Kompanys Rotation beim FC Bayern: Zu gewagt oder notwendig?

Vor allem geht es auf der 10 oder 9 um Kombinationsstärke auf engem Raum und das wird sich mit fortgeschrittener Eingespieltheit durch Training und Spielpraxis bestimmt noch verbessern. Die Offensive hatte ja überhaupt keine gemeinsame Vorbereitung, das sind unter diesem Aspekt betrachtet quasi noch alles Vorbereitungsspiele was wir bisher gesehen haben. Bisschen Geduld wäre wirklich angebracht…

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Ein 9er wird er dennoch nie. Saibari ist kein Kane back-up. Das Märchen glaube ich nie :laughing:

Ich sehe das ähnlich vor allem macht es ja auch was mit dem Gegner wenn er nach 60 knapp mit Mühe und Not nachkommt und dann kommt der Wechsel und man denkt sich F@#*” das war nur die B 11 Mal ganz davon abgesehen dass ich da nicht von einer b 11 reden würde.

Der Gegner geht eh schon am Zahnfleisch und der gegnerische Trainer muss sei e Reserve Spieler schicken um frische ene für zu bringen und die Bayern schicken dann Olise Kane usw auf den platz. Zudem sind es immer andere 4 Spieler und nie die kompletten Leistungsträger.

Ilso kann man die Spieler wirklich schönen und sie bekommen nicht von Anfang an in die Beine getreten weil der Gegner von Anfang an zeigen will dass er das fehlende können durch Kampfgeist ausgleichen möchte.

Ich glaub dass das das Verletzungsrisiko massiv reduziert

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Danke für den guten Artikel, @Jonas, danke für die gute Diskussion. Ein paar kurze Gedanken ohne Anspruch auf Vollständigkeit und abschließende Wahrheit.

Dass Spieler, die bei der WM lange und viel gespielt haben, jetzt noch geschont werden müssten, um ihnen eine Erholung von dem Turnier zu ermöglichen, überzeugt mich nicht. Dieses Argument hat mich noch nie überzeugt. Diese Spieler sind Mitte zwanzig, Hochleistungssportler und befinden sich auf dem Lebenshöhepunkt ihrer körperlichen Belastbarkeit. Sie hätten schon drei Tage nach dem Turnier wieder voll in den regulären Ligabetrieb einsteigen können.

Ich rede nicht davon, geistig runterzukommen, mal abzuschalten und etwas anderes als Fußballplätze zu sehen. Das mag alles sein. Aber körperlich sind diese Leute knapp zwei Monate nach Abschluss des Turniers definitiv nicht mehr schonungsbedürftig.

Die Erholung der Spieler nach der WM kann daher kein Grund dafür sein, warum Kompany bestimmte Spieler nicht so häufig einsetzt, wie er könnte.

Zur Rotation: Für mich liegt auf der Hand, dass eine umfangreiche Rotation, bei der von Spiel zu Spiel sechs, sieben oder gar acht Spieler ausgetauscht werden, keine sinnvolle Idee ist. Ein Argument, das für die Rotation ins Feld geführt wird, ist, dass unerfahrene, nicht eingespielte Spieler aus der zweiten Reihe so die Möglichkeit bekommen, Erfahrung zu sammeln und sich einzuspielen. Dieser Zweck wird jedoch vollkommen konterkariert, wenn die meisten anderen Spieler ebenfalls unerfahren und nicht eingespielt sind oder wenn die Mannschaft von Spiel zu Spiel so stark durcheinandergewürfelt wird, dass sie in keiner Konfiguration eingespielt ist und den jeweils neuen Spielern damit auch keine produktive Lernumgebung bieten kann.

Offensichtlich ist der Lerneffekt für Spieler aus der zweiten Reihe durch Spielpraxis in Wettbewerbsspielen dann am größten, wenn sie die Minderheit in einer Mannschaft aus gut geölten Leistungsträgern stellen, in die sie eingefügt werden und von der sie auf höchstem Niveau mitgerissen und gefordert werden. Eine Rotation, die diesen Grundsatz verletzt, führt den eigentlich verfolgten Zweck der Stärkung der Spieler, die von der Rotation in die Mannschaft profitieren sollten, somit ad absurdum.

