Jan-Christian Dreesen Vorstandsvorsitzender FC Bayern AG

Wenn wir schon die Zeit vor dem 2. Weltkrieg und unsere Zeit vergleichen wollen, dann würde ich sagen, dass die Grönland-Geschichte durchaus Konfliktpotential besitzt. Es hätte wohl größere Verstimmungen gegeben als bei Hitlers Remilitarisierung des Rheinlandes und auch bei der Eingliederung Österreichs. Wahrscheinlich wäre es am ehesten so gelaufen wie mit dem Sudentenland, nur dass Dänemark (anders als die Tschechoslowakei 1938) mit am Verhandlungstisch gesessen wäre. Einen Krieg zwischen den USA und Europa wegen Grönland hätte es mMn nicht gegeben.

Und ob es der Druck von Außen war, der Trump zu einem (zumindest vorläufigen) Einlenken bewogen hat, wage ich auch zu Bezweifeln. Für mich ist es eher die Reaktion im Inland, die ihn zum Einlenken bewogen hat. Es hat sich nämlich ziemlich deutlicher Protest geregt, zum einen was die Begeisterung für eine Annexion Grönlands betrifft und zum anderen, was die Bereitschaft zu einer wirtschaftlichen Eskalation wegen Grönland betrifft.

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Dass sich Staatschefs gerne bei wichtigen Sportereignissen sehen und feiern lassen, ist keine Seltenheit. Im Falle der WM in den USA war es bei der Vergabe übrigens noch nicht absehbar, dass es ein Trump-Fest geben könnte, weil niemand damit rechnen konnte, dass Trump im Juni 2026 überhaupt in Amt und Würden sein würde. Er war zwar 2018 als die USA (gemeinsam mit Kanada und Mexiko) das Turnier bekamen, Präsident (bis 2020), aber selbst bei einer Wiederwahl im Oktober 2020 wäre er 2026 nicht mehr Präsident gewesen. Dass ein amtierender Präsident nach einer Wahlniederlage noch einmal kandidiert und die Wahl dann gewinnt, ist eher unüblich. Somit ist es unpassend zu behaupten, dass es der Plan der FIFA war, Trump zu hofieren. Genau wie bei Olympia in Berlin 1936 wurde die WM im Jahr 2018 sicher nicht mit dem Hintergedanken vergeben, Trump 2026 eine Bühne zu geben.

Die CL-Finals in Budapest und Istanbul wurden hingegen vergeben, obwohl man wusste, dass Erdogan und Orban zu dem Zeitpunkt das Land regieren werden. Natürlich lässt die UEFA die Inszenierung nicht in dem Maße zu wie es die FIFA tut (und immer schon tat - siehe Russland oder Katar), aber viel besser ist das auch nicht. Man setzt nämlich auch kritische Fans der Finalisten ziemlichen Gefahren aus. Eine Regenbogenflagge beim CL-Finale in Ungarn, eine Solidaritätsbekundung mit Kurden in Istanbul? Dinge, die mit dem Wertekanon der UEFA vereinbar sein sollten, opfert man bereitwillig, um Autokraten nicht zu verärgern. Wo ist da der große Unterschied?

Das sieht Trump ganz anders.

Ist Infantino nach Ungarn geflogen, um Orban den UEFA-Friedenspreis zu verleihen und damit Orban selbst zu inszenieren? Da ist der Unterschied.

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Hier ein aktuelles Interview auf Youtube. https://youtu.be/Gq9gEHr5PlA?si=mI1UlD8O82X_ct4J sehr informativ.

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In der Tat. Hochinteressant. Lohnt sich anzuhören.

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Spannungen beim FC Bayern? Dreesen bezieht Stellung zu den Gerüchten

"Nun hat sich Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen zu den Gerüchten geäußert – und dabei eine klare Position bezogen. „Ich kann sagen, dass die beiden sehr gut zusammenarbeiten. Der Rest ist nur Berichterstattung. Es gibt nichts weiter hinzuzufügen“, stellte Dreesen nach dem Spiel gegen Real unmissverständlich klar.
Der Klubchef betonte zudem, dass die Zusammenarbeit an der Säbener Straße reibungslos funktioniere und verwies dabei auch auf die sportlichen Ergebnisse: „Entscheidend ist, wie wir zusammenarbeiten – und das ist hervorragend. Das sieht man auf dem Platz und abseits davon.“

Dreesen zu dem Gemunkel rund um Eberl und Co.

