Veröffentlicht unter: MSR458: Bocktober für die FC Bayern Männer!
Die XXL-Länderspielpause ist vorbei. Für den FC Bayern starten jetzt die Wochen der Wahrheit. Wir diskutieren über die Spieler des FC Bayern beim DFB-Team, über Joshua Kimmich im Speziellen, über Michael Olise, Klara Bühl und blicken auf die kommenden Wochen der Männer. Diese Folge jetzt werbefrei bei Patreon hören – unser Tipp: Einen kleinen Betrag dort zahlen und den Rest deiner Unterstützung per Überweisung oder PayPal. Podcast ohne externe Werbung für dich und mehr von deinem Geld bleibt bei uns hängen. Miasanrot als App und auf Social Media Artikel zum FC Bayern München 23 Nationalspielerinnen unterwegs! Der Länderspiel-Überblick zum FC…
Ha, da bin ich tatsächlich wieder ein kleines bisschen optimistischer was future Ballon d’Or winner Klara Bühls Verbleib angeht. Die Aussage des Beraters (auf Nachfrage anscheinend), dass AKTUELL keine Gespräche laufen, ist etwas anders, als wie es letztens dargestellt wurde, dass es einfach keine geben WIRD.
Auch erinnere ich mich (nach dem Pokalfinale vielleicht?), dass sie nicht nur das klassische “ich fühl mich wohl” gesagt hat, sondern “…dann kriegt mich hier nicht so viel weg”.
Das ist natürlich auch ein Greifen nach Strohhalmen, aber mein inneres Empfinden hat sich durch die kleine Korrektur am Anfang der Folge, von “nahe 0%” auf “evtl. sogar größer als 5%” oder so gesteigert.
Jetzt brauchen wir noch eine gute Idee für den Wetteinsatz für Jan.
Ok, das “kriegt mich hier nicht so viel weg”, kann sich dann auch noch nur auf die letzte Transferperiode bezogen haben.
Lasst mir mein Hopium…
Ich verstehe den Podcast, glaube aber, ihr übertragt den Männerfußball 1:1 auf den Frauenfußball. Und ich bin weiterhin so naiv, zu hoffen, dass er das nicht ist. Wenn ein Spieler bei einem anderen Klub das drei- oder vierfache verdienen kann, wird er wechseln. Bei Spielerinnen bin ich mir da nicht so sicher, jedenfalls habe ich noch Hoffnung. Ich weiß, dass das nicht die Regel ist, aber Bianca Rech hat es ganz offensichtlich geschafft, dass die Spielerinnen hier zum großen Teil wirklich befreundet sind (so gut können die nicht schauspielen).
Ein Mbappé, ein Kane funktionieren auch direkt beim neuen Klub. Ich bin sicher, Klara Bühl bekommt auch mit, wie es Georgia Stanway in London geht. Die ESPN-Kommantatorin sagte “Georgia Stanway looks frustrated” nicht nach ihrer Auswechslung, sondern nach ihrem ersten Tor für den neuen Klub in der Champions League. Mein Gedanke war: vielleicht fehlt ihr ja die Pasta-Runde in München?
Und weil im Podcast gesagt wird, Klara Bühl könne in München nicht die Champions League gewinnen: das wird von Journalistinnen und Expertinnen bei ESPN und CBS ganz anders gesehen, da gilt Bayern als Mitfavorit.
Das Problem ist, dass das Geld um Frauenfußball einen echten Unterschied über “die Zahl ist größer” hinaus macht.
Wenn Ronaldo in Saudi-Arabien 100 Mio im Jahr bekommt ist das zwar auch eine Vervierfachung von 25 Mios die er wohl ungefähr vorher bekommen hat, aber außer dass die Zahl größer ist, hat es keinen echten Einfluss auf sein Leben. Es bleibt nur mehr Geld auf dem Konto (oder unter seiner Matratze oder wo auch immer) übrig.
Der Unterschied von 300k zu 1,x Millionen macht sich hingegen echt materiell bemerkbar. Im Lebensstandard und/oder Absicherung für nach der aktiven Karriere.
Wir werden es sehen. Ich freue mich auch auf eine wie auch immer geartete Wetteinlösung von Jan.
Meinst du, das reicht, um anschließend nicht mehr arbeiten zu müssen? Und wer sagt dir, dass sie nach der Karriere nicht arbeiten will? Laura Freigang sagte mal, sie möchte auch nach der Karriere etwas für die Gesellschaft tun, ihr wäre das sogar recht, dass sie nicht ausgesorgt hätte.
Außerdem vergisst du glaube ich die Gier bei den Herren Ronaldo, Neymar etc. Die brauchen es zwar nicht, aber sie wollen es.
