Veröffentlicht unter: Díaz mios? FC Bayern zwischen Win-Now-Mentalität und Zukunft
Der FC Bayern München hat sich die Dienste von Luis Díaz gesichert. Sportlich könnte das sinnvoll sein, aber auch mit Blick auf die langfristige Planung? Alphonso Davies macht großen Fortschritt in der Reha FCB Frauen verlieren Senkrechtstarterin Relaunch: Alles zu Miasanrot 5.0 Wir diskutieren die Transferstrategie des FC Bayern. Gibt es so etwas wie eine Vision und einen mittel- oder gar langfristigen Plan? Oder ist alles nur darauf ausgerichtet, dass man kurzfristig Erfolg hat? KEINEN ARTIKEL MEHR VERPASSEN – JETZT UNSEREN WHATSAPP-KANAL ABONNIEREN! Dabei sprechen wir natürlich auch über die sportlichen und wirtschaftlichen Seiten des Díaz-Deals. Zu Beginn der Folge…
Danke für den interessanten Podcast!
Und klar, das Thema Diaz mit allem Drum und Dran dominiert vieles - auch weil anhand dieses Transfers so viele weitere Themen behandelt werden können, strategische, finanzielle.
Ich habe mir zu eurem Gespräch ein paar Punkte aufgeschrieben; genauer, ein paar „blinde Flecke“ der Kritik, etwas provokativ formuliert.
Wobei ich klar sagen kann, dass ich die Kritik und Beurteilung des Diaz-Transfers inhaltlich in weiten Teilen ganz ähnlich sehe. Und trotzdem:
- Ihr habt Diaz ziemlich fest auf Linksaußen beschrieben. Da würde ich einwerfen, dass Jamal ja noch eine ganze Weile ausfällt. Ich könnte mir schon denken, dass die Wahl des Kolumbianers auch damit zusammenhängen mag, dass Diaz auch in der Mitte, neben oder hinter Kane, auftauchen könnte. Die gehandelten weiteren Namen, um den Sane-Kaderplatz zu ersetzen (fast alle jünger, schon klar) hätten das nicht in dieser Variabilität geliefert.
- Viele, wenn nicht alle Fäden einer kritischen Betrachtungsweise, um einen Diaz-Transfer zu begründen, laufen meines Erachtens immer wieder (salopp formuliert) auf den Tegernsee hinaus. Gerade, wenn eine fehlende strategische Konzeption bemängelt wird (und ginge es um die Art Fußball, die man spielen will, oder den Campus, oderoderoder) - die Angst vor dem Job-Verlust lähmt alle. Den Trainer, den Sportvorstand, den Kaderplaner. Und eines ist doch klar: Diese Angst ist mit einem mittel- und langfristigen konzeptionellen Handeln nahezu inkompatibel.
- Und damit kommen wir zur Kritik an der WIN-NOW-Mentalität, die sich an Diaz so offensichtlich entzünden kann. Die Frage, die ich mir stelle, ist insofern absurd, da ich seit langem der Meinung bin, dass die Erwartungshaltung, möglichst schnell einen CL-Titel abzuräumen, von mir persönlich sowieso nicht geteilt wird. Ja, ich halte sie sogar für schädlich - und zwar genau aus den Gründen, wofür man jetzt einen Diaz-Transfer mustergültig kritisieren kann.
Aber: (Vorsicht, ironische Provokation)
Ich kann mich noch sehr gut an einen MSR-Artikel erinnern, der genüsslich ausgewertet hat, dass der FC Bayern die letzten Jahre keine großen Spiele mehr gewinnt und über das Viertelfinale kaum mehr hinauskommt. Über die Erwartungen der breiten Öffentlichkeit, der Medien und auch der Fan-Szene, brauchen wir gar nicht reden, höher kann sie kaum sein.
Conclusio: sind wir nicht alle ein wenig schuld, dass sich auch im Verein diese Haltung festgepflanzt hat? Ernsthaft, wer würde denn wirklich akzeptieren, wenn wir mal zwei Jahre gar keinen Titel holen oder schon in der CL-Gruppenphase rausgehen?
