Ein Lied, das provoziert: Darf man, wenn man offensichtliches Unrecht (hier: an mittelamerikanischen Flüchtlingen, die in den 80er Jahren von Hubschraubern aus beschossen werden) erkennt, Vergeltung üben? Das lyrische Ich des Songs stellt sich vor, was passieren könnte, wenn er einen Raketenwerfer hätte: Er würde zurückschlagen, jemand müsste für das Verbrechen büßen, und, ja: das verdammte Arschloch müsste sterben.
Das Lied kommt daher wie eine alttestamentliche Strafphantasie, und genau als solche hat der kanadische Sänger die Haltung des Erzählers immer verteidigt: Das Lied sei Ausdruck hilfloser Wut, nicht ein konkreter Einsatzplan. Und sowieso, um es mit Danger Dan zu sagen: Das ist alles durch die Kunstfreiheit gedeckt.
Der Song selbst erscheint in der Studiofassung fast bieder mit seinem 80er-Jahre-Pop; dass der Sänger ein ausgezeichneter Gitarrist ist, hört man erst in einer Live-Aufnahme:
Ich find’ das so toll, wie die alten Herren sich da reinknien! Und Guy Pratt tanzt sogar auf mindestens 2 Hochzeiten - neben den Saucerful of Secrets zupft er auch bei den Solo-Projekten von David Gilmour unverdrossen seinen Bass.
Ich mag das gesamte Werk von Bruce, man sieht eine musikalische Entwicklung, tolles Gitarrenspiel. Er darf ruhig entdeckt werden, er ist zu gut für die 2. Reihe.
Für Freunde des deutschen Liedgutes und guter Texte empfehle ich das „Selig Radio“ bei Spotify . Tolle Bands und Titel dabei!
„Zusammengestellt für…“, hoffentlich mag euch euer Algorithmus auch so gern🙂
Ich habe vor einigen Wochen den Wechsel von Spotify auf Deezer gemacht.
Bisher überhaupt keine Beschwerden. Auch der Transfer von Playlists usw. ging problemlos und einfach.
Was ist so schlimm an Spotify? Ich habe keine Erfahrung ob ein professioneller Streamer High-End-Klang in einer High-End-Anlage über Deezer oder Tidal oder Qobus erzeugt, mit Spotify bin ich auf jedem Fall klanglich besser unterwegs als z.B. über Radio. Was die Künstlervergütung angeht habe ich folgendes gefunden:
Ich ergänze hier nochmals:
Qobuz zahlt den Rechteinhabern einen Durchschnitt von 0,018024 Euro pro Stream.
Damit es oben zur Tabelle passt 0,018024 Euro entspricht 0,021 US-Dollar.
Schon witzig, dass der künstlerfreundlichste Anbieter unterschlagen wird in der Auflistung.
Da hast du wohl recht. Vielleicht hat Qobuz eine zu geringe Reichweite, Anzahl an Abbonenten. Qobuz findet für mich hauptsächlich Erwähnung in High End Kreisen.
Das kann natürlich sein . Als ich da 2014 eingestiegen bin, war CD-Qualität und mehr schon fast Alleinstellungsmerkmal. Ich kenne jetzt keine Abonnentenzahlen, wenn ich mir aber den Abstand beim Honorar anschaue, wird es für die Konkurrenz peinlich bis sehr peinlich. Da könnte man den Verdacht haben, dass Absicht und Marktmacht dahinter steckt.
Also bevor du sie wegwirfst, würde ich den armen CDs sehr gerne ein liebevolles neues Zuhause anbieten bei mir - aber ich vermute, wegwerfen ist eher so nicht deine Intention
Ich glaube Napster zahlt in derselben Größenordnung.
Ich bin vor vielen Jahren bei Napster hängengeblieben, da sie damals das mit Abstand beste Angebot an deutschsprachigen Kinderhörspielen hatten.
Das war für mich DAS Entscheidungskriterium.
Aus Bequemlichkeit bin ich einfach dabei geblieben.
Gibt auch eigentlich keinen wirklich harten Grund zu Wechseln.
Unserem hochgeschätzten Wächter über alle Sterbelisten @Lukenwolf1970 ist „a schöna Leich“ durch die Lappen gegangen.
Der „Rockzirkus“ schreibt:
" Terry Reid , gestorben am 04.August 2025, war wohl einer der erfolglosesten Superstars in der Rockgeschichte. Kein Hit in den Charts, mehr als Rang 147 in den USA war nie drin und dennoch hoch geachtet vom Publikum und von seinen Kollegen. Welcher Rocksänger würde schon Angebote von Led Zeppelin oder Deep Purple ablehnen? Terry Reid tat es ganz locker.
