Wenn die Zahlen das sagen, warum sagen die Spielerinnen dann, der Abschluss habe gefehlt?
Weil man trotzdem aus dem Übergweicht noch mehr Abschlüsse hätte generieren müssen.
Das hab ich auch nicht bezweifelt.
Aber in der zweiten Hälfte hat man die weniger aabschlüsse die man hatte, wesentlich gefährlicher aufs Tor gebracht.
Das war beim Abschluss der Unterschied.
Die Chancen an sich waren ähnlich groß.
Ich erfinde die Zahlen ja nicht.
Ohne die zwei massiven individuellen Fehler vor den Toren hätte man Leverkusen halt gar nicht erst so ins Spiel geholt.
Aber ist okay, der Spielstil ist nicht deiner, hab ich verstanden.
Nur scheint man beim Verein ja zufrieden damit zu sein.
Und wie oben angemerkt worden ist, ist der Spielstil unter Barcala schon direkter und offensiver als noch unter AS.
Vllt ist der nächste Trainer so jemand wie Lerch und dann spielen wir umschaltfussball und flanken gegen Aufsteiger.
Das gefällt dir dann vielleicht mehr.
Schönen Abend.
Ich glaube hier ist ein toter Punkt in der Diskussion erreicht.
Nur einen Punkt noch. In einem englischen Forum habe ich gelesen: Arsenal spielt Renée Slegers-Fußball, Chelsea spielt Sonia Bompastor-Fußball (hey, es gibt sogar Trainerinnen, die nicht ganz unfähig sind!), es wäre dumm von London City Lionesses, einfach ein paar Barca-Stars zu holen und zu glauben, nun spiele man wie Barca. Und ich glaube, Bayern hat so großartige Spielerinnen, Pernille Harder, Klara Bühl, Lena Oberdorf, und hochbegabte Talente wie Franzi Kett, Momoko Tanikawa, Sophie Proost, mir ist nicht klar, warum die eine Barca-Kopie werden sollen, obwohl hier keine Alexia und keine Aitana spielt.
Schönen Abend.
Ich finde es ein wenig schräg, dass jetzt Debatten um den Spielstil entstehen. Seit Alex Straus spielen wir diesen Stil, Barcala ist dabei, ihn zu verfeinern, seitdem dominieren wir national und steigern uns international bis zuletzt ins CL-Halbfinale.
Nicht schlecht für reine Kopisten, oder?
Die nackte Wahrheit ist meines Erachtens folgende:
Ein ballbesitzorientierter Stil dieser, unserer Machart ist für langfristige Dominanz schlicht am erfolgversprechendsten. Ästhetisch kann man immer geteilter Meinung sein, aber ein Spiel zuvorderst auf physischen Attributen oder Zweikämpfen aufzubauen, ist in einem Spiel vielleicht erfolgreich, auf Sicht und Dauer jedoch klar im Nachteil. Unsere nationale Dominanz beruht auch darauf, dass sich Wolfsburg zum Beispiel spielerisch nicht weiterentwickelt hat. Da heißt’s im Zweifel immer noch: Flanke Huth, Kopfball irgendwer.
Ich mag es auch nicht, wenn man den spanischen Stil diffamiert, indem man ihm unterstellt, es wäre ein Ball-Hin-und-Hergeschiebe. Das ist es aber nicht. Manchmal wirkt es so, weil sich die spielerisch unterlegenen Teams oft derart zurückziehen, dass kaum mehr Räume vorhanden sind. Aber die wesentlichen Punkte sind Gegenpressing und Ballbesitz. Das Positionsspiel muss auch passen, den Float zu mehr Rochaden sieht man bei Bayern seit Barcala in immer mehr Ansätzen.
Es ist auch ein Irrtum, dass man diesen Stil nur mit Aitanas und Alexias spielen kann. Natürlich ist eine Aitana Gold wert, aber die Ballzirkulation kommt zustande, indem alle wissen, was sie zu tun haben, nicht allein wegen der technischen Brillanz einer Individualistin.
Die erste Halbzeit gegen Leverkusen war nicht “perfekt”, aber sie hat Barcala gefallen, weil wir total dominant waren. Es hat lediglich die Zuspitzung gefehlt. Was kann man allen Ernstes gegen Dominanz haben?
Je weiter sich der Spitzenfußball bei den Frauen entwickelt, werden sich die Stile sowieso annähern, so wie bei den Männern auch. Die Zeiten von Klopp’schem Heavy Metal versus Pep’schem Ballett sind vorbei. Große Teams haben beides im Repertoire, können aber im direkten Vergleich Nuancen anpassen. Aber dass wir diesen Stil beherrschen, den wir seit Straus spielen, ist Grundvoraussetzung, um oben mitzuspielen.
