Musiktipps und Musikgeschmäcker (Teil 1)

Jetzt trau ich mich fast gar nicht, meinen im Kopf seit gestern vorgefassten Post zu senden… :joy:

Wenn ich im Auto länger unterwegs bin, höre ich oft einen Künstler, eine Künstlerin, eine Gruppe durchgehend. Finde, man hört dann ein wenig mehr aus als wenn man mal zufällig einen Song hört. Gerne dann auch Sachen, die man lange nicht gehört hat und nicht zwingend in meiner All Time Playlist sind.

gestern war es so, dass ich zufällig gelesen habe, dass in meiner näheren Umgebung ein Künstler auftritt, den ich seit über 20 Jahren nicht aktiv gehört habe.

Chris de Burgh - der Ire, der in Argentinien geboren ist - hatte in den 80-ern seine ganz große Zeit. Hauptsächlich Pop-Balladen, die er mit seiner weichen Stimme vortrug. Kritiker meinen, sein bestes Werk sei seine Tochter, die 2003 Miss Irland und Miss World wurde.

Will das jetzt aber auch nicht schlecht reden. habe gestern 2 Stunden The Getaway und Man on the line gehört und in Erinnerungen geschwelgt.

Zwei Anspieltipps für Euch:

6 „Gefällt mir“

Noch vor seiner großen Zeit. Aber das erste was mir zu ihm einfällt.
Und gute Laune verbreitet. :slightly_smiling_face:
„Patricia, she calls herself Delicia“

https://www.youtube.com/watch?v=Zs970lwHn2E

2 „Gefällt mir“

Was mir einfällt ist die Meisterfeier. Ich glaube 89, als er danach im Olympiastadion für die Fans aufgetreten ist. Ich gestehe, ich fand es aufregender, dass man dazu auf den Rasen durfte :see_no_evil_monkey:.

1 „Gefällt mir“

Dies hier ist ein Gassenhauer, einer aus der Golden-Oldie-Ecke, den jeder kennt und dessen Refrain („aaa-a-aaa-a-a-aaa-a-a“) auch mit 1,5 Promille im Blut noch von jedem Festivalbesucher mitgegrölt werden kann. Aber wenn man sich den Text von Uriah Heeps Lady In Black mal genauer anguckt, wird schnell klar, dass jenseits aller Mitsing-Zugabenqualitäten eine recht hübsch verpackte Botschaft in dem Lied steckt.
Der Erzähler charakterisiert sich selbst als Kampfschwein, das nach einer kriegerischen Auseinandersetzung frustriert wegen des sinnlosen Mordens übers verwüstete Schlachtfeld stapft. Es erscheint eine dunkle Gestalt, die ihm – so denkt er zunächst – Hilfe beim Kampf gegen den unmenschlichen Gegner anbietet.

In Wahrheit verfolgt die unbekannte Schöne aber ein anderes Ziel. Sie macht ihm klar, dass sein Denken in die falsche Richtung geht: Jeglicher Krieg, ob gerecht oder nicht, wecke das Tier im Menschen; Stärke entstehe nicht aus militärischer Kraft, sondern aus zutiefst humanistischen Eigenschaften wie Vertrauen und Verlässlichkeit – nur so sei Frieden möglich. Dies ins Stammbuch aller aktuellen Kriegstreiber.

Widerwillig lässt der Erzähler die geheimnisvolle Figur gehen, weiß nun aber, dass er in seinem inneren Konflikt nicht mehr alleine steht und wendet sich mit einem Appell an seine Zuhörer: Beherzigt diese Einstellung – es wird euch, wie mir, und der Welt dann besser gehen. Und sagt der Lady in Black einen schönen Gruß, wenn ihr sie trefft…
Da jede/r, denke ich, die Originalversion kennt, habe ich diesmal eine jüngere Fassung ausgesucht, die ein gut gelaunter Ken Hensley, der Komponist und Keyboarder von Uriah Heep, mit schon etwas wackliger Stimme und unterstützt von einer ordentlichen Liveband aus norwegischen Musikern und ein paar deutschen Gästen eingespielt hat. Das Publikum erhält dabei ebenfalls ausgiebig Gelegenheit, sich am „aaa-a-aaa-a-a-aaa-a-a“ a-a-abzuarbeiten.

Huch - ich bin wieder in die Zweite Liga abgestiegen…

4 „Gefällt mir“

Bist du nicht :smirking_face: - wenn du auf die Fettmarkierung verzichtest (die ich soeben testweise entfernt habe), dann erscheint auch das eingebettete Video.

Aufs Fett zu verzichten ist mir schon immer schwergefallen… Danke für die Abnehmspritze!

3 „Gefällt mir“

Klaus Doldinger, Begründer von Passport, ist gestorben im Alter von 89 Jahren.
Neben Albert Mangelsdorff sicher der wichtigste Jazzmusiker des Nachkriegs-Deutschlands.
Für Nicht-Jazz-dafür-aber-Kino- Fans hier seine wohl bekannteste Komposition

Für alle anderen Nicht-Jazz-dafür-aber-Krimi-Fans

Ja, das ist auch von Doldinger.
Und JazzRock vom Feinsten (Hach da komm ich ins Schwärmen!! Die Mucke meiner Jugend!)

R.I.P. Klaus!

8 „Gefällt mir“

Das war (natürlich?) auch meine erste Erinnerung. Eine der besten Filmkompositionen ever. Klassiker.

