FC Bayern München: Vier Dinge, die jetzt wichtig sind

Ich finde das wiederum zu einfach; ich bin bei so heiklen Fragen immer für Präzision: nach meinem Kenntnisstand hat Mazraoui ein Video geteilt, in dem jemand im Stile eines Gebets Allah darum bittet, „den unterdrückten Brüdern in Palästina den Sieg zu schenken“.
Da kann man nun alles Mögliche herauslesen, aber weder ist darin explizit von Israel die Rede noch wird in irgendeiner Form ausdrücklich Gewalt oder gar Terror gutgeheißen.

Wenn anschließend nach dem öffentlichen Aufruhr Mazraoui sagt, er wolle nur Frieden in der Region und lehne jede Form von Gewalt ab, dann sehe ich nicht, auf welcher Basis wir ihn „verurteilen“ sollten. Aufgrund unserer Annahme, dass er in Wahrheit anders denkt als er öffentlich redet?
Wäre das nicht letztendlich Rassismus, ihm - weil er ja Muslim ist - zu unterstellen, er würde die Vernichtung Israels wollen und dafür auch den Hamas-Terror billigen??

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Die meisten dieser Tweets kamen, nachdem die Hamas die Fake Story über die angebliche Bombardierung des Krankenhauses in Gaza erfunden und verbreitet hat, darüberhinaus sehr viele westliche Medien diese ungeprüft aufgenommen und verbreitet hatten.

Dies hat dann nicht nur die diplomatischen Bemühungen der USA zunächst erschwert sondern die Stimmung in allen arabischen / muslimischen Ländern aufgeheizt.

In dieser Stimmungslage hat Mazraoui seinen Tweet abgesetzt, ohne abzuwarten was wirklich die Ursache der Bombardierung war und ohne die Gräueltaten der Hamas Terroristen zu verurteilen.

Dafür ist er alleine verantwortlich und dafür ist er bisher gut weggekommen. Gehe aber wie gesagt davon aus, dass der FCB ihn verkaufen wird.

Artikel vom 15.10

Krankenhaus Bombardierung war soweit ich das eruieren konnte auf die Schnelle am 17.10…

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Ich hätte es auch hilfreich gefunden so argumentieren zu können, leider ist es aber eine zeitliche Verdrehung der Ereignisse…

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Sehr schön argumentiert, finde ich sehr überzeugend…

Stimmt. Nichtsdestotrotz hat er seinen tweet abgesetzt in einer Phase wo schon zunehmend einseitig berichtet wurde.

Mazraoui lebt nicht in Marokko oder einem arabischen muslimischen Land, er ist Fußballer und bei uns angestellt, trägt also Verantwortung.

Der Zentralrat der Juden wurde offensichtlich vom FCB kontaktiert ist aber mit dem Ergebnis der Verlautbarung des FCB und des Spielers nicht einverstanden. Davon war ich aber ausgegangen und deshalb Ostens ein Problem, auch wenn Mazraoui tweet vom Prinzip der Meinungsfreiheit abgedeckt und inhaltlich strafrechtlich unbedenklich ist.

Das kann ja jeder werten wie er will, ich sehe es als höchst problematisch an, auch wenn ich nachvollziehen kann, dass der FCB dieses Thema schnell beenden will.

Man könnte zynisch sagen Aiwanger hat mehr gemacht als Mazraoui.

Interessanterweise war das aber in der initalen Reaktion des Zentralrats (immerhin von mir selber hier gepostet im Mazraoui thread) auf die Entscheidung und Verlautbarung des FCB genau andersrum - da fand man es angemessen von Bayernseite…

Finde ich zeigt wie komplex und vielschichtig das Thema ist dass offensichtlich selbst innerhalb dieser Institution man sich konträr äußert zum selben Sachverhalt innerhalb kurzer Zeit…

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Also bitte - da muss nicht explizit Israel stehen. Was soll das denn sonst heißen bzw. wen soll er denn sonst meinen, wenn nicht Israel? Das ist keine far-fetched Interpretation.

Herrlich - das Totschlagargument schlechthin. Das muss man ihm nicht unterstellen, seine Einseitigkeit hat er (auch laut Meinung des Zentralrats der Juden) kundgetan, und vor allem das ist hier entlarvend. Aber dieses Spiel, jede Kritik bzw. Empörung an so einer Entgleisung als Rassismus abzutun, spiele ich nicht mit.

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Plottwist: Noussair Mazraoui vom FC Bayern München: Zentralrat der Juden fordert »harte Konsequenzen« - DER SPIEGEL

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Gut, wenn schon dann hier auch noch der Link zu meinem Beitrag mit der initialen Reaktion:

Dass das hier nicht zu einseitig wird dann auch noch das von eben…

Offensichtlich war das dann auch das, was man dem FCB kommuniziert hatte. Das finde ich wesentlich entscheidender in der Beurteilung des Verhaltens des FCB hier.

Dass dann im Nachhinein der Zentralrat zur Gegenposition schwenkt - „suuuper“…

Aber das kann man dann doch gerade nicht mehr dem FCB vorwerfen…

Offensichtlich nicht, denn sonst hätte Schuster ja jetzt nicht dieses Interview gegeben.

Hamas sind Terroristen die die schlimmsten Verbrechen an Zivilisten begangen haben, seit Daesh und den Nazis. Warum kann man das nicht klipp und klar verurteilen? Und warum sollte man Leute die es nicht können nachdem sie offensichtlich zweifelhafte wenn nicht rassistische (und damit verbotene Seiten) zitieren klipp und klar kritisieren.