Wenn wir diesbzüglich im direkten Duell gegen Barca zumindest mithalten könnten, aber dann mit einer Imade im Sturmzentrum noch eine gewisse Wucht entfalten könnten, wäre sowas wie ein Idealbild erreicht.
Und zuletzt:
Es stimmt auch nicht, dass unser Spielstil jegliche Kreativität und Individualität verhindert. Im Gegenteil, einer der Aspekte von Ballzirkulation ist es schließlich, dass die individuellen Superkönnerinnen nicht dauernd ins Eins-gegen-Drei müssen, sondern etwas Platz bekommen. Und hätten wir immer noch eine Stanway, würde das auch heuer schon wieder besser funktionieren, weil ihre Diagonalbälle fehlen. Wir spielen manchmal etwas zu langsam. Aber nicht falsch, und auch nicht unattraktiv.
Welche Tore sind denn aus diesem TikiTaka entstanden? Die allermeisten Tore sind nach Ecken oder Freistößen von Klara Bühl gefallen, direkt verwandelt oder von Vanessa Gilles mit Kopf veredelt.
Und nein, ich will diesen Männerfußball bei den Frauen nicht, ich will auch keine xGoals, kein Pyro, keine Hassgesänge und keine Taktiksysteme, die die individuellen Spielerinnen in ein System pressen.
kein einziges Tor gegen Arsenal fiel durch diesen Spielstil
kein einziges Tor gegen ManU fiel durch diesen Spielstil
kein einziges Tor gegen Barca fiel durch diesen Spielstil
Alle diese Tore waren toll und hatten mit der ersten Halbzeit am Montag nichts zu tun
Mir ist nach all deinen Beiträgen noch immer nicht klar was du eigentlich sehen möchtest.
Ich habe eine Vorstellung was dir alles nicht gefällt, aber ich checke nicht welchen Fußball du sehen möchtest.
Beziehen wir das mal auf den FCB. Welche Spielerinnen werden denn hier aufgehalten?
Bühl? Sicher nicht. Letzte Saison vermutlich Top3-Spielerin in Europa.
Harder? Top-Leistungen in jedem Bayern-Jahr.
Stanway? Zur Weltklasse-ZM gereift.
Tanikawa? Auf dem Weg in die Weltklasse, eine der besten jungen Spielerinnen.
Kett? Same.
Dallmann? Im Herbst der Karriere nochmals richtig abgeliefert.
Alles Spielerinnen, die enorm von diesem Fußball profitieren.
Ich gebe dir bei allen Spielerinnen recht.
Ich spreche von der ersten Halbzeit am Montag. Und da fand ich Bühl nicht Top 3 in Europa, Harder auch keine Topleistung und Tanikawa auch nicht Weltklasse. Ich fand aber die erste Halbzeit in Leverkusen auch nicht typisch für dieses Team. Aber das darf jeder und jede anders sehen.
Ich würde gerade nicht unbedingt darauf gucken, welche Spielerin individuell wie gut performt hat. Gerade in der jetzigen Situation nicht, wo es entscheidende Ausfälle gibt und man nicht mit der „besten“ Elf spielt und auch noch nicht alles greift.
Sollten wir wieder ein echtes Mittelfeld haben und Tanikawa und Harder eins vorrücken, hätten wir (sage ich) direkt mehr Kreativität vorne und weiter hinten Spielerinnen, die sowohl defensiv gut absichern als auch nach vorne gute, überraschende Bälle schlagen können. Gerade fehlt uns das ein bisschen und wir sind teilweise im Aufbau einfach zu langsam, selbst, wenn wir den Ball schnell spielen, weil wir noch zu wenig längere und öffnende Bälle spielen. Das ist meiner Meinung nach aber nicht unbedingt das Problem der Spielidee, sondern wie gesagt unter anderem das Problem der teilweise improvisierten Aufstellung auf entscheidenden Positionen. Auch, dass Kett jetzt zurück ist, kann bei gleicher Idee extrem viel bewirken.
Die erste Halbzeit in Leverkusen fand ich gut. Der Ball lief gut, man hat sich gut bewegt und ich kann es natürlich nicht wissen, aber ich sage jetzt einfach mal, dass mit einer passenderen Aufstellung auch noch die entscheidenden Pässe gekommen und Tore gefallen wären. Dazu hat Leverkusen auch einfach großartig verteidigt.
Und man muss ja auch nicht immer einen Spielstil durchspielen. Mir ist das hier irgendwie zu viel „entweder oder“. Mit diesem TikiTaka spielst du die Gegnerinnen müde und du bist dominant, was auch was mit dem Kopf macht, sowohl mit deinem eigenen als auch mit dem der Gegnerinnen. Nach einer Weile kann man sich ja dann immer noch dazu entscheiden, lieber z. B. auf viele lange Bälle zu setzen, wenn die Verteidigerinnen schon müde gespielt wurden. Es gibt ja viele Möglichkeiten. Ein Spielstil kann auch gut und erfolgreich sein, selbst, wenn daraus vorerst kein Tor entsteht.
