Marie-Louise Eta ist kein Sozialexperiment – ein Kommentar

Man kann sich die Welt natürlich einteilen in “asoziale Medien” und das, was man selbst liest. Damit marginalisiert man aber das Problem. Als Mann ist es leicht, nur das zu lesen, was einem Lieb ist und dann existiert der Rest wahlweise gar nicht oder ist eben so klein, dass man plötzlich überrascht tut, wenn andere auf das Problem hinweisen. Frauen haben dieses Privileg nicht. Sie sehen sich jeden Tag damit konfrontiert, dass sie in Jobs wie diesem dreimal so hart abliefern müssen, ehe sie akzeptiert werden. Das ist auch kein Gefühl, das ist kein “getriggert” sein, das sind Fakten. Glaubt ernsthaft jemand, das aktuelle Verhältnis von Männern zu Frauen spiegelt auch nur annähernd die Realität wieder, wenn es um Leistungsfähigkeit geht?

Thema Gender Pay Gap. Auch hier ist es ein Fakt, dass Frauen weniger Geld zur Verfügung haben, dass sie schlechter bezahlt werden (Tabea Kemme hat dazu neulich wieder interessante Insights zu ihrem Job als Expertin im Männerfußball gegeben) und dass sie sich die teure Ausbildung im Trainer*innenjob tendenziell weniger leisten können als Männer. Selbstredend gibt es weitere Komplexitätsebenen. Mein Problem ist nicht, dass Hummels mehr verdient in seiner Karriere als Hegering. Mein Problem ist, dass ihm die Chancen für eine weitere Karriere eher hinterhergeschmissen werden, während Hegering deutlich härter dafür arbeiten müsste. (Fiktive Beispiele)

Aber wir müssen gar nicht auf dieses Level schauen. Ich habe mich vor ein paar Wochen mit einer Trainerin unterhalten, die dabei ist, sich durch die Lehrgänge zu prügeln. Ich habe mich davor bereits mit zig Trainern und Trainerinnen unterhalten. Ich ärgere mich, wenn mir jemand unterstellt, ich würde etwas schreiben, weil ich getriggert bin. Die Verkürzung auf “ich lese Medien” ist dann eben auch nicht korrekt.

Denn den Teil lässt du in deiner Replik einfach außen vor. Ein wiederkehrendes Problem in der Trainer*innenausbildung sind nun mal die Finanzen. Frauen werden insgesamt schlechter bezahlt, sie leisten im Alltag mehr Care Arbeit und haben entsprechend auch weniger Ressourcen in beiden Bereichen: Geld und Zeit. Das sind einfach Hürden, die da sind. Sicherlich gibt es auch jene Beispiele, in denen es andersherum ist oder in denen es ausgeglichen ist, das ändert aber nichts daran, dass es insgesamt betrachtet anders aussieht. Im Schnitt bleibt es eine Hürde für Frauen.

In einem Kommentar geht es nicht darum, jedes Thema im Detail aufzudröseln, er soll und muss prägnant sein. Es ist ein maßgeblicher Sinn dieser Gattung, Diskussionen anzustoßen und dafür braucht es keine abschließende Analyse. Und deshalb ist es auch okay, Themen anzuschneiden oder nur zu nennen. Denn exakt dadurch entstehen weitere Debatten und Leser*innen können das Thema weiterdenken.

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Zingler stellt klar: Eta ist fünf Spiele Unions Männercoach - kicker

„Marie-Louise Eta hat vor zwei Wochen mit ganz großer Überzeugung, wir beide haben mit ganz großer Überzeugung einen Vertrag für die Frauen-Bundesliga unterschrieben“, sagte Zingler. Geschäftsführer Horst Heldt hatte zunächst die Zukunft über die Saison hinaus offen gelassen und damit nicht ausgeschlossen, dass Eta länger Männer-Cheftrainerin bleibt.
„Marie-Louise Eta wird für fünf Spiele hier verantwortlich sein und danach wird sie die Frauen übernehmen“, sagte Zingler. Mit der Diskussion über eine Verlängerung des derzeit auf die letzten fünf Saisonspiele vereinbarten Engagements tue man niemandem einen Gefallen, meinte Zingler."

Der Versuch einen Deckel auf die Diskussion zu machen.
Sollte man alle/oder viele Spiele gewinnen, könnte das natürlich einen Hype entfachen, der schwer wieder einzufangen wäre.

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Ich finde es trotzdem perfekt gelöst:

Man nimmt damit wenn es „normal“ läuft allen den Wind aus den Segeln - sie wird dann so oder so wie geplant Trainerin bei den Frauen. So lassen sich keinerlei negative Rückschlüsse ziehen wenn der potentielle Hype nicht zu einer Weiterverpflichtung bei den Herren führt und man nimmt ihr so jeden Druck erstmal.

Und trotzdem wird dann wenn es erfolgreich war früher oder später ihr auch die Tür zur Top Herrenfußball Trainerin (wenn sie da denn überhaupt langfristig Bock drauf hat) komplett offenstehen. Erstmal weitere Erfahrung als Cheftrainerin (bisher bei den Herren ja nur Erfahrung als Co) bei den Frauen wird auch dafür sicherlich nicht schaden.

