Klassenunterschied und Demütigung! Bayern Frauen fallen in Barcelona krachend auf den Boden der Tatsachen

Das ist mir ein bisschen zu einfach. Sie sind vielleicht nicht so durchgecoached, for better or worse, wie die Männer, aber Medientraining haben sie allesamt genug, um sich auch nach so einem Spiel den Fragen der Medien stellen zu können. Und wie gesagt, mir geht es hier insbesondere um die Führungsspielerinnen, die mMn gerade nach einem Spiel wie gestern auch nach außen präsent sein sollten. Das sind allesamt erfahrene Spielerinnen.

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Zweifellos.
Trotzdem würde ich das jetzt nicht so hoch hängen. Wenn mich nicht alles täuscht, höre ich den entsprechenden Satz von Bühl nach Niederlagen (auch mit der Nationalelf) nicht zum ersten Mal. Ist halt so eine Stanze, was sollst du nach 'nem 1:7 auch schon groß sagen.
Ich bin mir sicher, dass intern Klartext gesprochen wird. Ich würde nur nicht die Maßstäbe, die man von den Männern kennt, Eins-zu-Eins auf die Frauen anwenden, grade wenn es um Kommunikation geht. Das läuft bei den Frauen einfach anders, das haben schon mehrere Coaches, die einen solchen Wechsel erlebten, bestätigt.
Dumm halt, dass die nach meinem Dafürhalten größte Führungsspielerin, was Kommunikation angeht, momentan fehlt: Zadrazil.

Sicher waren Bühls Sätze mindestens unglücklich.
Aber das sind sicher nicht unsere größten Probleme.

Sollte das Ergebnis von gestern irgendetwas Gutes haben, dann hoffe ich, dass die Chef-Etage spätestens seit gestern weiß, wie weit zumindest Barca entfernt ist. Vielleicht ist Uli ja so gekränkt, dass er darauf drängt, der Sparte Frauen doch etwas mehr Push zu verleihen…

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Absolut und das hatte ich ja auch geschrieben, dass das nicht nur isoliert für gestern gilt.

Grundsätzlich muss man alle Themen (neue und alt bekannte), die man so klar wie nie aufgezeigt bekommen hat, aufarbeiten und kurzfristige Lösungen finden. Klar ist auch, dass vorerst kein weiteres Barca kommt und dennoch würdest du mit dieser Spielweise / Einstellung europäisch gegen nahezu alle Teams große Probleme haben.

Noch etwas ganz anderes. Mir macht die Anzahl von Muskelverletzungen zu Beginn der Saison echt Sorgen. Wenn ich bei Simon auch von etwas muskulären ausgehe, ist sie bereits die 4. (Ballisager, Gilles, Damnjanovic zuvor) seit Saisonstart. Wenn das über eine gesamte Saison hinweg passiert, ist das eine Sache, aber die Anzahl nach dem 7. Pflichtspiel ist schon heftig. Zwar sind alle genannten Spielerinnen an die / ü 30, nicht selten deutet so eine Häufung aber auch auf trainingsspezifische Themen hin. Alles spekulativ, aber auch etwas, auf das ich als Verein einen sehr genauen Blick werfen würde.

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Das ist nicht ganz richtig, das ist ungewöhnlich. Lea Schüller zum Beispiel ist sehr schlecht im Pressing. Klara Bühl, Schüller, Harder und Dallmann sind keine guten Pressingspielerinnen. Alex Strauss hatte das gleiche Problem mit inkonsistentem Pressing. Mit Lea Schüller als Stürmerin ist das Pressing schwach und inkonsistent. Abgesehen von der taktischen Vorbereitung glaube ich, dass Bayerns Pressing konstanter gewesen wäre, wenn Selina Cerci anstelle von Schüller gespielt hätte: Die Stürmerin leitet das Pressing. Wenn Lea Schüller das nicht konstant macht und nur herumsteht oder auf die Verteidigerin zugeht, können andere ihr nicht folgen und ins Pressing einsteigen.
Lea fehlt schlicht die Ausdauer und ihr Pressingverhalten war schon immer fragwürdig und schwach. Das ist auch bei der Nationalmannschaft so. Wück schrie Lea im Frankreich-Spiel an, weil sie nicht gut gegenpresste und nach Ballverlusten einfach nur frustriert dastand. Im Vergleich dazu sind Cerci oder Freigang Pressing-Monster. Klara ist auch eine ziemlich schlechte Pressingspielerin.
Jedes Topteam, das oft im Halbfinale oder Finale spielt, legt sehr starkes, hohes Pressing an den Tag. Und das auf konstant hohem Niveau. Lyon, Barca, Chelsea, Arsenal. Bayern hat damit oft Probleme. Strauss konnte es mit den gleichen Spielerinnen nicht konstant umsetzen. Es liegt an der Qualität dieser Spielerinnen. Ganz einfach: Bayern braucht im Angriff andere Profile. Natürlich kann es manchmal taktisch sinnvoll sein, weniger aggressiv zu spielen oder auf gute Momente für Druck zu warten, aber von Schüller kann man definitiv intensivere hohe Läufe auf Verteidigerinnen und Torhüterinnen erwarten.

