Marie-Louise Eta ist kein Sozialexperiment – ein Kommentar

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Mit Marie-Louise Eta wird die erste Frau Cheftrainerin in der Bundesliga. Ein historischer Moment, der uns vor Augen führt, was alles falsch läuft. Ein Kommentar. Marie-Louise Eta ruft Anweisungen über einen Fußballplatz. Das ist ihr Job. Als Fußballtrainerin muss sie ihren Spielerinnen oder Spielern erklären, was sie gut machen und was noch verbessert werden kann. Sie muss Trainings leiten und coachen. Diesen Job übt sie nun in der Männer-Bundesliga aus. Bei Union Berlin ist sie die erste Frau, die jemals in der höchsten Spielklasse des Männerfußballs als Cheftrainerin tätig ist. Es ist nachvollziehbar, dass diese Nachricht zu einer Welle an…

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Oder lasst uns darüber sprechen, warum männliche Trainer wie Markus Anfang, der nicht nur sportlich immer weniger Argumente liefert, sondern auch während der Corona-Hochphase mit einem gefälschten Impfpass, Betrug und Lügen auf sich aufmerksam machte, immer und immer wieder eine Chance bekommt, während kompetentes Personal – darunter auch zahlreiche Frauen – auf exakt diese Chance wartet.

so wahr… :heart:

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Auch Kompany wurde dazu befragt.

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Das ist ja noch nicht mal die letzte Kontroverse von Anfang.

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Anfang ist jetzt auch wieder ohne Job. Ich halte, nach dem was er sich so geleistet hat, für menschliche nicht tragfähig. Als Trainer würde ich da fachlich nicht das gleiche Urteil fällen.

Eventuell schreibe ich noch ein paar Zeilen zum Themen Trainerinnen. Hatte in meinem Lehrgang auch zwei Frauen. Bei uns in der SG ist auch eine Frau, wie ich, Trainerin in U-Bereich. Kein normal denkender Mensch glaubt doch, dass eine Frau kein Männerteam leiten kann. Bei Justin kann es auch die ungesunde Bubble sein (X und andere unsoziale Medien), ihn etwas triggert. Insgesamt sind zu viele Themen im Artikel drin, die nur angeschnitten sind…

Für mich ist es gut, dass eine Frau nun in der höchsten Liga Trainer ist!

Den Vorwurf finde ich ehrlichgesagt frech. Meine Motivation sind keine Social-Media-Kommentare, sondern Medienberichterstattung und jahrelange Gespräche. Auf X bin ich schon lange nicht mehr unterwegs. Wer sieht, wie sich Union Berlin dazu gezwungen sieht, öffentlich Statements zu verfassen, kann schlicht nicht zu dem Urteil kommen, dass es hier eine breite Akzeptanz gibt, sondern dass die Menge an Männern, die darauf unangemessen reagieren, ziemlich groß ist. Verstehe nicht, warum du es für notwendig erachtest, mich zu diskreditieren, um deine Meinung über meine zu stellen, denn genau diesen Eindruck hinterlässt du bei mir, wenn du mich als “getriggerten” Menschen hinstellst. Anekdotische Evidenz ist natürlich immer wieder schön und unter den vielen Trainerinnen, mit denen ich mich ausführlich unterhalten habe, gab es auch manche, die nicht viel Kritisches zu berichten hatte. Das macht die vielen Kritikpunkte anderer Trainerinnen aber nicht irrelevant.

Ich empfehle dir zudem, die Gattung “Kommentar” zu googeln. Mein Text hat keinen Anspruch, eine vollumfängliche Analyse des Ist-Zustands zu sein, sondern ist eine Replik auf die Dinge, die bisher zu Eta geschrieben wurden und kursieren. Ich bestelle mir ja auch kein Vanille-Eis und meckere dann, dass es nicht nach Schokolade schmeckt.