1 „Gefällt mir“

Weil das Album „Led Zeppelin II“ heute Geburtstag feiert (1969 erschienen): mein heutiger Tipp ist „Thank you“ von diesem Album, eine wirklich wundervolle Ballade, und der erste Song, zu dem Sänger Robert Plant den Text geschrieben und natürlich auch seine - in diesem Song manchmal fast zerbrechlich wirkende - Stimme beigesteuert hat (obwohl er natürlich auch ganz anders konnte):

6 „Gefällt mir“

Eine meiner Alltime Greatest Bands und bis LedZep 4 einfach phänomenal.

Puuh, kannte das Battle noch nicht, aber dass war doch sehr eindeutig. Bei sowas tut einem der Gegner regelrecht leid…

Heute vor 77 Jahren wurden Paul und Barry Ryan geboren. Ein von Paul komponiertes und von Barry gesungenes Lied spielt weit vorne mit in der Liga der verrückten Monsterkompositionen –wenn auch natürlich nicht ganz auf der Höhe von Richard Harris‘ MacArthur Park.
Aber immerhin – Eloise bringt es in gut 5:33 Minuten fertig, so gut wie jedes in britischen Orchestergräben auffindbare Musikinstrument erklingen zu lassen, mit einer zugegebenermaßen sehr schlichten Botschaft: Ich lieb‘ dich so sehr, oh Eloise, aber du – du bist einfach immer weg, und wenn du mal da bist, dann bin ich gerade weg…

6 „Gefällt mir“

Sorry, wenn ich schon wieder mit einem 60er-Jahre-Schmankerl daherkomme, aber das hier ist doch zu putzig.

Da wird ein Song dargeboten, in dem es darum geht, dass ein armer Wicht aus New Orleans in ein Leben mit Glücksspiel und Alkohol und wer weiß welchen anderen Sünden hineingezogen worden ist. Er erkennt seine Abhängigkeit und warnt auch die Mütter (die Väter sind eh selbst alle Säufer), ihre Kinder nicht auf diesen Weg geraten zu lassen, kann sich aber selbst nicht dazu aufraffen, einen Schlussstrich zu ziehen, sondern akzeptiert resigniert seine prekäre Lage.

Ziemlich harter Tobak also im House of the Rising Sun, und irgendwie passend zu Eric Burden und den Animals, denen ja nicht ganz zu Unrecht auch intensive Recherchen im Barmilieu nachgesagt wurden.

Nun befanden sich die Animals 1964, als der Song herauskam, noch in ihrer Findungsphase und wollten offensichtlich den düsteren Text durch eine gefällige Präsentation im Video kontrastieren.

Folglich entscheiden sich die 5 Herren für ein gediegenes Outfit – blassgelbe Hemden, schwarze Krawatten und graue Anzüge mit zur Krawatte passenden schwarzen Applikationen am Revers; korrekt geschnittene Frisuren. Bloß bei Burden sind einige unziemlich lange und ungeordnete Strähnen feststellbar. Während der Keyboardplayer und der Schlagzeuger (der sein Rebellentum durch das konzentrierte Zermahlen eines Kaugummis für die Nachwelt dokumentiert) stationär an ihren Geräten inmitten einer Sperrholzkulisse verbleiben, ziehen die restlichen 3 Musiker, angeführt von Eric Burden, im Entenmarsch ihre Kreise um die beiden. An ihren Blicken ist erkennbar, dass ein Regisseur ihnen während der Performance den Weg weist, sodass sie am Ende wieder denselben Punkt erreichen, von dem aus sie gestartet sind. Zum Schluss verabschieden sich die Künstler mit einer devoten Verbeugung von ihrem geneigten Publikum.

Zum Glück gelang es Eric Burden relativ schnell, solcherart Unsinn hinter sich zu lassen – seiner Bedeutung als eminentem Blues-Musiker haben diese bescheidenen medialen Anfänge offensichtlich nicht geschadet.

9 „Gefällt mir“

Immer noch ein Top Song. Verbinde ich immer den Film Goodfellas mit.

Danke für das schöne Wiedersehen dieses alten Schmuckstücks. Hat mir zwei Tage einen Ohrwurm beschert… :slightly_smiling_face:

da hast du wahrlich ein Schmankerl ausgepackt. Ein Klassiker und Standard.
In meinem gut gefüllten „Covers“ Ordner habe ich noch 2 tolle Versionen.
Die harte von Frijid Pink, einer Rock Band der '60er/'70er Jahre. Tolle, verzerrte Gitarren!

Die folkige von einer meiner Lieblings Folk Bands : The Be Good Tanyas, schon wegen der einzigartigen Stimme von Frazey Ford.

4 „Gefällt mir“

Am meisten beindruckt hat mich in diesem Lied immer die tolle Stimme von Eric Burdon und dieses hypnotische Orgelspiel .

2 „Gefällt mir“

Es gibt von Muse auch eine ziemlich gute (so finde ich zumindest) Cover-Version von House of the Rising Sun. Ziemlich heavy, aber das kann der Song gut vertragen!

Burdon hat mich auch immer sofort. :+1:

Das Video ist auf seine Art natürlich auch ein Klassiker.
Keine Ahnung was der Regisseur sich da gedacht hat.
Aber komischerweise kommen mir auch ganz andere Assoziationen. Irgendwie sehe ich da auch immer Alex und seine Droogs (Clockwork Orange). Gewissermaßen Zeitgenossen. So als könnte die seltsam heile Welt in jedem Moment kippen. Dazu muss ich nur Burdon ins Gesicht sehen.

4 „Gefällt mir“

Stimmt; die Anarchie lauert dicht unter der Oberfläche!