Gestern YL gegen Bodö, heute schon RL Bayern in Buchbach. Offiziell handelt es sich dabei natürlich um zwei verschiedene Teams, aber so wie es die Bayern in dieser Saison handhaben, sind es zum großen Teil die gleichen Spieler. Also fehlten heute in Buchbach erwartungsgemäß alle Starter aus der YL. Da der Gesamtkader aus dem Dante schöpfen kann, aber überaus großzügig dimensioniert ist, konnte er heute zumindest ein konkurrenzfähiges Team auf den Rasen schicken. Auch Younes Aitamer schaffte es nach über zwei Jahren Verletzungspause wieder in den Kader.
Die Aufgabe konnte allerdings nicht viel schwerer sein. Trat man doch gegen den bisher ungeschlagenen Tabellenführer aus Buchbach an. Die Bayern hatten in den letzten Wochen zwar kräftigen Rückenwind und gute Leistungen gezeigt. Inwiefern sich das auf das heutige Team übertragen ließ, musste sich erst zeigen.
Die Partie begann sehr ausgeglichen. Beide Teams versteckten sich nicht. Die Bayern hatten am Ende vielleicht etwas häufiger den Ball, aber Buchbach stand nicht viel nach. Erfolgreich waren beide vor allem in der Neutralisation der gegenseitigen Offensivbemühungen. Das Spiel fand im wesentlichen im Mittelfeld statt, in die Strafräume konnte man eher selten vordringen. Der beklagenswerte Rasen tat da seine dazu. Am Ende war es ein zäher Abnutzungskampf bei dem man darauf wartete wer den ersten Fehler machen würde. Am Ende hatte jeder seine 1,2 Möglichkeiten auf der Habenseite, so ging man mit einem leistungsgerechten 0:0 in die Pause.
Die zweite Hälfte sollte denkbar schlecht beginnen. Schon in der 46.Minute überraschte ein weiter Schlag die Bayernabwehr. Ausgerechnet der erfahrene Heindl ließ sich im Zweikampf abkochen, bzw. beiseite rempeln. Der Stürmer verwandelte frei vor dem Tor. Das brachte die Bayern nun gehörig ins Wanken, Buchbach attackierte sehr energisch. So dauerte es nicht lange bis zum nächsten Unglück. In der 52.Minute ging Afanou im Strafraum zu ungestüm in den Zweikampf. Elfmeter. Bärtl konnte zwar parieren, war gegen den Nachschuss aber machtlos. Die Bayern verloren nun völlig den Faden, das dritte Tor lag in der Luft.
Ausgerechnet eine längere Verletzungspause von Afanou nach einer Stunde sollte Entlastung bringen. Danach hatten die Buchbacher etwas das Momentum verloren, die Bayern fanden wieder ins Spiel. Je länger das Spiel dauerte desto besser sah es dann aus. Die Buchbacher wollten das Ergebnis über die Zeit bringen, die Bayern wurden nun überlegener. Die letzte Viertelstunde gehörte ihnen. Man hatte auch noch die eine oder andere Chance, aber letztlich wollte nicht mehr gelingen. Man verlor das Spiel mit 0:2, geschuldet einer schwachen Viertelstunde nach der Pause.
Der Aufwärtstrend ist damit natürlich wieder etwas gebremst. Man sah doch deutlich, dass einige Spieler fehlten, die in der YL im Einsatz waren. Ebenso fehlte sicher bei diesem wieder neu zusammengestellten Team auch die Abstimmung.
Vielen Dank für die stets schnellen, informativen aber gleichzeitig auch unterhaltsam geschriebenen Berichte zu den Amas (und auch den Jugend-Spielen).
Im Prinzip der Hauptgrund für mein Forums-Dasein hier.
Falls ich nach all dem Lob noch klugscheißen darf: Im zweiten Satz müsste es heißen “die selben Spieler”, nicht “die gleichen”.
Nach dem YL-Intermezzo gab es heute wieder einen “normalen“ Spieltag in der RL Bayern. Zu Gast war die Zweite aus Augsburg, ein Team das sich gerade im Mittelfeld der Tabelle aufhält. Was auch immer das zu diesem Zeitpunkt der Saison zu sagen hat. Bei den Bayern rotierten etliche Spieler wieder in die Startelf und den Kader. Ob sie die Scharte ihrer Vertreter aus dem letzten Spiel auswetzen werden?
Beide Teams begannen das Spiel recht vorsichtig, wollten ganz offensichtlich nicht ins Risiko gehen. Die Bayern hatten den Ball, das Spiel fand größtenteils in der Augsburger Hälfte statt. Die hatten allerdings keine großen Probleme das Angriffsspiel der Amateure in Schach zu halten. Was umgekehrt mindestens ebenso galt. So plätscherte das Spiel ohne große Höhepunkte dahin. Auch kleinere Höhepunkte gab es kaum zu vermelden. Sollten Analysten für beide Mannschaften gesammelt und gerundet 0,5 xG gefunden haben, wäre das eher optimistisch gewesen. So ging es auch mit einem wohlverdienten 0:0 in die Pause.
