FC Bayern Frauen: Zu gut für die Bundesliga, zu schlecht für die Champions League?

Hier mal ein historischer Überblick zwischen Männer- und Frauenfußball im direkten Vergleich:

Meilenstein Männerfußball Frauenfußball Zeitlicher Abstand
Erste offizielle Liga 1888 (England) 1990 (Bundesliga) 102 Jahre
Erste Weltmeisterschaft 1930 1991 61 Jahre
Erste Europameisterschaft 1960 1984 24 Jahre
Königsklasse (Europa) 1955 2001 46 Jahre

Mit unseren vom Männerfußball geprägten Vorstellungen sind wertende Vergleiche im Grunde irrelevant. In den Frühphasen des Ligabetriebs, in den frühen Weltmeisterschaften waren die Verhältnisse bei den Männern nicht unähnlich der heutigen Situation bei den Frauen - nur wenige, deutlich überlegene Spitzenmannschaften, in deren direkten Auseinandersetzungen mit anderen Vereinen oft astronomische Ergebnisse.

Der Frauenfußball ist immer noch in der Konsolidierungsphase seiner Entwicklung, und dies betrifft sowohl den sportlich-athletischen Bereich wie vor allem den Finanz- und Marketingsektor. Ich fürchte, wir müssen mit der bestehenden Ungleichheit noch eine ganze Weile leben.

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Wichtig bei sowas: Es geht hier um “offizielle” Wettbewerbe. Also von großen Verbänden genehmigt. Weltmeisterschaften gab es schon viel früher. In Mexiko (ich glaube 1970 oder sowas) gab es dabei auch weit über 100.000 Fans im Stadion im Finale. Es gab Spielerinnen (von England meine ich), die berichtet haben, dass sie dort wie Superstars behandelt wurden, als sie ankamen und sowas noch nie erlebt hätten.

In den 1910er und 1920er Jahren gab es Spiele von Frauen in England, die mehr Zuschauer*innen in die Stadien zogen als bei vielen Männerspielen. Wenig später entschied sich die FA dazu, Frauenfußball zu verbieten. Das Verbot führte selbstverständlich nie dazu, dass Frauen keinen Fußball mehr spielten. Aber Verbote schränkten die Entwicklungen massiv ein, führten dazu, dass ein Teil des Fußballs uneingeschränkt wachsen konnte, während der andere unterdrückt wurde und ihm Steine in den Weg gelegt wurden.

Das nur als Ergänzung zu deiner richtigen These.

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Für mich diskutieren wir um des Kaisers Bart, wenn wir streiten, ob Bayern dieses Jahr gegen Barca einen Ticken näher dran war als im Vorjahr gegen Lyon. (Um Missverständnisse zu vermeiden: Die Diskussion ist grundsätzlich völlig legitim und hier auch sehr interessant mitzulesen.)

Die Frage ist doch nicht, ob Bayern mal irgendwann irgendwie ein K.-o.-Duell gegen Barca oder Lyon gewinnen kann oder dank Losglück in ein Finale einziehen wird.
So etwas passiert im Fußball. Regelmäßig. Dortmund stand 2024 im UCL-Finale. Ajax hat 2019 Real rausgeworfen, Villarreal 2022 Bayern. Diese Einzelfälle ändern ja aber alle nichts am strukturellen Rückstand von Dortmund, Ajax und Villarreal auf Real Madrid und den FC Bayern.

Und so könnte natürlich auch den Bayernfrauen einmal so etwas gelingen. Top-Transfers, gut in Form, Spielglück (Elfmeter, rote Karte, Traumtore, dies das), schwaches Barca.
Kommt es so, kann, darf und soll das gefeiert und gewürdigt werden. Aber dadurch – und wir sind hier im sehr klaren Konjunktiv – wäre der Abstand zu Barca und Lyon doch nicht negiert. Deren riesengroßer finanzieller Vorsprung und die höheren Mittel für Spielerinnen bleiben.

Wenn Bayern und die Bundesliga nicht bald einen Wumms zünden.

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Ja da stimme ich ja vollumfänglich zu.
Aber ich gehe aktuell eher davon aus, dass vor der Heim EM kein Wumms gezündet wird und hoffe daher auf nächste Saison, bevor wir noch mehr Spielerinnen verlieren.
Deshalb bin ich auch so delusional optimistisch.

Was ist eigentlich diese “Frauen-DFL” jetzt? Kann mir das mal jemand einordnen? Jetzt wo der DFB offiziell raus ist, nachdem er im September(?) noch schön gemeint hat, “läuft wie geplant, gehen sie weiter, hier gibt’s nichts zu sehen”.

Ist das “gut”? Fehlen die angekündigten 100 Millionen jetzt? Was wird das? Ganz sincere und Ernst gemeint. Ich blicke bei diesen Themen mit so vielen Interessen immer schlecht durch. Du hast die Liga™, die einzelnen Vereine, den DFB,…

:pensive_face:

Ein schöner Artikel.

