Kulturgüter mit hoher Bedeutung dürfen nicht in das Ausland verkauft werden, diese Regelung gilt in vielen Ländern und wurde in den letzten Jahren verschärft (aus Protest dagegen hat beispielsweise Baselitz seine Leihgaben wieder zurückgezogen).
Fußballvereine sind Kulturgut –gut, darüber kann man streiten, ich bin jedenfalls dieser Meinung – daher sollten ausländische Investoren nur eine Minorität erwerben dürfen.
JA, 24% oder 49%? Wäre ein Ansatz.
Jedenfalls muss man anerkennen, das dieses Thema behandelt werden muss.
Windhorst, Ismaik, auch RB, sollten in Zukunft nicht mehr möglich sein. Vor allem RB ist ja ein zeitgenössisches Beispiel für eine absolutistische Herrschaft …
… wobei man Ochlokratien nie verhindern können wird, wie man an Hertha und Schalke sieht ![]()
Wenn ich mich recht erinnere kam der Ausdruck „zwielichtige Gestalten“ von dir. Und zwar im Zusammenhang mit Fosun als Investor in der Schweiz.
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Boah, stopp!! Jemand anders hat hier den Artikel zu den Grashoppers verlinkt, wohl als negativ Beispiel eines Investors. Was der Tendenz des Artikels entspricht. DU hast dann geschrieben, dass die Schweizer Liga selbst schuld (dämlich und korrupt) ist, wenn sie solche „Gestalten“ (O-Ton) zulassen. Und hast die EPL als Positivbeispiel hervorgehoben. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass die selben Investoren in England aktiv, also zugelassen sind. Jetzt argumentierst du plötzlich, dass die schon gut sind und unterstellst anderen (latent mir), dass sie Investoren ablehnen, nur weil sie aus China sind. Abenteuerlich.
um dein skizziertes mögliches Problem kurz aufzugreifen und wie 918 später schon geschrieben hat:
hier trennen sich ja bereits massiv die Wege und Wahrnehmungen und Wünsche und und und…
mir persönlich z.B. ist es schnurzepiepelatte ob die Buli oder der FCB international wettbewerbsfähig ist oder bleibt - zumindest dann, wenn es für die wettbewerbsfähigkeit noch mehr von diesem ganzen Finanzwahn braucht als ohnehin schon - mir ist das jetzt schon viel zu viel…
wir werden also über Punkt 1 deines Ablaufs gar nicht hinaus kommen… ![]()
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@Alex
Sehr analytisch zusammen gefasst und absolut nachvollziehbar in den einzelnen Punkten.
Zu Schritt 1: Ich denke das Problem, das die Diskussion über 50+1 zur Zeit wiederbelebt, ist die Dominanz der Bayern in der Bundesliga und die mangelden finanziellen Ressourcen etwaiger Konkurenten. Die Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga im internationalen Vergleich ist nicht das größte Problem - Bayern hat 2020 die Champions League gewonnen u. E.Frankfurt 2022 die Europa League.
Zu Schritt 2: Eine Liga, die in der Spitze 4-6 Vereine hat, die realistisch Meister werden können und deren Titelentscheidung erst gegen Ende des Wettbewerbs ansteht, hat sicher mehr flair und generiert aufgrund des gesteigerten Interesses mehr Einnahmen. Ist sicher wichtig. Als Bayern-Fan sind die vielen Siege/Tore und die nervenschonenden frühen Entscheidungen kurzfristig toll, aber ob das langfristig der Liga gut tut wurde ja hier bereits diskutiert und von einigen in Frage gestellt.
Schritt 3: Gegeben
Schritt 4: Gute Frage - England hat viele Investoren, der Liga Wettbewerb scheint ausgeglichener (die großen 6), aber letzlich wurden in den letzten Jahren auch immer nur MC, Chelsea u. einmal Liverpool Meister (Leicester lasse ich mal aussen vor). 50 + 1 hilft Geld zu generieren; es garantiert aber nur bei gutem Einsatz dieser Ressourcen eine sportliche Verbesserung. Der entsprechende Investor müßte daher außer Geld auch mindestens über fähige Manager verfügen mit ausreichenden sportlichen Kompetenzen, um der Sache dienlich zu sein. Auch eine langfristig Ausrichtung der Ziele ist unabdingbar, um zu verhindern, dass Investoren, die nur ein simples Anlagenobjekt im Verein sehen, ausgebremst werden. Hier sind berechtigte Zweifel angebracht und es bräuchte ein Regelwerk, um diese Punkte zu steuern.