Die zweite Hälfte ließ sich genauso an wie die erste. Nach einer Stunde brachte Dante mit einem Dreifachwechsel etwas Leben ins Spiel. Das lag vor allem daran, dass Olychenko nun die Freistöße ausführen durfte, die der ausgewechselte Heinz vorher in Ronaldo-Manier sinnlos durch die Gegend geknallt hatte. Olychenko konnte nun mit seinen Freistoßflanken ab und zu Gefahr haraufbeschwören. In den letzten zehn Minuten kam zum Leidwesen der Bayern noch etwas Bewegung in die Partie. Der gerade eingewechselte Schmitz musste gleich wieder verletzt raus. Da Bayern schon alle Wechselmöglichkeiten ausgeschöpft hatte, spielte man ab der 80.Minute in Unterzahl. Und jetzt fühlten sich die Augsburger tatsächlich bemüßigt noch etwas zu tun und übernahmen das Kommando. Es gab noch ein paar gefährliche Eckbälle, aber ohne Erfolg. In der Nachspielzeit kassierte ein Augsburger noch einen Platzverweis. In Gleichzahl einigte man sich schließlich auf das 0:0 Unentschieden. Einen Sieger hatte dieses Spiel auch nicht verdient.
Die Bayern stehen jetzt bei 7:8 Toren. Heißt die Abwehr ist in der RL vorne dran, der Angriff ist der zweitschlechteste der Liga. Das konnte man heute auch deutlich sehen.
Für die Amateure geht es Schlag auf Schlag weiter. Heute führte sie der Weg zum TSV Aubstadt. Der hat sich in der Tabelle direkt vor den Bayern platziert, was gleichzeitig einen ziemlich durchwachsenen Saisonstart bedeutet. Coach Dante wechselte wieder fleißig durch. Bisher scheint er keinen großen Wert darauf zu legen, sich einen Stamm einzuspielen zu lassen. Wahrscheinlich muss er auch darauf achten, seinen riesigen Kader von um die 35 Spieler halbwegs bei Laune zu halten. Erstmals nach seiner Verletzung nahm Tim Binder wieder auf der Bank Platz.
Die Partie ließ sich so an wie viele in der jüngsten Vergangenheit. Die Bayern mit mehr Ballbesitz, mehr Anteilen in der gegnerischen Hälfte. Ganz vorne, da wo es zur Sache gehen sollte, war das Spiel aber völlig steril und durchschaubar. Man bemühte sich auf verschiedenen Wegen. Ballbesitz, schnelles Umschalten, lange Bälle, aber näher als 20, 25 Meter kam man dem Aubstädter Kasten aber nie. Immerhin gelang es auf der Gegenseite die Aubstädter Offensivbemühungen auch fast völlig im Keim zu ersticken. Bis dann in der 39.Minute, kaum mehr erwartet, doch noch die Führung der Amateure gelang. Heinz hebelte mit einem Steckpass die Abwehr aus, der eingelaufene Codjo-Evora musste nur noch vollenden. Nun wachten auch die Aubstädter auf. Bärtl musste mit zwei Paraden die knappe Führung in die Pause retten. Vielleicht etwas glücklich, aber nimmt man natürlich mit.
Die zweite Hälfte gestaltete sich ähnlich. Allerdings waren die Aubstädter nun etwas offensiver ein- und aufgestellt, auch durch einige Wechsel bedingt. Die Bayern machten nun phasenweise den Eindruck etwas vorsichtiger zu agieren, möglichst das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Das Spiel wurde auch zerfahrener, beide Teams im Offensivspiel mit vielen Ungenauigkeiten. Je länger das Spiel dauerte desto mehr verlagerte es sich in die Münchner Hälfte. Aubstadt machte in der letzten Viertelstunde noch einmal alles mobil, die Deckung der Amateure geriet ins Wanken.
Alle Unklarheiten beseitigte dann in der 91.Minute der eingewechselte Tim Binder mit der Aktion des Spiels. Von Kiala gut eingesetzt startete er einen Sololauf über 40 Meter, ließ zwei Gegner aussteigen und überwand den Torhüter mit einem präzisen Schuss. 2:0, der Endstand.
Sicher etwas glücklich, aber immerhin hart erarbeitet. In Phasen wie diesen kann man jeden Sieg als positiv verbuchen und mitnehmen. Wie in fast allen Spielen dieser Saison zeigt sich wieder dasselbe Muster. Die Defensive steht sehr gut, alle Gegner haben Probleme sich Chancen gegen uns zu erarbeiten. Allerdings gilt das auch umgekehrt. Es liegt hier nicht an der Chancenverwertung o.ä. Nein, es gelingt den Bayern kaum sich überhaupt erwähnenswerte Chancen zu erarbeiten. Einerseits fehlt dazu sicher auch individuelle Klasse. Spieler wie Binder, Cardozo oder Della Rovere könnten sicher einen Unterschied machen. Andererseits fehlt es diesem immer wieder neu zusammengewürfelten Team natürlich an Eingespieltheit, an Automatismen.
Dante scheint jedenfalls ein gutes Verhältnis zu Spielern zu haben und diese zu "erreichen’. Das mache ich am Defensivverhalten fest. Alle machen mit, wenns sein muss auch weite Wege und das nicht nur alibimäßig.