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Hallo Justin, warum die ganze Gesellschaftskritik, genau in dem Moment, wo eine Frau eine Chance bekommt. Warum sollten wir jetzt über die ungerechte Verteilung von Care Arbeit reden? Folge doch Deinem eigenen Rat und beschäftige Dich mit ETAs Qualitäten als Trainerin.

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Herrje…

Die interessantere, passendere Frage, womöglich mit einer entlarvenden Antwort, wäre:

Warum nicht?

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Weil unsere Gesellschaft dermaßen patriarchalisch geprägt ist. Weil auf Justins Kommentar hier Antworten wie von Dir und ThomasB kommen. Weil es leider sein muss.

Noch ein Nachtrag, ein guter Einstieg zum Thema: Was Männer kosten: Der hohe Preis des Patriarchats
Disclaimer: liest sich nicht gut, wenn man ein echter Mann ist.

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Es ist ja durchaus nicht so, dass sich Justin sonst nicht zu gesellschaftlichen Themen äußern würde.

Aber: der ganze Rummel um Eta und ja: auch die Kommentare auf den unsozialen Medien zeigen deutlich: hier ist noch ein weiter Weg zu gehen. Und es ist beileibe nicht nur X

Beispiele gibt es zum Beispiel auch im Union-Fanforum. Und da geht es nichtmal um die Kritk am sportlichen. Da kommt nämlich nichts. Da sind die Leute eher froh, dass Baumgart weg ist.

Aber: die Wortwahl, wie Eta teilweise bezeichnet wird und die ich hier nicht wiederholen möchte zeigt einmal mehr: es ist noch ein weiter Weg zu gehen.

Ein Sieg gegen Wolfsburg wäre somit sowohl für sie selbst, aber auch für diverse Foristen hilfreich. Für die eine für Anerkennung, für die anderen als (sorry) Schlag in die Fresse, den sie offenbar benötigen.

Wobei die dann natürlich eh nur sagen würden “gegen dieses Wolfsburg hätte auch Baumgart gewonnen”

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In diesem Forum wurde nichts negatives zu Frau Eta gesagt. Bei Einstellung eines leitenden Mitarbeiters oder Mitarbeiterins sollte es um Qualifikation gehen, bei Weiterbeschäftigung um den Erfolg. Wenn Justin diese positive Story als Anlass zu allgemeiner Gesellschaftskritik nimmt, kann er das natürlich machen, trotzdem schade.

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Den Wunsch nach einem positivem Framing kann ich schon nachvollziehen. Auch dass das etwas so wirkt wie das Haar in der Suppe zu suchen, jetzt einen kritischen Kommentar über den Kontext zu schreiben, während die Geschichte von Eta ja eine schöne Erfolgsgeschichte ist. Allerdings wird diese Erfolgsgeschichte ja nicht im luftleeren Raum geschrieben. Auch wenn ich mich nicht tiefer mit dem Fußballgeschäft auskenne, ist das garkeine Überraschung für mich, dass diese patriarchalen Machtstrukturen hier besonders stark sind. Eine kritische Auseinandersetzung und Kontextualisierung hilft dabei, weil:

Was, wenn es mit Eta bei Union nicht gut funktioniert - erklärt man dann das Experiment Frau in der Männderdomäne erstmal wieder für beendet?

Was ist mit dem öffentlichen Druck und den massenweisen grenzüberschreitenden, sexistischen Kommentaren über Eta?

Wie schauen sich andere Vereine jetzt diesen öffentlichen Druck an und ziehen ihre Schlüsse daraus?

Schade finde ich nur, dass ich diese kritische Auseinandersetzung bisher nur hier wahrgenommen habe. Denn wenn die Story wirklich positiv ausgehen soll, nicht nur für Eta, sondern auch für viele andere Trainerinnen, dann muss noch einiges passieren in der Fußballwelt. Qualifikation oder Erfolg als einziger Maßstab existieren nur in der Idialvorstellung, in der eben dieser Kontext nicht existiert.

