FC Bayern vor Stadionkauf in Unterhaching: Die perfekte Lösung?

Wenn es ein x-beliebiger Verkäufer wäre mag das so sein. Hier geht es aber doch um die Gemeinde Unterhaching und die SpVgg Unterhaching.

Dass da eine gewisse Verbundenheit vorhanden ist, die eben einen Verkauf nicht zu x-beliebigen Konditionen ermöglicht, ist doch ziemlich naheliegend.

Und dass im Kaufvertrag dann auch schon Konditionen für den Mietvertrag für die SpVgg mitverhandelt werden ist ebenso naheliegend wie üblich im Geschäftsleben…

1 „Gefällt mir“

Mal angenommen, es geht darum, ob ein Team des FC Bayern an Tag X das Stadion bekommt oder eben Unterhaching, dann wird die „Freundschaft“ aber mal ganz schnell egal sein. Und das auch richtigerweise so.

Ich habe wie gesagt keine klare Positionierung zum Gesamtthema, ich sehe auch eindeutige Gründe, die für die Übernahme sprechen. Aber ich störe mich daran, wenn so getan wird, als wäre der FC Bayern hier der gutherzige Ritter, der die arme Spielvereinigung aus der Krise rettet und die Fans sollen gefälligst dankbar sein. Und so wirkt es auf mich leider.

Der FC Bayern handelt hier vor allem aus Eigeninteresse und nicht aus Freundschaftsdienst. Und das ist wirtschaftlich und sportlich okay. Gleichzeitig wird Unterhaching einen Sch… machen können, wenn es darum geht, ob der FC Bayern im Zweifelsfall Zugriff auf das Stadion hat oder eben Haching.

Ob solche Fälle eintreten, wird man sehen. Je mehr Spieltagsvariablen in der Planung drin sind, desto schwieriger wird es, allen gerecht zu werden. Und das wird zukünftig so sein.

1 „Gefällt mir“

Ob das besser wäre, weiß niemand. Ich argumentiere aber auch nicht für den Punkt, dass irgendetwas komplett abzulehnen ist, sondern für den Punkt, dass ich manche Sorge der Fans sehr gut nachvollziehen kann und man nicht erwarten sollte, dass der FC Bayern hier als sozialer Retterklub abgefeiert wird. Die Situation bei der Spvgg ist komplex. Zu komplex für eine eindeutige Meinung, wenn es nach mir geht. Ich sehe auf beiden Seiten Argumente.

1 „Gefällt mir“

Auf mich nicht. Ich sehe hier niemand, der das so sieht. Und in der Presse ist doch im Zweifel eh immer der FC Bayern der Böse?

Wir wollen hier seit Ewigkeiten eine Lösung für die Stadionfrage bei den FC Bayern Frauen und dass der Verein mehr in die Frauen investiert. Jetzt geschieht das endlich, aber wir diskutieren hier fast nur über die eh bei jeglicher Lösung unvermeidlichen potentiellen Nachteile.

Etwas schade…

6 „Gefällt mir“

Na ja, jedes Argument in Richtung Sorgen der Haching-Fans wird halt abgetan, als hätten sie keine Existenzberechtigung.

Kann ich so nicht erkennen. Die überwiegenden Argumente hier beschäftigen sich damit, dass es richtig ist das Stadion zu kaufen. Es gab zwei, drei Leute, die angemerkt haben, dass es auch andere Punkte zu bedenken gibt, was zu einer Diskussion einfach auch dazugehört. Die meisten Leute hier sehen das aber positiv, was ebenfalls okay ist. Wie ich eben geschrieben habe, habe ich keine klare und eindeutige Meinung zu dem Thema. Ich sehe die Bedürfnisse der Frauenabteilung und freue mich, dass sie bald vlt. ein größeres Stadion haben. Ich sehe aber eben auch die berechtigten Sorgen der Fans von Unterhaching und kann diese sehr gut nachvollziehen. Und das können einige hier offenbar nicht wirklich. Auch fein für mich, ich habe meine Perspektive ja jetzt geschildert dazu.

