Deswegen gab es bei Nyberg ja auch keine Überprüfung der Handszene. Er kommt ja aus Schweden und ist daran gar nicht gewöhnt. Die EM wird ein Kulturschock für ihn.
Die Schiedsrichter haben wir ein neues Wort erfunden „geringfügiger Kontakt“. Mal schauen ob sie das wirklich konsequent durchziehen wenn Jonas Hofmann wieder nach einem geringfügigen Kontakt einfach solange verletzt liegen bleibt bis der VAR einen Kontakt entdeckt.
Sogar Fortunas Torwart sprach von einem 80-prozentigen Elfmeter für Schalke, doch der DFB hat am Sonntag in einer Stellungnahme erklärt, warum es aus Sicht des Verbandes „richtig“ gewesen sei, den Strafstoß in der Nachspielzeit der Partie gegen Düsseldorf zurückzunehmen. DFB hält Elfmeter-Rücknahme auf Schalke für richtig - kicker
Auch Schiedsrichterentscheidungen sollen natürlich Konsequenzen haben.
Aber ob man das glauben soll?
Es ist ja schon unglaublich, dass Nyberg nach seinem „kids mistake“ überhaupt bei der EM pfeifen darf.
ich finde den Nyberg-Fall viel krasser als das, was am Mittwoch passiert ist. Weil das eine eine bewusste, offensichtlich bedachte und mit einer vollkommen absurden Begründung erklärte Entscheidung war, was die Eignung für höhere Aufgaben anzweifeln lässt, während das andere eine spontane, intuitive Reaktion war, die er selber ein paar Sekunden später bereut hat. Das fällt in die Kategorie Fehler, für die ich mir in der Gesellschaft insgesamt mehr Toleranz wünsche - wenn man daraus lernt.
Interessant finde ich, dass in internationalen Fußballfan (und offensichtlich Anti-Real) Kreisen, die größer zu sein scheinen, der Fehler dramatischer betrachtet wird, als hier. „VAReal“, „Robbery, Robar…in 20 Sprachen und neben der spanischen Flagge: „Real““… Memes, in denen der Wrestling Schiri die „Bayern“ umnietet, Bilder, in denen Perez im VAR Keller zu sehen ist. Die berühmten Abseitsbilder mit der kurvigen Linie: „Eindeutig: Abseits“, Videos, in denen die krassesten pro-Real Fehlentscheidungen der letzten 20 Champions league Jahre zusammengestellt wurden (Spoiler: Bayern kommt da mehr als einmal vor)… Und wir hier so, nicht gaz zu unrecht: mei, hätten wir halt in der Verlängerung verloren.
Ich finde ja eigentlich die Szene, wo Kimmich mit beiden Händen im Gesicht weggestoßen wird, noch fragwürdiger; immerhin wurde nach VAR das Tor zurückgenommen, aber eigentlich muss doch der ausführende Spieler (Nacho) hier zwingend mindestens gelb bekommen …!?
Wie ich generell mit der Idee, dass es gesunde „internationale“ Härte sein soll, jeden Zweikampf im griechisch-römischen Stil als Ringkampf anzugehen und dafür ungestraft zu bleiben bzw. nicht mal einen Freistoß zu bekommen, wenig anfangen kann. Angeblich wollen doch immer alle schönen Fußball sehen - dann müssten aber die Schiedsrichter einfach mal alles, was erkennbar kein Kampf um den Ball ist, sondern nur der Behinderung des Gegners dient, konsequent abpfeifen und mit gelb ahnden.
Sonst laufen am Ende nur noch muskelbepackte 1,90 + Athleten auf dem Platz herum und am Ende gewinnt das Team, in dem ein Typ Haaland XXL drin ist, der im Notfall zwei klammernde Gegner mit in den Sechzehner schleift und trotzdem noch dem Ball aufs Tor knallen kann …
Ich denke, das ist tatsächlich dem „Anti-Real“ geschuldet. Dem kann man hier schön Ausdruck verleihen
Wenn Real vom „kids mistake“ profitiert hätte, wäre auch die Hölle los gewesen.
Da es Arsenal war, hat sich die öffentliche Meinung eher auf ein Achselzucken beschränkt.
Interessanter Ansatz für die EM [gefunden bei Max-Jacob Ost @GNetzer@mastodon.social).
Aber um die Situation zu verbessern, möchten wir von der UEFA, dass Schiedsrichter ihre Entscheidungen während der UEFA EURO 2024 den Teams genauer erklären.
