Die erdrückende Dominanz ist ein Tumor? Sowas sollte man nicht schreiben.
Der FC Bayern kann es niemandem mehr recht machen.
Gewinnt er souverän die Meisterschaft, ist es emotional nicht gut. Keine überschäumende Freude.
Gewinnen sie die Meisterschaft knapp, war es keine gute Saison. So eine knappe Meisterschaft zeigt, dass sie ihr Potential nicht ausschöpfen, zu satt, zu blöd oder sonst was nicht stimmt. Wer bitte soll sich da freuen?
Gewinnen sie die Meisterschaft nicht, werden sie mit Häme überschüttet, Bayernland ist abgebrannt und der Klub steht kurz vor der Auflösung. Es müssen alle weg.
Schon nicht einfach.
Eigentlich ist es schon einfach. Wir haben uns den Status erarbeitet, immer die Meisterschaft zu holen. Also ist das auch das Minimum, dann fällt die Freude einfach geringer aus.
Die Explosion findet halt in der Champions League statt. Für mich ist das ok.
Aber was machen wir jetzt mit diesem nationalen Titel?
Gemeinschaftliches kurzes Achselzucken?
Feiern wie einen 41. Geburtstag. Nicht die ganz große Party, aber schon feiern. Und sich ein Kakadu T-Shirt kaufen, damit der Umsatz stimmt. ![]()
Das ist eine ausgezeichnete Idee ![]()
Das finde ich eine echt schöne Analogie. Nächstes Jahr können wir dann wirklich den 41. Geburtstag von Kompany und Neuer feierm.
Ich würde eher sagen die Freude variert halt mehr in ihrem Ausdruck/Verlauf und es ist individueller was einen besonders freut:
Die Meisterschaft letztes Jahr war zwar besonders weil man im Jahr davor mal gerade nicht Meister war und zB die Meisterschaft eins davor in fast letzter Minute war auch dadurch wieder besonders.
Mich freut die Meisterschaft heuer aber zB. mehr als die beiden genannten Meisterschaften weil die Saison heuer nahe an einer „perfekten“ Bundesliga Saison für uns war und annähernde Perfektion sollte doch nun wirklich etwas sein über das man sich besonders freuen kann!
Mich freut diese Meisterschaft auch extrem, weil wir einfach sensationellen Fussball zu sehen bekommen. Die Vergleiche mit 12/13 und 13/14 kommen ja nicht von ungefähr.
Es fehlt halt leider das Adrenalin, weil man es schon ab Februar relativ sicher hatte.
Insofern kein Feuerwerk, aber ein wohliges Kaminfeuer. Gibt Schlimmeres.
Ich brauche kein Adrenalin, wenn ich sehe, wie die Jungs konstant spielen. Ich bin seit 1974 dabei (okay, damals noch deutlich minderjährig
) und ich habe noch keine Bayern-Mannschaft gesehen, die so grandiosen Offensivfußball mit einer solchen Kombination von kollektiver und individueller Qualität auf den Platz bringt. Kane/Olise/Lucho/Gnabry + Musiala/Karl. Was für einen geilen Ball spielt der Kimmich, selbst seine Ecken sind inzwischen ansehnlich. Pavlo, Davies, Upa, Tah. Laimer läuft und spielt sich die Seele aus dem Leib. Urbig hat ganz große Fortschritte im Tor gemacht, weil er vom GOAT lernt, der inzwischen viele Fehler einstreut, aber hin und wieder auch noch mal unglaublich einen raushaut. Wenn Guerreiro und Goretzka kommen, die schon lange abgeschrieben waren, kann man sich gegen welchen Gegner auch immer auf sie verlassen.
Und wer hat’s gemacht? Der Vinnie. Absoluter Fußballgott an der Linie, am Taktikbrett, beim Anpassen während des Spiels und bei der Motivation. Und wer hat den geholt? Eberl-Freund gegen alle Widerstände der alten Männer im Verein, die zum letzten Mal vor 30 Jahren wussten, wie Fußball gespielt wird.
Egal, wie’s heuer ausgehen wird in Pokal und CL (da ist dann am Ende auch Glück und Tagesform dabei), das reiht sich ein in die feinsten Saisons, die der FC Bayern uns je beschert hat. Das muss man einfach demütig hinnehmen.
Ich kann mich über jede Meisterschaft aufs neue freuen, aber es könnte sein, dass es weniger, wie früher ist, da die Erwartungen nur erfüllt werden.
Hier und da wird gemeckert, aber ich denke, der FC Bayern ist die falsche Adresse für eine „langweilige Liga“.
Deshalb empfinde ich den verlinkten Beitrag schon sehr richtungsweisend, wo man nach den Problemen suchen muss.
unser Fußball ist grandios anzuschauen - vieles im Verein scheint (auf Seite des sportlichen Teams - von Freunderl, übers Trainerteam bis Spieler) zu stimmen - alles richtig!
mir geht es einzig und allein um die Meisterschaftsemotionen - durch diese totale Dominanz und frühe Entscheidung ist halt bei mir diese kindliche, explosive, ursprüngliche Freude weg - das finde ich schade!
toll wäre es, wenn nicht wir schlechter spielten, sondern wenn es noch 1 bis 3 Vereine gäbe, die zumindest national ähnlich stark wären, so dass es viel länger spannend bliebe…
Ich kann deine Intention verstehen. Allerdings müsste man dann wohl den Kader noch einmal um mindestens 3 gestandene Profis auf 1A-Level erweitern, damit man in der entscheidenden Phase noch mehr rotieren kann ohne dabei einen Qualitätsverlust befürchten zu müssen.