Und an der Stelle bin ich dann eh raus. Diese Opferrolle von dem Verein, der am meisten von diesem ganzen Medientrubel profitiert und ihn sogar aktiv weiter füttert, habe ich noch nie verstanden.

2 „Gefällt mir“

Ich hatte das Thema ja schon einmal anlässlich der Kritik der Ultras an der Terminierung von Spielen der 2. Mannschaft angesprochen und würde es hier gerne noch einmal machen:
welchen Einfluss hat ein Verein auf die Ansetzung von Spielen? Inwiefern ist das nicht im Verantwortungsbereich von Spieltagsplanern, die versuchen, verschiedene Parameter zu berücksichtigen und auch bestimmte vertragliche Vorgaben (z.B. Anzahl von Freitags- bzw. Sonntagsspielen in der Bundesliga) zu erfüllen.

Natürlich haben die Vereine da nur begrenzte Einflüsse. Aber je mehr Parameter hinzukommen, desto schwieriger wird eine konfliktfreie Spielplanung. Hier kämen eben wieder ein paar Parameter dazu, die im Moment klein wirken, in fünf Jahren aber deutlich größer sein könnten.

Und welches große Mitspracherecht sollte Haching da haben? Wenn der FC Bayern das Stadion will, nimmt er es sich. Da haben die doch gar keine Verhandlungsposition, irgendwas für ihre Fans zu fordern…Mal angenommen, es geht darum, ob ein Team des FC Bayern an Tag X das Stadion bekommt oder eben Unterhaching, dann wird die „Freundschaft“ aber mal ganz schnell egal sein.

Das Mitspracherecht, das in unserer Gesellschaft eben für solche Situationen vorgesehen ist: Verträge. Selbst für viel geringere Beträge bei Privatimmobilien ist es nicht unüblich, dass der Verkäufer sich bspw ein lebenslanges Wohnrecht im Kaufvertrag zusichern lässt. Ohne mich mit dem Fall auseinandergesetzt zu haben fallen mir schon mehrere Möglichkeiten ein, wie man der SpVgg hier ein Mitspracherecht sichern könnte (die simpelste Möglichkeit wäre, dass der Kaufvertrag dem FCB die Nutzung des Sportparks nur für Spiele der ersten Mannschaft der Frauen gestattet und Jugendteams damit grundsätzlich raus wären.). Wir leben nicht mehr im Mittelalter und ein Immobilienbesitzer ist kein Diktator. Gemeinde und Verein Unterhaching mögen wirtschaftlich klamm sein, aber ein paar Anwälte werden sie sich schon leisten können.

Der FC Bayern handelt hier vor allem aus Eigeninteresse und nicht aus Freundschaftsdienst.

Unbestritten. Hat hier denke ich auch keiner behauptet.

Wenn beide Teams in derselben Liga spielen, ist das oft sehr simpel…Denn ligaübergreifend gibt es in der Spielplanung eben noch mehr zu beachten und da kann es durchaus zu dem einen oder anderen Wochenende mit Konfliktpotenzial kommen.

1860 und unsere zweite spielen schon seit Jahren nicht mehr in der gleichen Liga. Unsere Basketballer und Reb Bull München spielen nicht nur in unterschiedlichen Ligen, sondern sogar unterschiedliche Sportarten von verschiedenen Verbänden (im Fußball hängt letztlich ja doch immer irgendwie der DFB drüber) . Und das ist keine Ausnahme, aus DEL und BBL sind mir noch mindestens vier weitere Beispiele bekannt, in denen Vereine aus unterschiedlichen Sportarten sich die gleiche Halle teilen. Teilweise gibt’s sogar noch weitere Nutzungen für Konzerte und ähnliches. Eishockey und Basketball sind wegen der sehr kurzfristig feststehenden Play-Off-Spiele diesbezüglich noch mal schwerer zu planen. Ich halte diesen Terminkonflikt einfach für konstruiert, tut mir leid.

