Kommentar: Der FC Bayern braucht jetzt Ruhe und Geduld – und keine Nagelsmann-Entlassung

Unbestritten.
Aber das heißt für mich nicht, dass sie deswegen auch wirklich das Wohl des Vereins an erste Stelle stellen.

Am Ende ist Fussball auf Profiniveau Ergebnissport - und wenn die Ergebnisse nicht passen, dann wird nicht die Mannschaft, sondern der Trainer gefeuert. Finde ich nicht immer gut, aber zahle gerne meine 5 Euro ins Phrasenschwein ein.

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Das würde ich nicht zu hoch hängen.
Kimmich hat Flick auch mal blöd angeblafft im Spiel, weil ihm was nicht gepasst hat.

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Mir macht vielmehr die erste Halbzeit gegen Barca sorgen. So unterlegen trotz ausreichendem Einsatz waren wir zuletzt unter Kovac gegen Liverpool

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Absolut richtig. Genau dieser Unterschied in Sachen Raumaufteilung und Technik hat mich auch fassungslos gemacht. Wenn man die Einzelspieler auf Grund ihrer Fähigkeiten gegenüberstellt sind wir (…bis auf Lewa) auf Augenhöhe oder besser.Als Team in der ersten Halbzeit um einiges schwächer.
Allerdings kommen die wichtigen Spiele ja auch (hoffentlich) erst im Frühjahr.

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Ich finde, dass die Rückrunde gar nicht so fatal war, wie sie gemacht wurde. Ja, sie hatte ihre Tiefen. Sie hatte aber auch ihre ganz eigenen Hürden. Keine Vorbereitung für den Trainer, das Jahr nach dem Sextuple, Corona und Verletzungen von Schlüsselspielern in einer Phase, in der man eigentlich Rhythmus aufbauen muss. Das kann jedem eine Saison versauen. Für ein erstes Jahr ganz ordentlich. Natürlich steht es trotzdem jedem frei, Nagelsmann für diverse Dinge zu kritisieren. Ich fand auch nicht alles gut, was er da gemacht hat. Nur ist die Situation ja jetzt nochmal eine komplett neue, die man nach 7 Bundesliga-Spielen unmöglich bewerten kann. Und die man auch nur schwer mit der RR vergleichen kann.

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Da hast du aber vor Jahren noch den Trainer ans Kreuz genagelt dafür.
Altersweisheit oder andere Ziele?

M.E. ein nichtssagender und ich-bezogener Beitrag.
Zusammenfassung: man sollte jetzt noch keine Entscheidung gegen Nagelsmann treffen und die ganze Diskussion stresst mich.
Ok, daccord.

Aber für die Performance, sowohl spieltaktisch als auch technisch, individuell, ist allein der Cheftrainer verantwortlich, wer denn sonst? Mit der Mannschaft, die er hat, kommen derartige Leistungen zustande!?

Es ist ja nicht Lewandowski allein, es ist das ganze unausgegorene Spielsystem, das bereits mit Lewa vom Gegner leicht ausrechenbar und bespielbar war.
Man produziert keinerlei Dominanz, kein Positionsspiel, keine einstudierten Spielzüge und lässt sich auf einen Schlagabtausch mit Gegner ein, die jeweils hoch motiviert sind und mit einfachsten Mitteln die Stärken neutralisieren.
Und Gegentore wie in der A Jugend, wo leichtfüßige Außenstürmer den Gegner beim Standard verteidigen sollen (Union, Augsburg).
Dazu sinnlose wechselnde Aufstellungen, personell und taktisch, schlechte Außenkommunikation etc.
Das waren doch alles keine Gegner - in den Spielen muss man sich das Selbstverständnis holen für die großen Aufgaben und dann geht man so an die Spiele ran - vollkommen unverständlich.

Anders gesprochen: you had one job!

Die Kritik kommt ja nicht wegen 3 Punkten Rückstand auf Dortmund.
Die Defizite sind ja offensichtlich seit über einer Halbserie, ohne Aussicht, wie es plötzlich besser werden sollte. Da ist ja nichts konstruiert in irgendwelchen Twitterblasen.

Wenn Kahn jetzt schon den Trainer stützen muss, ist es nicht gut um ihn bestellt. Wenn er schon die nächsten theoretisch schwereren Spiele gewinnen muss, um nicht gefeuert zu werden, ist seine Position schon derart schwach, dass es mE nicht mehr lange mit ihm gut gehen wird.
Dann die PK und die ganze vorherige unglückliche Kommunikation - ohh ohh!
Und wir sollen was - Mitleid haben? Er allein (ohne Staff) bekommt 8 Mio / Jahr.
Und ist dann offenbar überrascht und überfordert mit der Situation?
Auf mich wirkt das unprofessionell und eine Nummer zu groß für ihn.

