Veröffentlicht unter: Last-Minute-Sieg: FC Bayern bleibt an Wolfsburg dran
Die FC Bayern Frauen gewinnen das schwere Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen mit 3:2 und bleibt den Wölfinnen auf den Fersen. Unser Neuzugang Celina und Florian berichten für euch Das war knapp: Der FC Bayern hat bei Bayer 04 Leverkusen trotz zweifachem Rückstand dank Treffer von Vanessa Gilles, Edna Imade und Alara mit 3:2 gewonnen. Für die Werkself traf Paulina Tomasiak doppelt. Miasanrot als App und auf Social Media Weitere Artikel zum FC Bayern München: FC Bayern Frauen schlagen Mainz Giulia Gwinn ist Fußballerin des Jahres – ein Kommentar Zur aktuellen Podcast-Folge Sieg in Leverkusen: Der Spielverlauf Die personalgeschwächten Leverkusenerinnen…
Ich finde, die erste und die zweite Halbzeit waren grundverschieden.
Ich nehme an, der Trainer war mit der ersten Halbzeit sehr zufrieden: gefühlt 90% Ballbesitz, gefühlt tausend Pässe, gefühlt 90% Passquote, ziemlich perfektes Tikitaka, wie spanische Trainer (oder Trainerinnen) Fußball lieben. Nach Schlusspfiff wirkte er nicht mehr sehr zufrieden: die Ballkontrolle war futsch, viele Spielerinnen hielten ihre Positionen nicht, die Passquote sank, es war wild.
Mir persönlich, aber nur mir, gefällt der Fußball aus Halbzeit zwei besser, zumal ich glaube, dass die Schlüsselspielerinnen des Kaders (Bühl, Harder, auch Kett, beide Mittelstürmerinnen, und auch Proost) ihre Stärken nicht im Klein-kein am Strafraum haben. Ist aber nur meine Meinung. Mein Highlight letzte Saison war der Tempo-Fußball aus Halbzeit zwei gegen Arsenal . Ich bin keine Taktikexpertin, aber für mich zeigte die erste Hälfte die Schattenseiten von TikiTaka-Fußball. Viel Ballsitz, aber überwiegend in komplett ungefährlichen Zonen, Torchancen gab es quasi gar nicht, die Konteranfälligkeit ist wahnsinnig hoch. Sarina Wiegman hätte als Trainerin des gegnerischen Teams ihre helle Freude.
Klara Bühl hat so viele Stärken, das Klein-klein gehört nicht dazu. Nach dem zehnten Querpass an der Strafraumgrenze zu Pernille Harder wurde ich fast wahnsinnig. Ein Glück hat der Leverkusener Trainer (oder die Euphorie des Teams?) die Taktik in Halbzeit zwei verändert: Leverkusen attackierte jetzt früh, Bayern hatte endlich Räume. Auch bei Bayern dachte ich, es hätte neue Anweisungen gegeben, aber da der Trainer nach dem Spiel die erste Halbzeit als “die beste in dieser Saison” bezeichnete, war das wohl eine falsche Wahrnehmung meinerseits.
Zwei Anmerkungen noch. Auch wenn mir niemand zustimmt: wenn Sarah Mattner nicht vorne, sondern hinten rechts gesehen wird, könnte man doch Giulia Gwinn dafür rechts vorne positionieren. Offensiv in Halbzeit zwei war sie heute toll, vor dem 2:1 dachte ich aber wieder: wo ist eigentlich die rechte Außenverteidigerin?
Die Waffe Eckbälle, Kopfball Vanessa Gilles wurde wenig genutzt. Und heute war gut zu sehen, wofür man eine Edna Imade im Kader hat: sobald auf sie geflankt wird, ist sie extrem torgefährlich. Nach wie vor schade, dass es Alaras beste Position (meiner Ansicht nach ist sie eine Box-to-Box-Spielerin like bei den Männern Leon Goretzka) in Barcalas System nicht gibt.