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Ich weiß nicht, ob es nötig ist, nach so einem Spiel erneut zu behaupten, Bayern sei nicht die Spitzenmannschaft. Auch Chelsea hat letzte Saison im Halbfinale insgesamt 8:1 gegen Barca verloren. Ich denke, wir sollten nicht nach jedem schlechten Spiel diese Diskussionen darüber führen, ob es sich um eine Spitzenmannschaft handelt oder nicht. Spitzenmannschaften können gegen andere Spitzenmannschaften hoch verlieren. Lyon hat einmal in Lyon 1:5 gegen Arsenal verloren (Gruppenphase). Bayern hat über die Jahre hinweg gut genug gespielt und sich den 4. Platz in der UEFA-Rangliste verdient. Wir können sagen, dass Bayern gegen Barca nicht wie eine Spitzenmannschaft gespielt hat. Das stimmt. Wenn wir damit natürlich meinen, dass Bayern noch der letzte Schritt fehlt, um so konstant wie Barca zu sein, dann stimmt das.
Das Spiel ging aufgrund mangelnder Intensität verloren. Wenn die offensiven Spielerinnen nicht konsequent genug oder nur halbherzig pressen und dann nicht schnell genug zurücklaufen, um die tiefe Verteidigung zu unterstützen, kann man ein solches Spiel sehr schnell verlieren.
Die Frage ist: Was war der Plan? Dieses halbherzige Pressing und die schwache Abwehrbewegung kann es doch nicht gewesen sein? Es ist schwer zu sagen, ob es an der schlechten taktischen Vorbereitung von Barcala oder an der schlechten Ausführung der Spielerinnen lag. Oder lag es an einer schlechten Einstellung? Ich suche oft lieber nach taktischen Erklärungen, da es gefährlich ist, alles mit Mentalität und Einstellung zu erklären. War diese schlechte oder verwirrte Einstellung also das Ergebnis einer schlechten taktischen Vorbereitung oder Planung?
Man kann die Startelf von Barça durchaus kritisieren. Harder auf dem rechten Flügel hat in den letzten beiden Spielen nicht so gut funktioniert. Und defensiv ist sie (Harder) schwach. So stand Franzi Kett oft allein gegen zwei Barça-Spielerinnen. Wenn sowohl Harder als auch Schüller in der Startelf stehen, fehlt meiner Meinung nach etwas im Spiel der Bayern und das gesamte Angriffs- und Abwehrspiel wird schwächer. Ich verstehe nicht, warum Dallmann nach den ersten drei guten Spielen nicht mehr in der Startelf steht. Das Mittelfeld von Caruso und Stanway wirkte in den beiden vorherigen Spielen schwach, aber derzeit gibt es nur sehr wenige Optionen. Daher war für mich absehbar, dass das Spiel mit dieser Aufstellung sehr schwierig werden würde. Ich hätte Hansen vielleicht Eriksson vorgezogen. Hansen ist besser im Spielaufbau, während Eriksson zwar gut in der Abwehr von Flanken und hohen Bällen und im Zweikampf ist, aber unter Druck schwach ist.

Es gibt also leichte Bedenken hinsichtlich José Barcalas taktischer Fähigkeiten. Bisher scheint er sich stark auf Strauss‘ taktisches Fundament zu verlassen, was einerseits gut ist, da dieses Fundament sehr stark ist, andererseits sind seine eigenen Ideen noch nicht erkennbar. Er verließ sich auf den Automatismus und das Verständnis des Positionsspiels von Stanway und Zadrazil für ein flüssiges Mittelfeldspiel. Nun ist Zadrazil verletzt, und das Mittelfeld verfügt nicht über einen ähnlichen Automatismus. Bisher hat Barcala gesagt, er wolle aggressiveres Pressing mit mehr höheren Läufen. Mit Schüller, Bühl und Harder ist es allerdings problematisch, konstant zu pressen. Schüller ist die schwächste Pressingspielerin beim Bayern. Daher war ich nicht überrascht, dass sie gegen Barcelona nur sehr halbherzige Pressing-Bemühungen zeigte. Die Stürmerin muss den Druck anführen, und wenn sie das nicht tut, werden die anderen nicht folgen und herumstehen. Aber auch Barcala muss dies sehen und erkennen und ändern, indem es verschiedene Spielerinnen in die Angriffsreihe bringt. Strauss hatte dasselbe Problem und konnte es nicht lösen, weil Lea Schüller einfach nicht konstant Druck ausüben kann. Cerci oder Feigang sind im Vergleich dazu Pressing-Monster.
Das gesamte Spiel gegen den Ball war allerdings sehr enttäuschend. Sehr passiv. Und es ist nicht das erste Mal, dass Bayern gegen eine starke Mannschaft sehr passiv gegen den Ball spielt. Wenn dies auch beim Vorgängertrainer der Fall war, liegt es dann an der Qualität der Spielerinnen? Oder an einer fehlenden klaren taktischen Vorbereitung? Vielleicht bringen die nächsten Spiele Klarheit.

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