Bei den Wettanbietern liegt Bayern aktuell auf Rang 6 für den Titel. Die Bookies geben Bayern eine 7-prozentige Chance auf den Sieg der CL.
Das ist gar nicht so wenig (zum Vergleich, die Männer stehen aktuell bei 12 %), liegt natürlich auch daran, dass die Spitze in der Champions League nicht besonders breit ist. Hinter Barca kommt erstmal nichts, dann Lyon, dann noch die drei Engländerinnen, die, siehe City, durchaus auf Augenhöhe mit Bayern sind.
Haben wir im Podcast aber auch gesagt: Natürlich können sie gewinnen. Bei nur fünf anderen Favoritinnen geht das immer. Ein bisschen Losglück, ein bisschen Spielglück und dann stehst du im Finale. Und in einem Spiel ist alles möglich. Aber es ist halt nicht sehr wahrscheinlich. Und mit Blick auf die letzten Jahre und den aktuellen Kader bleibe ich entsprechend skeptisch.
Ich glaube, dass die meisten Spielerinnen und Spieler nach ihrer Karriere arbeiten werden und wollen. Mensch braucht ja Aufgaben im Leben.
Aber auch gerade für den Schritt in diese nächste Lebensphase ist es sehr, sehr angenehm, einen finanziellen Puffer zu haben, der es den Spielerinnen ermöglichst zu tun was sie wollen. Absicherung durch schönes Häuschen. Teures Auslandsstudium, Startkapital für eigene Gründung usw.
Bei Bühl bin ich dennoch eher bei dir: Ich glaube, nach zehn Jahren FCB hätte sie genug Puffer, um bequem in diese Phase zu starten. Plus Name und Kontakte und einen leichten Einstieg, falls sie im Fußball bleiben wollen würde.
Das ist für mich im Übrigen auch ein gewichtiger Grund, warum es Bayern mMn in den 90ern und frühen 2000ern bei den Männern leichter fiel, etablierte Bundesligaspieler als Backups zu holen, die dann trotz begrenzter Einsatzzeiten mehrere Jahre blieben.
Ein Paradebeispiel hierfür ist Thorsten Fink, der beim KSC uneingeschränkter Stammspieler war und sogar im erweiterten Kreis der Nationalelf war. Bei Bayern stand er immer im Schatten von Spielern wie Effenberg, Jeremies etc., aber bei Bayern verdiente er halt auch über eine Million DM im Jahr, während er beim KSC wahrscheinlich mit ca. 300.000 DM entlohnt wurde.
Nach 4 Jahren Vertrag sind das dann halt 2,8 Millionen DM mehr und das war in der damaligen Zeit definitiv eine Summe, die einen finanziell komplett unabhängig machte und bei einem einigermaßen vernünftigen Lebenswandel sogar für einen Ruhestand ab 35 gereicht hätte, vorausgesetzt man möchte das.
Aber könnte nicht gerade bei jungen Frauen, bei denen du ja hoffst, dass sie sich von ihren männlichen Kollegen unterscheiden, der Wunsch, im Laufe der Karriere andere Städte, Länder etc. kennenzulernen und dort zu leben, stärker ausgeprägt sein? Vielleicht ist das, was man bei Männern oft nur als Ausrede für einen Wechsel hört (neue Kultur, neue Sprache…) bei Frauen tatsächlich eher ein Grund für einen Wechsel? Wenn dann auch noch höhere Wertschätzung für Frauenfußball (in dem Fall ist Wertschätzung nicht unbedingt monetär gemeint) im Land des neuen Vereins vorliegt, wäre das ja auch noch mal ein Argument mehr.
Wenn die Arbeit der wichtigeste Weg ist, seinem Leben Sinn und der Gesellschaft etwas zurück zu geben, dann sind wir ja ganz stark im Calvinismus und Puritanismus angelangt.
Mir wäre das sehr recht….
Ich sage sogar, dass es wahrscheinlicher ist, dass du Männer findest, die auf zwei, drei Millionen Euro im Jahr verzichten, um bei ihrem Verein zu bleiben, als Frauen. Einfach weil wir da von Millionenbeträgen sprechen und man ab einer gewissen Summe eigentlich nur noch argumentieren kann, dass man den Hals nicht voll kriegt und noch mehr Geld immer reizvoll ist.
