Zum Artikel: Heftige Schlussfolgerungen („planlos“, „orientierungslos“, „wie lange er noch da sein wird, hängt auch von der kommenden Transferwoche ab“), aber inhaltlich kann man kaum widersprechen. Ich würde mir zwar auch da mehr „Geduld“ erhoffen, andererseits sind die Vorgänger von Freund (und Tuchel) auch mitten in der eigenen Entwicklung, die durchaus beobachtbar war, ziemlich plötzlich rausgeworfen worden - die Zeit bekommt man hier nicht…
Dass Freund jetzt bald seinen Stuhl räumen muss glaube ich auch nicht, andererseits ist im letzten Jahr auch vieles andere beim FC Bayern passiert was ich nicht für möglich gehalten hätte. Daher lassen wir uns überraschen.
Habe mir dieses Machwerk jetzt auch angetan … was dort vergessen wurde, ist die schon länger bekannte Mitschuld vom Freund am Untergang der Titanic und seine Verwicklungen bzgl. des Attentats auf JFK.
Die wirklich relevante Frage wird sein, wie Freund und Eberl zusammenfinden.
Passt das mit den beiden, kann das der Beginn einer wunderbaren und langen Freundschaft sein.
Wenn nicht kann es für einen, das wäre dann natürlich Freund, auch ziemlich schnell vorbei sein.
Genau das Gegenteil ist doch der Fall. Ich kann mich an kaum ein wirklich gutes Wintertransferfenster der Bayern erinnern (2005 die Rückkehr von Lizararzu, fast 20 Jahre her, oder Luiz Gustavo, 2010, fast 15 Jahre her?). Die letzten Jahre waren allesamt unbefriedigend. Und jetzt macht man es mal anders, geht bei Boey mit der Ablöse ziemlich in die Vollen, und macht mit Zaragoza alles richtig.
Das würde ich, vorbehaltlich der noch ausstehenden Zaragoza-Finalisierung, auch so sehen.
Nicht überragend, das wäre im Winter wohl auch kaum möglich, aber gut.
Freund hat seinen Job gemacht und abgeliefert. Man hätte sich manches sicher vielleicht schneller gewünscht.
Aber ob Boey und Zaragoza jetzt Mitte oder Ende Januar da waren, daran erinnert sich übermorgen schon kaum mehr einer.
Eine Bewertung ist mMn ohnehin erst im Sommer sinnvoll.
Im letzten Winter haben wir mit Blind und Cancelo zwei Spieler geholt, die bis zur WM in Katar in ihren Klubs Stammspieler waren (und diese Klubs hießen immerhin Ajax und ManCity). Blind hat sogar noch bei der WM eine wichtige Rolle bei einer Mannschaft gespielt, die im VF erst im Elfmeterschießen dem späteren Weltmeister unterlag.
Blind hat bei Bayern dann überhaupt keine Rolle gespielt, ist aber jetzt wieder Leistungsträger einer Mannschaft, die in Spanien alle begeistert.
Cancelo hat bei Bayern auch nur in Ansätzen gezeigt, dass er ein Spieler ist, der in Normalform zu den besten auf seiner Position gehört.
Wenn man jemandem Verantwortung zuschieben möchte, warum diese beiden Transfers nicht gerade viel gebracht haben, dann würde ich eher sagen, die Spieler bzw. die beiden Trainer Nagelsmann und Tuchel tragen dafür die Hauptverantwortung und nicht der damalige Sportvorstand, der die Transfers eingetütet hat.
Und so würde ich auch in diesem Fall vorgehen: Wenn die Neuen nicht so passen, dann sind erst einmal die Spieler selbst und dann der Trainer verantwortlich dafür und erst dann kann man hinterfragen, ob die Idee, die Spieler zu holen, gut war oder nicht.
In ihrer bisherigen Karriere haben zumindest alle drei bereits bewiesen, dass sie auf hohem Niveau Fußball spielen können. Jetzt liegt es an ihnen und dem Trainer, zu zeigen, dass sie das auch bei Bayern hinkriegen können.
Richtig, der Sportdirektor kann nur den ersten Schritt tun und potentiell gute Spieler holen. Durchsetzen müssen sie sich selbst, und der Trainer kann dabei helfen.
Es ist aber schon anders als letzten Winter. Beide Neuen stehen für etwas neues. Für Lösungen auf engstem Raum. Was uns seit Ribery (und evtl. Shaquiri) abhanden gekommen ist.
In der Winterpause einen neuen Schwerpunkt zu setzen, das gab es früher in dieser Form nicht. Freund geht das mutig an, mit langen Vertragslaufzeiten und vergleichsweise hohen Ablösen. In seinem ersten Transferfenster, das er bei uns verantwortet.
Ob die „Neuen“ nun in die Kategorie „Ribery“ oder in die Kategorie „Shaquiri“ fallen, hängt nicht an ihm.
Du bringst es auf den Punkt. 20 Jahre lang wurden im Winter doch meistens Spieler geholt, die die Trainer dann nicht eingesetzt haben (oder die zwar eingesetzt wurden, aber nicht überzeugen konnten).
Das sollte dieses Mal anders sein. Mit jungen Burschen, die jetzt vor einem ganz großen Schritt stehen. Da ist auch der Trainer ganz anders gefordert, weil auch er dafür sorgen muss, dass die Transfers einschlagen.
Stimmt, unter TT ist er dann aufgeblüht und war Führungsspieler. TT hat dann auch unbedingt mit ihm verlängern wollen.
Und bei Cancelo waren es doch nicht nur sportliche oder finanzielle Gründe. Da hast du doch selber hier geschrieben, dass es richtig war, den abzugeben, weil er sich nicht als durchweg disziplinierter Teamplayer herausgestellt hat.
Dass deine Anti-Nagelsmann Geschichtsumschreibung auch jetzt, bald ein Jahr danach noch nicht aufhört…
Bei Cancelo muss man aber auch sagen, dass er seine besten Spiele im Bayerntrikot ganz am Anfang machte, als er mit mehreren Assists gleich voll einschlug. Trainer war damals noch Nagelsmann. In den Spielen unter Tuchel hat er ordentlich gespielt, aber nicht unbedingt gezeigt, warum man sich einen Spieler wie ihn, der ja zweifelsfrei charakterlich nicht ganz einfach zu sein scheint (siehe seine divenhaften Anflüge, wenn er mal nicht spielt - egal bei welchem Verein), für teures Geld holen sollte.
Nagelsmann kann man mMn viel vorwerfen, aber Blind wurde auch von Tuchel links liegen gelassen, obwohl er bei Tuchel wahrscheinlich besser gepasst hätte, da die Abwehr nicht mehr so hoch stand. In Sachen Ballkontrolle wäre er gegenüber den anderen Verteidigern außerdem deutlich besser gewesen. Komisch, dass es auch unter Tuchel nicht klappte.
Find ich auch immer noch komisch und irgendwie schade.
Ich mag den Spieler und fand den Transfer letzten Winter auch sinnvoll.
Dass der kicken kann und v.a. mit Ball immer noch sehr wertvoll sein kann, beweist er ja jetzt auch wieder in Spanien.
Einsätze unter Nagelsmann: 5 Spiele (157 Minuten)
Einsätze unter Tuchel: 0 Spiele (0 Minuten)