@Jan : Noch nicht, aber steht auf meiner Liste. Danke für den Hinweis!
Interessante Lösung. Das dürfte vor allem Barcelona dabei helfen, ihre dringenden Salary-Cap-Probleme für diese Saison zu lösen. Ein drastischer Kahlschlag, wie er eigentlich nötig gewesen wäre, ist damit wohl vom Tisch. Aber sonst ist das auch nur eine kurzfristige Finanzspritze im Tausch gegen einen Teil der zukünftigen Gewinne und der Notwendigkeit, in Zukunft einen externen Partner mitreden zu lassen.
Im Prinzip wird das nichts anderes sein, als wir mit der Kapitalgesellschaft und den „strategischen Partnern“ gemacht haben, aber solche Manöver dürften deutlich komplizierter ausfallen, wenn es den Überbau einer ganzen Liga betrifft. Vom Standpunkt der Verteilungsgerechtigkeit ist es auch doppelt fragwürdig: zunächst mal die offensichtliche Frage, wie der Schlüssel bestimmt wird; aber auch, dass kurzfristig die jetzt in der Liga befindlichen Vereine profitieren, während zukünftige Aufsteiger nichts davon haben, den neuen Anteilseignern aber trotzdem einen Teil der Vermarktungseinnahmen abgeben dürfen.
Hier ein Auszug aus dem aktuellen Interview mit Jörg Wacker. Bemerkenswert und sehr positiv:
Haben die sechs Titel den FC Bayern weltweit noch einmal auf eine andere Image-Stufe gehoben?
„Man merkt in allen Gesprächen, dass das Ansehen noch einmal gestiegen ist. Und wenn man zum Beispiel den Merchandising-Absatz anschaut, hatten wir dank dieses riesigen Erfolges via E-Commerce das beste Verkaufsjahr seit fünf Jahren – trotz der langen coronabedingten Schließung unserer Shops.
Jörg Wacker über die Audi Summer Tour: „Der FC Bayern leistet Pionierarbeit“
Peréz wird langsam ein psychopathologischer Fall.
Nun, wenn das, was der FC Barcelona in seinem offiziellen Statement schreibt, stimmt (Veräußerung der audiovisuellen Rechte an La Liga über 50 Jahre ohne vorherige Abstimmung mit den Clubs inmitten einer Pandemie (implizit: was den Preis versaut)), finde ich sowohl die Ablehnung seitens Barca als auch die Klage von Real durchaus nachvollziehbar. Hätte ich wahrscheinlich auch in Erwägung gezogen.
Ich steige da nicht mehr durch. Barca braucht dringend Einnahmen, um Spielraum bei den Gehaltszahlungen zu gewinnen. Passiert das nicht, muss der Kader weitgehend aufgelöst werden, und es droht ein sportlicher Absturz mit entsprechenden Folgeschäden. Die Liga beharrt zwar auf ihrem Gehaltsregime, holt aber einen Investor an Bord, um zumindest an der Einnahmenseite was zu machen. Und ausgerechnet Barca lehnt das ab? Schon klar, dass dadurch auch deren künftige Einnahmen negativ betroffen sind, aber eben: sie brauchen jetzt Geld.
Ich hatte mich auch schon gefragt, warum sie nicht unilateral Anteile an einen Investor veräussern. Dem steht in Spanien meines Wissens nichts entgegen, und der Verein ist trotz allem noch hoch bewertet. Alles besser, als Spieler unter Zwang abgeben zu müssen und damit diesen Wert zu vernichten. Oder ist das politisch den Socios nicht zu vermitteln?
@918 : Danke für die Details. Das ergibt alles Sinn, ist aber von allen Seiten eine gewaltige Wette auf die Zukunft. Das Vertrauen in einen anhaltenden Wachstumsmarkt Fußball ist scheinbar (wahrscheinlich nicht ganz zu Unrecht) schier endlos, sowohl bei den Clubs als auch bei den Financiers.
But good heavens, Barca is running it close.
Messi vor einem Jahr mit einer Ablöse von vielleicht 100 Millionen abzugeben (ähnlich wie Ronaldo bei Real) und ein Jahr seine etwa 130 Millionen Gehalt einzusparen hätte Barcelona sehr viel wichtigen Spielraum verschaffen können - vielleicht der Fehler schlechthin in der strategischen Ausrichtung für die Zukunft. Wer weiß…
Ich hoffe ja, dass LaLiga nicht einknickt und sich nicht erpressen lassen wird… Messi als Zugpferd für die Attraktivität der Liga?
