Musiktipps und Musikgeschmäcker (Teil 1)

Musik ist hier zwar eher nicht, aber der Rest ist dann doch etwas, worüber man schon schmunzeln darf. :rofl:

noch mehr davon

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Nach längerer Pause (bin gerade auf einer ausgedehnten Urlaubsreise und schaue nur sporadisch mal vorbei) mal wieder ein Musiktipp; nein, sogar gleich zwei!

Beide Lieder handeln von der Situation mittelamerikanischer Migranten in den USA. Das erste, von Eliza Gilkyson, beschreibt sehr eindringlich diejenigen, die irgendwo an der Kreuzung einer Gringo-Stadt auf einen Tagesjob warten und sich in Erinnerung rufen, wie es war, damals, als sie sich auf den langen, mühseligen, gefährlichen Weg nach Norden machten. Da war Hoffnung auf ein besseres Leben, aber natürlich auch Angst; da war etwas Zuversicht („Queridos no lloran“), aber auch Trauer um die Daheimgebliebenen, die man vielleicht nie wiedersehen wird.

Eliza Gilkyson ist mit Vayan al Norte ein sehr authentischer Song gelungen, der – unterstützt durch den häufigen Rückgriff auf die spanische Heimatsprache – einen glaubhaften Eindruck von der niedergedrückten Stimmung der Auswanderer vermittelt.

Der andere Song ist von Tom Russell und stammt aus seinem Album Wounded Heart Of America, veröffentlicht 2007. In Who’s Gonna Build Your Wall fragt Russell bescheiden bei der Regierung nach, was denn wohl wäre, wenn diese Mauer zwischen Mexiko und den USA wirklich gebaut würde. Wer würde dann den Rasen mähen? Wer die Kinder hüten? Wer das leckere mexikanische Essen kochen? Und last but not least – Wer würde denn überhaupt diese Mauer bauen, wenn es die billigen Arbeitskräfte aus dem Süden nicht gäbe?

Fast zehn Jahre vor Trumps erster Präsidentschaft und nochmal zehn Jahre später kann man nur fassungslos den Kopf schütteln vor Russells Weitsichtigkeit:

We’ve got fundamentalist Moslems

We’ve got fundamentalist Jews

We’ve got fundamentalist Christians

They’ll blow the whole thing up for you

But as I travel around this big old world

There’s one thing that I most fear

It’s a white man in a golf shirt

With a cell phone in his ear

Oder, wie es in einer Rezension des Songs heißt:

This number is now nearly twenty years old, and yet, in today’s current climate, it feels more relevant than ever, and another defining example, if one were needed, of the sagacious craft in Russell’s poetic narratives.

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Obama haut ja immer am Jahresende seine Bestenlisten raus. Mach ich auch! Mit geringfügig kleinerer Reichweite.

Kumpel Barack hat übrigens einen exquisiten Geschmack, aber natürlich schaut auch aufgrund der kulturellen Prägung mein Ranking a bissl anders aus. Immerhin: eine Übereinstimmung haben wir! Vielleicht kommt ihr Rätselfreunde drauf…

Okay, hier sind meine besten Platten 2025:

  1. Tristan Brusch AM ANFANG

  2. Pulp MORE

  3. Haim I QUIT

  4. The Divine Comedy RAINY SUNDAY AFTERNOON

  5. Florence and the Machine EVERYBODY SCREAM

  6. Ron Sexsmith HANGOVER TERRACE

  7. Robert Forster STRAWBERRIES

  8. Little Simz LOTUS

  9. Yasmine Hamdan I REMEMBER. I FORGET.

  10. Tocotronic GOLDEN YEARS

Mein Platz 6. Die perfekte Single zu Silvester, denn genauso werde ich den Abend verbringen.

Rutscht alle gut rüber, und wer Lust hat, mir (und allen) seine Jahresbestenliste beizufügen - nur zu, ich bin sehr interessiert…!

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Hallo in die Runde, ich fühle mich jetzt angespornt, auch meine Lieblingsplatten des Jahres 2025 hier einmal zu droppen. Vielleicht ist ja für jemanden etwas dabei.

  1. Agriculture - The Spiritual Sound
  2. Bell Witch/Aerial Ruin - The Stygian Bow II
  3. Automatic - Is it now?
  4. Oracle Sisters - Divinations
  5. Ditz - Never Exhale
  6. Primitive Man - Observance
  7. Florence Adooni - An Ordinary Exercise in Unity
  8. Deafheaven - Lonely People With Power
  9. Swans - Bierhing
  10. Maruja - Pain To Power

Eine bunte Mischung aus Post-Black-Metal, Doom, Post Punk, bisschen Disko, bisschen Indy, bisschen was mit Saxofon und, mein absoluter Geheimtipp: Florence Adooni, Fra-Fra Gospel aus Ghana. Muss man gehört haben, um sich was darunter vorstellen zu können.