Also ich liebe es ja am meisten, wenn die Spielerinnen viel Raum vor sich haben, wenn Bühl nur eine Gegnerin ausdribbeln muss und dann bis zur Grundlinie durchlaufen und flanken kann, wenn Harder mit dem Ball am Fuß mit viel Grün vor sich Richtung Tor laufen und dann im richtigen Moment einen klugen Pass spielen kann, wenn Tanikawa im Umschaltspiel drei Spielerinnen vor sich hat, die zum Tor sprinten und sie einen schönen Ball in den Lauf spielen kann etc. Aber ich kann auch anerkennen, dass das meistens nicht möglich ist und auch, dass man selbst einen Spielstil, den ich nicht liebe, gut und sinnvoll und sogar attraktiv spielen kann.
Fußball ist keine Ansammlung von singulären Momenten, oder sagen wir, nicht nur: es ist ein fließendes Spiel. Wenn wir Freistöße kriegen oder die Gelegenheit eines Steil- oder Steckpasses, kann das zugrunde liegende Element der Ballbesitz und die Ballzirkulation sein, woraus die einzelne Szene nur folgt.
So geht’s mir auch. Kannst du genauer beschreiben, was du sehen möchtest abseits von einzelnen Szenen? Ich will auch soviel Vertikalität wie möglich, aber wie schon gesagt: Zirkulation dient auch dem Zweck, etwa Bühl öfter in erfolgversprechende Situationen zu bringen.
Bitte lasst uns doch alle aufhören, “Tiki-Taka” zu sagen. Kaum ein Begriff ist in den vergangenen Jahren so oft so falsch interpretiert und beleumundet worden. Gerne bei Pep nachlesen, wie er damals reagiert hat, als man ihn mit seinem vermeintlichen Spielstil konfrontiert hat.
Aber was hat das jetzt mit Männer-Fußball zu tun…? Es ist einfach Fußball. Der funktioniert für alle gleich. Warum sollte mir ein Stil bei den Männern gefallen, aber bei den Frauen nicht? Das macht doch keinen Sinn. Und ansonsten wirfst du jetzt alles durcheinander: Statistiken werden doch auch bei den Frauen noch erlaubt sein bzw. gar nicht zu vermeiden, ja, Pyro mag ich auch nicht, Hassgesänge noch weniger. Und über das vermeintliche Pressen in Systeme haben wir schon gesprochen, und @Sascha_11 hat es korrekt an Einzelfällen beschrieben: dafür, dass du es so kritisierst, können die einzelnen Spielerinnen bei uns ziemlich gut damit umgehen.
Exakt.
Aus meiner aktiven Zeit kann ich zumindest eines berichten, was meines Erachtens unabhängig von Niveau und Begabung IMMER zutrifft, für jede(n) Spieler:In:
Wenn man den Ball hat und nicht der Gegner, fühlt man sich wohl. Und definitiv inspirierter und kreativer als der Gegner.
Übrigens wird in der neuen Folge auch über das Thema Spielstil und Attraktivität gesprochen. Max kritisiert dabei mMn zu Recht die Annahme, dass kontrollierter Ballbesitzfußball bei den Frauen automatisch weniger attraktiv sei, nur weil der Fußball dort generell etwas langsamer und weniger physisch ist. Denn damit macht man den Männerfußball wieder zum Maßstab und behandelt die Unterschiede des Frauenfußballs direkt als Defizit, das durch besonders intensiven und spektakulären Fußball ausgeglichen werden müsse.
Max bezeichnet diese Denkweise als leicht misogyn. Ich verstehe, was er meint, würde sie aber eher als unterschwellig sexistisch oder männlich geprägt bezeichnen, weil Jonas Stephan das sicherlich nicht bewusst abwertend meint. Der Wunsch nach mutigem und intensivem Fußball ist ja überhaupt nicht das Problem, sondern die Begründung, warum der Frauenfußball diese Spielweise angeblich braucht.
Hier der Link zur Folge und die Diskussion darum startet bei 01:19:50:
Ich hatte den komplett gegenteiligen Eindruck, wenn auch mit positivem Ergebnis für Bayern: dieses Kurzpassspiel an der gegnerischen Strafraumlinie war für Leverkusen so leicht zu verteidigen, dass sie deswegen derart euphorisiert waren, dass sie offensichtlich in Halbzeit zwei dachten: na, jetzt geht’s sogar mit Pressing.
Also ich fand diesen Spielstil im WM-Finale der Männer genauso langweilig.
Kann sein, ja, in den erwähnten Spielen war es aber nicht so.