Kaderplanung: Transfermarkt (Teil 1)

Ich hoffe auch, dass Pavlovic mehr Spielzeit bekommt. Hat er sich wirklich verdient.

Ob man ihn nach ca. 5 Bundesligaspielen, zum unumstrittenen Stammspieler eines Vereins sehen sollte, der zu den Top-Five dieser Welt gehört. Glaube, da würde man ihn auch keinen Gefallen tun. Wenn er gegen City, Real und Co. mal richtig hergespielt wird, ist das Geschrei wieder riesen groß.

Für ihn gilt das gleich wie für Tel. Gerne mehr Vertrauen und Spielzeit. Ansonsten sollen sie von Kane & Co lernen.

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Die eigentliche Frage sollte sein, ob es jemanden gibt, der signifikant besser ist als Pavlovic. In einzelnen Statistiken gibt es sicher Spieler die besser performen, aber insgesamt? Ein Stiller, Palhinha oder wer auch sonst aktuell auf dem Zettel steht ist eine tolle Ergänzung aber trotzdem sollte eine Investition von z.B. 60 Millionen für Palhinha gut überlegt sein. Aktuell gehe ich davon aus, dass wenn jemand für das Mittelfeld kommt, er eine numerische Erweiterung für den Kader sein wird, aber nicht zwangsläufig eine qualitative Verstärkung.

Irgendwie habe ich gerade ein Déjà-vu, im Sommer wollten auch viele Tel als Stammspieler sehen und dachten man kann sich das Geld für den überteuerten Kane sparen.

Also nicht falsch verstehen - die jungen Spieler sollen unbedingt mehr und ausreichend Spielzeit bekommen. Unbedingt. Aber auf einigen Schlüsselpositionen braucht man auch Erfahrung und vor allem Qualität.

Ob z.B. Palinha 60 Mio. wert sein soll, ich glaube es auch nicht. Das ist ja gerade das schwierige, also das viele Geld sinnvoll zu investieren. Die 95 Mio. für Kane waren es definitiv.

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Eben. Deswegen soll es ja auch nicht Pavlovic oder Spieler X heißen, sondern Goretzka oder Spieler X.

Das wäre mMn nicht clever, damit würde man Pavlovic den Weg definitiv verbauen. Der Junge hat in den beiden Spielen vor Weihnachten gezeigt, dass man ihn ohne große Bedenken bringen kann.
Man hat also im Zentrum Kimmich, Goretzka, Laimer und Pavlovic (+ ggfs. Guerreiro).
D.h. wenn man auf der Position (6er) jetzt aktiv wird, dann sollte das ein Topspieler sein, der die Truppe in der Spitze weiterbringt. Ansonsten sollte man lieber drauf verzichten und sich auf die noch viel dringender benötigten 1-2 Verteidiger konzentrieren. Kommt da einer für die rechte Seite, kann man Laimer nämlich ebenfalls häufiger im Mittelfeld einsetzen. Braucht man da dann nochmal einen weiteren Sabitzer, Rudy oder Rode (no disrespect), wenn man stattdessen auch den Kerl aus der eigenen Jugend als ZM-Nummer 4 zur Verfügung hat?

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Sehe ich ähnlich. Bei allem was man aktuell so hört und liest, scheint es ja der Club auch so anzugehen wollen. Vorrangig wohl IV + AV werden gesucht.

Weil ich es nicht weiß, eine kurze Rückfrage.
Gab es offiziell ein Interesse an Kehrer? Soweit ich das überblicke wurde der Name ausschließlich von den Medien genannt.

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Da es ja anscheinend äußerst schwierig und teuer ist, für die Positionen, auf denen wir zu dünn besetzt sind, auf dem europäischen Markt im Winter-Transferfenster einigermaßen stammelftaugliche neue Spieler zu verpflichten (und andere europäische Clubs ja ebenfalls dasselbe Problem mit den Abstellungen zum Afrika- bzw. Asien-Cup haben wie wir), habe ich mich in den letzten Wochen schon des Öfteren gefragt, warum eigentlich so gut wie gar keine Kandidaten aus Lateinamerika im Gespräch sind?

In früheren Zeiten haben BL-Vereine doch ziemlich häufig neue Spieler aus diesen Ländern verpflichtet, und auch der FCB hat mit Spielern wie Pizarro, Elber, Lucio, Zé Roberto, Gustavo, Rafinha, Dante oder zuletzt Coutinho usw. auch recht gute Erfahrungen gemacht (wobei diese Spieler allerdings nicht unbedingt direkt aus Lateinamerika zu uns kamen, sondern mitunter erst über die Zwischenstation eines anderen europäischen Vereins).

Daher meine Frage: scoutet der FCB heutzutage längst nicht mehr so intensiv wie früher den mittel- und südamerikanischen Markt? Dass der europäische Fußball den lateinamerikanischen qualitativ total abgehängt hätte, kann ich nur schwer glauben. Amtierender Weltmeister ist z.B. kein europäisches Land, sondern Argentinien, und auch Brasilien ist bei den letzten WMs weiter gekommen als wir.

Natürlich kenne ich das Argument, dass sich lateinamerikanische Spieler mitunter schwer tun mit der Eingewöhnung in Deutschland. Und auch die langen Flüge zu den jeweiligen Länderspielen sind ebenfalls ein Contra-Argument.

Trotzdem frage ich mich, ob wir (bei entsprechend intensivem Scouting) nicht für relativ kleines Geld vielversprechende Spieler aus Argentinien, Brasilien, Mexico, Peru, Uruguay und mittlerweile auch den USA und Kanada (siehe Davies) verpflichten könnten - gerade, weil der Markt in Europa so schwierig (und teuer) ist.