Ich schließe mich deiner Meinung an! Genau das habe ich gestern in meinem privaten Umfeld auch gesagt. Manchmal bist du glaube ich gezwungen, klein klein zu spielen oder wie im Handball zu versuchen, um den Strafraum herum zu spielen, bis sich irgendwann mal was ergibt. Und Bayern wirkte ja auch sehr dominant damit. Aber am besten und attraktivsten ist es, wenn die Spielerinnen das machen können, was sie nun mal am besten können. Schnell nach vorne spielen mit Platz vor sich und dann Chancen kreieren. Wenn Bühl, Harder, Kett, Damnjanovic,… vorwiegend klein klein spielen, kann zwar auch hin und wieder was bei rauskommen, aber du legst ihnen schon so ein bisschen Ketten an. Aber das ist ja vermutlich auch der Plan der Gegnerinnen
Für so eine schnelle direkte Spielweise brauchst du aber auch ein Mittelfeld, was diese Bälle spielt, die beispielsweise Oberdorf zuletzt gespielt hat. Leider sind bei uns aber auch immer wieder haarsträubende Ballverluste drin, die, wenn du schnell und direkt nach vorne spielen willst, das Spiel schnell chaotisch machen können, weil sich dann ständig der Ballbesitz wechselt.
Ich habe mich während des Spiels manchmal gefragt, warum Bühl so wenig flankt, sondern ständig nach innen zieht und dann den Ball zu einer Spielerin spielt, die gerade in einer Position ist, in der sie weder sofort schießen noch flanken kann. Oft wäre eine Flanke von ihr meiner Meinung nach die bessere Option gewesen. In der vergangenen Saison sind auf diese Weise ja auch viele Tore gefallen. Ich frage mich, ob das ihre persönliche Entscheidung war oder ob das eine Vorgabe vom Trainer war.
Naja, es ist ja schon der Spielstil des Teams. Viele Pässe, immer wieder Kombinationen in den Halbräumen um die Gegner in Fehler zu locken und die nötige Lücke zu öffnen.
Natürlich ist Bühl am besten wenn sie mit Platz und Tempo auf eine Gegnerin zu laufen kann, aber das muss ja das andere Team auch erlauben. National spielen die wenigsten Teams so offensiv mit, dass sich eine Chance wie beim 2:3 gestern öfter im Spiel ergibt. Dazu muss man die Gegner meist erstmal müde spielen.
Wenn Leverkusen wie gestern in der ersten Hälfte massiv vor dem eigenen Tor steht, dann bleibt ja eigentlich nur das kleinteilige Kombinieren und die Suche nach der Lücke. Eine WOB-Style-Flankentruppe ist das Team (glücklicherweise) nicht.
Nur kurz: Da würde ich Gwinn absolut freisprechen. Das Team ist im Spielaufbau und Gwinn entsprechend höher positioniert. Sie hat hier nicht mit dem Katastrophen-Ball von Kett rechnen können.
Und letztlich: Ein längerer Ausfall von Amani wäre aktuell eine mittlere Katastrophe. Dann müsste Zadrazil sehr schnell wieder richtig einsteigen. Gestern konnte man meiner Meinung nach sehr schön die Vorteile und Nachteile von Tanikawa in der Zentrale sehen. Ihre Ruhe am Ball hilft sehr und ein paar Bälle, die sie ins letzte Drittel gespielt hat waren richtig stark (siehe das 2:3).
Gleichzeitig war der Ballverlust vor dem ersten Gegnertor schon hart. Hinzu sind defensives Stellungsspiel und Tempo nicht ideal.
Ich fand uns ehrlicherweise auch richtig stark in diesem klein klein.
Ich stimme dir vollends zu
Und man muss auch sagen, wenn selbst Leverkusen so tief steht, wann will man dann national schnellen Konterfussball spielen???
Vor allem, weil man gesehen hat, dass wir unter Druck in der aktuellen Mittelfeldbesetzung einfach Probleme haben.
Bedeutet, es ist besser für uns den Ball zu haben, als auf den Gegner zu warten.
Das Mittelfeld zwischen der Amani Aus- und der Zadrazil Einwechslung war ein so genannter Hühnerhaufen.
Wenn uns Amani jetzt ausfällt wie von Rech angedeutet, dann wird’s ganz ganz schwer.
Köln ist dann schon ein harter Brocken bei ihrer aktuellen Form, aber City wird dann ein Ritt auf der Rasierklinge.
Weil dann hast du kein Mittelfeld, dass wirklich Druck absorbieren kann und gegen den Ball länger gut arbeitet.