Bei den Frauen hingegen geht es nicht nur um die aktuelle Karriere. Es geht um die Zeit danach. Da macht es einen riesigen Unterschied, ob Klara Bühl in den kommenden fünf Jahren ca. 300.000 Euro im Jahr verdient oder 1-2 Millionen Euro. Mit der einen Summe geht es ihr gut und wenn sie das Geld gut anlegt, kann sie vlt. sogar nach der Karriere noch etwas die Füße hochlegen, ehe was Neues auf sie zukommt. Die andere Summe gibt ihr aber die absolute Sicherheit, auch nach der Karriere einen hohen Lebensstandard und sehr viel Freiheit zu haben. Das macht einen massiven Unterschied. Es ist eine rationale Entscheidung, die rational betrachtet eben fast alternativlos ist, solange der FC Bayern nicht deutlich hoch geht mit seinem Etat.
Insofern: Nein. Wir setzen nicht gleich zwischen beiden.
Haben wir so nicht gesagt. Es wäre auch für die, die den Podcast vlt. nicht gehört haben, schön, wenn wir bei dem bleiben, was wirklich gesagt wurde. Wir haben von Wahrscheinlichkeiten gesprochen. Die Wahrscheinlichkeit ist beim FC Barcelona oder Lyon Stand jetzt eben deutlich höher, die CL zu gewinnen. Das sind Fakten. Das sind die Klubs, die diesen Wettbewerb dominieren seit einigen Jahren. Ob man bei Arsenal jetzt eine höhere Wahrscheinlichkeit hat als mit dem aktuellen FC Bayern? Vlt. nicht unbedingt. Aber da kommen dann eben wieder die Faktoren von oben mit ins Spiel.
Behaltet euch euren Optimismus gern bei, noch ist ja nichts entschieden und eine kleine Wahrscheinlichkeit für Überraschung gibt es immer. Die Indizien sind im Moment aber nicht sehr positiv stimmend.
Definitiv, und zudem gibt es noch einen Grund für einen Wechsel, der bei Männern nicht vorhanden ist, zumindest nicht offiziell: die Partnerin spielt in dieser Stadt. Stichwort Arianna Caruso. Auch Sarah Puntigam ging aus Köln aus diesem Grund in die USA. Und man wird sehen, wie lange Lena Oberdorf und Natalia Padilla-Bidas in unterschiedlichen Ländern leben wollen…
Allerdings nur dann, wenn Geld für jemanden das Wichtigste im Leben ist.
Wer Geld nicht mehr verdienen muss, hat die Freiheit, sich um die Dinge zu kümmern, die ihm wichtiger sind als Geld.
Sehr schöner Satz, nur warum hält sich da kaum ein reicher Mann dran?
woher willst du das wissen??? Wieviele % der “reichen” “Männer” (natürlich webst du auch hier wieder das Geschlecht in deine Formulierung ein) kennst du denn? Abgesehen davon, dass man/frau erstmal “reich” definieren muss, um so eine Aussage zu treffen.
Weil finanzielle Freiheit nicht bedeutet, dass man aufhören muss zu arbeiten, sondern dass man es kann. Wer seine Arbeit liebt, etwas gestalten möchte oder darin Erfüllung findet, wird vielleicht freiwillig weitermachen. Das hat doch nicht zwangsläufig etwas mit Geld zu tun.
Natürlich gibt es auch Menschen, denen es tatsächlich nur darum geht, immer mehr Geld anzuhäufen. Die gibt es zweifellos, und manche bekommen offenbar nie genug. Aber daraus eine allgemeine Regel für wohlhabende Menschen abzuleiten, halte ich für ziemlich gewagt.
Diejenigen, die ihren Reichtum längst genießen und sich aus dem Berufsleben zurückgezogen haben, stehen naturgemäß weniger im Rampenlicht.
Danke, das wäre der nächste Gedanke gewesen, den ich noch ergänzen wollte. Kahnemann würde glaube ich von der “Verfügbarkeits-Heuristik” sprechen (bei dem Ausdruck kann ich aber daneben legen): “WYSIATI”, “What you see is (for your brain) all there is.” Das Hirn bewertet nur die Dinge die es sieht (in dem Fall wahrscheinlich Musk und Konsorten (?), wobei selbst der ja Dinge macht, die ihm wichtig sind, wobei es halt dummerweise für die Gesellschaft die falschen sind) und negiert, dass es hunderte, tausende, millionen andere Fälle geben kann - sie sind nicht “verfügbar”. Wenn dann auch noch ein Belief- und Confirmation Bias dazu kommen, ist das stabile Weltbild fertig.
Du hast natürlich recht, es sind nur 86% aller Milliardäre männlich, mein Fehler. Und klar kann man die Zerstörung dieses Planeten und der liberalen Gesellschaften als wichtig ansehen, insofern lag ich falsch. Mein Fehler.