Kompanys Rotation beim FC Bayern: Zu gewagt oder notwendig?

Veröffentlicht unter: FC Bayern: Kompanys Rotation ist gefährlich – aber notwendig

Der FC Bayern läuft seiner Form aus der Vorsaison noch hinterher. Ein Grund dafür könnte Vincent Kompanys Rotation sein. Die vielen Wechsel des Belgiers stören den Rhythmus der Münchner – und sind dennoch notwendig.    Nach dem Kantersieg gegen Bodø/Glimt unter der Woche ging es für den FC Bayern München am Sonntag wieder in den Bundesligaalltag zurück. Dabei tat sich der Rekordmeister abermals gegen einen Aufsteiger schwer und mühte sich zu einem 2:1-Arbeitssieg bei der SV Elversberg. Die derzeitigen Leistungsschwankungen mehrerer Schlüsselspieler sowie die mehr als mangelhafte Chancenverwertung haben für einen wenig beeindruckenden Saisonstart gesorgt. Es fehlen noch einige Prozente…

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Um die Eingangsfrage zu beantworten: ich glaube, dass die Rotation notwendig und genau richtig ist.

Wie soll man Neuzugänge und Nachwuchsspieler auf die Automatismen einspielen, wenn nicht in Spielen, die man auch mal nicht gewinnen darf ohne dramatische Folgen…

Viele haben in der letzten Saison kritisiert, dass in der Prime Time zu viele Verletzte da waren und die Stammelf schon zu viel in den Knochen hatte … dann kann es doch nur die Alternative geben, jetzt mal von Anfang an anders vorzugehen.

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Mich lässt das an die Klub-WM 2025 denken. Im letzten Spiel der Gruppenphase rotierte Kompany plötzlich wie ein Propeller, das Spiel gegen Benfica Lissabon (danke @k-dog-41!) ging verloren und Bayern geriet als Gruppenzweiter in den Turnierzweig, der bereits in der zweiten Finalrunde zur Begegnung mit PSG und damit zum frühen Ausscheiden führte. Als Gruppenerster wäre man direkt auf Chelsea gestoßen. Am Ende standen Chelsea und PSG im Finale, das Chelsea mit drei zu null Toren für sich entschied.

So hatte die XXL-Rotation zwar zu einer Niederlage geführt und den ersten Gruppenplatz gekostet, gleichzeitig aber das Aufeinandertreffen mit Chelsea in der ersten K.O.-Runde verhindert und so die Mannschaft so lange als möglich im Wettbewerb gehalten.

Für die Spieler aus der zweiten Reihe dürfte das hingegen eine wenig erfreuliche oder gar motivierende Erfahrung gewesen sein. Ich möchte nicht behaupten, sie seien vorgeführt worden, einen Gefallen hat Kompany seinen Ersatzleuten aber auch wirklich nicht.

Ich sagte, die derzeitige Rotation erinnert mich an diese Klub-WM. Denn Kompany rotiert noch immer in ähnlicher, wenngleich abgeschwächter Form: Zuerst kommt die B-Reihe, und wenn die es nicht bringt, dann kommen die richtigen Bayernspieler und räumen den Laden auf - so wird das von erstaunlich vielen wahrgenommen, die nach solchen Spielen direkt wissen, wer nicht das Zeug für einen Stammplatz hat und sowieso nicht genug für uns sein soll.

Nun lese ich, es stecke eine Logik hinter der Weise, auf die Kompany rotieren lässt. Ich frage: welche? Warum starten vier Spieler ohne Stammplatz, um dann alle vier fast zeitgleich gegen die Stammbesetzung gewechselt zu werden? Ich möchte meinen, das ließe sich besser verteilen. Ein möglicher Alternativplan könnte vorsehen, in der Pause sowie in den ersten 10-15 Minuten der 2. Halbzeit zwei Stammspieler zu entlasten und sie gegen zwei Spieler ohne Stammplatz auszuwechseln sowie mit zwei B-Leuten zu beginnen, um sie dann gegen zwei gesetzte Spieler zu wechseln. Damit wäre mehr Struktur und Kontinuität gegeben, womit es keinen Bruch zur Wechselzeit gäbe. Man hätte trotzdem insgesamt vier Stammspieler entlastet und vier B-Spieler auf dem Platz gesehen - dabei wären jedoch immer nur zwei nicht gesetzte Spieler mit neun Stammspielern auf dem Feld unterwegs: Das ergibt m.E. mehr Stabilität, mehr eingespielte Routinen und Abläufe, aussagekräftige Tests und Beobachtungen usw.

