Ich leg meine ethischen Maßstäbe für mich fest. Logisch. Der FCB tut das selbe für sich, vertreten durch Vorstand und Aufsichtsrat und letztlich auch den Mitgliedern. Wenn ich das nicht mehr vertreten kann und will, werde ich mich aktiv einbringen müssen. In Form von Protest, Vereinsaustritten etc.
Auf die Frage nach den Normen: Eine Nuance gesunder Menschenverstand würde schon gut helfen.
Ob der Profifußball noch zeitgemäß kann ich so final nicht beantworten. Er ist aber auf dem besten Weg sich abzuschaffen.
Der FCB entscheidet das innerhalb der gegebenen rechtlichen Grenzen natürlich für sich. Gleichzeitig darf jeder seine Meinung dazu haben, was aus der rein persönlichen Sicht ein akzeptabler Werbepartner ist. Und darüber darf bestimmt auch diskutiert werden, auch in der Anhänger- und Mitgliederschaft. Und dann wird vielleicht am Ende stehen, dass es bemerkenswert viele Mitglieder gibt, die Katar schwierig finden, dass es ein paar Mitglieder gibt, die einen Wettanbieter problematisch finden, und dann wird sich sicher auch noch jemand finden, der auch mit Contergan oder Landminen kein Problem hätte, wenn nur der Rubel rollt und die Verzwergung dadurch aufgehalten wird.
Natürlich nicht, die Frage kann ja kaum ernst gemeint sein.
Aber man wird sich schon im Rahmen von Diskussionen kritisch dazu äussern dürfen, wenn Werbung über das inzwischen schon kaum mehr beklagte Mass hinaus perfide wird. In meinen Augen ist das unter anderem dann der Fall, wenn Spitzensportler (wie seinerzeit Ballack) ihren Namen und ihr Gesicht an McDonalds verkaufen. Oder wenn unser Basti für Chips wirbt. Oder der Titan für Tipico.
Dass Werbung in sehr vielen Fällen schlichtweg lügt, ist ja nichts Neues. Und aus Herstellersicht ist es (mit viel Wohlwollen) auch nachvollziehbar, dass die Schwächen des eigenen Produkts kaschiert werden sollen. Wenn also, um mal im Beispiel McDonalds zu bleiben, einfach nur ein bestimmter Lifestyle suggeriert würde, oder wenn man es über den geringen Preis versuchte, oder über die Verfügbarkeit, über was weiss ich alles, um damit davon abzulenken, dass der Konsum von dem Mist, der da abgeboten wird, nachweislich lebenszeitverkürzend ist, dann wäre das in etwa in dem Rahmen, an den wir uns alle (leider) gewöhnt haben. Und wenn der fette Hoeness (den ich ansonsten grundsätzlich mag) meint für McDonalds werben zu müssen - auch noch geschenkt. Aber ein Spitzensportler!? Wie gesagt, die Schwächen des Produkts nicht extra hervorzuheben, ist nachvollziehbar, aber das genaue Gegenteil zu behaupten (hier: Gesundheit, Fitness, maximaler sportlicher Erfolg) ist perfide und einfach nicht anständig (von beiden Seiten).
So richtig vertretbar fand ich sie in der Gesamtheit noch nie, ehrlich gesagt. Die Penetranz und die Unverfrorenheit, mit der man da (in der Regel) wahlweise angeschrien, eingelullt, verarscht, betuttelt, in der Intelligenz beleidigt oder einfach nur belogen wird, fand ich schon immer unerträglich.
Und ja: insbesondere auf die heutige Zeit bezogen, gibt es da sicherlich einiges zu hinterfragen. Aber das ist natürlich ein sehr allgemeines Thema und ich will mich damit gar nicht irgendwie in Richtung FCBayern geäussert haben.
Die Frage war ernst gemeint.
Wenn ich hier so lese wer jetzt werben darf und wer nicht ist das natürlich die Meinung eines einzelnen. Aber es liest sich oftmals so, als ob diese Meinung die einzig gültige wäre.
Vor allem dann wenn es darum geht, was geht denn alles nicht?
Hätten wir hier 30 Posts was alles nicht ginge würde am Ende wohl keine Branche und nur sehr wenig Firmen übrig bleiben. Was macht dann denn dann da?
Ich kann beispielsweise Deine Meinung nachvollziehen. Ein Spitzensportler wirbt für Chips? Passt nicht wirklich. Andererseits die Menge macht das Gift. Von der Eigenverantwortung wieviel wir von dem Zeug essen kann uns niemand befreien. Das müssen wir schon selbst mit uns ausmachen und auch mit den Konsequenzen daraus.