Aber wie im Rasenfunk bereits andiskutiert: es bringt halt wenig, wenn das alle irgendwie doof finden, man aber beim Thema Ausbildungsentschädigung und Transfererlöse einfach noch an der gleichen Stelle steht wie vor 10 Jahren. Es lohnt sich schlicht kaum, junge Talente auszubilden.

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Auch wenn Bayern dort an die gläserne Decke stößt, haben sie es unter die besten zehn, vielleicht die besten fünf Teams Europas geschafft. Das alles, ohne den Geldspeicher über die Maßen anzuzapfen.


Ich verstehe nicht, welche anderen 9 Top-Teams Georg hier meint. Im Frauenfußball gibt es nur sechs bis sieben Top-Teams (Barca, Lyon, Chelsea, Arsenal, Bayern, Wolfsburg, PSG). Wolfsburg und PSG verlieren zwar langsam ihren Status als Spitzenteams, gehören aber im Vergleich zu den meisten anderen Frauenmannschaften immer noch zu den Top-Teams. City hat in den letzten fünf bis sechs Jahren in der UWCL nichts erreicht. Manchester United, Real Madrid und Juventus Turin sind keine Spitzenteams. Sie haben in Europa (was Konstanz angeht) noch nichts erreicht. Sie sind aufstrebende Mannschaften, genau wie Eintracht Frankfurt.

In der UEFA-Rangliste belegte Bayern in den letzten zwei bis drei Jahren den vierten Platz und gehört seit 2019 zu den Top 5. Diese Rangliste spiegelt die Konstanz der Teams in den letzten sechs bis sieben Jahren wider. Aktuell ist Bayern nach dieser Saison das drittbeste Team Europas. Es gibt nicht so viele Spitzenteams im Frauenfußball. Zwar sind es mehr als in den 2010er Jahren, aber immer noch weniger als im Männerfußball. Ich denke also, Georg sollte die Situation im Frauenfußball nicht übertreiben.

Für mich gibt es keinen Unterschied zwischen Bayern und den anderen fünf bis sechs Top-Teams. Ich habe Chelsea, Arsenal, Lyon und City diese Saison spielen sehen. Alle diese Mannschaften sind schlagbar, und Bayern kann gegen sie mithalten und sie schlagen. Statistiken aus der Vergangenheit sind irrelevant, da sich Bayern seit 2021 deutlich verbessert hat. Bayern hat in den letzten zwei Jahren drei ausgeglichene Spiele gegen Arsenal bestritten und zwei davon gewonnen. Chelsea ist nicht stärker als Arsenal. Lyon wirkte gegen Arsenal sehr schwach. Nur Barcelona ist sehr schwierig. Aber wir haben im Halbfinale gesehen, dass Bayern, wenn sie ihr eigenes Spiel durchziehen, mit Barca auf Augenhöhe spielen können. Zweifellos ließ Bayerns passive Herangehensweise Barcelona stärker erscheinen, als sie tatsächlich sind. Sie sind stark, aber nicht so stark. Bayern hat diese Überlegenheit von Barça auch durch großen Respekt ermöglicht. Hätte Bayern mit Mut gespielt und sein eigenes Spiel durchgezogen, hätten sie einen besseren Eindruck hinterlassen (nicht nur in den letzten 20 Minuten) und hätten bessere Chancen gehabt, das Finale zu erreichen. Sie sind gut genug, um Barca zu schlagen und jetzt das Finale zu erreichen. Es war der Mangel an Selbstvertrauen, der dem im Wege stand .

Die Spiele gegen Lyon (unabhängig vom Endergebnis) in der letzten Saison verliefen ausgeglichen, wobei Lyon leicht überlegen war. Die ersten beiden Halbzeiten waren ausgeglichen, Lyons Tore resultierten aus zwei Fehlern der Bayern. Die dritte Halbzeit wurde von den Bayern dominiert, und in der vierten Halbzeit unterliefen den Bayern erneut zwei Fehler (anschließend drängten sie nach vorne und kassierten zwei weitere Gegentreffer durch Konter). Und Strauss räumte ein, dass er im Hinspiel eine mutigere Herangehensweise hätte wählen können. Wäre Bayern in diesem Jahr im Halbfinale auf Lyon getroffen, bin ich überzeugt, dass Bayern sie geschlagen und das Finale erreicht hätte. Lyon hat in dieser Saison überhaupt nicht überzeugt. Das Hinspiel gegen Arsenal war katastrophal, und Arsenal spielte im Rückspiel sogar noch schlechte r.

Laut Deloitte Money League erwirtschaften die Frauenteams von Barcelona, Chelsea und Arsenal 22 bis 25 Millionen Euro jährlich. Für Lyon dürften die Zahlen in ähnlichen Dimensionen liegen.

Georg sollte wissen, dass diese Zahlen nicht aussagekräftig sind und der Begriff „kommerziell“ nicht zwischen Männer- und Frauenteams unterscheidet. Es handelt sich also nicht um die Einnahmen der Frauenteams aus Werbeverträgen. Daher sind diese Zahlen unzuverlässig. Man muss die “Broadcast” und die Einnahmen am Spieltag betrachten, und hier gibt es zwischen den meisten Teams kaum Unterschiede. In Wirklichkeit erwirtschaftet kein Frauenteam Gewin ne.