Einen guten Rutsch euch allen! Und danke für die Musik-Inspirationen hier in diesem Thread übers Jahr :slightly_smiling_face:

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Hui!

Und da halten mich manche in meinem sozialen Umfeld für einen elitären Indie-Typen… dabei bin ich innerhalb des Indie-Kosmos eher Mainstream :wink: .

Von Deinen Top Ten kenne ich überhaupt nur drei!

Vielen Dank fürs Teilen, da gehe ich mal sehr interessiert auf die Suche…

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Ja, naja, ich gebe zu, dass ich normalerweise eher Abseits des Mainstreams fische, aber das ist auch kein Selbstzweck. Mir gefällt, was mir gefällt, aber ich langweile mich auch schnell und bin ständig auf der Suche nach neuer Musik. Und das muss auch nicht immer super nischig sein oder so. Tristan Brusch zum Beispiel, den du ja in deiner Liste ganz oben nennst, liebe ich total. Es gibt absolut überall etwas Gutes zu entdecken - außer vielleicht beim Thema Mittelalter-Rock (also sowas wie Subway to Sally meinetwegen) :sweat_smile: Damit komm ich überhaupt nicht klar.

Komplett irre im Übrigen, auch aus diesem Jahr: Shearling mit dem Album “Motherfucker I am both: Amen and Hallelujah”. Das ist im Grunde Noise-Rock, aber gerade die Lyrics und das Gebaren des Sängers muss man erstmal verarbeiten wollen - und können.

Bin gespannt auf deine Hörerfahrungen!

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:black_heart: große Liebe :musical_notes:

bevorzugte Bands?

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Ja, auf alle Fälle Deafheaven und Agriculture. Aus Deutschland immer gerne Ultha und Blut aus Nord. Vielleicht auch noch Wiegedood (ist ja auch kein komplett klassischer Black Metal) und Der Weg einer Freiheit. Auch Unruh liebe ich sehr. Paysage d’hiver, ein Ein-Mann-Projekt aus der Schweiz ist ebenfalls extrem gut, aber auch eher am klassischen Black Metal dran als am Post…

Ich habe bestimmt einiges vergessen. Kennst du Yellow Eyes? Oranssi Pazuzu? Trelldom? Ist ja auch immer schwierig, die Genres sauber abzugrenzen. Was hörst du gerne? Freu mich immer über Tipps!!! :slightly_smiling_face:

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Meine Top 10:

Ghost - Skeleta

Biohazard - Divided we fall

Feine Sahne Fischfilet - Willkommen in Frieden

Kraftklub - Sterben in Karl-Marx-Stadt

Agnostic Front - Echoes in eternity

Benediction - Ravages of empire

Orbit Culture - Death above life

The Haunted - Songs of the last resort

Alien Weaponry - Te Ra

Avatar - Don’t go in the forest

Erst 2025 bin ich auf folgende Künstler gestoßen, die dafür meine Spotify-Playlist anführen: am meisten gehört habe ich heuer die ersten beiden Alben von Pizzera & Jaus (Unerhört solide; Wer nicht fühlen will, muss hören) und das Debüt von Aut of Orda (Das Empörium schlägt zurück). Beide Künstler haben 2025 nur einzelne Songs veröffentlicht, aber kein ganzes Album und sind deswegen nicht in meiner Album Top 10 - Liste gelandet.

Im Metal-Bereich war heuer in meinen Augen ein eher gemischtes Jahr. Viele Bands, die ich sehr gerne mag, haben neue Alben veröffentlicht, die allesamt mindestens in Ordnung sind oder sogar richtig gut, aber im jeweiligen Backkatalog der Bands sicher keine Spitzenränge belegen und über die man in ein paar Jahren nicht mehr großartig sprechen wird (befürchte ich)

Hier würde ich nennen (ohne Reihenfolge):

