Musiktipps und Musikgeschmäcker (Teil 1)

Ich würde da auf Techno tippen und meine, falls es so wäre, so Unrecht hätte er da gar nicht.

Von BB habe ich bei dir zum ersten Mal gelesen und habe ihn mir auf YT angehört. Ohne die Feinheiten dieses Genres beurteilen zu können klingt er für mich recht gewöhnlich, unterlegt mit Latein-Musik, die mir als Tanzmusik in unserem Tanzkreis gut gefällt. An sonsten sehe ich nichts Neues darin. Ich bin Rap Fan seit frühen Tagen. Deine genannten Rapper gefallen mir musikalisch sehr, habe aber so meine Probleme mit dem Textverständnis. Mit dem Deutschen Sprechgesang tu ich mir wesentlich leichter und höre da querbeet von Absolute Beginner, Blumentopf , Curse, FerrisMC, Fettes Brot, Fünf Sterne Deluxe, Jazzkantine, Nosliw, Ohrbooten, Sammy Deluxe, bis Zentrifugal. ( Aufzählung ist unvollständig!!)

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So schwer, meint man, kann das doch nicht sein – ein Song mit 6 Strophen und zwei Bridges, die mit Gitarrensoli gefüllt werden sollen.
Komplizierter wird die Sache allerdings, wenn da ein gutes Dutzend Leute zusammenkommen, die alle einen gewissen Star-Faktor ihr Eigen nennen und von denen auch einige richtig gut singen können. Noch heikler wird die Angelegenheit, wenn da auch welche dabei sind, die gar nicht besonders gut singen können, aber meinen, sie müssten auch eine Strophe zum Besten geben. Dann ist da schließlich noch derjenige, der sich dieses Musikstück ausgedacht hat – den kann man ja auch nicht einfach nur mit seiner schlichten Holzgitarre an den Rand stellen und hoffen, dass er still bleibt. Und vollends unübersichtlich wird der zu planende Ablauf, wenn noch viele andere der Herren ihre Gitarren mitgebracht haben und sie augenscheinlich auch alle zum Einsatz bringen wollen.
Auftritt G.E. Smith im schicken grünen Zweiteiler, selber Gitarrenträger, der es auf sich nimmt, einen Plan zu erstellen und die leicht chaotische Versammlung entsprechend zu leiten. Und so hüpft er im Verlauf der nächsten viereinhalb Minuten zwischen den einzelnen Musikern hin und her, bedeutet diesem, er möge jetzt (Jetzt?! – Ja, jetzt!) seine Strophe aufsagen, stupst jenen an, der ein paar Akkorde schrammeln soll, nickt dem dritten zu, der als nächster dran ist. Erschöpft, aber erleichtert kann er am Ende festhalten, dass keiner seinen Einsatz verpasst hat.
Und hey, was für einen Spaß haben wir gehabt! Der mit der schütteren, gleichwohl wehenden Mähne kann sich gar nicht mehr einkriegen. Kein Wunder – er hatte schließlich lange auf seinen großen Auftritt warten müssen und durfte deshalb besonders hingebungsvoll an seiner Gitarre herumreißen.

Oh, wie schön - ich darf jetzt auch Bildchen schicken!

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Das hast du dir redlich verdient :clap::clap::clap:. Und uns gleich die geballte Ladung serviert. :+1:

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Danke für den schönen Beitrag (wie viele andere zuvor auch schon) - das „Bildchen-Schicken“ hast du in der Tat sehr verdient :+1:

Zur Midnight den passenden Blues von einem weitgehend unterschätzten Gitarristen der Musikgeschichte, Snowy White. Als Sessionmusiker bei Pink-Floyd-Live-Touren und als Leadgitarrist von Thin Lizzy nach dem Weggang von Gary Moore gerne genommen, aber erst in seinem wenig bekannten Solo-Werk erschließt sich sein Genie.

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Als Nachschlag die beste Version von Jimi Hendrix’ Hey Joe, die mir geläufig ist. Der New Yorker Ted Horowitz alias Popa Chubby hat sie 2011 bei den Leverkusener Jazz-Tagen gespielt. Ja, es mag eine Rolle spielen, dass ich dabei im Publikum stand. :wink: Aber nur eine kleine.

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Ja, nicht schlecht!
Hey Joe ist der Titel eines häufig interpretierten US-amerikanischen Folksongs, der in der Version des Gitarristen und Sängers Jimi Hendrix bekannt geworden ist und heute zu den Rockstandards gehört. Wer das Original ursprünglich komponiert hat, ist bis heute umstritten. Musikhistoriker gehen überwiegend davon aus, dass William Moses „Billy“ Roberts jr. (1936–2017) Komponist des Liedes war. Er war ein kalifornischer Folksänger.
YT ist voll von Cover Versionen des Liedes.
Meine Plattensammlung gibt noch 2 Versionen neben Jimi her.
Eine frühe von Deep Purple

und eine späte, meine Lieblingsversion, da gut tanzbar, von Willie DeVille

egal in welcher Version, der Song ist ein Klassiker der Rockgeschichte.