Wenn Bayern - wie wir alle hoffen - nicht nur in der Liga erfolgreich sein soll, sondern auch in den beiden KO-Wettbewerben möglichst bis zum Schluss dabei sein soll, dann ist die Schlussphase einer Saison einfach brutal. Seit dem Wiederbeginn nach der Länderspielpause bis zum vorletzten Spieltag der Bundesliga ist man 5 Wochen lang permanent in englischen Wochen unterwegs.
Die längste Phase von englischen Wochen am Stück waren bisher in dieser Saison immer 3 Wochen (im Oktober, November und Januar). Dann war immer wieder eine Pause dabei, in der man unter der Woche kein Spiel hatte. In diese Phasen fallen aber auch immer wieder Spiele in den KO-Wettbewerben, in denen man auch mal rotieren kann, weil es gegen Gegner geht, die nicht zur nationalen oder internationalen Elite zählen.
In der Schlussphase der Saison hat man es allerdings in der CL und auch im DFB-Pokal normalerweise nur noch mit Teams zu tun, gegen die man die bestmögliche Aufstellung aufs Feld schicken muss. Wenn dann zusätzlich auch noch in der Liga kaum rotiert werden könnte, weil noch ein paar andere Vereine bis zum Schluss um den Titel mitspielen und man sich deswegen auch in der Liga keine Blöße geben kann, dann wird das fast unmöglich, es sei denn, man hätte noch ein paar Top-Spieler mehr zur Verfügung, die auf dem Niveau der besten Elf sind. Natürlich wäre es cool, wenn z.B. am 32. oder 33. Spieltag noch ein Ligaduell gegen einen direkten Konkurrenten ansteht, aber irgendwann wäre selbst bei topmotivierten Profis Schluss und die logische Konsequenz wären mMn noch mehr Verletzte.
Ich wage zu behaupten: eine Saison mit maximalem Erfolg ist mit der aktuellen Kadergröße und Zusammensetzung nur möglich, wenn man in der Schlussphase der Liga rotieren kann (oder wenn eine Pandemie alles durcheinander wirft
)
Für die extremen Gefühlsausbrüche sind dann eben die Spiele in den KO-Wettbewerben da.
„Heutzutage ist der FC Bayern für den Rest der Welt ein Vorbild für die Kunst des Fußballspiels“, sagte der 55-Jährige im Rahmen der Laureus World Sports Awards in Madrid: „Wir haben es in der jüngsten Champions-League-Partien und in den Spielen der Bundesliga gesehen: Es ist wunderschön, den Bayern beim Fußballspielen zuzusehen.“
Cafu spielte sich mit Brasilien 2002 selbst per „Jogo Bonito“ zu seinem zweiten Weltmeistertitel nach 1994. Heute sagt er: „So wie der FC Bayern derzeit spielt, würde sich jeder auf der Welt den Fußball wünschen.“
Wer würde schon einem Weltmeister widersprechen. ![]()
zeigt auch die Reaktionen der anderen Bundesligisten. Die gratulieren mit recht dem FC Bayern und loben die herausragende und tolle Spielweise von VK.
Vor allem, wenn es um einen 2-maligen handelt, der auch noch der 2.-beste Rechtsverteidiger der Geschichte ist.
Ein anderer Weltmeister dagegen, er spricht so, als wäre der FC Bayern ein Dorfverein, der seine Spieler nicht halten kann.
Bei mir ist das anders.
Vergleichen wir die Fan-Liebe zum FC Bayern doch einfach mal mit einer Beziehung. Und blicken wir auf die Tuchel-Meisterschaft mit Musialas entscheidendem Tor gegen Köln.
Was ich in diesem Jahr erlebt und gefühlt habe, war frei übersetzt ein Dauer-Ärger. Viele Streits und die latente Frage, was ich an meiner Partnerin eigentlich doch immer mochte, aber jetzt kaum mehr zu sehen oder spüren bekomme.
Ich will jetzt nicht anzüglich werden, aber wenn ich schon diese Analogie wähle, dann endete die Saison mit einer letzten Auseinandersetzung, die final schließlich, ähm: in einer unerwarteten Eruption explodierte. Doch kaum war dieser Höhepunkt verklungen, konnte man gar nicht begreifen, was da eben geschehen war. Und schlimmer: man hatte das Gefühl, sich diesen Schlusspunkt gar nicht verdient zu haben. Und der Blick in die gemeinsame Zukunft war bang.
Heuer hingegen präsentiert sich die Verbindung mit meiner Angetrauten harmonisch. Wir führen super Gespräche, ich bekomme ständigen Input und habe unendlich viel Spaß. Es fühlt sich an wie ein extrem langes Liebesspiel (ich muss wirklich aufpassen, dass es nicht anzüglich wird), in dem sich Geben und Nehmen abwechselt, manchmal verschwimmt das sogar. Mir werden alle Wünsche erfüllt, und im Umfeld haben sogar Leute, die uns eigentlich gar nicht wohlgesonnen sind, nur Lob und Bewunderung parat. Es fühlt sich an wie ein Traum und ist mit Sicherheit so schön, wie es in all den Jahren zuvor nie war.
So. Und jetzt ernsthaft: wer würde das eintauschen wollen…?
Die Zeit, wo ich Spannung auf dem Platz brauchte, ist vorbei. Ich will schönen Fußball sehen. Titel sind Beiwerk (und je schöner der Fußball, umso wahrscheinlicher). Ich laufe seit einem Jahr mit einem Dauergrinsen durch die Gegend und werde (nicht nur) ästhetisch so verwöhnt wie zuvor noch nie.
alles fein - bin ich bei dir… es geht mir ja nur um die finale Eruption… hüstel…
Wir Männer halt wieder… ![]()