Das Remake von Donna Summer lässt sich auch hören.
Das Duett No More Tears/Enough Is Enough mit Barbra Streisand steht dem in nichts nach.
Die gleiche Ahnung habe ich auch. Diese Stimmung verbreitet auch David Lynch meisterlich in seiner Miniserie Twin Peaks. Nur bei ihm nicht Anarchie sondern die dunkle Seite der menschlichen Seele.
Mal wieder was Aktuelles:
In der Jugendzeit hatte ich durchaus meine Probleme mit deutschsprachiger Rock/Pop-Musik. Schien mir immer holprig und provinziell.
Ist lange her, klar. Dass man unsere Sprache auch sehr pfiffig bis poetisch und wohlklingend, gar intellektuell anspruchsvoll benutzen kann, bezeugen alle meine ERDMÖBEL-Platten, von der Hamburger Schule gar nicht zu reden.
Auch musikalisch hab ich im zunehmenden Alter Gefallen an Stilen gefunden, die ich früher, immer auf der Suche nach dem nächsten tanzbaren und innovativen Superknaller, eher vernachlässigte. Zeitlose Musik ist heute das, was ich will, auch wenn ich nach wie vor aufmerksam gegenüber progressiver Musik bleibe.
In diesem Sinne.
TRISTAN BRUSCH ist mir bisher zwar aufgefallen, aber noch nicht als der große deutsche Meister des Chansons (sic!), als der er sich mit seiner neuen Platte erweist. Die Texte sind dabei bemerkenswert auf eine schlichte Weise, die aber doch lebensklug Zustände seziert und dabei keine Angst vor emotionalen oder vermeintlich kitschigen Platitüden zeigt. Wunderbar geraten die Arrangements und Melodien. Tristan hat eine ziemlich unverwechselbare Stimme und legt weniger Wert auf perfekten Gesang als darauf, Stimmungen zu transportieren. Da scheut er sich nicht vor einem brüchigen Falsett, auf das im nächsten Stück ein tiefer Bariton Sprechgesang folgen lässt.
Alles in allem: Ganz wunderbare Musik für den Herbst (das Klischee ist Absicht…).
Hier nun das Glanzstück des Albums. Ich finde, man muss schon bedauernswert abgezockt sein, um dabei nicht spätestens nach Minute 1:10 das Heulen anzufangen. Vor lauter, purer Schönheit und Wohlklang.
Nachdem das Thema Jazz hier meistens etwas unterrepräsentiert (Dank @Gratschifter aber immerhin weniger als früher, schöne Grüße!) hier mal eines meiner absoluten Lieblingswerke - „Dodge the Dodo“ (auch den Titel liebe ich, der Dodo ja ursprünglich aus Mauritius, eine meiner Lieblingsinseln, also besonders positive Assoziation) von EST mit Jazzgitarre Legende Pat Metheny als Guest Star - würde ich tippen kann man sich selbst wenn sonst kein großer Jazzfan gut anhören und zwischendrin nimmt es mit großem Streicherensemble auch klassische Züge an, sprich sehr abwechslungsreich:
i werd narrisch…
die einzigartigen LANKUM erfreuen uns pünktlich zur trüben Jahreszeit mit neuem Material aus ihrer „Dark-Irish-Folk-Gruft“ - es ist wie immer der pure Genuss! ![]()
die von mir sehr geschätzten Antimatter beschreiben sich selbst ja „gern“ als „traurigste Band der Welt“ - ich glaube, LANKUM aus Irland nehmen einen ebenbürtigen Platz auf dem Thron des bittersüßen Schmerzes ein, denn düsterer kann man Irish Folk nicht zelebrieren! ![]()
das wundervolle Allerleirauh Magazin beschrieb es einst so:
„tiefer als Doom, dunkler und abgründiger als es jede Metalband überhaupt sein kann“
ich sage:
es möchte einem mit jeder Note, mit jedem Ton das Herz schier zerreißen - einzigartig deprimierend wundervoll! ![]()
das Lied ist übrigens ein Cover dieses unvergesslichen Originals:
Gute Laune wird eh überschätzt.
Freue mich immer über neue Töne von LANKUM, meine absolute Lieblingsband aus dieser Ecke. Als ich GHOST TOWN las, dachte ich mir schon, das wird doch nicht etwa ein Cover des SPECIALS-Stücks sein…?
Und siehe da!
Ich liebe das Original, freilich. Aber was LANKUM daraus machen, ist…
Awesome. Fucking great.
Muss auf Vinyl her, baldmöglichst.
Danke fürs Teilen!
von Herzen gerne - wie schön, dass es dich ebenso (be)rührt!
und ja, Lankum sind unerreicht in dem, wie sie Traurigkeit festlich zelebrieren ![]()
Heute feiern gleich zwei ganz bekannte Drummer ihren Geburtstag:
Zum einen Larry Mullen Jr., der Schlagzeuger von U2 und (natürlich) ein großer Fan der irischen Fußballmannschaft, wird heute 64 Jahre alt. Eigentlich in der Regel eher etwas im Hintergrund (von Ausnahmen abgesehen), tritt bei „Sunday bloody sunday“ das Schlagzeug direkt zu Beginn sehr dominierend auf - ein Song, den man nach wenigen Schlägen genau deshalb sofort wiedererkennt und wirklich ein ganz großer ist:
Zum anderen ein Drummer, den niemand anders als Lemmy Kilmister oft live als „the best drummer in the world“ angekündigt hat: Mickey Dee von Motörhead wird heute 62 Jahre alt. Wenn es einen Song von Motörhead gibt, der untrennbar mit ihm verbunden ist, dann ist es „Overkill“ - ebenso wie bei „Sunday bloody sunday“ nach wenigen (oder besser: hier eher vielen in kurzer Zeit) Schlägen sofort erkennbar, es bricht förmlich über einen herein wie ein Gewitter:
Happy birthday!