Hoffentlich geht die Tür dann eben mittelfristig nicht nur bei Union sondern auch anderen Erstliga Clubs in ganz Europa auf!

Theoretisch fände ich es auch ein falsches Bild Marie Louise Eta direkt bei den Männern als längerfristige Cheftrainerin zu installieren, denn dann bevorzugt man wieder einmal die Männer gegenüber den Frauen.

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Steffen Baumgart wurde von Union entlassen wegen mangelnder Ergebnisse. 11 Punkte in 14 Spielen und nur noch 6 Punkte Vorsprung auf Platz 16. Jetzt Frau Eta zu holen statt Friedhelm Funkel ist dann schon ein starkes Zeichen. Vertrauen ist da, aber liefern muss die Mannschaft jetzt.

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Bezeichnend das im Doppelpass über eine Frauentrainerin und deren Effekt auf künftige Generationen diskutiert wird und genau KEINE Frau dort sitzt.

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Die müssen um diese Zeit den Sonntagsbraten zubereiten. Und auf die Kinder aufpassen. Und das Haus putzen. Und die Hemden ihrer Ehegatten bügeln.

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Schaut noch wer RB - Union auf sky? Habe in 15 Minuten Spielzeit von beiden Küppers mindestens schon 20 mal den Namen „Mari-Luise Eta“ gehört. Als ob es nur noch um sie ginge? Nervt…

Und so geht’s weiter: Rönnow verletzt raus: der nächste Rückschlag für Marie-Luise Eta…:roll_eyes:

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Das ist echt bitter gelaufen für Union und Eta.

Aufgrund von St. Paulis Schwäche scheint der Klassenerhalt von Union gesichert. Ein Sieg in den verbleibenden drei Spielen wäre aber schon wichtig.

Beste Saisonleistung von Union gestern gegen völlig überforderte Augsburger, für die es - im Gegensatz zu Union - noch um das Erreichen von Saisonzielen ging. Eindrucksvoller konnte Eta diesen Job nicht beenden, da bleibt es nur zu gratulieren!

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Das würde ich zwar nicht als Argument aufführen weil das oft eher zu hemmen scheint (siehe Hoffenheim und Heidenheim) aber ja. Wir waren auch erstaunt gestern wie sehr das nach Fußball aussah. Das hat man glaube ich unter Baumgart nicht einmal in der Form gesehen. Respekt und alles Gute!!

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Union macht einen Fehler Eta nicht als Cheftrainerin des Herren Teams zu behalten.
Das hat jetzt ein wenig gedauert. Mit Handauflegen funktioniert guter Fußball oftmals nicht.
Aber das hat Hand und Fuß was man die letzten Spiele gesehen hat.

Lustrinelli ist kein schlechter. Aber er kennt weder Liga noch Land noch sonst etwas.
Der braucht auch Zeit. Eta hätte jetzt ein Konzept das funktioniert und das man mit einer Vorbereitung und ein paar Transfers noch optimieren könnte.

Ich habe selbst aus genau diesem Grund überlegt, ob ich diesen Punkt anführe. Kurz vor großen, womöglich langersehnten Erfolgen und auch in großen Abstiegsnöten können Spielern sicher mal die Knie schlottern. Aktuell also Heidenheim. Bei Augsburg und im Grunde auch Hoffenheim sehe ich das eher nicht.

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Das Problem könnte sein, dass zuvor schon die Übernahme des Bundesligateams der Frauen vereinbart war. Es hätte dann bedeutet, dass die Frauen hinter den Männern hätten zurückstehen müssen. Dass man das von vornherein ausschloss, dürfte eine weitsichtige Entscheidung gewesen sein.

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Genau das ist auch mein Punkt, weswegen ich es gut finde, dass sie zu den Frauen geht. Man setzt beide Teams als gleichwertig an. Wenn sie irgendwann Mal den Wunsch äußert, wieder zurück zu den Männern zu gehen, kann man das immer noch diskutieren. Aber das direkt nach diesen paar Wochen zu machen wäre mMn ein ziemlich mieses Zeichen gegenüber des Frauenteams.

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Trotzdem hast du jetzt eine Art Schattentrainerin. Eta ante portas oder aus Eta wird eine Art Terzić.

Sollte es nicht laufen, werden da Stimmen in die Richtung kommen.

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Ja, natürlich. Eine der typischen “Schattenseiten” des Erfolgs. Sollte man aktuell noch einmal dieses Szenario und das der Zurücksetzung des Frauenteams gegeneinander abgewogen haben, so hätte man aus meiner Sicht richtig entschieden.

In den 90er Jahren gab’s übrigens sowas mal bei den Männern des FCB. Wenn einer der durchaus renommierten Trainer schwächelte - wohlgemerkt auf hohem Niveau -, mussten die Herren R. und R. subito für Kaiser Franz das Feld räumen.

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Wer einen Kaiser im Klub hat…

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Oder jetzt eine Eta …

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