Aus dem gleichen Grund ist eine massive Rotation von Spiel zu Spiel auch für die erfahrenen Spieler der ersten Reihe nicht sinnvoll. Denn dadurch werden sie um die Gelegenheit gebracht, ihre Automatismen, ihre Eingespieltheit und ihr blindes Verständnis füreinander zu stärken. Wie sollen etwa Spieler wie Aleksandar Pavlović, Luis Díaz und Harry Kane ein blindes Verständnis füreinander entwickeln, wenn sie nie oder nur sehr selten zusammen auf dem Platz stehen und sich bei den wenigen Gelegenheiten, zu denen sie es tun, an viele neue Spieler gewöhnen und anpassen müssen? Wie soll das für eine ganze Mannschaft funktionieren?

Ich vermute, dass auch Vincent Kompany merkt, dass eine Massenrotation der Spielkultur und der Konstanz einer Mannschaft nicht zuträglich ist. Das bisherige Maß an Rotation ist vermutlich stark dem bisherigen Spielplan geschuldet. Osnabrück, Schalke, Elversberg – gegen solche Gegner erwartet Kompany wahrscheinlich nicht zu Unrecht, dass auch eine „zweite Garnitur” Siege einfahren können müsste. Heute Abend kommt noch Union Berlin, am nächsten Spieltag Augsburg. Für diese Mannschaften mag das vielleicht auch noch gelten. Ein zweiter wesentlicher Grund wird sein, dass Kompany viele seiner neuen Spieler ausprobieren möchte und muss. Woher soll er wissen, wie gut ein Saibari oder ein Brown oder irgendein beliebiger anderer neuer Spieler unter seinen spezifischen Anforderungen in einem Wettbewerbsspiel funktionieren? Er muss sie testen. Ich erwarte allerdings, dass Kompany die Wechselrate für seine Startelf nach der Länderspielpause sukzessive reduzieren wird und wir dann sowohl spielerisch als auch personell wieder ein höheres Maß an mannschaftlicher Konstanz zu sehen bekommen, wie sie weite Strecken der vergangenen Saison ausgezeichnet hat. Rotation ist schließlich kein Selbstzweck, sondern kann immer nur Mittel zum Zweck sein, und die Zwecke ändern sich.

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Starker Post.

Ich möchte einen kleinen Einschub geben. Es geht nicht nur um Muskeln. Deine 36 Stunden These ist etwas sehr überspitzt, aber das nicht mein Punkt.

Die körperliche Erholung ist nur ein Teil der Gleichung. Eine WM ist für viele Spieler einer der emotionalen Höhepunkte ihrer Karriere. Wenige Wochen später spielt Kane und Olise der von Mbappé umgarnt wird gegen Elversberg oder Osnabrück. Das ist es fast unmöglich dieselbe innere Spannung zu erzeugen.

Kein Spieler kann zehn Monate lang in jedem Spiel „sein Leben auf dem Platz lassen“. Gerade deshalb kann Rotation sinnvoll sein. Der Stammspieler bekommt mental Luft, während der Spieler aus der zweiten Reihe genau in solchen Spielen maximale Motivation mitbringt.

Dass der zweite Anzug selten von Beginn an sitzt und beispielsweise ein Duo Pavlovic und Bischof natürlich nicht gleich funktioniert ist einkalkuliert.

Gehe mit Dir voll mit, dass sich eine top 11 herauskristallisieren wird im Verlauf der Saison. Dann wird wahrscheinlich weniger rotiert. Zum Ende, sollte es entscheidende Spiele auf internationalem Parkett geben wahrscheinlich wieder mehr.

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Insbesondere in der Champions League und in den Topspielen der Bundesliga will man ja auch eine gute eingespielte Elf auf den Platz bringen. Ich glaube nämlich nicht, dass man so wie zum Beispiel Paris immer wieder in die Zwischenrunde will und ich denke auch, dass man möglichst schnell auch die Bundesligatanelle wieder anführen will.

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Na, alles andere als dieser Anspruch wäre kaum Bayern Like ….. :flexed_biceps:t2:

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Ohne mich jetzt hundertprozentig mit PSGs Anspruch auseinander gesetzt zu haben, glaube ich auch, dass sie kein Problem damit hätten, wenn sie nicht in die Zwischenrunde müssten und ohne Probleme die Liga anführen würden, aber bei ihnen wirkt es zumindest nochmal egal er, ob sie es tun oder nicht als bei uns.

Hier würde ich doch noch deutlicher widersprechen als es @ChrisCullen schon gemacht hat. Ich glaube nach allen aktuellen Erkenntnissen der Sportwissenschaften gehen hier in eine andere Richtung.