Ich stimme euch zu, dass das der Spielstil des Teams ist. Ich hab ja auch gesagt, dass die Gegnerinnen ja auch darauf hinarbeiten, dass wir keinen Raum haben und die Spielsituation (wir sind schon im Ballbesitz und die Gegnerinnen stehen geordnet hinten drin) gibt viele Räume auch meistens nicht her. Die müssen wir uns dann eben mit guten Kombinationen, meist auf engem Raum, selbst schaffen. Dafür haben wir es in der ersten Hälfte mehr als nur ordentlich gemacht. Darum ging es mir ja gar nicht, dass wir es nicht gut gemacht haben.
Ich meinte nur, dass ich persönlich es deutlich attraktiver finde, wenn unsere Offensivspielerinnen genug Platz vor sich haben, um ihr gesamtes Potenzial zeigen zu können. Dass es meistens anders ist, ist mir klar.
Da stimme ich zu. Die Gegner sind halt immer das nervige beim Fußball. ![]()
Generell wäre es natürlich schön, wenn die anderen Teams auch offensiver spielen würden. Rein für die Attraktivität des Spiels. Aber das kann man schlecht verlangen.
Ich würde beim Klein klein auch den Vorteil der Dominanz und Defensivstärke sehen. Denn die Gegner müssen die ganze Zeit rennen und verschieben und ermüden dadurch mit der Zeit aber kommen im Optimalfall zu gar keiner Chance, weil sie den Ball nie in einer gefährlichen Situation erobern können. Deswegen hat Bayern ja traditionell in der Bundesliga in den letzten Jahren so wenige Gegentoren gegenüber zum Beispiel Wolfsburg.
Das Kick&Rush was wir gestern so ab Minute 70-75 gesehen haben, war/ist zwar aufregender als neutraler Zuschauer, aber mir ist da mehrmals das Herz in die Hose gerutscht bei den Aufbaufehlern unserer Spielerinnen.
Ich fürchte, es ist vor allem der Spielstil des Trainers, der dann ja auch die erste Halbzeit (0:1) als “die beste in dieser Saison” bezeichnete, die zweite (3:1) als weniger gut.
Ich habe das Gefühl, das System dieses Trainers (in der Hoffnung, Barca zu werden) behagt zumindest nicht allen Spielerinnen. Aber das ist Geschmacksache. Ich habe nur ganz kurz ins Männer-WM-Finale reingeschaut, ich finde dieses spanische System extrem langweilig. Und gestern Halbzeit eins ging es mir genauso.
Nicht nur er
Auch Kett und Rech haben das jeweils unabhängig voneinander gesagt und es war auch in meinen Augen die beste Halbzeit.
Bis auf die letzte Aktion war das unfassbar dominanter und guter Fußball.
Die zweite Halbzeit war Chaos zu größeren Teilen.
Man hat deutlich mehr zugelassen.
Und selbst auch kaum mehr selbst kreiert als in der ersten Hälfte.
Das Team steht seit AS vor allem für Kontrolle und Dominanz durch eigenen Ballbesitz vor allem in der Liga.
Das ist wirklich kein Alleinstellungsmerkmal von Barcala.
Ohne jeden Überraschungseffekt, ohne jede individuelle Kreativität. Für mich war das Fußball, der theoretisch auf eine Tafel aufgezeichnet wurde und dann eben so runtergespult wird. Und der sich selbst genug ist.
Es passt halt nicht zusammen, wenn man einerseits jammert, dass Georgia Stanway eine Liga bevorzugt, die interessanter ist, und man dann selbst so spielt, dass man sich an den Strafraum des gegnerischen Teams stellt und den Ball hin und her schiebt.
Da stimme ich @maestroflave zu. Es ist der Stil des Teams seit Straus übernommen hatte. Man hat das im Großen und Ganzen sehr erfolgreich umgesetzt. Barcala hat es meiner Meinung nach in ein paar spannenden Nuancen verändert und weiterentwickelt.
In dieser Saison läuft es noch nicht so richtig (aus verschiedenen Gründen), aber die vergangene Spielzeit hat es deutlich gezeigt.
Das kann schon sein. Vermutlich gibt es in einem Kader von 23 Spielerinnen immer die eine oder andere, die in einem anderen System noch besser wäre. Aber ehrlicherweise sehe ich nicht viele Spielerinnen, die ich so einordnen würde. Alle Topspielerinnen (oder Leistungsträgerinnen oder wie auch immer) haben in genau diesem Stil richtig stark geliefert.