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Wowwowwow…so ein Glück.
Nachdem ich gerade Willi DeVille auf YT gepostet habe, kam als Folgevideo DER HAMMER :

I Heard It Through The Grapevine (Live On Jools Holland Hootenanny / 2006).
Jools Holland, zur Erinnerung, und seine Show Later with Jools Holland ist eine Fernsehsendung für zeitgenössische Musik der britischen Rundfunkanstalt BBC. In jeder Folge werden sowohl etablierte Musiker als auch Newcomer präsentiert. Im deutschsprachigen Fernsehen war sie erstmals ab dem 2. Januar 2007 auf dem ZDFtheaterkanal zu sehen, nach der Umgestaltung des Senders wurde die regelmäßige Ausstrahlung seit dem 9. Mai 2011 als Later with Jools auf ZDFkultur fortgeführt. Die Sendung ist durch eine große musikalische Vielfalt gekennzeichnet: Von Pop und Rock über Jazz und Indie-Musik bis hin zu Weltmusik sind alle Stile vertreten. Etwa fünf Musikgruppen und/oder Solointerpreten treten füreinander und für ein kleines Studiopublikum auf, Jools Holland führt durch die Sendung und interviewt einen oder mehrere Künstler. Auftakt jeder Folge ist eine kurze Jamsession mit allen Gästen.

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Wo wir gerade über Hey Joe reden - es gibt auch veritable deutsche Fassungen! Die eine hat kein Geringerer als Helge Schneider zu verantworten; ein furioses Klappergestell von Song, und wie oft bei Helge (hier korrekt in Anzug, Hemd und Krawatte gekleidet) weiß man nie so genau, ob er gerade sich selbst, uns als Zuhörer oder den Song verhunepiepelt.

Die andere Fassung stammt von Torfrock und atmet den Geist (und die Sprache) der norddeutschen Tiefebene. Die Band bemüht sich phasenweise, den Spuren des Originals textlich zu folgen, schweift dann aber immer wieder ab, beispielsweise zu Reflexionen über die Sonderangebote bei „Kleckermann“…

https://www.youtube.com/watch?v=t8qvcVGvezs

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Heute, am 13.10., feiern gleich mehrere bekannte Künstler:innen Geburtstag:

Zum einen Pe Werner (geboren 1960), eine Sängerin und Kabarettistin, die 1991 mit „Kribbeln im Bauch“ vermutlich ihren größten musikalischen Erfolg hatte: ein wirklich bitter-süßer Song über die Liebe und ihre Vergänglichkeit:

Zum anderen Paul Simon (geboren 1941), der natürlich zusammen mit Art Garfunkel seine größten Erfolge gefeiert hat: sein erstes Solo-Album Graceland nach der Trennung, von dem auch der folgende Song „You can call me Al“ stammt, war jedoch ebenso sehr erfolgreich und wurde nicht unwesentlich geprägt durch das wirklich virtuose Bass-Spiel von Bakithi Kumalo und anderen:

Und als letztes Sammy Hagar (geboren 1947), Ex-Sänger von Van Halen nach der Trennung von Van Halen und David Lee Roth, wobei Hagar nach dem sehr erfolgreichen Album 1984 die schwierige Aufgabe hatte, den Erfolg fortzuführen, welches mit „Why can’t this be love“ (1986) zumindest teils durchaus gelang:

Allen zusammen: Happy birthday!

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Wenn es hier um Rap geht, will ich auch mal eine „Kunstrichtung“ erwähnen, auf die ich vor sechs Jahren gestoßen bin. Die passt hier so recht in kein Thema - aber am ehesten in dieses.
„BattleRap“!

Was ist das?
Zwei (selten auch mal mehr) Rapper stehen sich gegenüber und versuchen sich in einem festen Rahmen (bspw. jeder drei Runden, abwechselnd) möglichst kreativ zu beleidigen bzw. den Gegenüber dumm dastehen zu lassen.

Hört sich erstmal so an, als dass einige im Forum davon Herzrasen bekommen - wenn man sich aber auf diese Subkultur und ihre Regeln einlässt (und vor allem nicht alles ernst nimmt), dann finde ich es höchst unterhaltsam.

Es gibt verschiedene Formen:

  • A Capella → im Normalfall drei Runden abwechselnd, ohne musikalische Untermalung
  • On Beat → Wie a capella, nur mit Beat drunter
  • Freestyle → Die Runde sind nicht wie in den anderen Formaten vorgeschrieben und auswendig gelernt, sondern komplett in dem Moment aus dem Kopf improvisiert

In Deutschland gibt es momentan einige „Ligen“ = Plattformen. Die größte und bekannteste ist aktuell „DLTLLY“ (Don’t let the label label you). Darüber hinaus gibt es noch weitere, bspw. Futute Of Battlerap, Toptier Takeover, …

Man könnte noch vieles weitere schreiben - das würde hier aber zu weit führen.

Am besten mal zwei Beispiele zur Ansicht.

