Ich bin an dem Thema sehr interessiert.
Ich habe nicht immer die Zeit die Neuigkeiten zu recherchieren. Darum sind die Infos für mich Gold wert.
Das ist sehr gut. Oder um es mit Pep zu sagen: top, top, top ![]()
So wie das überall auf der Welt ist wenn neue Steuer/finanz Regeln eingeführt werden, wird man kreativ! Besonders wenn man Taschen hat die tief genug sind es legal anzufechten.
Welch lustiger Zufall, just am letzten Tag des financial year für Aston Villa, hat man heute das Damen Team verkauft um die EPL PSR Regeln einzuhalten.
Wir wissen, Chelsea haben ihr Damen Team für sage und schreibe £200 Millionen verkauft ![]()
Wie das die UEFA sieht steht auf einem anderen Blatt
Also ich glaube hier haben wir (auch) einen Grund warum der liebe Williams nicht nach Barcelona geht.
Die UEFA belegt sowohl den FC Chelsea als auch FC Barcelona mit Strafen im Zusammenhang mit dem Financial Fairplay. Frei nach Thomas Müller trifft es wohl die größten (finanziellen) Rabauken im europäischen Spitzenfussball.
Chelsea hat die allgemein schwereren Strafen, aber für beide Vereine gilt für diese Saison: Sie brauchen eine positive Transferbilanz.
Was das jetzt für Transfers wie den von Gittens bedeutet: keine Ahnung.
PS. Ich hatte mich vor Jahren ja hier oft mit 918 darüber in der Wolle, weil ich dachte dass die UEFA kein Interesse an der Durchsetzung der Regeln hat. Hier habe ich mich scheinbar getäuscht.
Immerhin sind auch mal große Namen dabei.
Mindestens mal für Chelsea dürfte das aber egal sein. Die 80 Millionen zahlt man auch aus der Portokasse.
Ich habe mir das Settlement von Chelsea angeguckt. Hier die Kurzfassung:
- Die Dauer der Settlement-Periode, das heißt der Periode, in der Chelsea gewisse Auflagen erfüllen muss, beträgt vier Jahre* (Spielzeiten 25/26 bis 28/29).
- Chelsea muss an die UEFA 20 Millionen Euro Strafe unbedingt zahlen und bis zu weitere 60 Millionen Euro, wenn sie in jedem der drei Jahre 25/26 bis 27/28 nicht bestimmte finanzielle Ziele erreichen, die das Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben betreffen.
- Chelsea darf für die nächsten zwei Spielzeiten (25/26, 26/27) keinen neuen Spieler für UEFA-Wettbewerbe registrieren, wenn sie zum Registrierungszeitpunkt bei den Transfers keine positive Kostenbilanz für das Jahr aufweisen (postive Kostenbilanz: Einsparungen durch Spielerabgaben - Aufwendungen für neue Spieler > 0).
- Das Registrierungsverbot verlängert sich um bis zu zwei weitere Spielzeiten, wenn Chelsea für 25/26 und 26/27 zusammen keine positive Kostenbilanz bei den Transfers erreicht.
- Chelsea verpflichtet sich für die kommenden vier Jahre, eine Buchführung vorzulegen, die den UEFA-Regeln entspricht (also keine Tricks mit Immobiliendeals und Player Swaps und so) und bei der Dokumentation des Fortschritts bezüglich der Erfüllung der Settlement-Anforderungen jederzeit eng mit dem CFCB** zusammenzuarbeiten.
- Wenn Chelsea alle Auflagen zur vollen Zufriedenheit der UEFA erfüllt, kann sich die Settlement-Periode um ein Jahr auf drei Jahre verkürzen.
- Wenn Chelsea während der Settlement-Periode gegen eine oder mehrere der Auflagen des Settlements final verstößt, gilt das Settlement als nicht erfüllt, der Prozess wird abgebrochen und der Club wird vom nächsten UEFA-Wettbewerb, für den er sich über die Liga qualifiziert, ausgeschlossen.
Das Schlimmste, was Chelsea droht, wenn wirklich alle Stricke reißen, ist also ein Ausschluss von einem UEFA-Wettbewerb. Wenn das aber, sagen wir, z. B. schon in der Saison 26/27 der Fall sein sollte, behält sich die UEFA vor, anschließend direkt das nächste Verfahren gegen Chelsea einzuleiten (irgendwie logisch, sonst könnte man sich ja mit einmal Aussetzen bei einem UEFA-Wettbewerb mindestens für den Rest der Settlement-Periode freikaufen und alle möglichen finanziellen Sünden begehen, ohne dafür mit einer Strafe rechnen zu müssen).
*Jahre = Geschäftsjahre = Spielzeiten
**Club Financial Control Body, das Prüf- und Straforgan der UEFA für die Einhaltung der Financial Stability Rules
Meine persönliche Bewertung ist, dass ich es richtig finde, dass die UEFA bei den FSR* Zähne zeigt, denn wenn man sich als Gemeinschaft Regeln gibt, die in der Erwartung, dass sich alle daran halten, in die Planungen jedes Einzelnen eingehen, dann sollte man sie auch durchsetzen, wenn man nicht einen Zustand der Anomie (Gesetzlosigkeit) herbeiführen will, in dem jeder macht, was er will, und kriminell nur der ist, der sich dabei erwischen lässt.
Aber die UEFA befindet sich in einem Dilemma: Wenn sie ihre Regeln zu restriktiv formuliert und zu konsequent und entschlossen durchsetzt, dann haben die Vereine, deren grundsätzlicher Anreiz immer darin liegt, so viel Geld für Spieler wie möglich auszugeben, um sich einen sportlichen Vorteil zu verschaffen, einen Anreiz, aus dem Regelsystem auszusteigen und sich ein eigenes, permissiveres Regelsystem zu schaffen, in dem sie dann tatsächlich so viel Geld für neue Spieler und deren Gehälter ausgeben dürfen, wie sie wollen, zum Beispiel in Form der Super League.
Die UEFA steht vor der Herausforderung, dass sie in all ihren Turnieren einen einigermaßen fairen und ergebnisoffenen Wettbewerb für alle teilnehmenden Vereine gewährleisten muss, nicht nur die Top 10 der reichsten Vereine, denen praktisch unbegrenzt Geldmittel zur Verfügung stehen. Dafür braucht sie strenge Regeln, die die Ausgaben der Krösusse (Krösi? Krösūs?) begrenzen, aber wenn sie diese Krösi zu sehr gängelt, dann droht sie sie an die Super League zu verlieren – was womöglich das Ende wenigstens der Champions League bedeuten könnte und ein verheerender Schlag für die UEFA wäre.
*FSR = Financial Sustainability Rules
Das ist eben wirklich schade, dass man sich da immer zurückhalten muss, aus Angst an Wichtigkeit zu verlieren. Aber leider auch verständlich.
Danke für die Zusammenfassung Alex.