Da müsste man sich zumindest bezüglich einer Kritik entsprechend positionieren . Kaufe ich Leute wie Diaz, kann ich als Fan, als Journalist auch hergehen und ein Viertelfinal-Aus kritisch sehen. Gehe ich aber den Weg der Jugend und der sportlichen Wette auf die Zukunft, aber strategisch klüger und innovativer, dann sollte man sich süffisante Tiraden, dass sich Bayern immer mehr von Europas Spitze entfernt, eher sparen. - Und zuletzt zum (vermeintlichen) Irrsinnspreis für Diaz.
Als Einordnung sei erwähnt, dass uns Olise, wenn ich recht erinnere, 50 Mios gekostet hat. Auch schon eine sehr hübsche Summe. Dass das mittlerweile wie ein Schnäppchen wirkt, liegt an seiner herausragenden Performance. Gezahlt haben wir das Geld aber für ein Talent, das aus einer verletzungsreichen Saison kam (was unser Glück war, denn ich vermute schon, dass sonst die Konkurrenten zahlreicher gewesen wären). Nun sind zwischen 50 Mio und 70 schon ein Unterschied - aber ein gar so großer nun auch nicht. Man könnte sogar sagen, dass ein Diaz vom reinen Marktwert korrekt runde 70 Mio wert ist, wenn ein Talent vom Kaliber Olise 50 hat. Und das ist mein Punkt: Ich bekomme das Gefühl, dass Bayern freiwillig soviel zahlt, aber die nackte Wahrheit ist doch folgende: wenn man sich anschaut, welche Mondpreise in Europa schon für große, junge Talente gezahlt werden, dann relativiert sich die angeblich extreme Kaufsumme für Diaz doch wieder. (Ich spreche jetzt nur vom Kaufpreis, nicht vom Gehalt. Die Gehaltsdebatte würde ich nämlich auch kritischer sehen, aber das ist ein anderes, weiteres Thema.)
Justin, Jan, Andi, lasst mich gerne wissen, wenn ihr Zeit und Lust habt, ob meine Thesen und Gedanken Käse sind oder wo ich mich verhaut habe.
Olise ist aber auch jung. Den hättest du nach einem Katastrophenjahr immer noch für ordentlich Geld verscherbeln können und den Verlust so in Grenzen gehalten. Aber wer will einen 30-Jährigen, wenn er ein schwaches Jahr hatte? Da muss man schon auf Manchester United hoffen, dass die einen retten. Oder alternativ wie bei Mané damals Saudi-Arabien.
Bei den anderen Thesen kann man natürlich so argumentieren wie du. Ich würde beim vorletzten Punkt der Erwartungshaltung entgegnen: Dann lass die doch alle reden als FC Bayern? Wenn einer groß genug ist, um da drüber zu stehen und seine Verantwortlichen zu schützen, dann der FCB. Nennt man Souveränität. Zumal ich nicht glaube, dass man mit einem radikaleren Neustart zwei titellose Jahre riskiert. Das ist ja immer der Irrglaube, der mitschwirrt.
Was, wenn Bayern genau deshalb keine großen Spiele (oder zu wenig) gewonnen hat, WEIL man diese Win-Now-Mentalität hat und keinen strategischen Plan. WEIL man immer wieder alte Spieler holt, die Geld fressen und oft nicht mal ins System passen (Mané, Palhinha). WEIL man ständig den Trainer bei der erst- oder zweitbesten Gelegenheit rauswirft. Und WEIL man glaubt, man könne keine jungen Spieler integrieren, weil dann der Druck zu groß wird?
Halte ich für gar nicht mal so unwahrscheinlich. Es ist doch auf vielen Ebenen der Irrtum, dass das vermeintlich „sicher“ wirkende gar nicht so sicher ist.
Oder man muss sich mit einer Leihe ohne Kaufverpflichtung zufrieden geben wie jetzt bei Palhinha. Alles in allem immer keine gute Verhandlungsposition.