Wäre doch sehr kurzfristig gedacht… das ist vielleicht noch zwei Jahre so und dann taugt Messi auch nicht mehr als Zugpferd.
Zumal die großen Vereine der Liga selber dafür sorgen, dass die Liga unattraktiver wird!
Mit dem Säbelrasseln was Barca und Real da veranstalten schaden sie dem Ansehen der Liga mehr als das sie ihnen helfen
Was genau verstehst du unter den Anteilen, die Barca unilateral an einen Investor veräußern sollte? Anteile an La Liga oder eigene Vereinsanteile oder etwas anderes?
Wenn du damit Vereinsanteile meinen solltest, kann Barca das nicht, weil es keine Vereinsanteile zum Veräußern gibt. Barca ist zusammen mit Real, Athletic Club (Bilbao) und Osasuna einer der vier Clubs im spanischen Profifußball (und Basketball übrigens), der nicht Anfang der 90er von der spanischen Regierung verpflichtet wurde, sich in eine sogenannte „Sociedad Anonima Deportiva“ (in etwa: Sport-Aktiengesellschaft, S.A.D.) umzuwandeln. Aus historischen und bestimmten finanziellen Gründen wurde bei diesen vier Clubs eine Ausnahme gemacht.
Barca ist seit seiner Gründung und immer noch ein echter Verein und gehört komplett den Mitgliedern. Es gibt auch nicht wie etwa in Deutschland eine ausgegliederte Kapitalgesellschaft, die den Fußballbetrieb organisiert, an der man Anteile veräußern könnte. Dies ist eine komplett deutsche Eigenart, die dem 50+1 geschuldet ist.
Die einzige Möglichkeit für Barca, jenseits des organisch im operativen Geschäftsbetrieb generierten an Geld zu kommen, liegt daher darin, Verbindlichkeiten aufzunehmen. Es ist kein Zufall, dass gerade Barca und Real die beiden wahrscheinlich höchstverschuldeten Clubs in Europa sind. Sie können keine Anteile verkaufen, aber sie brauchen regelmäßig mehr Geld für ihre teuren Kader als sie mit ihrem operativen Geschäft verdienen können.
(Wenn du dich für das Thema S.A.D., Barca usw. und generell Investoren im europäischen Fußball näher interessierst, ich habe dazu mit Malte von meinsportpodcast.de vor einiger Zeit mal einen (zeitlosen) Podcast aufgenommen: https://meinsportpodcast.de/mixed-sport/sportplatz/?ref=147451)
TL;DR:
Barca hat keine veräußerbaren Vereinsanteile und kann sie daher auch nicht unilateral veräußern.
Spannend, Danke!
Bei der Frage, ob ein vorwärts oder rückwärts gerichteter salary cap besser bzw. wirksamer wäre, würde ich allerdings zu bedenken geben, dass eine rückwärtsgerichtete Version rein technisch gesehen die sichere Alternative ist, weil sie sich an tatsächlichen Zahlen orientiert, wohingegen die vorwärtsgerichtete Version mit Prognosen für die Zukunft operiert und damit per se manipulationsanfälliger ist.
Die vorwärtsgerichtete Version hat den Vorteil der Unmittelbarkeit, Verstöße werden sozusagen schon im Vorhinein geahndet bzw. gleich ganz unterbunden, aber auch in der rückwärtsgerichteten Version holt die Realität den Verein irgendwann ein, weil die Zahlen ja feststehen und irgendwann zwingend in die Betrachtungsperiode des salary cap einfließen.
Die Malaise ist also nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben und die rückwärtsgewandte Version ist weniger manipulationsanfällig und/oder ungenau, wenn ein geplantes Budget dann doch nicht so eintrifft, wie es projiziert wurde.
Habe ich etwas übersehen?
Interessant, Danke. Ja, ich hatte daran gedacht, es ähnlich wie Bayern zu machen, die Profis in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern und Anteile daran zu verkaufen. Interessenten gäbe es sicher, und angesichts des Werts des Vereins würde auch eine Minderheitsbeteiligung schon genügend Geld einbringen, um die kurzfristigen Probleme zu lösen. Aber dann wären die Mitglieder damit wohl nicht einverstanden, und eine so weitreichende Entscheidung hätte auf jeden Fall in den Wahlkampf gehört.