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Interessantes Interview mit Dreesen.

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Dreesen told @BILD after the game: „Congratulations to Paris Saint-Germain. They defended their title and thus achieved an extraordinary feat. I’m delighted for Nasser Al-Khelaifi, who had to wait a long time and has now been able to lift the Champions League trophy twice in a row. For us at FC Bayern, the goal is to be fully competitive again in the Champions League next year“

Einem Verein zu einem CL Titel zu gratulieren gehört natürlich dazu, seine Freude für einen katarischen Geschäftsmann explizit zu Ausdruck zu bringen verärgert mich. Ich weiß nicht warum man diesen Schmusekurs, auch schon nach dem Ausscheiden in der CL gegen Paris, so fahren muss.

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„Feld vorbereiten“. Weil wir Barcola holen wollen und die dafür Raphina von Barca holen ?

Sie wollen ja Diomande holen.

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wenn sie uns Barcola lassen, ist mir egal, wenn sie holen.

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Glaube das scheint leider mehr eine generelle Ausrichtung der Clubführung zu sein als eine kurzfristige Strategie. Bei der Kritik am Katar Sponsoring hat man ja den Unmut einiger Fans auch nicht verstehen wollen.

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Der allgemeine Einfluss Katars spielt natürlich eine Rolle. Die ECF (vormals ECA) hält ihre Meetings auch gerne mal in Doha ab. Da reisen also hunderte Geschäftsleute aus Europa nach Katar, um ein Branchentreffen für europäische Unternehmen durchzuführen. Die Geschichte um Rolex-Kalle ist bekannt. Da ging es nicht nur um Steuerhinterziehung, sondern um ein Lobby-Geschenk.

Auch unserer Vereinsführung haben die Kataris also ordentlich den Kopf gewaschen. Die ganzen Storys mit dem Sponsoring, das nicht von unserem Klub, sondern von den Kataris selbst gekündigt wurde inklusive Sportwashing-Veranstaltungen sind ebenfalls bekannt.

Man muss aber auch auf die Super League zurück blicken. Der FC Bayern hatte sich ja bekanntlich auch mit diesem Thema auseinandergesetzt. Am Ende sind zwei Lager entstanden: Eine private Super League, die unabhängig vom aktuellen Verbands- und Ligensystem sein sollte. Oder die CL, zu einer Super League umzubauen. Die ECF wollte letzteres und unterschrieb später auch eine langfristige Vereinbarung mit der UEFA. (In dem Lager waren Bayern und Paris)

Nachdem die private Variante gescheitert und die entsprechenden Klubs die ECF verlassen hatten, wurde Al-Khelaifi zum mächtigsten Mann in der ECF und Bayern festigte seine Stellung dahinter. Im Grunde sind Paris und Bayern nun aktuell die mächtigsten Klubs in der ECF und arbeiten federführend an der Gestaltung der CL, während das andere Lager geläutert zurückkehren musste. Auf der sportpolitischen Bühne sind die beiden Klubs also wichtige Verbündete. Dreesen ist Al-Khelaifis Vize in der ECF und dementsprechend ist es sein Job, ihm Honig ums Maul zu schmieren und Einigkeit zu demonstrieren.

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Sehr interessanter Beitrag mit einer schönen Herleitung der Verflochtenheiten bei der ECF.

Als Fan stellen sich mir dennoch Fragen: Welchen Vorteil zieht man als FC Bayern konkret daraus Einigkeit zu demonstrieren und A–Khelaifi Honig ums Maul zu schmieren bzw. welche “Gestaltung” an dem jetzt festgelegten CL Modus ist so erstrebenswert?

“Auf der sportpolitischen Bühne sind die beiden Klubs also wichtige Verbündete.”