Aktuell würde ich sagen, dass leider die Mittelstürmerinnen Imade und Damnjanovic nicht perfekt zum Stil passen. Aber spätestens bei Damnjanovic gehen hier schon die Meinungen auseinander.
Nicht interessanter, sondern kompetitiver.
Competitive =/= interessant
Und interessant ist Ansichtssache.
Manche finden Ballbesitz besser, andere halt Kick and Rush.
Aber in einer Liga in der man Favorit ist in eigentlich jedem Spiel, ist ein Spielstil der das trainiert sinnvoll, weil man kann nicht gegen Gegner temporeichen konterfussball spielen wenn die einem kein Platz geben.
Und langweiliger Fußball bei all den Rotationen und Rochaden wie Bayern sie spielt finde ich ne besondere Ansicht.
Ich würde den Fußball des FC Bayern auch nicht als uninteressant beschreiben, insbesondere für diejenigen, die mit Ballbesitzfußball und dem spanischen Stil etwas anfangen können. Aber sowas reißt einen zugegebenermaßen nicht unbedingt mit, das ist nichts spektakuläres. Das ist kontrollierend, berechnend, den Zufall möglichst ausschaltend.
Aber ich glaube nur so kann Bayern in der Bundesliga so dominieren. Anders geht es nicht. Unter Straus war es mMn zum Teil sogar noch kontrollierender und weniger offensiv ausgerichtet. Davon abgesehen ist der Stil aber auch nach Straus gleich geblieben.
Aber so ein Stil hat eben immer zwei Seiten, wie oben schon beschrieben.
Alles richtig, was ihr schreibt. Nur warum wurde in Halbzeit zwei denn anders gespielt, wenn die erste Halbzeit so dermaßen perfekt war? Ja, Leverkusen war so dumm oder euphorisch, früher zu pressen, aber wenn Bayern dermaßen dominant war wie gesagt, wäre das ohne Folgen geblieben. Für ein wildes Spiel braucht es zwei Teams. Und warum wechselte der Trainer, wenn alles so perfekt war?
Die Änderung in der zweiten Halbzeit kann verschiedene Gründe haben. Wie du sagst kann Leverkusen ein Grund sein, aber vielleicht wollte Bayern auch selber noch aktiver werden. Insbesondere nach dem man nach dem eigenen 2-1 wieder gleich in Rückstand geraten ist, hätte ich das Gefühl, dass irgendwie doch der Druck größer geworden ist.
Bis zum 1:1 respektive 2:1 für Leverkusen hatten wir auch in der zweiten Halbzeit die Kontrolle.
Dann ist man nervös geworden und Leverkusen nochmal deutlich mutiger und dies Kombination hat für eine deutliche momentumsverschiebung gesorgt.
Da wollte man gegen angehen mit den beiden offensiven Wechseln, die dann zumindest fürs 2:2 gesorgt haben.
Der Kettwechsel hat sicher auch mit ihrer Verletzung zu tun und man wollte nichts riskieren.
Der Amani Wechsel, auf den dann die wildeste Phase folgte, kam ja nur wegen ihrer Verletzung zustande.
Und kaum hatte man mit Zadrazil jemanden auf dem Feld, die zumindest für bisschen mehr Kontrolle steht, wurde das Spiel wieder ruhiger und kontrollierter.
Man spielte sich Chancen raus, hat aber deutlich von der Leverkusener Unterzahl beim 3:2 profitiert.
Aber warum denn, wenn doch alles nahe an der Perfektion war? Bei “noch aktiver” würde ich das erste Wort streichen, denn das Ball hin und her schieben an der Strafraumkante war überlegen, durchdacht mit beeindruckender Passquote, aber aktiv fand ich das jetzt nicht.
Ich erinnere mich an das CL-Halbfinal-Hinspiel, ich fand das Spiel in der ersten Halbzeit komplett ohne jede Dynamik, Barca schob sich den Ball hin und her, die Spielerinnen standen quasi, und ich dachte damals: “England kann ich verstehen, aber was will Klara Bühl in so einem System??”
Und in Halbzeit spielte man sich den Ball hin und her. Das ist der Unterschied.
Man hatte die höheren xG in der ersten Hälfte wenn auch nur knapp mehr als in der zweiten Hälfte.
Sorry to say.
11 zu 4 Schüsse in der ersten Hälfte.
6 zu 5 Schüsse in der zweiten Hälfte.