Im American Football wird vor allem positionsgetreu verglichen.
Bei Running Backs zählt z.B. wieviele Yards sie im Schnitt pro Lauf zurücklegen.
Wide Receiver werden daran gemessen, wie gut ihre Fangquote ist und wie viele Yards Raumgewinn sie im Schnitt pro gefangenem Pass erzielen.
Bei Quarterbacks zählt u.a. die Quote der gefangenen Pässe und der dadurch erzielte Raumgewinn.
Defensivspieler werden je nach Position z.B. daran gemessen, wie oft es ihnen gelang, den Quarterback zu sacken, oder ihn so unter Druck zu setzen, dass er keinen Pass an seinen Mitspieler brachte.
Gerade beim Quarterback wird unter Experten das sog. Quarterback-Rating kontrovers diskutiert, da es sich sehr stark daran orientiert, wie viele Pässe ankommen. Einer der uneingeschränkten Superstars der NFL Patrick Mahomes (Quarterback der Kansas City Chiefs und dreimaliger Super Bowl Sieger) hatte letztes Jahr zwischendrin eher schwache Ratings, was auch daran lag, dass seine Receiver reihenweise eigentlich sehr gut geworfene Bälle nicht fangen konnten. Ein gut geworfener Pass, der von einem Receiver teilweise amateurhaft fallengelassen wird, zählt nämlich als nicht gefangener Pass beim Rating des Quarterbacks.
Und hier sind wir bei einer weiteren Schwachstelle von Statistiken: viele Dinge müssen irgendwie subjektiv von einem Menschen analysiert werden.
Beim Tennis ist es mittlerweile so, dass man in offiziellen ATP-Statistiken nur noch zwischen direkten Punkten und Fehlern unterscheidet. Die „unforced errors“ also unerzwungenen Fehler, gibt es mittlerweile nicht mehr (nur noch bei Fernsehsendern). Grund hierfür war, dass es einfach kaum möglich ist, festzustellen, wann ein Fehler vermeidbar war und wann nicht. Es gab u.a. mal einen interessanten Versuch. 1.000 lizensierten Tennistrainern wurden im Rahmen einer Fortbildung Szenen aus Tennisspielen vorgespielt. Sie sollten nach jedem Punkt beurteilen, ob es sich um einen erzwungenen oder unerzwungenen Fehler handelte. Nach nur 3 Videos war kein einziger mehr dabei, der alle Szenen so gesehen hätte, wie der von der ATP beauftragte Analyst. Das war einer der Gründe hierfür, warum man vom bisherigen System abwich.
Interessant.
So ein Großversuch würde mich mal in Bezug auf Schiedsrichterentscheidungen interessieren.
Das Problem, das ich dabei sehe ist dass Einwechselspieler frisch sind und in kurzer Zeit sehr viele offensive Aktionen machen können, inkl. Tore (das unterscheidet ihn z.B. von einem IV, der 90 Minuten spielt und auch in der Nachspielzeit keinen Fehler machen darf obwohl durch die Ermüdung die Gefahr größer ist).
Als Endergebnis hätte man dann Spieler mit exzellenten Whoscored-Werten, die aber eigentlich nur 15 Minuten im Schnitt spielen. Das wäre über eine Saison unfair gegenüber den Musialas, Wirtzes, Kanes, Orbans der Kimmichs: Spieler mit sehr guten Werten und die auch meist die volle Zeit auf dem Platz stehen.
Völlig richtig, den Effekt könnte man aber natürlich auch wieder zumindest systematisch kompensieren. Indem man kuckt wie Leute im Schnitt in Kurzeinsätzen relativ zu längeren performen und das Rating dementsprechend anpasst. Dann würde eben nur noch von Joker Qualitäten über profitieren wer da wirklich außergewöhnlich schnell dann auch ins Spiel findet - es gibt ja durchaus auch Nachteile bei Kurzeinsätzen…
Und der Effekt von Spielern mit wenig Spielzeit und der dadurch selbst ohne Wettbewerbsvorteil vor allem viel höheren Zufalls Streuung hat man im Grunde eh bei allen Arten von Statistiken - deswegen gibt’s bei allen vernünftigen Vergleichsportalen immer auch die Möglichkeit eine bestimmte Mindestzahl von Einsätzen zu verlangen und für dieses Problematik wäre es dann wie meistens eh besser es statt über Einsätze dann nach Spielminuten zu machen.
So wie es jetzt ist daß Spieler bei 6.0 oder 6.5 beginnen und die Einwechlser dann viel weniger Zeit haben ihr Rating hochzufahren ist jedenfalls fraglos ein kompletter Witz…
und jetzt ist Palhinha verletzt und dann schaun mer mal.
So isses.
Und VKs Idee Goretzka schon mal Spielpraxis zu besorgen (forciert seit dem Pavlovic Ausfall) zu Lasten von Einwechslung von Nachwuchsspielern (die wir hier ebenso zu Recht angemahnt als zu selten) schaut auf n’en Schlag gar nicht mehr so daneben aus ![]()
Wird spannend ob dann eher die 1. oder 2. HZ (dass die Leistung da klar unterschiedlich war denke ich hatten schon die meisten eher so gesehen) aus dem hier so ausgiebig über ihn diskutierten letzten Spiel richtungsweisend für seine bald tatsächlich kommenden regelmäßigeren Einsätze sein wird…