Kompany wird einen Grund haben, tendenziell dem radikalen Cut zuzuneigen. Mir kommt seine Rotation so noch immer riskant, kräftezehrend und den Nutzen reduzierend/minimierend vor. Besser als gar keine Rotation ist sie selbstredend trotzdem. Und besser als das in die Niederlage Rotieren wie letzten Sommer ist sie allemal. Wer weiß, vielleicht ist das ja genug.

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Du hast es auf den Punkt gebracht! Selbstverständlich muss VK angesichts des schlanken Kaders und des anstehenden Pensums rotieren.

Ich frage mich allerdings auch, ob es wirklich sinnvoll ist, mit einer B-Elf zu starten, um dann später mit A-Wechseln „den Laden aufzuräumen“, wie Du es so treffend formuliert hast.

Warum startet man nicht „ohne Zwei“ oder wechselt so gestaffelt, wie Du es vorgeschlagen hast? Das erscheint mir sinnvoller als der Plan gegen Elversberg, zumal eine B-Startelf gegen die meisten Gegner absehbar vor größere Probleme gestellt wird.

Aber was wissen wir schon? VK ist ein Guter und wird das schon entsprechend anpassen. Nach der Länderspielpause werden wir vermutlich ohnehin häufiger die „volle Kapelle“ von Beginn an sehen.

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Eigentlich sollte eine “B-Elf” (lustig angesichts der Namen, um die es geht… die wären bei praktisch jedem anderen Bundesligisten Stammspieler) eben gerade nicht gegen die meisten Gegner Probleme bekommen.

Vielleicht ist es genau das, was Kompany erreichen will - dass das Team auch mit 5 “Ersatzspielern” (fast) ohne Abstriche funktioniert. Und wenn das so ist, muss man es auch konkret ausprobieren. Wenn es läuft, kann man die evtl. auch durchspielen lassen, ansonsten gibt’s die am Sonntag gezogene Option, die volle Kapelle einzuwechseln, um keine unnötigen Punkte zu verlieren.

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Der Vergleich mit der Klub-WM passt ganz gut, aber ich sehe da schon einen Unterschied: Bei der Klub-WM war die Rotation eher eine Verlegenheitslösung angesichts der Belastung, jetzt scheint dahinter mehr System zu stecken. Trotzdem stimme ich zu, dass die zeitgleiche Rückrotation von vier Spielern unnötig Risiko produziert – wenn vier Wechsel fast im selben Moment fällig werden, entsteht genau die Bruchstelle, die man eigentlich vermeiden will.

Die gestaffelte Variante (zwei Stammspieler früh raus, zwei B-Leute erst zur Pause oder kurz danach) klingt für mich schlüssiger, weil dann nie die komplette Achse gleichzeitig wechselt. Ob Kompany das bewusst anders macht, weiß ich nicht – vielleicht ist ihm die Belastungssteuerung im Training wichtiger als die spielerische Kontinuität an einem einzelnen Spieltag. Am Ende wird sich das over the season zeigen, ob der Ansatz aufgeht.

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Im vorliegenden Fall hat es doch funktioniert - der Bruch war ja hin zum Besseren …

Ich sehe das Risiko deutlich größer, wenn man mit der Stammelf anfängt und dann sukzessive “B-Elf”-Spieler einwechselt. Wenn es dann nicht läuft, kannst du nicht wieder zurück. Oder du wechselst erst bei 4:0 oder so - dann kannst du aber den zweiten Anzug auch nicht ernsthaft testen, weil der Gegner da im allgemeinen anders spielt als bei noch 0:0 …

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Das ist tatsächlich der zentrale Punkt, der gegen den Ansatz “Start mit voller Kapelle” spricht. Hatte ich in VKs erstem Jahr bei uns auch gerne mal kritisiert.