9 „Gefällt mir“

Die Verhandlungsposition von Unterhaching ist folgende:

  • ihnen gehört das Stadion nicht
  • ihre Alternative ist vermutlich ein Parkplatz, auf dem sie kicken können
  • sie haben keine finanziellen Mittel
  • der Klub steckt in einer tiefen Krise

Sie werden gezwungen sein, alles zu unterschreiben, was der FC Bayern ihnen vorlegt. Der FC Bayern wird, da sind wir uns einig, das nicht eiskalt ausnutzen, aber er wird klare Prioritäten für sich setzen. So, wie er es eben immer tut. Ob das gut oder schlecht für Haching ist, wird die Zukunft zeigen. Das kann man jetzt nicht zuverlässig vorhersagen. Aber es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich Dinge verändern werden und vielleicht auch ein paar in eine schlechtere Situation als vorher. Und sicherlich auch einiges ins Positive. Was man dann daraus macht, wird man in zehn Jahren sehen.

Eine theoretische Möglichkeit wäre das. Aber die Verhandlungsposition des FC Bayern ist folgende:

  • viel Geld
  • viel Macht
  • keinerlei Grund dafür, Haching einen so großen Schritt entgegenzugehen und sich mit wenig Weitblick auf etwas festzulegen, was in 5-10 Jahren auf die Füße fallen könnte. Aus welchen Gründen auch immer.

Weiß nicht, was ich mit der Analogie anfangen soll. Ich habe ja nicht behauptet, dass der FC Bayern Unterhaching bis auf den Letzten Cent ausquetschen und irgendwann komplett aufkaufen wird. Wobei Letzteres nicht komplett unrealistisch ist als Szenario der Zukunft. Es geht darum, dass Haching dieses Stadion nicht gehört und sie somit keine Druckmittel haben und auch keine Argumente, um so gut aus einer Verhandlungsposition herauszugehen. Das wäre bei anderen Käufern ähnlich, aber die kämen vielleicht nicht mit einer Fußballmannschaft um die Ecke. Das auszudiskutieren ist müßig.

Aber anerkennen könnte man schon, dass es nicht so eindeutig konfliktfrei ist, wie ihr das darstellt. Es gibt ja auch ein bisschen was außerhalb von 0 und 1. Und wenn man sich da in die Lage der Fans hineinversetzt, kann ich eben verstehen, dass sie nicht jubelnd schreien: Juhu, der FC Bayern kommt. Gerade in deren Gesamtsituation.

Meinetwegen. Erspart mir die Diskussionszeit.

2 „Gefällt mir“

Sogar win-win-win-win. Die Gemeinde Unterhaching ist ein paar finanzielle Sorgen los. Die Raven und die Spielvereinigung werden ein modernisiertes Stadion bekommen und die Frauen haben ein Stadion mit der richtigen Größe. Für Highlight-Spiele kann man dann immer noch in die Allianz Arena gehen.

Die SpVgg verhandelt ja gar nicht, sondern die Gemeinde. Und die Gemeinde hat natürlich ein riesiges Interesse daran, dass einzige, was diese Gemeinde auf die Landkarte bringt, auch zu erhalten. Die werden daher schon darauf achten, dass der Klub auch weiterhin ein Nutzungsrecht des Stadions hat. Die Verhandlungsposition der Gemeinde ist auch relativ gut, denn die kann im Zweifelsfall einfach gar nichts tun. Gleichzeitig werden die Akteure politischen Druck haben, einen wohlwollenden Deal auszuhandeln, da die Fans sicherlich auch einen ordentlich Anteil der Wähler ausmachen.

5 „Gefällt mir“

Jeder dieser Punkte trifft doch zu egal wer der Käufer sein wird. Das Stadion wird so oder so verkauft und wenn wir mal realistisch sind wieso sollte Haching überhaupt irgendwas verhandeln können? Mit wem über was?