Natürlich sind Profifußballer Höchstleistungssportler, die auch in dem von dir angesprochenen Alter im Peak höhere körperliche Leistungen erbringen können. Und ja im Gegensatz zu mir als Hobbysportler können sie ihre Leistungsfähigkeit auch über einen längeren Zeitraum abrufen, als ich es kann. Aber es sind trotzdem Menschen und keine geölten Maschinen. Bei einer derartigen Dauerbelastung ohne nennenswerte Pausen kommt es definitiv auch bei Spitzensportlern zu Mikrotraumata in der Muskulatur und auch zu leeren Energiespeichern. Da die WM mit dem Wetter und den Reisestrapazen nun auch nicht dafür sorgt, dass dort einen nennenswerte Regeneration stattfinden kann, dann gehen die Spieler danach auch körperlich etwas mehr auf dem Zahnfleisch (Ich lasse hier mal Mental Fatigue aus dem Spiel, was aber einen immensen Einfluss auf die neuromuskuläre Anstrengung hat). Und ja auch nach 2 Monaten bist du vielleicht wieder erholt, dass heißt dann aber auch nicht, dass man bereit ist pro Woche 2 Spiele a 90 Minuten auf der höchsten Leistungsfähigkeit zu absolvieren.

Für mich hat die Rotation daher auch 2 primäre Ziele.

Das erste Ziel ist es, dass sich aufgrund der kumulierten Belastung aus Spielzeit und Training sich kein Spieler verletzt. Und natürlich ist in dieser Thematik viel Varianz drin, aber ich traue dem Trainerteam und der medizinischen Abteilung durchaus zu, zu beurteilen welche Spielzeit pro Spieler maximal möglich ist, das dieser sich keine Muskelverletzung zuzieht.

Ziel Nummer 2 in der Rotation muss aber sein, dass jeder Spieler auch die ominöse Form aufbauen kann. Sprich vermutlich ist es gesundheitlich sinnvoller für Kane gar nicht zu spielen, aber gleichzeitig muss er sich ja weiter mit dem Team verbessern und auch das Wettkampfniveau behalten. Aus 2 Zielgrößen kann man jetzt bestimmt für jeden Spieler ein Optimum berechnen und so die Spielzeit ermitteln.

Jetzt kommt aber leider oft auch die Größe 3, nämlich die Ergebnisse in den Weg, anhand derer vielleicht auch mal eine suboptimale Spielzeit gewählt werden muss. Aber im Grunde glaube ich schon, dass es VK darum geht, dass zu den wichtigsten Partien alle Spieler bei der maximalen Leistungsfähigkeit sind.

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Danke, @Tobizzel, für Deine ausführliche Antwort. Wie erklärst Du mit der Theorie Barça, die nach sieben Spielen mit sieben Siegen und 31:7 Toren bzw. knapp 4,5 Toren pro Spiel die Tabelle anführen und die spanischen Nationalspieler Lamine Yamal, Dani Olmo, Pedri, Gavi, Pau Cubarsi, Ferran Torres, Eric García, Joan García sowie Jules Koundé aus Frankreich, Anthony Gordon aus England und Raphinia aus Brasilien in ihren Reihen haben?

Ich glaube, es geht nur zum Teil darum, dass Sie jetzt aufgrund der WM geschont werden müssen. Natürlich können Sie auch aktuell starke Leistungen bringen. Siehe Olise bei uns. Es geht vor allem darum nächstes Frühjahr alle an Bord und fit zu haben.

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Genau was @Faenger sagt. Kompany hat ja öfters auf PK’s geäußert, dass sie in Kooperation mit der medizinischen Abteilung recht spezifische Vorstellungen absprechen, wie viele Minuten bestimmte Spieler absolvieren sollten und sie danach auch Aufstellung und einen Plan für spätere Wechsel entwickeln. Da wird es auch genau um die Belastungssteuerung nach der WM gehen.
Aber natürlich lässt sich im Nachhinein nicht sagen, ob ein Spieler nicht auch hätte durchspielen können ohne sich zu verletzen, oder ob eine bestimmte Verletzung nicht aufgetreten wäre, wenn er früher ausgewechselt worden wäre etc.

Bin da bei dir.