Eine Kaufoption kann schon auch eine gute Verhandlungsposition sein. 25-30 Mio. Euro sind für den kommenden Sommer wohl ein guter Preis. Meine Sorge wäre, dass Palhinha nicht gut performt und Tottenham dann runterverhandeln will. Da wäre 40 Mio. Euro als Basis in der Kaufoption besser gewesen. Dann kann man auf 25-30 Mio. Euro runterverhandeln ![]()
Bei Tel war die Kaufoption extrem wertvoll.
Win Now bedeutet mMn in der Logik der Verantwortlichen auch, dass man wieder vermehrt auf erfahrenere Spieler setzen möchte, weil man glaubt, dass die es eher schaffen, in einem wichtigen Spiel die entscheidenden Fehler nicht zu machen. Nicht gerade selten in letzter Zeit schied Bayern in der CL ja auch deswegen aus, weil mindestens der eine vermeidbare leichte Fehler zu viel gemacht wurde. Und die Denkweise: je erfahrener ein Spieler ist und je öfter er solche Drucksituationen schon erlebt hat, desto niedriger ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihm in einem entscheidenden Moment leichte Fehler unterlaufen, ist mMn schon bei einigen Verantwortlichen weit verbreitet und das liegt irgendwie schon auch an der Historie des FCB. Vor jedem CL-Sieg nach den 70er Jahren gab es erst einmal in den Vorjahren 1-2 bittere Pillen zu schlucken und diese Erfahrung ließ - zumindest in den Augen einiger Entscheidungsträger - die Spieler „wachsen“.
Einer genaueren Betrachtung hält diese These allerdings nur bedingt statt. Neuer patzte 2024 gegen Real entscheidend, Kane vergab gegen Inter die Riesenchance zur Führung, Müller war entscheidend daran beteiligt, dass Bayern 2016 gegen Atletico ausschied, Robben und Schweinsteiger waren die tragischen Helden 2012…also eher die Erfahrenen als die Jungen.
Um nicht missverstanden zu werden:
Das sehe ich absolut genauso.
Nur mit dem Makel, dass Souveränität in diesem Fall konkret von den Herren Hoeneß (vor allem) und Rummenigge ausgehen müsste/sollte. Stichwort Job-Angst. Und genau von mindestens Ersterem erwarte ich das nicht, oder sagen wir deutlich:
Ich vermute, unter Uli Hoeneß hält sich kein Sportvorstand oder Trainer, wenn wir in der CL mal in der Vorrunde rausfliegen. Okay, in der BuLi sehe ich die Gefahr auch als nicht so groß, die CL gar zu verpassen, und sehr wahrscheinlich holen wir auch die Meisterschaft, selbst wenn wir mutig auf mehr Strategie, Talent und Konzept setzen. Aber ich fürchte, der Fokus der Altvorderen ist zuallererst auf das Abschneiden in der CL.
Und das bedeutet, dass ich nicht daran glaube, dass man „seine Verantwortlichen auch mal schützen“ würde. Man sollte, unbedingt!
Klar, aber wir sind ja die Experten, die dem FC Bayern erklären, wie es besser geht. Also müssen wir auch darüber sprechen und schreiben, was der FC Bayern besser machen soll, damit er endlich mal ein erfolgreicher Verein wird.
Ich sehe an dem Modell die Gefahr, dass er eben nicht performen könnte und Tottenham die Kaufoption nicht zieht. Dann sitzt man nächstes Jahr auf einem gealterten Palhinha, der bei zwei aufeinanderfolgenden Stationen „gescheitert“ ist, einen noch laufenden sehr hoch datierten Vertrag bei Bayern hat und keine WM ansteht, die beim Spieler die intrinsische Motivation auf maximale Spielzeit hervorruft um sich für das Turnier mit der Nationalmannschaft empfehlen zu können. Im Worst Case schafft man sich da eine nächste gut bezahlte „Kaderaussitzer“.
Sofern 25-30 Millionen Ablöse erzielt werden und Tottenham die KO nächstes Jahr zieht wäre das eine gute Lösung. Auf dem Risiko sitzt man aber bei Bayern, dass es eben nicht so geschieht.