Und auch das Vertrauen des Vereins:
Meister wird man auch so - dazu ist Dortmund zu schlecht und die werden nicht ewig glücklich mit einem Tor Vorsprung gewinnen. Aber wer garantiert, selbst wenn man sich wieder fängt, dass es im Frühjahr nicht zu einem erneuten „unerklärlichen“ Einbruch und dann zu einem Villareal 2.0 kommt.

Ist auch keine Schande mit 35 noch dazu lernen zu müssen, auf diesem Level, Bayern hat genug Kohle und er bekommt eine Abfindung - es muss keiner weinen. Auch Tuchel hätte nach Mainz nicht direkt PSG oder Chelsea übernehmen können, und der Rauswurf beim BVB war nicht sein Karriereende.

Also alles gut - wenn es nicht passt sollte man sich das auch schnell eingestehen so lange man als Verein noch Handlungsoptionen hat.

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Und dazu sei noch angemerkt, dass Xavi ebenfalls ein sehr junger Trainer ist (Stichwort Autorität) und wesentlich weniger Trainererfahrung als Nagelsmann hat. Der Kader von Barca ist viel stärker verändert worden. Man hat mit einer völlig uneingespielten Viererkette gespielt. Ich glaube Marco Alonso hatte in der Saison bis dahin gerade mal 12 Spielminuten Spielzeit und Christensen gerade mal 1 Spiel (hoffe, dass das so ungefähr stimmt). Und bei denen läuft der Ball wie am Schnürchen. Jeder hat seine Position und hält sie scheinbar… Dies ist bei uns nach fast 1 1/2 Jahren noch nicht der Fall. Deshalb wird es bei uns, im Gegensatz zu Barcelona, auch mit einer Rotation schwierig. Sind unsere Spieler nicht in der Lage das System von Nagelsmann umzusetzen? Oder ist das System einfach schlecht? Mmn passt sein System nicht zu unserem Kader, vielleicht sogar gar nicht zu einer Spitzenmannschaft… Eine Mannschaft, die keine Kontrolle über das Spiel hat, wird auf Dauer auch keinen Erfolg haben …Kühne These

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@Kalle: Xavi hat vielleicht nicht die Trainererfahrung von Nagelsmann, aber die praktische Spielerfahrung als absoluter Weltklassespieler auf seiner Position. Der war schon als Spieler ein halber Trainer. So, wie ich auch Thomas Müller einschätzen würde. Und vielleicht ist das dann auch ein Unterschied zu Nagelsmann.

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Und genau das würde ich mir bei uns auch wünschen.

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Stellt sich die Frage, halten die Spieler sich nicht an die Anweisungen des Trainers? Das wäre fatal. Oder wissen sie nicht genau was ihre Position ist? Das wäre fatal… :thinking:

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Es sind doch vor allem Aktionen im letzten Drittel, die nicht gelingen. Da hat man schon den Eindruck fehlender Routinen und wenig bis gar nicht abgestimmter Laufwege. Ich glaube nicht, dass die Spieler auf dem Platz etwaige Anweisungen bewusst ignorieren, denn sie versuchen es ja schon ständig durch die Mitte. Gegen Augsburg war auch nicht irgendein Spiel, das mal verlorengeht, sondern es gab ja schon den Vorlauf der drei Unentschieden, es gab Druck auch von Kahn, der seinen Ärger darüber artikulierte, dass man nicht vor dem Spieltag auf Platz eins steht. Die Sinne der Spieler waren bestimmt geschärft, aber es braucht wohl konkretere, einstudierte Abläufe. Dass da jemand bewusst gegen den Trainer spielt, kann ich weder erkennen noch mir in dieser Phase vorstellen. Und hier noch zwei Grafiken von whoscored:

  1. Aktionszonen: Zeigt, dass die Unterschiede nicht so riesig waren, die Spielanteile eher ausgeglichen, mit leichtem offensiven Übergewicht für Bayern, wie man das ja auch annehmen durfte.
  2. Schusspositionen: Hier wiederum verwundert, wie schwer wir offensichtlich in gefährliche Abschlusspositionen kommen (gerade im direkten Vergleich), wie sehr wir auf Schüsse außerhalb des Strafraumes angewiesen waren. Sollte bei unserem Offensivpotential nicht so sein.
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Darüber habe ich zuletzt auch nachgedacht. Beispiel: Pep Guardiola hatte schon teilweise seine liebe Mühe, das „freie Radikal“ Thomas Müller in seinem ansonsten ziemlich durchorchestrierten System einzubauen. Teilweise ließ er ihn deswegen ja sogar in wichtigen Spielen draußen, weil ihm seine Ordnung wichtiger war. Über ein zu starres System kann man natürlich auch streiten, aber wenn man Kontrolle über das Spiel haben will braucht man neben technischen Fähigkeiten auch eine genaue Raumaufteilung und dazu gehören Spieler, die ihre Positionen halten.
Mittlerweile haben wir mMn 4 Spieler in unserer Startelf, die „instinktiv“ spielen.
Müller macht immer noch Dinge, die sicherlich auf keiner Taktiktafel abgesprochen wurden (und das ist auch gut so), Kimmich ist ebenfalls überall auf dem Platz unterwegs, Davies turnt auch oft in Zonen herum, in denen man ihn nicht unbedingt vermuten würde und auch bei Sane ist es so, dass er sich am wohlsten fühlt, wenn er nicht starr über eine Seite kommt, sondern überall auf dem Feld zu finden ist.
So etwas kann im besten Fall natürlich den Gegner komplett überfordern. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass die Mitspieler unbedingt immer wissen, was ihre Kollegen da so veranstalten. So entsteht dann natürlich auch Chaos im eigenen Spiel. Pässe gehen ins Niemandsland, einstudierte Spielzüge können nicht durchgezogen werden und von der Unordnung bei Ballverlusten brauchen wir gar nicht zu reden.
Meine Prognose: Ein Trainer mit einem klaren taktischen Konzept (z.B. Tuchel) würde mit solchen „Freigeistern“ nur bedingt etwas anfangen können und dann hieße es: entweder du hältst deine Position oder es spielt jemand für dich, der das macht.

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Seh ich genauso.
Und dann würden einige Fans, die jetzt Tuchel herbeisehnen, ganz schön komisch gucken, wenn ihr Lieblingsspieler plötzlich auf der Bank sitzt.

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@willythegreat
Da bist Du nun aber komplett auf dem Holzweg.
Gerade Pep hat den Spielern im letzten Drittel immer viele Freiräume gelassen. Was hier fehlt sind schlicht Automatismen, einstudierte Laufwege und vor allem sauberes Passspiel und Ballverarbeitung. All das war bei Pep top, und das hat wenig mit Freigeist sondern knallharter Trainingsarbeit zu tun.

Und genau das traue ich auch Tuchel zu, in eher kurzer Zeit hinzubekommen, wie er es schon bei PSG und Chelsea unter Beweis gestellt hat.

Der Freigeist heißt hier Nagelsmann, entweder sind seine Ideen konfus und verwirrend oder er erreicht schlicht die Spieler nicht. Auf jeden Fall sehe ich, das es gerade im technischen Bereich steil nach unten geht, ähnlich wie bei Ancelotti und Kovac. Was trainiert man eigentlich?

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https://amp.spox.com/de/sport/fussball/international/england/1908/Artikel/leroy-sane-ist-nicht-der-erste-pep-guardiolas-problem-mit-individualisten.html#aoh=16636169204249&referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com&amp_tf=Von%20%251%24s

Im letzten Drittel ja. Peps AV und zentrale MF (z.B. Rodri) erreichen dieses letzte Drittel gar nicht mal so häufig, oder?

Ich sehe noch nicht, dass Nagelsmann definitiv gescheitert ist. Seine Ideen sind interessant und der Abgang von Lewandowski so einschneidend, dass die Uhr zwar vielleicht nicht ganz auf Null gestellt wurde, aber man Nagelsmann doch eine Fristverlängerung zugestehen sollte. Es jetzt abzubrechen wäre mir zu voreilig, auch weil ich es als keineswegs garantiert ansehe, dass ein neuer Trainer mittel und langfristig viel bessere Ergebnisse erzielen würde. Eins ist aber auch klar: ist kein Aufwärtstrend zu erkennen, wird die Geduld nicht ewig halten.

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Für mich ist Nagelsmann auch immer noch in einem Reifungspozess als Trainer. Ein Jahr Bayern wiegt dabei wohl soviel wie drei oder vier Jahre Hoffenheim oder Leipzig. Vielleicht führt die Krise zu einem Entwicklungssprung. Allzu locker-flockig oder schnippisch wird er nicht weiter machen können. Er wird jetzt an Gewicht zulegen müssen.

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