Ich glaub auch dass es sinnvoller ist jetzt zu rotieren und für ein Team zu sorgen bei dem man im Endeffekt jeden Spieler wechseln kann ohne dass das Teamverständnis leidet. Das ist vor allem wichtig wenn man an den saison Schluss denkt lieber lass ich jetzt ein paar Punkte liegen, dafür ist das Team dann in der 2. Jahreshälfte so eingespielt dass es keinen großen Unterschied macht wer jetzt spielt (außer der individuellen Klasse) dafür muss man dann halt in Kauf nehmen dass die Eingespieltheit von Kane und Olise bei 90% ist dafür ist es bei allen anderen Spielern ähnlich.

Neben den Verletzungen gilt das gleiche ja auch für die Form und Fitness. Ist ja nicht so wie bei FIFA EA FC, dass man eine Gesundheitsbalken hat, der sich mit der Spielzeit und durch Regeneration einfach wieder aufgefüllt wird. Da spielt dann schon einiges mehr mit rein.

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Das ist eine sehr spannende Nachfrage und ich wünschte ich könnte dir ein Argument nennen, welches dich sofort überzeugt.

Im ersten Moment habe ich mich gleich an eine Grafik erinnert, die ich heute gesehen habe, in der für den FC Barcelona eine Laufleistung von 104,6 km pro Spiel gezeigt wurde. Gleichzeitig hatte ich auch noch im Kopf, dass Bayern laut Bundesliga.de bei eher über 120 km Laufleistung pro Spiel liegt. Also Case Closed? Leider Nein. Die Statistiken von Barca waren von Sofascore und ich wollte dann mal schauen, ob die für Bayern auch 123 km ausspucken, damit das Argument auch noch stichhaltiger ist. Aber bei Sofascore ist für den FC Bayern nur ein Wert von 108 km geführt. Woher die Differenz von 15 km kommt, kann ich mir nicht erklären, aber eine Differenz bei Sofascore von circa 4 km pro Spiel, ist dann für mich doch kein Erklärungsansatz. Ich habe keine andere Statistikseite parat, die für beide Mannschaften nach der gleichen Methode die Laufleistung bestimmt, vielleicht übersehe ich auch was.

Wenn wir es nicht über die Teams als solches lösen können, müssten wir uns der Fragestellung von der Spielerseite nähern. Und hier würde das mehr Zeit in Anspruch nehmen, als ich tatsächlich habe. Da ich davon ausgehe, dass die persönliche Regeneration doch von Spieler zu Spieler unterschiedlich ist, müsste man sich jetzt für jeden Spieler im Kader eigentlich analysieren, wie viel er im Kalenderjahr 2026 inklusive WM eigentlich gespielt hat und wie sich das auf die Spielzeit auswirkt. Ich habe mal pro Verein 3 Spieler als Stichprobe genommen. Und nach dieser Aufstellung haben 2 Bayernspieler die meisten Minuten gemacht und selbst Upamecano liegt deutlich vor den restlichen beiden Spielern von Barcelona.

Spieler Minuten aktuelle Saison Minuten WM Minuten Vorsaison Summe
Harry Kane 560 652 4039 5251
Michael Olise 570 646 4005 5221
Lamine Yamal 669 614 3691 4974
Upamecano 405 660 3331 4396
Anthony Gorden 421 396 2848 3665
Raphina 620 129 2184 2933

Ist das jetzt vollständig und reicht als Erklärung. Nein, aber ich habe nicht genug Zeit mir das für jeden Spieler anzuschauen.

Ich glaube dein Verweis auf die Ergebnisse von Barcelona stehen nicht im Kontrast zu meiner Aussage. Das zeigt vielmehr, dass die Maschinerie in Barcelona grade einfach rollt und sie sportlich zu den Besten gehören. Die Verteilung der Einsatzzeiten laut FBref lassen jetzt für mich nicht den Schluss zu, dass Flick beim Load balancing groß anders vorgeht als VK. Gleichzeitig möchte ich auch eingestehen, dass es auch nicht für meine These sprechen würde, wenn Barcelona im Februar einbricht. Im Endeffekt fehlen uns von außen eigentlich die Daten um das Thema final zu klären.

6 von 7 Spielen für Barca waren gegen Gegner aus der zweiten Tabellenhälfte - da ist die Torflut schon etwas weniger überraschend. Selbst der einzige aus der oberen Hälfte, Sevilla, war letzte Saison nur auf der 13…

PS: unser eigener Torschnitt liegt mit 3,5 übrigens fast exakt auf Kurs letztjähriger Rekord - also auch keineswegs zum Naserümpfen!