Da es ja anscheinend äußerst schwierig und teuer ist, für die Positionen, auf denen wir zu dünn besetzt sind, auf dem europäischen Markt im Winter-Transferfenster einigermaßen stammelftaugliche neue Spieler zu verpflichten (und andere europäische Clubs ja ebenfalls dasselbe Problem mit den Abstellungen zum Afrika- bzw. Asien-Cup haben wie wir), habe ich mich in den letzten Wochen schon des Öfteren gefragt, warum eigentlich so gut wie gar keine Kandidaten aus Lateinamerika im Gespräch sind?
In früheren Zeiten haben BL-Vereine doch ziemlich häufig neue Spieler aus diesen Ländern verpflichtet, und auch der FCB hat mit Spielern wie Pizarro, Elber, Lucio, Zé Roberto, Gustavo, Rafinha, Dante oder zuletzt Coutinho usw. auch recht gute Erfahrungen gemacht (wobei diese Spieler allerdings nicht unbedingt direkt aus Lateinamerika zu uns kamen, sondern mitunter erst über die Zwischenstation eines anderen europäischen Vereins).
Daher meine Frage: scoutet der FCB heutzutage längst nicht mehr so intensiv wie früher den mittel- und südamerikanischen Markt? Dass der europäische Fußball den lateinamerikanischen qualitativ total abgehängt hätte, kann ich nur schwer glauben. Amtierender Weltmeister ist z.B. kein europäisches Land, sondern Argentinien, und auch Brasilien ist bei den letzten WMs weiter gekommen als wir.
Natürlich kenne ich das Argument, dass sich lateinamerikanische Spieler mitunter schwer tun mit der Eingewöhnung in Deutschland. Und auch die langen Flüge zu den jeweiligen Länderspielen sind ebenfalls ein Contra-Argument.
Trotzdem frage ich mich, ob wir (bei entsprechend intensivem Scouting) nicht für relativ kleines Geld vielversprechende Spieler aus Argentinien, Brasilien, Mexico, Peru, Uruguay und mittlerweile auch den USA und Kanada (siehe Davies) verpflichten könnten - gerade, weil der Markt in Europa so schwierig (und teuer) ist.
Es müsste doch bei den führenden Clubs aus diesen Ländern durchaus Abwehr- und defensive Mittelfeldspieler geben, die für uns in Frage kommen könnten.
Was meint Ihr dazu?
Und weiß jemand, wie intensiv wir überhaupt in diesen Ländern scouten?