Was ihm nicht gefiel, das tat er auch nicht. Nur wenige Konzerte und nur sechs Platten in 23 Jahren zeugen von Sturheit oder Faulheit. Terry Reid wird verglichen mit Van Morrisson und Tim Buckley und einer seiner großen Fans ist Graham Nash."
Robert Johnson, „King of the Delta Blues“, wurde am 16.8.1938 geboren. Sein wohl bekanntester Song ist „Sweet Home Chicago“, von unzähligen bekannten Bands und Musikern (Eric Clapton, The Blues Brothers, Status Quo, Fleetwood Mac, Steve Ray Vaughn, Keb Mo’…), gecovert. Dies hier ist das Original:
Und bevor ich mir von @Paul66 wieder vorwerfen lassen muss, dass ich einen Todestag eines berühmten Musikers nicht erwähnt habe: Elvis Presley ist am 16.8.1977 leider verstorben. Als Erinnerung an ihn (und beim Thema Blues bleibend) :
Ich bin immer wieder geflasht, wenn ich Aufnahmen von Auftritten des jungen Presley sehe - ein echtes Jahrhundert-Talent, unglaubliche Stimme - und mehr Sex-Appeal im kleinen Finger als ein Haufen an Möchtegern-Epigonen (ob weiblich oder männlich oder watt auch immer) im Zeitalter der aufgemotzten Bühnenshows.
Vor zwei Tagen ist ja leider der große Terence Stamp gestorben…
Ihr kennt ihn unter anderem aus SUPERMAN II, THE ADVENTURES OF PRISCILLA oder WALL STREET.
Hat mich animiert, mal wieder meine THE SMITHS-Single-Box rauszuholen und durchzuhören - die ersten zehn 7" Singles in Original Picture Bags.
Jean Marais hatte ich noch auf dem Schirm, Terence Stamp nicht mehr. Das waren schon unfassbar stylishe, geschmackvolle Cover; in der Hinsicht hat Morrissey schon was drauf, egal wieviel Blödsinn er die letzte Zeit erzählt hat. Mit Sicherheit einer der größten Schätze meines Vinyl-Reiches.
Hat mir sehr viel Freude bereitet - die Musik zu hören und Terence Stamp ein letztes Mal die Ehre zu erweisen. Er schmückt das Cover von WHAT DIFFERENCE DOES IT MAKE.
Es ist faszinierend, welche Wandlungen ein Song über die Jahre durchmachen kann. Ein schönes Beispiel: The Kids are Alright von The Who.
1965 auf ihrem ersten Album veröffentlicht, beschreiben die lyrics das Lebensgefühl der Mods: Gut und schön, wenn man in einer festen Beziehung ist, aber, hey, nichts spricht gegen ein bisschen Abwechslung; man gewährt der Partnerin ihre Freiheiten und nimmt sich selber welche. Und die Kinder? Keine Sorge - denen macht das schon nichts: The kids are alright.
Ein halbes Menschenleben später, Anfang der 2000er Jahre, treten The Who in der Royal Albert Hall auf, und wieder steht das Lied auf der Setlist. Nach den ersten zwei Strophen – Roger Daltrey als Leadsänger, Pete Townsend mit der zweiten Stimme – zieht sich Daltrey etwas zurück, und Townsend übernimmt.
In einer improvisierten Zwischenstrophe reflektiert er über sein eigenes Leben als Rockstar. Er war selbst nichts anderes als ein unreifes kid, hat alles bis zum Exzess ausprobiert, gesoffen, gekokst, gehurt. Seine Frau, seine Kinder haben einiges mitmachen müssen, doch er ist dankbar, fast ungläubig: Er hat das alles überlebt, und genauso seine Familie, die Kinder, sie haben es alle gut überstanden: Nothing wrong with my kids! – Und, das muss er dann doch noch hinzufügen: Nothing wrong with your kids… Townsend bezieht sich hier auf den Vorwurf der Pädophilie, der ihm zu dieser Zeit gemacht wurde. Er wurde in der Folge voll rehabilitiert.
Erleichtert, wie befreit, dreschen Townsend und die Band anschließend auf ihre Instrumente ein, bis am Ende Daltrey mit glockenheller Kopfstimme Townsends stolze Botschaft wiederholt: The kids are alright.