Das Feedback kann ich nachvollziehen, hätte man aber mit etwas gutem Willen freundlicher formulieren können. So entsteht eher der Eindruck, dass du selbst getriggert bist. Ich fänds interessant von Justin mehr über die angerissenen Punkten zu lesen, aber das ist in einem kurzen Kommentar und bei einem so großen Thema natürlich nicht so leicht.

Zu definieren was “normal” ist, ist manchmal garnicht so einfach. Es gab auf social media und von anderen Akteuren im Profifußball ja sicherlich viel positive Reaktionen. Ich würde Justin als professionellen Sportjournalisten aber schon mindestens zugestehen, dass er da einen guten Überblick hat, über den Status Quo in seinem Fachbereich. Wenn du dem Kommentar was entgegensetzen willst, was dein gutes Recht ist, hilft dabei sicherlich eine gewisse Evidenz, die über Polemik hinaus geht.

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Der Paragraph steht für mich auch raus. Aber generell mal Danke das Thema so gut darzulegen. Unterschreibe ich vollends

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Tolle PK von Marie Louise Eta

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Gut, wenn sich die Aufregung dann irgendwann legt und es dann nur noch um die relevanten Dinge geht: Ergebnisse.

Wenn man dem Umstand wirklich einen Gefallen tun möchte, dann geht das nur durch branchenübliche Bewertungen der Ergebnisse. Denn Geschlecht ist schnuppe, die Ergebnisse zählen.

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Wie @justin schon das ein oder andere Mal erläutert hat: die Kurve ist nur ein kleiner Teil von MSR. Wir sollten uns hier also nicht größer machen als wir sind. Auch wenn es eine tolle Community ist, dürfen Beiträge des MSR-Blogs auch als an andere gerichtet verstanden werden. Ich habe aus dem Beitrag auch nichts anderes herausgelesen.

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Du sprichst ein großes Wort gelassen aus: @justin s Artikel sind an alle seine Leser bzw. die gesamte Fußballöffentlichkeit gerichtet; das kleine gallische Dorf namens msr-Kurve ist dagegen zahlenmäßig eher vernachlässigbar und bildet mit der in der Mehrzahl sehr reflektierten Meinungen sicher nicht das breite Meinungsspektrum repräsentativ ab …

Gut, dann haben haben Dich Medienberichte zu den Kommentar veranlasst. X habe ich nur als Beispiel verwendet, da Union dort auch reagiert hat. Sicher liest Du berufsbedingt mehr als ich dort, aber mir wären jetzt nicht so viele negative aufgefallen.

Dann lesen wir eventuell andere Medien. Ich habe dies so nicht wahrgenommen, außerhalb von den „unsozialen Medien“

Ich bin nicht der Meinung, dass ich dich diskreditiert zu haben. Falls es bei Dir so angekommen ist, dies war nicht meine Absicht. Nach meinem Dafürhalten bist Du sehr engagiert beim Thema Frauen und Fußball und die negativen Äußerungen könnten dich dazu bewogen einen Kommentar zu verfassen. Eines möchte ich dann doch feststellen. Ich habe nicht meine Meinung über eine andere gestellt.

ich schrieb „kann es sein“ eine Vermutung meinerseits, keine Feststellung

Dann möchte ich mit deinen Worten antworten, denn den Vorwurf finde ich ehrlich gesagt auch frech.

Aber aufgrund deiner aktuellen Situation kann es natürlich sein, dass Du allgemein angefaßt bist, daher lassen wir dabei bewenden. Allerdings hat mir deine Antwort auch die Lust genommen etwas längeres zu schreiben, damit meine „anekdotische Evidenz“ noch mehr „Futter“ bekommt. Habe auch lange überlegt, ob ich überhaupt antworten soll, wollte es dann aber nicht so stehen lassen…

Darauf wollte ich hinaus, es ist ein (kurzer) Kommentar, da hätte ich nicht so viele große Themen angeschnitten (u. a. Gender Pay Gap). Evtl. hätte ich ausführlicher schreiben sollen, aber ich hatte wenig Zeit und wollte später noch etwas mehr schreiben.

Wo war die Polemik? „Normal denkender Mensch“?