Ich vergaß… ![]()
Deine feine Ironie versüßt mir den Abend! ![]()
Vielen Dank fürs Feedback!
Ja, bei Palhinha sehe ich die Gefahr im konkreten Fall auch. Ich meinte das eher allgemeiner.
Ja… aber lag das vielleicht auch am zu dünn aufgestellten Kader? Man kann ja auch die Frage stellen, ob a) erfahrene Spieler im KO-Modus durchaus Vorteile haben, aber b) es dadurch, dass für diese Spieler sehr viel Geld gebunden ist, immer wieder neu zusammengestellte Teams spielen müssen.
Mir ist klar, dass es auch singuläre Patzer erfahrener Spieler gab: Neuer gegen Real, Thomasino gegen Atleti…
Wir erleben aber in jedem Frühjahr wieder die gleichen personellen Engpässe in den wichtigen Spielen. Insofern sei die Frage erlaubt, ob man nicht ein bisschen mehr auf Breite im Kader setzen sollte. Bedeutet natürlich, dass man in der Spitze etwas sparsamer sein müsste.
..ähm..![]()
#…>MalAbgesehenDavonDassIchKlar/…UnmissverständlichSagenKannDassIchDeine(…Wahrl!chBl!nden)Flecken-EntfernungenInhaltlich(…W!rkl!ch)GanzÄhnlichSeheJenesHand!cap/…Opfer-liedEinemEBERL/…FREUNDTrotzdemB!tteschönKeine(…PrinzipielleRespektivePoliti-sierende)ImmunitätAusstellendVsEinSolchesSich-Treiben/…Ver-pflanzen-LassenEines(…Sta..Souverän-a:gierenden)Sp!tzen-ManagementsSchlichtUndErgreifendUn-würdig:st(…ZumalDiesInAnderenG€schäftsfeldernKaumKümmernd!?)VsZwischenDenPersonalienDIAZUndOLISENebstJenenPeanutsZu-sätzlichSechsJahreAlters-/…(Potentieller)Rentab!l!täts-unterschiedLiegend(…DerweilDeinErsterEinwurfWohlNichtUmsonstDerartUn-defi..-scharf/…Eng-maschigAusfällt)_oder(kurz)NetterKäse..äh..Versuch(…HerrChef-Verteidiger)!?
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Da würde ich mal einhaken. In den letzten Spielzeiten gab es mMn eine Phase in der der Kader zu dünn aufgestellt war und das war die Hinrunde der Saison 2023/24 als in der Abwehr auf die Wechsel von Pavard und Stanisic nicht mehr reagiert wurde. Komischerweise war aber dann die Hinrunde 2023/24 punktemäßig in der Liga sogar sehr gut und auch in der CL kam man locker weiter.
Beim CL-Aus gegen Real saßen u.a. folgende Spieler auf der Bank: Davies, Kim, Upamecano, Goretzka, Choupo-Moting, Müller.
In der vergangenen Saison hatte man bis vor der Länderspielpause im Frühjahr fast den kompletten Kader beisammen bis auf den tragischen Fall Ito, der vor seinem Wechsel zu Bayern so gut wie nie verletzt war, sich dann aber zwei Mal den Mittelfuß brach. Die Länderspielpause hat dann extrem reingeschlagen und Davies und Upamecano für den Rest der Saison rausgenommen. Und dann erwischte es im zweiten Spiel drauf auch noch Musiala. Trotzdem konnte man auch hier beim CL-Aus in Mailand noch folgende Spieler auf der Bank haben:
Guerreiro, Gnabry, Coman, Pavlovic, Boey, Palinha
Aus Sicht der Kaderplaner kann man da eigentlich nur sagen: wenn trotz so vieler Ausfälle immer noch ein solcher Kader verfügbar ist, dann kann man eigentlich nicht von einem zu dünnen Kader sprechen. Wenn dann muss man sich die Frage stellen, warum 2024 und 2025 die Namen auf der Bank trotz der finanziellen Mittel, die sie binden, nur bedingt brauchbar für ein CL-KO-Spiel sind bzw. vielleicht auch, warum ein Trainer es nicht schafft, sie in einen solchen Zustand zu bringen (gilt mMn eher für Tuchel als für Kompany)
Die Mär vom zu dünnen Kader haben wir hier bei Miasanrot in den letzten Jahren ja schon mehrfach entzaubert. Wer glaubt, man könne als Kaderplaner einen Kader so aufstellen, dass fünf Ausfälle von Stammspielern aufzufangen sind, muss, sorry, eine Simulation spielen. Das lässt sich in der echten Welt nicht umsetzen.