2 oder maximal 3 Veränderungen in der Startelf, um Rhythmus und Abläufe nicht zu stark zu stören, dann moderate Wechsel nach 45 / 60 Minuten erscheinen mir das stimmiger.

Aber wie immer gilt: VK wird schon wissen, was er tut.

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Kleine Korrektur: Das Spiel war gegen Benfica.
Gegen die Boca Juniors gewann man mit 2:1, das war das 2. Gruppenspiel.

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Ich denke mal, Kompany verfolgt einen Plan. Und der ist nicht in erster Linie auf die Bundesliga ausgerichtet, sondern greift weiter ins kommende Jahr hinein, wenn in der CL die Crunchtime angesagt ist. Und da will Kompany mit seiner Mannschaft nicht nur dabei sein, sondern die gemeinhin engen Spiele am Ende auch auf seine Seite ziehen. Und dazu braucht es mehr als elf Spieler und den einen oder anderen Ergänzungsspieler. Es braucht vor allem Einwechselspieler, die das Niveau des Spiels dann noch einmal anheben. Und die innerhalb des Kaders zu finden, ist jetzt die Mission von Kompany. Das ist natürlich im laufenden Meisterschaftsbetrieb nicht so einfach. Denn verlieren möchte er und wir natürlich auch keines dieser Spiele. Ob dieser Plan aufgeht, wird man von daher erst am Ende der Saison beurteilen können.

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Wenn du das willst, musst du die besten erstmal draußen lassen. Und das will bestimmt keiner in der crunchtime.
Du brauchst Spieler draußen, die dem Spiel eine andere Note geben können wenn dies nötig ist, oder einen ausgelaugten oder verletzten Spieler halbwegs gleichwertig ersetzen können.

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Anderer Gedanke:
Lässt man einen Nicht-Stammspieler von Beginn an spielen, dann wird dieser deutlich mehr gefordert. Er trifft nämlich auf einen ausgeruhten Gegner und muss gegen einen in der Regel tief stehenden Gegner bestehen.
Bei einer Einwechslung zur Halbzeit oder evtl. sogar noch später und einem positiven Spielstand mit evtl. 1-2 Toren Führung spielt es sich definitiv leichter, weil die Gegner dann schon etwas müder sind und evtl. schon den Glauben an ein positives Ergebnis verloren haben.
Und dann kann genau folgendes passieren: der Einwechselspieler nutzt diese Konstellation und man meint, dass er eine vollwertige Alternative ist.
Nach dem Stuttgart-Spiel wurde Saibari in den Himmel gelobt, weil er gegen einen Gegner, der zu dem Zeitpunkt kein ernstzunehmender Gegner mehr war, zwei gute Assists lieferte. Nach seinen Startelfeinsätzen sieht man, dass noch viel Luft nach oben ist. Aber diese Defizite wird er mMn eher beheben, wenn er sich durch schwierige Situationen durchkämpfen muss und daran wächst.

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Deswegen mein Vorschlag, statt mit vier Ersatzleuten loszulegen:

nur mit zwei Alternativkräften starten und etwa nach der Hälfte auswechseln gegen Stammspieler

UND

zwei weitere Stammspieler entlasten und zu Beginn der zweiten Hälfte gegen B-Spieler wechseln

Dann hat man trotzdem vier Stammspieler entlastet und vier Alternativen getestet und Spielzeit gegeben, dabei aber das Teamgerüst über die 90 Minuten insgesamt stabiler belassen und die Wahrscheinlichkeit von Lernerfolgen für die “Neuen” erhöht. Denn bekanntlich profitieren alle davon, wenn die eingeübten Abläufe im Großen und Ganzen funktionieren, auch die Hineinrotierten.

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Es dauert dann aber länger das alle Spieler das entsprechende Level erreicht haben.