  1. Mikesh gegen Papi Schlauch aus dem Jahr 2019

Dieses Battle hat mich damals zum BattleRap gebracht, als es aus unerfindlichen Gründen in meiner Youtube-Empfehlungsliste auftauchte.
Wenn ein US-Battlerapper diese zwei studentischen Figuren gesehen hätte und man ihm gesagt hätte, das sind zwei der besten deutschen Battlerapper - der wäre wohl vom Glauben abgefallen…
Mikesh damals sehr stark auf dem aufsteigenden Ast, später dann auch Champion der Liga. Heute leider nicht mehr aktiv.
Papi Schlauch ein „alter Hase“.

  1. Oregano gegen Hiding John aus dem Jahr 2024

Zwei, die sehr auf die Schiene „lustig“ setzen.

Manche Lines werden hier auch schwer zu verstehen sein, weil die entsprechenden Referenzen aus vorherigen Battles nicht da sind.

Beide Battles sind auch eher familientauglich. Da gibt es auch ganz andere und viel härtere. Will ich aber hier für den Einstieg niemanden zumuten.

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Kenne beide Battles nicht, aber liebe das Format, auch wenn ich mit den Prewritten Battles letztlich immer weniger anfangen konnte als mit echten Freestyles. Nur gibt es die aktuell kaum mehr. Jedenfalls wüsste ich nicht wo.

Zu DLLTLY fällt mir die legendäre Battle zwischen Laas UNLTD und Drob Dynamic ein (allerdings ist die nicht familientauglich)

Die ersten Battles habe ich damals noch bei Napster als MP3 geladen u.a. von Spax, Rene, Kung Schu, etc :grin: Verdammt lang her.

Wenn es um Freestlyes geht sollte man sich mal Harry Mack anschauen:

Hier zum Beispiel, oder irgendeines der anderen Videos, fast durch die Bank unglaublich was der abliefert:

Drop That Beat Homie! | Harry Mack Guerrilla Bars 66 Coney Island

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gestern wäre Pavarotti 90 Jahre alt geworden.
BR Klassik bringt heute dazu eine Sendung. Auf deren Homepage gibt es
5 herausragende Aufnahmen mit Pavarotti.

Darunter im übrigen auch Caruso, dass er mit Lucio Dalla singt.
Wir hatten das Thema ja erst vor kurzem.
Der BR schreibt dazu:

Opern-Star Pavarotti im Duett mit Pop-Star Lucio Dalla: Der Reiz zweier unterschiedlich geschulter, aber eigentlich vergleichbar hoher Männerstimmen offenbart sich hier in der Canzone „Caruso“. Wenn die Oper schon während der 1990er Jahre aus ihrem Elfenbeinturm herausgekommen ist, den Geruch des Elitären abgestreift hat, dann auch und gerade durch Pavarotti.

Ansonsten einfach mal reinhören. Besonders La fille du régiment, die erste Arie in der 9x das hohe C gesungen werden muss. Krasse Sache. Können andere auch ganz gut (habe es dieses Jahr auch schon in der Oper gehört), aber das war schon unendlich grandios.
Alles andere hier:

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Wie geil ist das denn - erst die faszinierenden Beispiele einer Kunstform, von der ich mein Lebtag noch nicht gehört habe, und dann das Kontrastprogramm mit Luciano Pavarotti. Wenn dann vielleicht noch jemand von seiner Leidenschaft für Zwölftonmusik berichten könnte… ?

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zur Adventszeit beglücke ich dich gerne mit bayrischer Stubnmusi :black_heart::heart_eyes:

Bitte nicht… :wink:

Ich bin ein wenig überrascht und wollte @Guillaume schon einen launigen Kommentar schreiben - dass sich Rap auch in und aus Battlen entwickelt hat, dachte ich, ist auch alten Säcken wie uns bekannt. Habt ihr denn nicht den - ziemlich gelungenen - Curtis-Hanson-Film 8 MILE gesehen, in dem nur halb fiktionalisiert EMINEM seine Lebensgeschichte präsentiert?
Übrigens, Danke an @Guillaume für die interessanten Links, die deutschen Versionen waren mir bisher nicht untergekommen. Ehrlich gesagt, finde ich alle Beteiligten, hm, sagen wir: sehr bemüht. Aber viel Flow - und kommt’s darauf nicht im Rap an? - ist da nicht. Da bleib ich doch lieber bei meinen Englisch-sprachigen Lieblingen…

Schönberg oder Stockhausen hatten wir hier glaub ich noch nicht, aber zumindest dies hier:

Siehe Post 493 oder so.

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Laas gegen Drob war aber noch RAP am Mittwoch :slight_smile:

Das sind die a capella Battles - und da ist eher gar kein Flow. Da kommt es auf den Inhalt an.

Es gibt das Ganze auch wie geschrieben on beat. Hier mal ein Beispiel aus jüngerer Vergangenheit:

Davie Jones schon ewig dabei…
TJ Beastboy mit seiner Premiere, aber gleich mal das On Beat Battle schlechthin geliefert; dürfte mittlerweile das Battle mit den meisten Klicks ever in Deutschland sein.

Da hast du natürlich recht.