thematisieren und nicht Angst vor den fragilen Hass der toxischen fans haben! Respekt, richtig toller Artikel!

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erneut DANKE an @justin, dies aufzugreifen!

da ich grundsätzlich keine Vor- und Nachberichte schaue (und wenn wär Kemme sicher ein absoluter Grund, sie zu schauen), habe ich es bisher nicht mitbekommen!

beschämend - und dass niemand Kemme kennt - come one… das glaubt doch niemand!

P.S.
@Gast - welch unangenehme Einlassung! :pensive_face:

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Das ist also das Thema, bei dem kommentarlos Beiträge gelöscht werden? :partying_face:

Wenn du schon so nett fragst: Dein Kommentar war reine Provokation und hatte keine Intention verlauten lassen, das Thema ernsthaft zu beleuchten. Insofern wurde der Kommentar im Einklang mit unserem Regelwerk gelöscht. Wenn du etwas zur Diskussion beizutragen hast, tu dies. Ironische, lächerlichmachende und provozierende Kommentare braucht es aber in keiner Diskussion.

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