Wie soll das umgesetzt werden? Der Plan ist einfach: Wir fordern, dass jedes Team sicherstellt, dass nur der Kapitän mit dem Schiedsrichter spricht. Die Kapitäne sollen darauf achten, dass ihre Mitspieler den Schiedsrichter nicht umringen, sodass direkte Gespräche möglich sind und Entscheidungen zeitnah und respektvoll kommuniziert werden können.
Wichtig ist, dass nur der Kapitän des Teams, das eine Entscheidung diskutieren möchte, sich dem Schiedsrichter nähern darf. Es ist die Verantwortung des Kapitäns, sicherzustellen, dass seine Mitspieler den Schiedsrichter respektieren, Abstand halten und ihn nicht umringen. Jeder Spieler, der die Rolle seines Kapitäns ignoriert und/oder respektlos oder widersprechend auf den Schiedsrichter zugeht, erhält eine Gelbe Karte.
Sollte der Kapitän der Torwart sein, muss ein Feldspieler benannt werden, der diese Rolle übernehmen kann, falls ein Vorfall am anderen Ende des Spielfelds auftritt.
Wow, die Umsetzung wird ja hochspannend.
Als erstes würde ich mal als Kapitän zurücktreten. Das Amt scheint damit sehr undankbar zu werden.
das sollte grundsätzlich und immer so sein!
Das ist der Job eines jeden Kapitäns beim Rugby. Klappt meist sehr gut, wobei das auch etwas nachgelassen hat in den letzten Jahren.
Da die Philosophie der beiden Spiele aber sehr unterschiedlich sind, stelle ich es mir auch sehr schwer vor so ein Verhalten im Fußball zu implementieren. Wenn ich die Tonalität im Gespräch zwischen Schiedsrichter und Spieler vergleiche, so sind das ganz andere Welten.
Für mich wäre das eine gut Lösung. Ich frage mich nur wie viele Vereine das unterstützen würden uns wie konsequent das auch durchgesetzt.
Das grundsätzliche Problem, dass solche Ding viel zu selten bestraft werden.
Genau das bereitet mir bei so einer Lösung sorgen.
So richtig ich diese Regeländerung finde:
Der Zeitpunkt ist problematisch. Die EM gehört ja im Grunde noch zur abgelaufenen Saison.
Ist generell schwierig, bei der letzten - und nominell wichtigsten - Titelvergabe der Saison plötzlich so gravierende Änderungen vorzunehmen.
Ich hoffe ja wirklich drauf, dass es da beim ersten Spieltag mal direkt sieben gelbe Karten für so eine Situation gibt, damit die das alle lernen. Anders kriegt man das bei Fußballern nicht in die Birne. Die probieren alle immer bis zum Anschlag aus, so weit es geht.
Ein interessanter Artikel im österreichischen Standard zu Fußballschiedsrichtern (und den Unterschied zu anderen Sportarten).
Der Gedanke „leg dich nicht mit dem Ref an, konzentriere dich aufs Wesentliche“, hat was.
Und auch das „erlaubt / nicht erlaubte“. Ein Foul, bzw. der dann gepfiffene Freistoß, wäre einschneidender, wenn das „Vor-den-Ball-Stellen“ bestraft würde (müsste dann eine Gelbe Karte nach sich ziehen).
Ich finde, die neue Regel bei der EM geht definitiv in die richtige Richtung. Wenn man den Weg konsequent weitergeht, kann das durchaus den Fußball verändern.
Meine Rede.
Die Schiris im Fußball lassen viel zu viel durchgehen. Ich hoffe wirklich, dass bei der EM gesagt wird: „Jungs, ihr kennt die Regel, nur der Kapitän redet mit mir“ und dann werden einfach mal direkt fünf gelbe Karten gezeigt. Anders. Werden. Sie. Es. Nicht. Lernen.
sobald einer Richtung Schierdsrichter stürmt oder die Bank zu sehr muckt, direkt gelb und wenns nicht hilft, direkt gelb/rot. Wird wohl anfangs zu einer Kartenflut führen, wenn man aber konsequent bleibt, dürft es recht schnell wirken.
Und wenn dann im dritten Vorrundenspiel oder Achtelfinale die eine Mannschaft viele Sperren hat und die andere nicht, und das nur weil die Schiris da eine unterschiedliche Linie fahren, dann ist die due Begeisterung schnell vorbei.
Ja aber da liegt es dann halt auch an der UEFA, das auch den Schiris richtig zu vermitteln, dass es da keine Grauzone gibt. Is ja auch nicht so schwer. Mit dem Schirinredet nur den Kapitän, alle anderen nur, falls der Schiri sie direkt anspricht.