Schritt 5: Diese Frage läßt sich nur positiv beantworten, wenn es (siehe oben) ein klares Regelwerk gibt. Hängt auch davon ab, wie „groß“ die Einflußnahme und die Zugabe an finanziellen Mittel ist. Beispiel Bayer Leverkusen: Hier handelt es sich eigentlich um ein Umgehen der 50+1 Richtlinien und der Bayer Konzern ist mehr als nur Hauptsponsor (ähnlich wie Wolfsburg, Hoffenheim). Es reicht nicht, um die Spitzenposition der Bayern zu gefährden, aber dennoch würde ich diesen konkreten Fall als Erfolg bezeichnen.
Schritt 6: Ein Einstieg von mehreren Investoren bedeutet erstmal mehr Geld. Mehr Geld im Umlauf heißt aber, dass alles teurer wird mit allen Randerscheinungen. Wer kein Investor abbekommt, würde erstmal an wettbewerbsfähig einbüssen und hätte einen Wettbewerbsnachteil. Es käme tendenziell zu Verschiebungen, die wir im Ansatz ja bereits jetzt sehen (Wolfsburg, Hoffenheim, RB Leipzig, Bayer in Liga 1 - Hamburg, Kaiserslautern, 1860, ect..in unteren Ligen).
Schritt 7 + 8: Andere Mittel zur Lösung der mangelden Ausgeglichenheit der Ligaspitze gäbe es wohl schon. Aber ob Playoffs oder eine simple Geldumverteilung geeigneter wären ohne den europäischen Gesamtkontext zu berücksichtigen ist zu mindestens fraglich.
Ist ein großes Thema und wohl nur mit Kompromissen ansatzweise lösbar.
Na ja, wenn Fussballvereine international nicht mehr wettbewerbsfähig wären, dann wären sie auch kein zu schützendes Kulturgut. Natürlich sind lokale Fussballvereine wichtig, aber eher gesellschaftlich, nicht kulturell. Mir ist jedoch klar, dass man diese Meinung nicht teilen muss.
Jedenfalls fällt ein mittelmäßiges Kunstwerk nicht unter das Ausfuhrverbot.
Here we go:
Schritt 1: Identifikation von Problem P
Der FC Bayern macht als Dauermeister die nationale Liga eintönig. Zudem ist die Bundesliga nur noch Ausbildungsverein und Durchlauferhitzer für ausländische Vereine. Große Spieler verlassen die Bundesliga in der Regel nach wenigen Jahren und tragen damit zu einem Identitätsverlust bei. Von einzelnen Ausnahmen (FC Bayern, einmal Eintracht Frankfurt) abgesehen, verlieren die Vereine international in CL und EL den Anschluss.
Schritt 2: Feststellung der Wichtigkeit von P
Für Fans des FC Bayern nachgelagert, für alle anderen Funktionäre und Fans extrem wichtig.
Schritt 3: Generierung von Lösung L (entfällt → L = Abschaffung von 50+1)
Schritt 4: Ist L = A50+1 geeignet, Problem P zu lösen?
Bedingt, ja: Der Grundgedanke bei einer Abschaffung von 50+1 ist ja das Generieren von Mehreinnahmen. Das wird je nach Attraktivität des Vereins mal besser und mal schlechter funktionieren, im Großen und Ganzen aber schon.
Schritt 5: Schaden durch A50+1 für Betroffene größer als Nutzen?
Potenzielle negative Folgen: Investoren entziehen dem Verein die Finanzen wieder (Bsp. Glazers bei ManU), Fremdbestimmung bislang inländisch geführter Vereine durch ausländische Fonds / Oligarchen und damit auch Gefahr unkontrollierbarer Transaktionen, Beispiel AC Mailand und eben auch Chelsea.
Schritt 6: (Unbeabsichtigte) negative Kollateralschäden?
Kurzfristig kann frisches Geld zu einem Wettbewerbsvorteil, bzw. zu einem Ausgleich des aktuellen Nachteils gegenüber der EPL führen. Langfristig führt es zu einer Inflation bei Ablösen und Gehältern. Die wenigen 100 Millionen Ablöse von heute werden dann zur Norm. Etc.
Schritt 7: Noch geeignetere Mittel vorhanden?
Ja – eine europa- und weltweit konzertierte Aktion zur Regulierung des gesamten Profifußballs: Einhaltung von Verträgen über die volle Laufzeit ohne Handgelder und Ablösesummen, Salary Caps, Kontingente bei Verleihungen von Spielern (Farmteams!). Bewertung: Sehr geeignet, sehr unrealistisch.