1 „Gefällt mir“

Ja, mag sein, aber man muss doch grundsätzlich zunächst einmal vom Hier und Jetzt ausgehen. Bei allem anderen käme ja die (aus meiner Sicht) berechtigte Frage, auf welcher Grundlage man hier kalkuliert?
Überspitzt könnte man dann ja auch sagen: Wenn der Boom bei den Frauen so groß ist/wird, dann wird ihnen das Stadion ja auch wieder zu klein, dann spielen sie halt häufiger/überwiegend in der Allianz Arena…

1 „Gefällt mir“

Das war nicht mein Punkt und bitte nimm es mir nicht übel, dass ich langsam müde werde, es zu wiederholen: Ich sehe sehr viele Punkte, die für alle Parteien positiv sind, wenn der FC Bayern das Stadion kauft.

Was mir eben missfallen hat, ist, dass die Perspektive der Haching-Fans so abgetan wurde. Aber offenbar bin ich damit zumindest unter den hier ca. zehn Kommentierenden in der Minderheit. Ich sehe da eben einige berechtigte Punkte, die für Unsicherheit sorgen, die dafür sorgen, dass man das alles nicht mit offenen Armen empfängt.

Es gibt so viele Dinge, die sich sehr bald ändern können und die dann dazu führen, dass es aus Haching-Sicht nicht mehr so heimelig schön im einst „eigenen“ Stadion ist. Es gibt natürlich auch Szenarien, die rückblickend dann den Schluss zulassen werden, dass das eine super Entscheidung für alle war.

Wir werden es in 10, 20, 30 Jahren sehen. Die Erzählung, das Stadion werde nun an einen Freund von Haching verkauft, der es gut mit ihnen meine, teile ich nur bedingt. Auch für den FC Bayern können sich Szenarien ergeben in der Zukunft, die den klassischen Eigenbedarf erhöhen. Und dann wird der FCB agieren wie ein Vermieter eben agiert.

Für Haching ist die Gesamtsituation eben scheiße. Und alles, wofür ich plädiere, ist Verständnis, dass die Fans berechtigte Sorgen haben. That’s it.

3 „Gefällt mir“

Kennen wir die Perspektive aller Haching-Fans wirklich?

War zB die extrem lautstarke „Koan Neuer“ Fraktion damals wirklich repräsentativ für alle Bayern Fans?

Ich hoffe doch zumindest mal schwer dass nicht!

Und so kann ich mir auch sehr gut vorstellen (ohne es aber natürlich wirklich zu wissen, keine Frage!), dass die offenbar recht laute Fraktion an Bedenkenträgern gegenüber dem Stadionkauf des FC Bayern auch gar nicht wirklich sonderlich repräsentativ für alle Haching Fans ist…

Stell zehn Bayern-Fans hin und du kriegst zu verschiedenen Themen auch verschiedene Meinungen. Liegt in der Natur der Sache. Übrigens auch innerhalb einer Kurve. Es wird wohl auch Haching-Fans geben, die das gut finden. Es gibt aber auch über die Fanszene hinaus sicher viele, die das kacke finden. Und deren Gründe zumindest anzuerkennen (ihr müsst sie ja nicht teilen) und nicht damit niederzuwalzen, dass andere das ja auch toll finden, hat dann mMn auch mit Empathie zu tun.

Eben. Und ganz sicher wird es beide Sichtweisen geben.

Ich fände bei sowas ja dann aber vor allem immer spannend rauszufinden welche wirklich dominiert…

Findet aber leider so gut wie nie statt. In dem Fall zB fände ich das aus Sicht der Gemeinde aber eben durchaus interessant die lokalen Fußballfans um ihre Meinung zu fragen, gerne auch via Umfrage. Wenn’s darum geht viele Mios zu kassieren sollten die Kosten für sowas doch kaum ne Rolle spielen! Und auch falls es negativ ausfällt - sowas gegen eine 55% Mehrheit zu entscheiden ist was anderes als gegen zB 95%.

Muss ja nicht gleich immer die Dimension eines Volksentscheids bei bspw Olympia annehmen, aber prinzipiell finde ich sowas gut, wichtig und richtig…

Uli informierte nicht nur über Vertragsinhalte von Harry Kane, sondern plauderte auch über den Kauf des Hachinger Sportparks.

1 „Gefällt mir“