Lyon veröffentlicht seine Zahlen nicht, weil sie wahrscheinlich nicht so beeindruckend sind: Sie haben 7 Millionen Euro Schulden. Und die meisten Frauenmannschaften haben Schulden. Wir kennen nicht einmal die genauen Budgets der meisten Frauenmannschaften. Bayern München gibt das Budget seiner Frauenmannschaft nicht bekannt. Und ich bezweifle, dass Barcelona ein Budget von über 10 Millionen Euro hat. In puncto Budget liegt Bayern nicht weit hinter anderen Top-Teams wie Barca, Lyon, Chelsea oder Arsenal zurück. Die Unterschiede sind nicht signifik ant.

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Um was handelt es sich denn dann? Die Werbeverträge der Männer können das auch nicht sein, denn dafür fehlt eine Ziffer.

Laut Deloitte gibt es auch bei den Spieltagseinnahmen einen riesigen Unterschied zwischen den drei Top-Teams und dem Rest.

Quelle?

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Unter den Top 10 sind zehn Teams. Ich schreibe nirgends, dass Bayern das zehntbeste Team wäre. Im Gegenteil, ich schreibe, dass Bayern „top 10, wahrscheinlich top 5“ ist. Das sollte doch klar machen, dass ich sie eher irgendwo zwischen 4 und 7 einordne als auf Platz 10. Aber auch hier bewusst offen gelassen, weil die Frage nach dem Rang unter den besten Teams der Welt immer eine sehr, sehr schwierige ist.

Die UEFA-Rangliste sind gut, aber manchmal auch verzerrt zugunsten der Teams, die jedes Jahr mitspielen. Teams kommen dort bei Männern und Frauen zu schlecht weg, wenn sie sich nicht jede Saison für die Champions League qualifizieren. Teams, die ihre Heimatligen dominieren und jedes Jahr dabei sind, sammeln fleißig UEFA-Punkte. Letzteres trifft ohne Frage auf Bayern zu.

Aber wie gesagt, wir ranken Bayern ja ähnlich.

Wäre mir neu. Interessiert mich sehr. Hast du mehr Informationen dazu? Eine komplette Zusammenlegung der kommerziellen Einnahmen kann es nicht sein, wie @Gut_Kick schon schrieb. Dafür sind die Größenordnung komplett unpassend.

Unstrittig ist, dass es bei „Mehrspartenunternehmen“ immer Spielraum gibt, wie man Umsätze und Kosten verbucht.
Bei Bayern mit Allianz und Telekom als Sponsoren auf beiden Trikots gäbe es jedenfalls auch Spielraum, die jeweiligen Einnahmen kreativ zu verbuchen.

Theoretisch möglich, dass Barcelona z. B. pauschal 5% ihres Nike-Ausrüster-Deals auf die Frauen bucht, während Bayern das mit ihrem Adidas-Ausrüster-Deal nicht macht. Aber solange ich dazu keine Evidenz oder andere Zahle habe, muss ich mich auf Deloitte verlassen. Generell haben die ja doch einen guten Ruf. Und von Barcelona Femini weiß ich zum Beispiel, dass sie eigene Sponsoren für die Frauen haben, die auch gut zahlen.

Wenn Lyon hohe Schulden hat (agree), ist das ja gerade kein Widerspruch zu meiner These, dass die anderen mehr Gas geben, sondern ein Beleg dafür. Schulden sind im Fußball nichts ungewöhnliches. Und in Wachstumsmärkten ebenfalls nicht.

Die Kaderkosten für die Premier-League-Teams sind gut plausibilisiert über Capology/Deloitte. Für mich sind das belastbare Quellen, besseres gibt es leider nicht. Und für mich spricht nichts dafür, dass Bayern auch nur ansatzweise in die Nähe kommt.
Aber auch hier freue ich mich über weitere Infos.

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Weils hier so gut reinpasst:
Gerade hat Chelsea angeblich 1,6 Millionen Dollar für Schröder geboten.
Ein Talent, dass noch keinerlei CL oder Topliga Erfahrung hat.
Dazu wird ja auch geroumored, dass Chelsea Shaw mit nem Millionengehalt verpflichten will.
Da reden wir zeitnah wirklich gefühlt von dem 10 Fachen Etat, den die ausgeben.
Als wir können da gerne versuchen mitzuhalten, aber unsere Führungsetage wird das nicht mitgehen.

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Under Etat liegt doch bei etwa 4 Millionen, oder? In ein paar Jahren wird das die Ablöse für gute Spielerinnen sein. Und ein Kaderwert eines Mittelklasse Premier League Clubs wird den Kaderwert aller Bundesligisten zusammengezählt übersteigen.

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Beim Etat wäre ich vorsichtig, was wir sagen und was Realität ist.
Bei allem an öffentlichen Angaben/Gerüchten zu Gehältern passt 4 Millionen kaum imo.

Aber der Unterschied ist trotzdem eklatant.

Hatte mich hier auf den Tagesspiegel bezogen. Aber der Artikel ist jetzt natürlich auch schon ein halbes Jahr alt.