Ich denke das ist beim Thema Lebensmittel ein großes Thema. Der Staat kann eine
Zuckersteuer einführen oder Lebensmittel kennzeichnen. Aber niemand entlässt uns von der eigenen Verantwortung.
Irreführende Werbung einzuschränken, das sehe ich übrigens als Aufgabe der Regulierungsbehörden.
Unbedingt sollte man das. Darum habe ich auch gefragt. Mich interessieren zu diesem Thema andere Meinungen.
Absolut. Aber du möchtest ja im Grunde keine Werbung, wenn ich mich nicht irre?
Keine Ahnung, wie du darauf kommst. Nein, das ist nicht meine Meinung. Ich kenne übrigens auch in der aktiven Szene niemanden, der ernsthaft zurück möchte zu 1971/72.
Hast du das auf meinen Post bezogen? Wie kommst du darauf? Hatte doch geschrieben, dass ich für mich Nestle, Tipico und natürlich Quatar ablehne. Eine Allgemeingültigkeit kann ich schwer erkennen.
Imho ist das Problem mit tipico und Co vor allem, dass diese gesamte Branche sehr nach Steuerhinterziehung und Geldwäsche riecht. (Wobei ich natürlich nicht sagen möchte, dass gewisse Leute beim FCB auch hier einfach mit den Besten zusammenarbeiten wollen.)
Der Jahresabschluss der Bayern AG ist jetzt online.
Der immer spannende Teil, was ist mit der Liquidität aka Festgeldkonto hier im Auszug:
Liquiditätsanalyse:
„Die freie Liquidität im Konzern zum 30.06.2022 stieg von € 113,7 Mio. zum Vorjahresstichtag auf € 186,1 Mio. Der starke Anstieg ist u.a. auf eine langfristige Vorauszahlung eines Vertragspartners der Allianz Arena München Stadion GmbH zurückzuführen.
Auf die FC BAYERN MÜNCHEN AG entfallen von der freien Liquidität € 97,5 Mio. (VJ € 85,8 Mio.). Damit ist der FC BAYERN MÜNCHEN weiter gut aufgestellt und für kommende Herausforderungen gut gerüstet.
Der Konzern hat aus der laufenden Geschäftstätigkeit einen operativen Cash-Flow in Höhe von € 136,0 Mio. (VJ € 46,7 Mio.) generiert. Damit konnte, trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation im abgelaufenen Geschäftsjahr, ein mehr als zufriedenstellender operativer Cash-Flow erzielt werden.
Der Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt € - 0,3 Mio., (Vorjahr € - 4,2 Mio.). Die FC Bayern MÜNCHEN AG hat für das vorangegangene Geschäftsjahr keine Dividende an ihre Gesellschafter ausgeschüttet und keine externe Finanzierung aufgenommen.
Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit in Höhe von € - 63,4 Mio. (Vorjahr € - 59,8 Mio.) basiert hauptsächlich auf den in dieser Saison getätigten Investitionen in die Spielerkader.“
Besonders bemerkenswert:
„Der starke Anstieg ist u.a. auf eine langfristige Vorauszahlung eines Vertragspartners der Allianz Arena München Stadion GmbH zurückzuführen.“
Dass da etwas ungewöhnliches stattgefunden hat, konnte man ja schon den Zahlen der JHV entnehmen. Nun weiß man es.
Es könnte sich hier um irgendwas zwischen 50-75 Mio € handeln.
Bei den Summen würde mir nur die Allianz einfallen, die dafür infrage kommen könnte.
In diesem Frühjahr war ja von einer dementsprechenden Ausweitung bzw. Verlängerung der Zusammenarbeit die Rede.
Möglicherweise muss man das alles zusammenlesen. Vorauszahlung letztes Jahr, neuer Vertrag dieses Jahr?
Könnte man vielleicht so zusammenfassen: Die Allianz hat in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld mit einer Finanzspritze ausgeholfen.
Vielleicht hat es ja nur mittelbar oder gar nichts mit diesem Vertragsabschluss zu tun.
Und selbst wenn, würde man das wohl kaum in eine Presseinfo packen.
Liverpool hat als Finalist mal satte 28 Millionen mehr kassiert. Dass es in Summe (!) „nur ca 10 Mio“ mehr sind, liegt vor allem daran, dass Bayern über zehn Jahre erfolgreicher war. Eigentlich eine recht einfach zu lesende Tabelle…