Schritt 8: Genauso geeignete, aber mildere Mittel vorhanden und ausgeschöpft?
Vorhanden ja – Weitere Professionalisierung und bessere Auslandsvermarktung von DFL und BuLi. Bewertung: Realistisch, aber langwierig.
Nur kurze Anmerkung zu dem letzten Punkt.
Die Stadien sind deshalb so klein, weil sich kaum jemand für diese Vereine interessiert.
Siehe auch Tv Einschaltquoten, die sich bei Duellen unter diesen Vereinen häufiger mal im nicht messbaren Bereich befinden.
Liegt also nicht an der Zugänglichkeit in dem Fall.
in meinen augen der einzig gangbare weg… alles andere pumpt nur weitere fantastilliarden in den markt die letztlich immer nur bei den gleichen laden - spieler und berater… ein krankes system…
Nur ein kleiner Einwurf meinerseits, den ich woanders ähnlich schon mal beigetragen habe, aber hier auf die Gefahr der Wiederholung trotzdem noch einmal tätigen möchte:
Mehr Geld bedeutet nicht automatisch besseren Fußball. Und wie wir hier am Niederrhein so schön sagen: „Von nix kütt nix“. Auch Geld nicht.
Mehr Geld durch den Wegfall von 50+1 und den vermehrten Einstieg von Investoren bedeutet vor allem eine Anschubfinanzierung, irgendwann wollen Investoren ihr Geld wieder zurück, und wenn es ein guter Investor ist, dann kommt mehr Geld zurück als investiert wurde. Zahlen dafür wird der Fan. Ich gebe mich jedenfalls nicht der Illusion hin, dass die Bundesliga jemals ähnliche TV-Erträge weltweit haben wird wie die EPL.
Ich bin sehr neutral, was 50+1 angeht, ich habe absolut nichts dagegen, wenn die Mehrheit der Klubs eine Abschaffung davon beschließt. Nur sollte man sich darüber im Klaren sein, was das dann letztlich für den Fan bedeuten wird.
Und mehr gute Spieler gibt es auch nicht.
Die Anzahl von Top-Fußballern ist begrenzt. Mehr Vereine mit potenten Investoren bedeutet nur, dass mehr Vereine mit noch mehr Geld die guten Spieler ködern.
Der Wettbewerb wird nicht anders und nicht besser, nur teurer.
Das stimmt zum Teil, aber:
Man City war bis zur Übernahme durch Abu-Dhabi ein kleiner Kackverein, der kleine häßliche Bruder von Man United.
Gäben LEV, WOB, TSG usw. Vollgas, wäre das Interesse da.
Würde ich jetzt so nicht sagen. 1937 die erste englische Meisterschaft gewonnen, 1970 Europapokalsieger der Pokalsieger usw. danach lange Zeit des Misserfolges, aber kleiner Kackverein…und für mich immer der Verein von Bert Trautmann!
Das ist eine wichtige Frage: Hätte man damals (ohne das heutige Wissen) Abramovich wegen seiner Russlandnähe den Deal verboten? Auf welcher Basis? Russland galt ja im Westen nicht gerade als „Schurkenstaat“ (nach Ende des kalten Krieges). Oder wegen der Herkunft seines Geldes? Wo zieht man da die Grenze, was „gut“, was „böse“ ist?
Aber das geht doch an der Situation in LEV, WOB, Hoffenheim vorbei!! Dort gab es doch eine enge räumliche oder persönliche Beziehung zum jeweiligen Club! Die Stammwerke der jeweiligen Firmen, und Hopp ist mit der TSG doch auch schon lange verbandelt. Die 3 genannten „Investoren“ haben doch nicht blind bzw. nach strikt betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten einen Club übernehmen wollen
In den 90ern galt City für viele (u.a. die Gallagher-Brüder von Oasis) ja auch als Gegenklub zum Großkotzmodell Premier League, repräsentiert insbesondere durch United. Bei ManUtd selbst spaltete sich ja auch eine Gruppe ab, die den FC United of Manchester gründete (zu City konnten die natürlich nicht gehen).
Ich fand Russland war immer ein Schurkenstaat. Niemand von diesen Leuten ist auf ehrliche Weise zu seinem Vermögen gekommen. Das ist allgemein bekannt. Demokratie ist jetzt auch kein russisches Ding. Genauso wenig wie sie in Saudi Arabien, den Emiraten oder Katar eine Rolle spielt. Das interessiert dort niemanden.