Die berechtigtere Kritik ist die der Verteilung und Besetzung. Welche Spieler besetzen welche Rollen? Und welche Spielertypen? Da muss man genauer hinschauen und wird Kritikpunkte finden. Das hat aber nicht damit zu tun, dass der Kader zu dünn besetzt wäre. Sondern eher damit, dass er punktuell ungünstig bis falsch besetzt ist.
Danke Euch beiden, @willythegreat und @justin ! Ihr habt die Probleme, die ich zu vage formuliert hatte, konkretisiert. Echte Unterschiedsspieler wird man nie ersetzen können: Daher sind es ja Unterschiedsspieler. Man müsste tatsächlich eher daran arbeiten, dass der zweite Anzug etwas besser passt.
Nochmal ein kurzer Einwand zu älteren Spielern, die bei einem Scheitern, verlustreich wechseln.
Nehmen wir Palhinha und Diaz als Beispiele.
Palhinha hat bei einem „mittelmäßigem“ Club aus England auf sich aufmerksam gemacht und man kauft ihn für 50 Mio. Unter dem Strich kommen, wie Justin es im anderen Artikel beschrieben hat, knapp 30 Mio Verlust raus.
Man kann „so einen Spieler“, wenn er nicht gleich hilft, scheinbar eher nur mit Verlust verkaufen.
Soweit so gut.
Diaz kommt aber immerhin vom englischen Meister und hat da eine wichtige Rolle gespielt. Er hat also schon bewiesen, dass er es kann. Wenn er bei uns nicht funktioniert, dann gibt es einige Gründe dafür, die nicht ausschließlich mit dem Spieler zusammenhängen.
Würden wir ihn im nächsten Jahr verkaufen wollen /müssen ist aus meiner Sicht definitiv ein Markt für ihn vorhanden.
Zwar werden die Bayern keine 75 Mio bekommen, aber zwischen 50-60 sollten drin sein.
Man könnte im Fall der Fälle wieder berechnen, was er verdient hat und dann noch mit 25-15 Mio Verlust geht, aber auch das wäre nur die halbe Wahrheit.
Es gibt bei Palhinha und gäbe bei Diaz auch 100+ Aspekte, die in die Berechnung nicht eingeflossen sind.
Ist Goretzka vielleicht auch etwas über sich hinausgewachsen, weil er mit Palhinha einen direkten Konkurrenten neben sich hatte?
Gibt es gewisse Verflechtungen im Zusammenhang mit dem Diaz Transfer, die in Südamerika die Reichweite erhöhen (Trikotverkauf, zukünftige Stars, die in Bayernbettwäsche schlafen, Übertragungsrechte, …)
Da könnte man noch wirklich sehr viele Punkte aufzeigen. Die Berechnungen sind ja an und für sich nicht falsch, aber sie erzählen nur eine rein faktenbasierte und unspektakuläre Ebene. So gesehen ist Palhinha ein Verlustgeschäft. Aber wenn man alle Facetten reinnimmt, steckt viel mehr dahinter.
Und ich glaube, dass Diaz einfach 2-3 Stufen über Palhinha steht und auch bei einem Verkauf kein Verlustgeschäft wird. Und wenn er „nur“ nach Saudi-Arabien verkauft wird. Diese Option ist nun Mal da und sollte, auch wenn der Fußball-Romantiker in uns manchmal sich querstellt, zumindest nicht ausgegeschlossen werden, v.a. wenn wir ihn für 65-70 Mio dann verkaufen.