The Halo Effect - March of the unheard

Paradise Lost - Ascension

Amorphis - Borderland

Sabaton - Legends

Arch Enemy - Blood Dynasty

Daron Malakian and Scars on Broadway - Addicted to the violence

Volbeat - God of angels trust

The Hellacopters - Overdrive

Architects - The sky, the earth & all between

Heaven Shall Burn - Heimat

Dropkick Murphys - For the people

Rise Against - Richochet

Avantasia - Here be dragons

Dream Theater - Parasomnia

Machine Head - Unatoned

Helloween - Giants & Monsters

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geiloshitty Musikgeschmack - wieder einmal bestätigt :sign_of_the_horns:t2:

ich antworte dir noch in Ruhe, das schaffe ich heute nicht mehr :sign_of_the_horns:t2:

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an alle:

3sat hat wieder den Silvesterkonzerttag… :musical_score::star_struck:

u.a. um 16 Uhr mit Bruce Springsteen - Live in Dublin :green_heart::smiling_face_with_three_hearts:

gerade das Finale von Pink Floyd :sob::heart_eyes:

und nun David Gilmour in Rom… unfassbar geil!

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Ganz in Ruhe, komm erstmal gut rüber ins neue Jahr und dann erstmal 3 Tage pennen :smiley:

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Stelle gerade wieder fest, dass der Westernhagen in den 80-ern schon ganz gut war.

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mit Texten, für die du heute gekreuzigt würdest….:zany_face:

ich hab ihn damals hart geliebt und war als Kind immer “ stolz” darauf, dass er ein Mitschüler meiner Mutter war… völlug absurd natürlich… aber mit 10/11 Jahren war das ne coole Geschichte… :rofl:

und nun:

das beste Konzert der Welt aller Zeiten :green_heart::musical_notes::four_leaf_clover:

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Großartiges Konzert. Aber der Boss in der höchsten Höchstform singt (meiner Meinung nach)

“Someday girl, I don’t know when,
we’re gonna get to that place where we really want to go
and we’ll walk in the sun…”

Das beste Konzert aller Zeiten? Gibt es das?

Ich geh nachher zu Beethovens 9. :slight_smile: Freu mich schon sehr drauf.

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maximal subjektiv, Silvester-eingefärbt (wir haben früher das Konzert immer durchs Haus schallen lassen, wenn wir vier uns für den Abend fertiggemacht haben) und aus der folkfriend-Seele beurteilt :innocent:

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Der Boss ist was Konzerte angeht schon die absolute Top Liga. Ohne Frage. Vor allem eine solche Qualität über so viele Jahre. Wahnsinn.

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Roger Miller, der Autor und Sänger von " King of the road" (und übrigens der erste Sänger des Kris Kristofferson-Songs „Me and Bobby McGee“) würde heute seinen 90. Geburtstag feiern (gestorben 1992). Ein kleines Stück musikalischer Zeitgeschichte daher als Tipp heute:

es wurden etwas mehr als drei Tage - doch vergessen habe ich dich nicht @Gonzalo20 :slight_smile:

Hier mal eine Liste der Bands aus dem Bereich Atmospheric & Post Black Metal / Blackgaze in absteigender Reihenfolge der Anzahl der gehörten Songs (was auf Grund der Länge der Stücke nicht immer zwingend etwas aussagt :wink:) im Zeitraum 2022-2024 (meine persönliche Hochzeit des Genres - in 2025 lag der Schwerpunkt mehr im Bereich Folk & Klassik):

Myrkur, Unreqvited, Violet Cold, Alcest, Winterfylleth, Waldgeflüster, Sojourner, Harakiri for the Sky, Heretoir, Sólstafir, Hermóðr, Imperium Dekadenz, Sylvaine, Saor, Falkenbach, Summoning, Vermilia, Suldusk, Ellende, Walg, Les Discrets, Fiur, Firtan, Falloch, Shylmagoghnar, Karg, Agalloch, Vinsta, Cân Bardd, UADA, MØL, Fen, Ruadh, Eldamar, Vintergrav, Auðn, Drudkh, Gallowbraid, Obsequiae, Fjoergyn, Gaerea, Einvigi, Blackbraid, Ellereve, Der Weg einer Freiheit, Astral Winter, Hallig, Ghost Bath, Primordial, Panopticon, Falaise, Agasch, Ereb Altor, Nhor, Eliwagar und Perchta…

huch - sind ja doch ein paar geworden - deshalb verzichte ich auf jeweilige Videobeispiele :smiley:

jede dieser Bands habe ich im angegebenen Zeitraum mindestens 90 mal gehört - Myrkur liegt mit 1023 an der Spitze…

viel Freude beim reinlauschen :slight_smile:

P.S.
es fehlen natürlich noch einige Bands - aber wäre ich bis „Anzahl 50“ (oder gar tiefer) runtergegangen, wäre die Liste wohl explodiert…

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