Sind nicht die Interessen in vielen Bereichen konträr zwischen beiden Clubs? Letztlich ist man doch in einem sportlichen Wettbewerb mit Konstrukt PSG. Kommt man als solide wirtschaftender Club bei Forderungen einer strikteren Anwendung des FFPs besser voran? Ist nicht Al-Khelaifis Allgegenwärtigkeit bei ECF und UEFA bei der Berücksichtigung eigener Interessen ein Dorn im Auge? Bei Themen wie Fansanktionierungen und Schiri-Ansetzungen scheint ja die Bayern Lobby ebenfalls wenig Einfluss/Gefallen zu haben, wenn man den Äußerungen Dreesens Glauben schenken mag.

Ein Verbündeter, der in fast allen Punkten bei der Gestaltung eines Wettbewerbs andere Positionen vertritt und gleichzeitig am längeren Hebel sitzt und lediglich der Konsens besteht das Turnier/ den Wettbewerb erhalten zu wollen, scheint dann doch primär für PSG lukrativ zu sein.

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Generell wollen alle Top-Klubs, dass der höchste Wettbewerb möglichst planbar und sicher ist. Die wollen alle garantiert jedes Jahr teilnehmen, an die dicken Geldtöpfe kommen und damit auch zu dem kleinen Kreis an Klubs gehören, die überhaupt eine realistische Chance auf Titel haben.

Ich vermute, dass man in München zu der Bewertung gekommen ist, dass ein langsamer, organisch wirkender Umbau der Champions League sich besser an die Fans verkaufen lässt und weniger Risiken birgt. Zumal man jetzt aktiv mitgestalten kann, wie diese in Zukunft aussehen wird.

Der neue Modus hat diverse Vorteile für die Top-Teams: Die Teilnahme an der CL ist noch sicherer. Es gibt den fünften Platz für die besten Ligen. (Man wollte sogar Wildcards für Top-Klubs, die sich nicht qualifizieren konnten.) Das Los-Verfahren sorgt dafür, dass man nahezu gesichert zwei Top-Spiele in der Gruppenphase hat. Dass 24 von 36 statt 16 von 32 weiterkommen in Kombination mit dem Format, erhöht ebenfalls die Chancen für die Top-Klubs. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie nicht in die KO-Runden kommen. Von den Setzlisten profitieren natürlich auch eher die guten Mannschaften. Und mehr Spiele bedeuten am Ende auch mehr Kohle.

Auch relevant ist sicherlich, dass die Stellung der Top 9 nicht angefasst wird. Es gibt 9 Klubs in Europa, die so viel Kohle haben, dass keine andere Mannschaft eine Chance gegen diese Klubs hat. In einer Super League mit 16-20 Mannschaften, Salary Cap und Co. wäre man nur noch ein Klub von 20. In der CL wird ein Klub wie Bayern weiterhin fast jedes Jahr mindestens ins Viertelfinale kommen und gleichzeitig den Vorteil des nationalen Branchenprimus ausspielen können.

Die weiteren Fragen sind alle sehr umfangreich und man könnte stundenlang darüber diskutieren. Allgemein will ich da mal die Gegenfrage stellen: Was ist realistisch möglich? Wäre es überhaupt eine Option, gegen Al-Khelaifi in Opposition zu gehen, wenn so viele Funktionäre dem katarischen Geld folgen? Könnte man so viel Einfluss auf die UEFA ausüben, ohne den politischen Druck aus Katar? Und selbst wenn: Wäre beispielsweise eine ECF geführt von der City Group eher in unserem Interesse? Die anderen beiden reinen Traditionsvereine Real und Barca haben sich jedenfalls mit der Super League verzockt. Die sind aktuell keine realistischen Partner, um die ECF zu kontrollieren.

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Man hatte mit Katar (Airways) den vermutlich lukrativsten Sponsoringvertrag in der Bayern-Geschichte. Sich davon lösen zu müssen, war ein schmerzhafter Einschnitt.
Möglicherweise erhofft man sich wieder etwas in der Art? Vielleicht in einer etwas unauffälligeren Weise.

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War das echt so viel Geld? ich dachte, das wäre nicht so hoch gewesen?

Um die 25 Mio. Und das ohne großen materiellen Aufwand.

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*Pro Saison.
Und vom „Nachfolger“ Emirates gibt es 5 Mio. € pro Saison.

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