Nein, soweit ich weiß gibt es in der EPL keinen salary cap mehr. Den gab es in der Tat mal zwischen 2013 und 2019 unter dem Namen „Short Term Cost Control“ (STCC) und besagte, dass die Ausgaben für die Spielergehälter jährlich nur um einen bestimmten Betrag ansteigen durften. In den ersten Jahren war das ein absoluter Betrag, £4m pro Jahr, und später ein relativer Anstieg, 7% pro Jahr. 2019 wurde diese Provision allerdings von der Premier League abgeschafft und seitdem gilt nur noch die Regel, die es parallel zu dem salary cap immer schon gab, dass Clubs über eine rollierende Monitoring-Periode der letzten drei Jahre maximal £15m mehr ausgeben dürfen als sie einnehmen. Wenn sie in diesem Zeitraum diese Grenze sogar um mehr als £105m überschreiten, drohen drastische Sanktionen wie die Unterwerfung des Clubs unter eine von der EPL berufene Kommission und das Verbot, neue Spieler zu registrieren (vgl. das Premier League Handbook 20/21, Paragraphen E.49-51 und E.15). Everton hat diese £105m Grenze übrigens höchstwahrscheinlich mit dem Ende der letzten Saison gebrochen. Mal gucken was da noch kommt…
Einen salary cap im englischen Fußball gab es bis vor kurzem übrigens noch in der League 1 und League 2. Er bestand vom 7. August 2020 bis in den Februar dieses Jahres und betrug £1.5m für die Teams der League 2 und £2.5m für die der League 1. Im Februar wurden diese caps allerdings nach einem Rechtsstreit der PFA mit der EFL wieder kassiert.
Was den Vorteil von am Jetzt orientierten, pragmatischen und schnellen Handelns in Krisenzeiten angeht, gebe ich dir ansonsten Recht.
Ah ok- danke. Ist an mir vorbeigegangen.
gibt es hier jemanden der kurz und knapp auch für einen laien erkläre kann warum messi nicht mehr für barca spielen kann? man liest immer wieder so dinge wie „hätte er auf noch mehr geld verzichtet wär es vielleicht doch möglich gewesen weiter zu spielen“ das versteh ich nicht ganz. für messi müsste das salär doch schon lang keine rolle mehr spielen?
Vielleicht sei noch hinzuzufügen, dass Messi, auch wenn er gewollt hätte, nicht für 0 Euro hätte unterschreiben können.
Lt. spanischen Gesetzen muss das Gehalt eines neuen Vertrages mindestens 50% des vorherigen erreichen. Die Dimensionen des letzten Vertrages sind ja inzwischen bekannt und somit auch, was das Mindestgehalt bei einer Vertragsverlängerung wäre.
Die Krokodilstränen-Pressekonferenz von Messi finde ich aber schon mehr als peinlich.
Was ist nur aus dem Fußball geworden?
Ich glaube das stimmt so nicht ganz (kann mich natürlich irren). Meinem verstehen nach muss Barca mindestes 50% des vorherigen Gelages anbieten, das alleine wuerde Messi aber nicht verbieten auch weniger von sich aus zu nehmen.
Ich dachte das Problem mit Messi ist, wie @918 scho sagt. Er ist seit sein Vertrag ausgelaufen ist Free Agent, das heißt er könnte zur Zeit auch nicht für €1 Euro per annum unterschrieben, da selbst ohne sei mega Gehalt Barças payroll immer noch so weit über dem liegt was in der Liga erlaubt ist, das sie keinen neuen Spieler registrieren können bis die Einsparungen vollbracht sind.
Dann soll er halt umsonst spielen oder sogar noch was dafür zahlen, damit er weiter für Barca spielen darf.
Bevor er sich noch weiter jede Nacht die Augen ausheult.
Messi wouldn’t have been able to take any more than a 50 per cent cut due to a clause in Spanish employment law that is in place to avoid financial manipulation.
Die Info habe ich aus mehreren übereinstimmenden Medienberichten. Ich kann zwar kein Spanisch um in der Originalquelle selbst zu lesen, ich stelle das Dokument aber natürlich trotzdem zur Verfügung.:
Dieser Punkt verliert natürlich nicht an Gültigkeit.