Man kann das Argument ja auch mal umdrehen: man stelle sich vor, Jonas Urbig steht gegen Real im Tor und ihm unterläuft ein Fehler, der zum Gegetor führt - während ein fitter Manuel Neuer auf der Bank sitzt … das Geschrei wäre riesig.
Insofern kann ich Dir nur komplett zustimmen!
Ich denke, der FCB kann sich momentan glücklich schätzen, sowohl einen Manuel Neuer als auch einen Jonas Urbig in der Mannschaft zu haben. Der eine ist die historische Instanz, der andere die Zukunft. Ich hätte bei beiden keinerlei Bedenken bei einem Einsatz gegen Real.
Es gibt für mich eine einzige Vorgabe, die Manuel Neuer auf jeden Fall erfüllen müsste, um gegen Real im Tor zu stehen: nämlich das Spiel in Freiburg am Samstag vor dem Spiel in Madrid über die volle Distanz zu absolvieren.
Wenn Neuer das ohne Beschwerden schafft, kann man einen Einsatz in Madrid befürworten. Sollte er in Freiburg wieder verletzt rausmüssen (wie schon gegen Gladbach), dann ist der Fall wohl ohnehin erledigt und Urbig startet in Madrid. Den Fall, dass Neuer in Freiburg noch geschont wird und er dann in Madrid sein erstes Pflichtspiel macht, würde ich ausschließen, denn das wäre mMn nicht durchdacht. So etwas kann ich bei einem Feldspieler, der quasi unersetzlich ist, machen, aber nicht bei einem Torwart, der im Vergleich zu seinem Konkurrenten keinen überragenden Mehrwert mehr besitzt.
Ganz genau so sehe ich das auch!
Edit: Sorry, ich war vorhin so begeistert von dem Kommentar, dass ich ziemlich überflüssig kommentiert habe. Um noch etwas Inhaltliches zu liefern:
Es ist einfach fantastisch, wie dynamisch die Situation mittlerweile geworden ist! Neuer, der noch vor kurzer Zeit selbst entscheiden durfte, wann er spielt, ist auch wieder etwas älter geworden und hat auch mehr Verletzungen einstecken müssen. Das ändert vielleicht nicht viel, aber wir reden hier ja auch übers letzte Prozent.
Urbig hingegen ist mitverantwortlich für unseren Einzug ins Viertelfinale. Das ist kein unbeschriebenes Blatt mehr, das vielleicht oder vielleicht auch nicht im Tor stehen wird. Aus Urbig ist (durchaus in bescheidenem Rahmen) ein verdienter Fusballlprofi geworden. Das muss man als Trainer rechtfertigen können, wenn man ihn aus dem Tor nimmt und auf die Bank setzt - vor ihm, vor der Öffentlichkeit und nicht zuletzt vor sich selber! Hier geht’s darum, ein Momentum zu nutzen. Und das will wohlüberlegt sein, wenn in der nächsten Runde ein ganz großes Kaliber wartet. Nicht obwohl, sondern gerade weil das letzte Prozent den Ausschlag geben kann.