Aber ich bin mir zu 90% sicher, dass Diaz gleich helfen wird und nicht nur 5 Spiele top ist.
Stimmt schon das Fulham nicht Liverpool ist ![]()
So einfach ist es denke ich trotzdem nicht, weil man ja auch das (kolportierte) Gehalt mit einbeziehen muss.
Sagen wir Díaz spielt dieses Jahr keine Rolle. Könnte man noch 50 für ihn bekommen (niemals 60). Ja, ABER: wie viele Vereine würde ] ihm auch 14 Millionen Gehalt geben? DAS macht meiner Meinung nach das Verkaufen viel schwieriger, weil du dann darauf angewiesen bist dass der Spieler Ambitionen hat zu spielen bzw. willig sein muss Gehalts Einbußen hinzu nehmen. Bei einem knapp 30 jährigen spät Zünder der in seiner bisherigen Karriere noch ‘nicht viel’ verdient hat, muss da schon viel zusammen kommen (wenn wir die Saudis mal ausklammern, darauf kann man sich ja nicht bei jedem Spieler verlassen).
Um 50 Mio. Euro für Díaz zu bekommen, muss man schon Saudi- oder United-Glück haben – insbesondere nach einer schwachen Saison. Nicht ausgeschlossen, aber auch keine Garantie. Schon diesen Sommer hat Díaz nur einen sehr kleinen Markt gehabt. Barcelona war nicht bereit (und konnte es auch nicht), Bayern war bereit.
Da möchte ich mich anschließen.
Über fehlende Langzeit-Strategie und die unterstellte Win-Now-Mentalität im Bayern-Scouting läßt sich trefflich streiten.
Aber ein paar Dinge möcht ich schon zu bedenken geben: Diaz wird meiner Meinung nach kaputt geredet, bevor er überhaupt ne Chance hatte. Und wenn ich das mal leise sagen darf: Wenn wir in München anfangen, unsere Spieler nur noch nach ihrem unterstellten Wiederverkaufswert x bei einer unterstellten Versagensperformance y zu bewerten - dann unterscheidet uns NIX mehr vom kohleorientierten Ansatz der Vereine, über die wir so gern die Nase rümpfen.
Ein bißchen Gala-Vibes täten der Kurve gut - sich einfach freuen, wenn ein Spieler von einem Weltklub zu uns wechselt und erklärtermaßen hierher wollte (Und geht mir wech mit eurem „Der kommt nur, weil wir ihn überversorgen mit Gehalt“).
Die gesamte „3 Gründe, warum der FCB von Diaz Abstand nehmen sollte“ - Debatte beruht auf einer einzigen Annahme: Diaz wird der nächste Palhinha. Diaz scheitert garantiert.
Ich halte das für eine konsequente Anleitung zum Unglücklichsein. Und sollte Diaz erfolgreich sein, lesen wir demnächst einen Blog zum Thema „Behalt doch Deinen scheiß Hammer, Luis“.
Etwas freundlicher formuliert:
Kane hätte scheitern können. Großartige Prognose für den Return of Invest bei 100 Mio all in.
Isser nich.
Diaz könnte scheitern.
Ich leg mich mal fest: Wird er nich.
Wir verkaufen Diaz 2028 für 40 Mio in Oil-Country. Oder schicken ihn 2034 als Ribery 2.0 mit Tränen in Rente. Abschreibewerte bei Variante 1: 10 Mio pro Jahr. Is okay, wenn er performt.
Bei Variante 2: 7,8 Mio, ein Platz im Bayern-Olymp und eine lebenslange Eintrittskarte ins All-Star-Team beim Beckenbauer-Cup (neben Robbery und Konsorten…)
Variante 3 is für Miesepeter. Und die ist erschöpfend und abschließend erörtert worden in den einschlägigen Threads.
Ich plädiere für : Letz Diaz!
PS: Ich hätt gern mal ne Umfrage - Bayern bleibt drei Jahre titelfrei und erreicht nur einmal die KO-Runde in der CL.
Wer plädiert für ein Weiter-So? (Win-Later-Mentalität?)