Darum sind für mich Investoren aus solchen Ländern die mit Menschenrechten und Demokratie nichts am Hut haben nicht geeignet um sich hier einen Fußballklub zu kaufen. Aus meiner Sicht sind sie nicht mal geeignet hier irgendetwas zu kaufen. Keine Firma, keinen Backstein, nichts. Der Fußball könnte da mit gutem Beispiel voran gehen und harte Kriterien aufstellen, wen man als Investor zulässt oder nicht. Ich meine jetzt nicht, dass nur Mutter Theresa einen Verein kaufen darf (die ist ja eh schon tot). Man könnte das zu Beginn auch auf EU Staaten beschränken und dann schauen was passiert. Man könnte auch festlegen, dass Glazer Deals nicht erlaubt sind. Ich finde das wirklich nicht so schwierig.
Zum Beitrag von @Alex
Ja, ich erachte es als sehr wichtig, dass die Bundesliga international wettbewerbsfähig ist. Den alten Säcken mag das egal sein, aber wenn wir mal gegen italienische, französische, spanische und englische Klubs fast chancenlos sind, weil wir finanziell nicht mithalten können, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass die Kinder in 10 Jahren noch Fans von 'Bundesliga Klubs sind. In der heutigen Welt wo jeder Klub der Welt überall präsent sein kann, ist die Herkunft nicht mehr so wichtig, wie es in der Vergangenheit war.
Ich bin ein alter Sack mit meinem 54 Jahren. Bis ich 25 Jahre alt war, also bis Anfang der 90er, war es eine Weltsensation, wenn man einen Menschen auf der Straße gesehen hat, der ein Real Madrid Shirt trug. Da hat man sich umgedreht. Heute ist das Normalität. Heute gibt es hier eine Menge Fans von Real, Barca, Chelsea, PSG bei uns und überall. Nicht der Rede wert.
Glaubt einer ernsthaft, dass die Leute in 20 Jahren Bock haben die Stadien von Klubs vollzumachen die international bedeutungslos sind? Wenn die besten deutschen Spieler nicht mehr in dieser Liga spielen, weil sie woanders viel mehr Geld verdienen können? Man überlege sich mal, dass es deutsche Spieler gibt, die absolute Leader bei europäischen Topklubs wären? Die PL dem Duell Wirz gegen Havertz entgegenfiebern würde. Am Sonntag dann der Classico mit Musiala bei Real gegen Moukoko als Leader der Torschützenliste in der Primera Divsion bei Barcelona. Zur gleichen Zeit wie Leverkusen gegen Dortmund im WDR.
Wer will dann einem Wettbewerb mitfiebern, der im Vergleich zu anderen Ligen sportlich nicht mithalten kann? Wer will da noch als Sponsor auftreten? Vielleicht noch die regionale Raiffeisenbank. Wer würde das international noch sehen wollen? Sämtliche Einnahmen würden auf breiter Front einbrechen. Es käme tatsächlich zu einer Verzwergung. Die Buli würde über kurz oder lang zum Nischenprodukt werden.
Jetzt ist eben die Frage ob man das haben will. Ich möchte das nicht. Aber was ich will ist ja auch erstmal total irrelevant.
Im übrigen sagt niemand, dass es gleichzeitig nicht eine stärkere Regulierung der Gehälter und Ablösen geben kann. Aber das ist Sache der Politik. Bis jetzt sehe ich nicht, dass da irgendetwas größeres auf dem Weg ist. Immerhin gibt es eine Verschärfung der Regeln der UEFA. Ob das dann greift und was der CAS dann wieder macht, wenn es Zuwiderhandlungen von namhaften Klubs gibt, wird man sehen. Die Dominanz von von Investoren geführten Klubs in Europa werden diese Regelungen eher nicht brechen.
Ja, genau, Kackverein, sag ich doch ![]()
Warum schauen dann Leute 2. oder 3.Liga, Regionalliga?
Warum gehen Leute in Holland, Belgien, Dänemark ins Stadion?
Ist doch völlig uninteressant.
Und die ganzen Real- oder Chelsea-Trikotträger, sind das wirklich dauerhaft Fans dieser Vereine oder nur Event-Fans?
Ich kenne viele Leute, die schauen keine Champions League mehr und Bundesliga nur noch Zusammenfassung in der Sportschau. Weil kein Bock auf fünf Abos und in der Wirtschaft kommts auch nicht mehr, der Wirt hat sky schon vor Corona gekündigt. Zu teuer.
Schneller, höher, weiter.
Mehr, mehr, mehr.
Teurer, teurer, teurer.
Die Leute wenden sich ab.
Das führt zur Verzwergung.