Es müsste doch bei den führenden Clubs aus diesen Ländern durchaus Abwehr- und defensive Mittelfeldspieler geben, die für uns in Frage kommen könnten.

Was meint Ihr dazu?
Und weiß jemand, wie intensiv wir überhaupt in diesen Ländern scouten?

Du hast es selbst erwähnt: Spieler, die wir nicht direkt aus Südamerika geholt, die Europa schon kannten, die haben funktioniert.

Bei fast allen anderen… :see_no_evil:

Transferpolitik: FC Bayern will keine Jungstars aus Südamerika mehr - WELT

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könnte auch einfach an fehlender Qualität gelegen haben. Woanders haben die danach auch nicht groß aufgetrumpft.

Aber genau das würde ich sagen, ist passiert. Nicht nur Lateinamerika sondern weltweit.

Guter Punkt, @Faenger. Leider kann ich Deinen Link allerdings nicht öffnen (müsste zuerst meine Ad-Blocker deaktivieren, was ich aber nicht will).
Kannst Du vielleicht freundlicherweise kurz zusammenfassen, WARUM der FCB laut WELT-Artikel „keine Jungstars aus Südamerika mehr will“?

Ich frage mich, ob es nicht falsch ist, das so kategorisch auszuschließen.
Da der europäische Winter-Transfermarkt ja extrem überhitzt und überteuert ist (und wir bei jedem interessanten Spieler gleich mehrere Mitbewerber haben, was den Preis in die Höhe treibt), habe ich mich einfach gefragt, ob wir nicht den einen oder anderen gestandenen Defensivspieler (es muss ja nicht gleich ein „Jungstar“ sein…) aus den Spitzenclubs der genannten Länder für deutlich kleineres Geld verpflichten könnten als etwa gleichstarke Spieler aus europäischen Clubs.

Wenn dieser Gedanke falsch ist, würde ich gerne wissen, warum er falsch ist.

KHR führt in dem Bericht nur aus, dass es keinen Sinn mache. Man wolle mehr auf den Campus setzen, bevor man junge Spieler aus Südamerika hole.

Artikel ist allerdings auch von 2011.

Ich lebe in Brasilien und das Problem ist, dass ein Wechsel aus der brasilianischen Liga in die Bundesliga für die meisten Spieler ein 4-facher Schock ist: auf dem Platz, weil das Spiel viel schneller und intensiver ist. Neben dem Platz, weil die meisten Spieler aus einfachen Verhältnissen stammen, kein Englisch sprechen und auch keinerlei Auslandserfahrung haben. Sozial, weil in Brasilien der Familienverbund gerade bei Menschen aus einfacheren Verhältnissen in der Regel noch eine viel grössere Rolle als in Deutschland spielt und nicht zuletzt auch klimatisch: wer nicht in einem heissen Land lebt, kann kaum nachempfinden, wie stark den meisten Südamerikanern die Kälte und die fehlende Sonne im Winter zusetzt. In Summe muss ein Spieler mental sehr stark sein und möglichst schon ein stabiles Umfeld haben um das alles zu überwinden. Ich glaube, dass auch die wenigstens deutschen Jugendspieler sich in Südamerika durchsetzen würden.

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Genau diese fast schon dogmatische Ablehnung südamerikanischer Talente macht mE Breno zum katastrophalsten Transfer der gesamten FCB-Geschichte.

Ist das so? Ist die argentinische, brasilianische usw. Liga wirklich so viel schlechter als die Bundesliga? In der unteren Tabellenhälfte sicher, aber auch in der oberen?

Irgendwie hatte ich die Illusion, dass ein gestandener Defensivspieler der Top-Five-Vereine in Argentinien, Brasilien usw. auch in der Bundesliga reüssieren könnte.
Aber vielleicht irre ich mich da ja. Die guten und anschaulichen Argumente von @cj76, die ich gerade gelesen habe, leuchten mir allerdings ein.

Da es ja keine transkontinentalen Spiele wie z.B. Boca Juniors gegen FCB udgl. gibt, ist es wahrscheinlich ziemlich schwer festzustellen, um wieviel der lateinamerikanische Spitzenfußball dem europäischen hinterher hinkt. Oder?

Frage an den Insider @cj76: könnten Deiner Meinung nach die besten Vereine aus Argentinien, Brasilien, Mexico usw. in der deutschen Bundesliga gut mithalten - oder wären die da gleich im Abstiegskampf?

Menschen in komplett andere Kulturkreise und Klimazonen integrieren zu wollen, funktioniert halt nicht so einfach wie sich viele das vorstellen.
Nicht nur im Fußball.

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Danke für die Einschätzung! Als Ergänzung ein Beitrag auf bundesliga.com, der die Situation von Bayer Leverkusen einschätzt, die ja durchaus sehr erfolgreich Spieler aus Brasilien verpflichtet haben. Der Schlüssel des Erfolgs liegt vermutlich hierin: (zitiert aus dem Artikel)

"Das Erfolgsgeheimnis der Brasilianer in Leverkusen war unter anderem die hervorragende Integrationsarbeit, die die sportliche Führung gewährleistete. „Besonders wichtig war, dass wir immer unseren Kontaktmann Heinz Prellwitz mit nach Deutschland gebracht haben, sobald wir einen Spieler verpflichtet hatten“, erinnert sich Calmund. „Er kannte beide Mentalitäten und war dadurch für die Integration enorm wichtig. Vor allem hat er sich um die Spielerfrauen bzw. die Familien gekümmert und ihnen alles gezeigt.“

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Erfahrungsgemäß kann man Brasilianer nur gut in Donezk integrieren. :slightly_smiling_face:
Aber auch das scheidet gerade aus naheliegenden Gründen aus.

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Der FC Porto und Benfica Lissabon haben dieses Transfermodell ja fast zur Perfektion gebracht.

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