Saibari kann ich überhaupt noch nicht einschätzen. Er ist jedenfalls von meinen eher positiven WM-Eindrücken meilenweit entfernt. Technisch ist der Junge gut, aber sein Tempo in 1:1-Duellen ist ja echt mies. Letzteres änderst du auch mit noch so viel Training nicht. Ich bin echt gespannt, wie seine Entwicklung bei uns weiter verläuft. Stand jetzt habe ich kein gutes Gefühl.

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Warum? Ich sehe mehr Gründe dafür anzunehmen, dass es schneller geht. Man will schließlich Spieler haben, die man bei Bedarf einwechseln kann. Also ist es von Vorteil, wenn sie als Vorbereitung mit möglichst vielen Stammspielern und funktionierenden Abläufen gegen z.B. Elversberg überzeugen statt ‘ne schwache erste Halbzeit mit nur sechs etablierten Spielern sowie drei weiteren hineinrotierten Kollegen von der Reservebank auszuhalten, bis alle vier ziemlich gleichzeitig gegen die Großen ausgetauscht werden.

Nochmal ganz runtergekocht aufs Wesentliche: Jedes Spiel hat 2 Halbzeiten. Pro Halbzeit kann ich zwei Ergänzungsspieler bringen. Ich kann stattdessen in der ersten Hälfte vier Ergänzungsspieler spielen lassen und sie in der zweiten Hälfte vom Platz nehmen und Stammspieler bringen.

Die jeweilige Spielzeit bleibt sich gleich. Aber wenn wir ehrlich sind, ist es so abstrakt doch ziemlich offensichtlich, auf welche Weise ich die vier besser an die Mannschaft heranführen kann. Da sehe ich wirklich überhaupt kein überzeugendes Argument dagegen. Mich treibt daher nur die Frage um, was Kompany sieht, was ich nicht sehe. Denn dass er zu beschränkt ist, auf meine Idee zu kommen, glaube ich im Leben nicht.

Man kann die Argumentation drehen und wenden wie man sie braucht … beispielsweise kann man genausogut sagen, wenn nur ein oder zwei “B-Spieler” eingewechselt werden, fängt das Stammelfgerüst deren Schwächen auf und man weiß trotzdem nicht wirklich, ob einer, wenn er die volle Verantwortung tragen muss, dann die geforderten 100% bringt.

Aus meiner Sicht ein müßige Diskussion. VK wird sich etwas dabei denken, wenn er so vorgeht. Wir werden sehen, ob er dabei bleibt oder den Ansatz verändert; und wie dann das Team im Frühjahr drauf ist. Dann gerne zur Wiedervorlage, ob sein Vorgehen richtig oder falsch war :innocent:

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@willythegreat hat vorhin das perfekte Argument geliefert.

Deswegen wird es für die zwei die in der Halbzeit kommen “leichter” sofern ein entsprechender Abstand hergestellt ist und der Effekt verpufft.

Kompany fordert oder überfordert seine Jungs dahingehend bewusst. Den nur aus diesen Situationen kann man lernen und weiter wachsen. Zudem bist du als “B-Elf” nach 3-4 Spielen auch eingespielt und die Abstände, das Passspiel oder der allgemeine Spielrhythmus laufen dann auch besser.

Im Idealfall hat Kompany dann zwei Mannschaft die er nach belieben durchtauschen kann weil die Abläufe gleich bleiben und die Qualität dann auch nicht auf der Strecke bleibt.

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Ist doch simpel:

Wenn wir in der crunch-time mit der A Elf nicht die KO Spiele klar für uns rechtzeitig entscheiden, müssen es die B- Einwechselspieler richten. Oder eben nicht.

Good luck. Xfingers

Die Schwäche im Tempo war denke ich aber schon vorher bekannt und ich würde auch behaupten dass man nicht überrascht von dem langsamen Saibari ist. Und in Spielen wie gegen Schalke oder Bodø/Glimt zum Beispiel ist Tempo im Sinne der Sprintgeschwindigkeit ja auch nicht so wichtig. Da geht’s eher um den Antritt und diesen kann man mMn schon durch Training verbessern.

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