Vor ein paar Tagen habe ich ChatGPT mal um eine Playlist von richtig langen Rock-Stücken gebeten, und die Ausbeute war nicht schlecht – Supper’s Ready von Genesis (22:58 min), Thick as a Brick von Jethro Tull (43:46 min), Shine On You Crazy Diamond von Pink Floyd (26:01 min) und andere.
Trotzdem konnte ich mir ein mitleidiges Lächeln nicht verkneifen - Grobschnitts Solar Music umfasst schon in der ersten Version (Ballermann, 1974) ca. 33 Minuten und fiel live jeweils deutlich länger aus: auf diversen Platten und CD’s sind Fassungen von bis zu knapp einer Stunde erhältlich. Videos von einzelnen Auftritten dokumentieren auch bis zu anderthalbstündige Versionen.
Ohne jetzt mit der Aufführungsgeschichte zu tief ins Detail gehen zu wollen (das Stück erlebte unter den Titeln Powerplay oder Sonnentanz diverse Reinkarnationen), bleibt festzuhalten, dass Solar Music immer ein ganzheitliches Konzerterlebnis garantiert; neben der in der Regel gitarrenlastigen Musik, bei der jedoch auch die anderen Instrumente gelegentlich ihr Eigenleben entwickeln, gibt es komödiantische Momente, eine Pyroshow, bucklige Monster und andere seltsame Typen zu bestaunen, die einen beim großflächigen Einsatz von Bühnennebel darüber informieren, dass man gerade eine „äußerst giftige Substanz“ einatme.
Neulich war ich bei einem Akustik-Gig des harten Kerns der Band – „Willi Wildschwein“ an der Gitarre mit wie immer unverständlichem Gesang, „Lupo“ an der Sologitarre und Willis Sohn „Nuki“ (Stefan Danielak jr.) mit dem Rest der Ausrüstung. Das Konzert mit allen Hits der frühen Jahre war nach zwei Stunden beendet, das Publikum selig und auf der Jagd nach einer Zugabe, von der jede/r wusste, was es sein würde: nochmal eine Dreiviertelstunde Solar Music mit drei Gitarren und einem sparsamen Percussion-Set. Legendary…
Im Video hier eine angemessen verwackelte Aufnahme der Schlusssequenz aus einem jener Akustik-Sets.
Einer meiner Favoriten
@Zaungast
schau mal hier - habe ich vor knapp zwei Jahren geopostet - Stichwort „Überlänge“… ![]()
Gutes Thema. Spontan dachte ich sofort an Deep Purple Made in Japan. Schade, Space Truckin’ hat nur 19:00 Länge. Jedoch sind von den 7 Stücken auf der Doppel LP noch mit Lazy 11 Min., Child in Time 12 Min, 2 weitere mit ca. 9 Min. auffallend lange Stücke. Ende der '60er und Anfang der '70er war das eine „normale“ Länge für Musikstücke, voll von Improvisationen, langen Solis der einzelnen Instrumente. „Close to the Edge“ vom 3er Live Album Yessongs hat auch „nur“ 18 Min.
Zum 40-jährigen Veröffentlichungsjubiläum von Clannads Macalla Album gibt es eine remastered Version mit einem tollen Remix von Caislean Oir - das Album ist natürlich auch eine Empfehlung.
Es gibt Neues von FLORENCE AND THE MACHINE!
Für mich gehört Florence Welch seit langem zu einer der stärksten Stimmen überhaupt im Business. In jeder Hinsicht: Ausdruck, Volumen, Aura…
Ich verehre sie sehr.
Hab die neue Scheibe noch nicht ganz durch, aber was ich bisher höre, ist noch besser als die auch schon tollen älteren.
Cooles Video existiert zu diesem absoluten Burner, aber ich teile gern eine Live-Aufnahme, sofern in guter Qualität vorhanden - da ist der gute Jools Holland immer ein sichere Wahl.
Gebt euch das, mehr empowerment ist gar nicht denkbar.
Der Ritt zur Sonne, „Ride into the Sun“, ist ein Bild aus dem wunderschönen Song „Colorbars“, der hier folgt. Aus dem neuen Album, eben „Ride into the Sun“, des Jazzpianisten Brad Mehldau. An der Mandoline Chris Thile.
Absolute Unterstützung. Göttin!
Ein Florence-Song ist genau das: Ein Florence-Song. Wenn den jemand anders singt, passt das überhaupt nicht. Sie macht jeden einzelnen einzigartig.
Tatsächlich, der Auftritt bringt einem das Strahlen ins Gesicht, total beindruckend und… Jools bekommt die Besten in seine Show!
Ich habe mir daraufhin die Album Version des Songs angehört und finde, diese Live Version schlägt sie um Längen. Die visuelle Umsetzung, das dominante Rot unter den anderen Farben, die Energie, die Florence ausstrahlt, der belebte Schülerinnen Chor ist nochmals die Sahne obendrauf. Klasse!
Guter Artikel über das Album und seine biografischen Hintergründe: Not-OP nach Eileiterschwangerschaft, Nahtoderfahrung - und „schon früh der Bestie Ruhm zum Fraß vorgeworfen“ zu sein.
Danke für den Hintergrundbericht; man könnte wohl eine eigene mittelgroße Playlist zusammenstellen mit Songs über die Selbstwahrnehmung von Musikern als Personen öffentlichen Interesses, und in den meisten wird das Spannungsverhältnis zwischen Privatheit und Stardom recht differenziert geschildert.