Mazraoui ist hier gewissermaßen zumindest „Mittäter“ oder „Mitwisser“ im ethischen Sinne, und er hat sich nicht dezidiert distanziert.

Sympathie Empathie und Unterstützung gegenüber und für die unschuldigen palästinensischen Zivilisten kann man auch anders äußern, so wie zB Salah.

Mazraoui hat die Hamas Terroristen und deren Gräueltaten nicht dezidiert verurteilt - und das ist eben nicht okay.

Damit kann man leben sofern der Zentralrat der Juden damit leben kann, so eben nicht.

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Siehe mein Beitrag von eben und der initale Kommentar des Zentralrats…

Dass dann eine Einzelperson, die Mitglied dieses Zentralrats ist nehme ich Mal an (ich glaube der Name wäre den wenigsten hier sofort präsent gewesen) eine konträre Einzelmeinung von sich gibt soll das offizielle Statement komplett aushebeln?

Natürlich war es naheliegend (ich würde Mal sagen so naheliegend wies nur geht) dass nicht alle im Zentralrat begeistert waren weder von Mazraoui noch dem FCB, aber wenn man sich mehrheitlich (nehme ich zumindest mal an dass das zumindest abgesprochen wurde intern) zustimmend geäußert sagt das für mich deutlich mehr aus…

Natürlich würde man sich wünschen dass dem so wäre.

Warum es für einen Mazraoui ne andere wesentlich schwierigere Geschichte ist als für unsereins: Da glaube ich haben sich die fast 400 Kommentare, die seit dem von mir zitierten Ursprungsartikel in seinem Thread dort aufgelaufen sind, schon äußerst ausführlich mit beschäftigt..

Wenn es alles so klipp und klar wäre wie es für manche hier erscheint wären sicherlich keine hunderte von Kommentaren dort gekommen…

So waren die Nazis vor 90 Jahren auch. Deshalb waren die ja auch alle so nett und unschuldig…:clown_face::clown_face:

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Wo ist denn der offizielle Kommentar des Zentralrats? Kann den nicht finden. Und Schuster ist keine Einzelperson sondern deren Präsident der damit für alle spricht.

Edit
Es gab keine öffentliche bzw offizielle Stellungnahme oder Interview des Zentralrats. Es gab eine Stellungnahme an die Augsburger vor dem Gespräch mit Mazroui und nach der ersten Verlautbarung des FCB, danach offensichtlich nicht. Dann gab es das Gespräch mit Mazroui und die offizielle Stellungnahme des FCB und erst danach das offizielle Interview von Schuster in der SZ, wo er das Handeln des FCB eben nicht mehr ausreichend empfindet und kritisiert.

Der deutsche Rekordmeister FC Bayern hatte am Montag angekündigt, mit Mazraoui nach dessen Rückkehr ein Gespräch zu führen. „Der FC Bayern hat mit Noussair Mazroui nach seinen Instagram-Posts am Sonntag umgehend Kontakt aufgenommen. Der Spieler befindet sich derzeit mit der Nationalmannschaft von Marokko in Afrika. Nach seiner Rückkehr ist ein ausführliches persönliches Gespräch mit der Clubführung in München vorgesehen“, teilte der Verein der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit.

Der Zentralrat der Juden hält dies für korrekt. „Das Vorgehen des FC Bayern München als Verein halten wir bislang für angemessen“, hieß es in der Erklärung.

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Was ist denn daran nicht klipp und klar zu verstehen?

Hamas sind Terroristen, haben unschuldige Zivilisten in brutalster Weise abgeschlachtet.
Wer das nicht klipp und klar verurteilen kann hat per Se schon einmal ein Problem.

Wenn dann ein tief religiöser sunnitischer Fußballspieler zweifelhafte wenn nicht rassistische Seiten und Kommentare teilt und zustimmt, mag es strafrechtlich von der geschützten Meinungsfreiheit geschützt sein, ethisch und moralisch ist es höchst fragwürdig und zu kritisieren.

Wenn der Zentralrat der Stellungnahme und Aktivitäten zugestimmt hätte, wäre das Thema für mich erledigt gewesen, so aber nicht. Da ändern auch 400 Kommentare nichts daran.

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Gedankenspiel: was wäre, wenn z.B. Kimmich exakt das selbe gepostet hätte wie Mazraoui? - Würde man Kimmich genauso in Schutz nehmen? Oder wäre er einfach nur der hässliche Antisemit, der man mit einem solchen Post ist?

Und warum sollte das so sein?

Es gibt Palästinenser und Araber die das klar verurteilen können, und dann welche die es nicht können. Warum sollte es einem marokkanischen Fußballspieler der hier arbeitet und lebt, eine niederländische doppelte Staatsbürgerschaft hat und damit EU, der hier also jahrelang gelebt hat, warum genau sollte es ihm schwerfallen, die bestialischen Verbrechen der Hamas dezidiert und nicht nebulös zu verurteilen?

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Dass so etwas wie das Verhalten von Mazraoui im Klub Kurt Landauers von Verantwortlichen wie Fans einfach schulterzuckend hingenommen wird, ist einfach unglaublich und so traurig!

Es ist eben einfach, sich mit einem jüdischen Ehrenpräsidenten zu schmücken.
Danach zu handeln, hätte Mut erfordert…

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